Der sorgt fürs Blitzlichtgewitter
11.10.2006
Pro:
Ausstattung, bedienung und Leistung
Kontra:
- -
Empfehlenswert:
Ja
 tbiegel
Über sich:
Auf zu Silber, auch wenn es noch lange dauert... Ich berichte über digitale Fotografie, Reisen, Muse...
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Wer eine Spiegelreflexkamera sein Eigen nennt, benötigt in der Regel auch ein zusätzliches Blitzlichtgerät, weil man mit den eingebauten Blitzgeräten schnell an die Grenzen stößt. Bevor ich weiter berichte, noch eine Anmerkung: Konica Minolta ist jetzt Sony. Sony hat die Kamerasparte von Konica Minolta aufgekauft, was zur Folge hat, daß älteres Zubehör ebenfalls übernommen wurde und nur umgelabelt wurde. Das Blitzgerät 5600 HS-D von Minolta ist absolut baugleich mit dem Sony HVL-56 AM. Davon habe ich mich inzwischen als Minoltianer und nun bis auf weiteres erzwungenermaßen Sonyaner persönlich am Gerät (!) überzeugt.
Eine Bemerkung vorab: die folgenden technischen Daten beziehen sich auf das herkömmliche Filmformat 24 mal 36 mm bzw. auf Vollformatsensoren digitaler Kameras. Zum Gerät ========
Sowohl bei Minolta als auch bei Sony war bzw. ist das Blitzgerät das Flaggschiff. Es ist mit zahlreichen Ausstattungsmerkmalen versehen, die man als Normalverbraucher zwar nicht unbedingt benötigt, aber von einem kann man nie genug haben: Leistung ! Die drückt sich bei Blitzgeräten in der sg. Leitzahl (LZ) aus. Die Leitzahl ist das Produkt aus dem Objektabstand zum Blitzgerät in Metern und der Blendenzahl. Auch wer sich wenig mit Fotografie beschäftigt, kann jetzt ein Problem erahnen: der Objektabstand und Blende variieren, man benötigt feste Bezugsgrößen, außerdem hängt die Leitzahl auch von der Brennweite und von der Filmempfindlichkeit ab. Das Gerät hat eine Leitzahl von 56 bei 100 ISO (Filmempfindlichkeit) und bei einer Brennweite von 85mm. Hierin liegt der Knackpunkt: um das Gerät bezüglich der technischen Daten attraktiver zu machen, schummeln die Hersteller ein wenig. Eigentlich sollte die Leitzahl auf 50 mm Brennweite bezogen werden, bei dieser Brennweite liefert das 5600 HS-D die Leitzahl 44.
Die Kürzel ======== Zwei Ausstattungsmerkmale verstecken sich bereits in der Bezeichnung "HS" und "D".
"HS" steht für HighSpeed, mit entsprechenden Kameras können sehr kurze Verschlußzeiten genutzt werden (natürlich zu Lasten der Leitzahl). Jede Kamera mit Schlitzverschluß verfügt über eine sg. Blitzsynchronisationszeit. Das die kürzeste Verschlußzeit, in der der Schlitzverschluß die gesamte Filmfläche freigibt und vom Blitz beleuchtet werden kann. Einige Kameras können noch kürzer, dann stehen alle Verschlußzeiten für die Blitzbelichtung zur Verfügung. Gleichzeitig sinkt aber die Blitzleuchtzeit, so daß insgesamt die Blitzleistung sinkt. "D" ist Minolta bzw. Sony-spezifisch: Einige Wechselobjektive (ebenfalls zusätzlich mit "D" bezeichnet) verfügen über einen Chip, der die vom Autofokus gemessene Entfernung zum Objekt an die Kamera liefert, dieser Wert fließt zusätzlich in die Blitzlichtmessung ein. In Grenzsituationen (stärker reflektierende Objekte z. B.) soll so das Motiv besser und ausgeglichener belichtet werden.
Die "mechanische" Ausstattung ======================= An der Frontseite befindet sich am Reflektor eine Weitwinkelstreuscheibe. Hiermit kann der Ausleuchtwinkel für Objektive mit 17mm Brennweite angepaßt werden. Gut gelungen ist, daß dies auch elektronisch erkannt und im Display angezeigt wird. Der automatische und manuelle stufenweise Motorzoom leuchtet "nur" Bildwinkel eines 24mm Weitwinkel als größtmöglichen Bildwinkel aus.
Der Reflektor ist selbstverständlich ein Schwenkreflektor, der Kopf kann horizontal in kleinen Raststufen um 360° gedreht werden, vertikal gibt es Raststufen bei 45°, 60° und 70°, außerdem bei -10° für Fotos im Nahbereich. Der kleine Schwenk nach unten ist aber nur sinnvoll, wenn das Blitzgerät nicht auf die Kamera aufgesteckt wird, ansonsten trifft der Blitz das Objektiv und nicht das Objekt. Selbstverständlich wird das manuelle Verschwenken durch ein Symbol im LCD-Display hinten angezeigt. Ausstattung und Menüführung ======================
An der Geräterückseite befindet sich ein LCD-Display und acht für die Bedienung wesentlichen Tasten: "Mode", "Select", "+", "-", in einer zweiten Reihe u. a. "On/Off" und "Zoom", außerdem noch "Test" und eine Taste, um im Dunklem das Display zu beleuchten. Der Reflektor paßt sich automatisch der verwendeten Brennweite des Objektivs an in folgenden Schritten: 24 - 28 - 35- 50 - 70 und 85 mm. Die kürzeste Brennweitenanpassung kann manuell auf 17mm verkürzt werden (siehe oben).
a) TTL Im "TTL-Modus" wird die Blitzleistung von der Kamera geregelt, d. h. daß die Kamera automatisch ermittelt, wann das Bild korrekt belichtet ist und demzufolge die Leistung des Blitzgerätes reglementiert. Mit der Taste "Mode" schaltet man die grundlegenden Modi durch "TTL" (d. h. Through the lens, durch das Objektiv). Die manuellen Eingriffsmöglichkeiten beschränken sich hier auf erweiterte Blitzmöglichkeiten (drahtlos, Verhältnisblitz und Highspeed, wählbar mit der Taste "Select"). Mit dieser Taste lassen sich folgende Funktionen durchschalten: HighSpeed, drahtlos blitzen, Verhältnisblitz und Leistung. Die Parameter werden mit den "+" und "-" verändert, die Bedienung ist also recht einfach. Welcher Parameter gerade verändert wird, wird durch ein Blinken der Anzeige im Display angezeigt.
Am wichtigsten ist für mich die High-Speed-Blitzsynchronisation. Es gibt diverse Situationen, in denen ich den Blitz als Aufhellblitz verwende, ich aber dennoch recht kurze Verschlußzeiten habe (Gegenlichtaufnahmen beispielsweise). Mit "+" bzw. "-" kann man hier logischerweise nur zwischen "On" und "Off" wählen. Mit einer geeigneten Kamera kann der Blitz drahtlos ausgelöst werden, das muß auch an der Kamera aktiviert werden. Kamera und Blitz müssen aber mindestens in einem Winkel von ca. 45° zueinander stehen, damit dies funktioniert. Mittels der Kanalwahl können auch mehrere Geräte unabhängig voneinander gezündet werden. Auch hier gibt es nur die Parameter "An" oder "Aus".
Mit dem Menüpunkt "Ratio" kann man das Verhältnis der Blitzleuchtstärke bei mehreren Geräten wählen. Die Tasten "+" und "-" schalten hier die Zustände "1:2", "2:1" und "Off" durch, leider kann man das gerät nicht anderweitig mehr anpassen. Für das professionelle Fotostudio ist dies zu wenig, aber dort wird ohnehin meist mit Lampen gearbeitet. Mit "Level" kann man die Leistung einschränken mit den Stufen "1/1", "1/2", "1/4", "1/8", "1/16" und "1/32". Warum diese Funktion auch im Automatikbetrieb zugänglich ist, erschließt sich mir nicht so ganz.
b) m "m" steht für manuell, hier mischt sich die Kamera nicht in die Belichtung ein, alle oben beschriebenen Parameter können angewählt werden. Wenn man aber die Leistung via "Level" im TTL-Modus einschränkt, würde die Kameraautomatik die Leistung noch weiter drosseln, sofern das Bild überbelichtet werden würde. Im manuellen Modus geschieht dies nicht.
c) Multi Hierunter versteht man Stroboskop-Blitzen, was bei bewegten Objekten durchaus interessante Effekte erzielen kann. Allerdings benötigt man hierfür einige Übung und Erfahrung. Einstellbar über die "Select"-Taste sind jetzt zusätzlich die Frequenz der Blitze und die maximale Anzahl der Blitze hintereinander. Die Frequenz ist in folgenden Stufen wählbar: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 20, 30, 40, 50 und 100 Hz. Das heißt daß pro Sekunde zwischen 1 und 100 Blitze gezündet werden können. Die Anzahl der Blitze ist wählbar zwischen 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 15, 20, 25, 30, 35, 40 und unendlich wählbar. "Unendlich" bedeutet, solange wie der Verschluß der Kamera offen ist und die Akkus nicht schlapp machen. Soweit die Theorie. In der Praxis sieht das natürlich anders aus, denn im gerät befindet sich ein Kondensator, der seine Energie aus den Batterien bezieht. Dieser muß erst aufgeladen werden (der Volksmund spricht davon, daß sich der Blitz aufladen muß). Der Kondensator kann viel schneller Energie abgeben als die Batterien, aber auch seine Leistung ist begrenzt. Deswegen kann man nicht solange Blitze abfeuern, bis die Batterien leer sind, sondern solange, wie der Kondensator noch so viel Energie gespeichert hat, die für die Anzahl der Blitze für die jeweilige Stärke (Leitzahl) notwendig ist. Reicht es nicht mehr, sinkt die Blitzfolgezeit bzw. -frequenz.
Für Hiighspeed-Aufnahmen im Physiklabor reicht es nicht, aber sehr wohl, um z. B. Tanzszenen, Sprünge u. ä. schrittweise auf einem Bild darzustellen Stromversorgung und Blitzfolgezeiten ===========================
Standardmäßig wird der Blitz mit vier Mignon-Zellen betrieben. Für den Hausgebrauch sind die erzielbaren Blitzfolgezeiten mehr als ausreichend. Man selbst kann nicht so schnell auslösen, wie der Blitz wieder aufgeladen ist. Bei Serienbildern sieht es natürlich ein wenig anders aus, aber auch in Standardsituationen ist der analoge Film langsamer transportiert als der Kondensator aufgeladen ist, gleiches gilt auch für digitale Kameras, da auch hier die Anzahl der Auslösungen pro Sekunde beschränkt ist. Im praktischen Betrieb stieß ich bisher auf keine grenzen. Der Blitzschuh ===========
Der ist ein kleines Manko. Minolta hat einen speziellen Blitzschuh entwickelt mit vier Kontakten, so daß das gerät nicht auf herkömmliche Kameras mit Mittenkontakt paßt. Allerdings wäre das sowieso unsinnig, weil Fremdhersteller das gerät nicht optimal ansteuern könnten, nur der manuelle Modus möglich wäre. Wer unbedingt den Blitz mit den herkömmlichen Mittenkontakt verbinden möchte, kann einen Adapter erwerben. Selbstverständlich ist der Blitzschuh voll kompatibel mit den aktuellen Spiegelreflexkameras von Sony.
Zubehör ====== Geliefert wird der Blitz mit einer Tasche und einen Aufsteckfuß, um den Blitz auch auf einen Stativ aufzuschrauben oder um es auf einen Tisch unabhängig von der Kamera nutzen zu können.
Außerdem kann optional ein Blitzsynchronkabel, ein Akkupack für sechs Mignonzellen angeschlossen werden. Darüber hinaus gibt es einen optionalen Reflexschirm, aber auch Lösungen von Drittanbietern. Der Preis =======
Der Preis bei Minolta betrug knapp 400 Euro, bereits das war schon viel. Die Straßenpreise waren deutlich niedriger. Sony hat für das baugleiche Gerät noch eins drauf gelegt und verlangt 480 Euro UVP. Inzwischen sind auch hier die Straßenpreise deutlich niedriger. Fazit ===
Beim Blitzgerät handelt es sich um ein hochwertig verarbeitetes Gerät, das mir bereits seit Jahren bei der Belichtung in dunkleren Situationen behilflich ist. Es ist zwar nicht billig, aber angesichts der Ausstattung durchaus seinen Preis wert. Allerdings würde mir eine einfachere Ausstattung bei gleich hoher Leitzahl durchaus genügen. Aber bei Flagschiffen wird eben nicht nur die Leistung erhöht…
© Thomas Biegel für Ciao.com am 11. Oktober 2006
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16.04.2011 04:08
... ich will auch einen externen Blitz, ...
30.09.2007 12:26
Mehr Infos braucht kein Mensch. Alles drin! Gruß, Fotoleszek.
07.08.2007 13:34
Dieses Blitzgerät darf bei einer Profi-Kamera-Ausrüstung ganz bestimmt nicht fehlen ;-) LG