Lange hatte ich überlegt, ob ich denn einen HDD/DVD-Recorder überhaupt bräuchte, schließlich gucken wir zuhause kaum TV-Sendungen, doch dann hat mich wie von Grönemeyer besungen die Kauflust gepackt und ich habe den RDR-HX710 bei Saturn für 450 Euro mitgenommen.
- Funktionen -
Ich möchte hier nicht alle technischen Merkmale wiedergeben, die bekommt man vollständiger auf den Seiten von Sony oder denen der Händler. Nur so viel: Der Recorder besitzt eine 160 GB Platte und beschreibt sowohl Plus als auch Minus R und RW und auch Double Layer +RW. Er verfügt über einen Analog-Tuner (für Leute mit Kabelanschluss) und besitzt sage und schreibe vier Videoeingänge. Wobei man einen dieser vier auch als Ausgang (Scart) braucht. Zweimal Scart, zweimal Composite bzw. Hosiden. Dazu hat er auf der Vorderseite noch einen DV-Eingang für Videocamcorder. Dazu kommt noch ein Komponentenausgang für's Bild und sowohl Cinch als auch optischer Ausgang für den Ton. Eine elektronische Programmzeitschrift (EPG) bringt er nicht mit.
Der RDR-HX710 verfügt erst einmal über alle Funktionalitäten, die ein "normaler" Videorecorder auch mitbringt. VPS und ShowView inklusive. Ich habe in irgendeiner Kritik gelesen, man müsse die Sender in der Reihenfolge lassen, die der Recorder im automatischen Sendersuchlauf vorgibt, sonst würde ShowView nicht funktionieren. Das kann ich so nicht bestätigen. Ich habe die Sender so sortiert, wie ich sie in meinem TV auch habe und ShowView läuft einwandfrei. Letztendlich programmiert diese Eingabe nur den Timer und man immer noch nachprüfen, ob alles stimmt.
Der Recorder kann auch MP3-CDs wiedergeben. Laut Anleitung nur bis 160 kb/s, meine 192 kb/s hat er jedoch auch anstandslos gespielt. Auf dem Bildschirm kann man sich durch die physikalischen Ordner wühlen (empfohlen) oder auch anhand der ID3-Tags navigieren. Eine Shuffle-Funktion fehlt leider.
- Aufnahme -
Was ein HDD-Recorder dem VCR voraus hat ist, dass man eine Aufnahme schauen kann, während er etwas anderes aufnimmt. Man kann sogar die Sendung schon angucken, die gerade noch aufgenommen wird. Das ist echt praktisch. Die aufgenommenen Titel werden beim RDR-HX710 in einer chronologischen Liste gespeichert. Hatte das Programm Videotext, so wird der Titel mit dem Namen der Sendung aus dem VT versehen. Man kann den Namen des Titels jedoch auch editieren. Für jeden Titel kann man ein Eigenschaften-Menü aufrufen und den Titel wieder geben, beschneiden, teilen, löschen, auf DVD überspielen etc.
Der Recorder kennt verschieden Qualitätsmodi von Super Enhanced Longplay mit HQ+. Letzteres kann jedoch nicht auf DVD überspielt werden. Ich habe bisher nur Sachen in HQ und HSP (zweit- und drittbestes) aufgenommen und bin damit sehr zufrieden. Aber klar ist, je höher die Kompression desto schlechter das Bild. Oder anders herum, je besser die Qualität, umso weniger passt auf die Platte, mit HQ+ sogar nur ca. 21 Stunden.
Der RDR-HX710 setzt automatisch abhängig vom Wechsel des Bildinhalts Kapitelmarken in den aufgenommenen Titel. Diese Kapitel kann man dann anwählen wie auf einer DVD. So wahnsinnig treffgenau ist diese Funktion jedoch nicht. Sie erkennt zwar recht gut den Anfang einer Werbeeinblendung, das genaue Ende jedoch sehr selten. Man kann diese Kapitelmarkierung selbst verändern und setzen. Ein großes Manko ist jedoch, dass beim Überspielen auf DVD diese Kapitelmarkierungen verloren gehen und einfach in regelmäßigen Zeitabständen (ca. 6 Min) Kapitel gesetzt werden. Wenn man die Sendung archivieren möchte, bleibt nichts, als sie am PC nachzubearbeiten.
- Überspielen auf DVD -
Das Überspielen von Sendungen auf DVD ist denkbar einfach. Man kann entweder im Systemmenü die entsprechende Funktion auswählen und erhält dann eine Liste aller Titel, aus denen man sich die raussucht, die überspielt werden sollen. Oder man wählt im Menü des Titels einfach "Überspielen" aus und überspielt nur diesen einen Titel.
Das Überspielen geht recht fix, etwa genauso schnell wie auf einem PC-Brenner. Zum Bespielen einer typischen 4fach +RW benötigt der Recorder ca. eine Viertel Stunde. Man kann auch die DVD in einem anderen Kompressionsformat aufnehmen als auf der HDD. Das bringt natürlich nur was, wenn man ein Format mit niedriger Qualität wählt. Nachträglich kann die Qualität natürlich nicht mehr verbessert werden. Entscheidet man sich dafür, so wird der Titel in einfacher Geschwindigkeit auf die DVD geschrieben, das heißt der Vorgang dauert so lange wie der Titel lang ist. Hier wird wohl "on the fly" umcodiert.
Neben dem Ärger mit den Kapitelmarkierungen (s.o.) ist das Menü, dass der RDR-HX710 auf den DVDs erstellt auch nicht gerade hübsch anzuschauen. Es erfüllt seinen Zweck. Komisch nur, dass immer noch ein Titel für den nicht verbrauchten Platz auftaucht. Da ich alle Aufnahmen, die ich überhaupt archivieren möchte, am PC nachbearbeite, kann ich dort dann auch ein schöneres Menü erstellen (übrigens alles mit Nero 7).
Ich habe übrigens keinerlei Probleme gehabt, die vom RDR-HX710 geschriebenen DVDs in meinem Stand-alone Player oder auf meinem PC einzulesen.
- Wiedergabe -
Man wählt sich den Titel einfach im bereits beschriebenen Titelmenü aus und schaut ihn sich an. Dabei wird der Punkt gespeichert, an dem man zuletzt gestoppt hat. Man kann dort wieder einsetzen oder von vorn beginnen.
Neben den Kapitelmarkierungen kann man auch ganz "normal" vor- und zurückspulen. In verschiedenen Geschwindigkeiten in beide Richtungen. Beim Vorspulen kann man 1,5-fach auswählen, da ist dann auch ein schnellerer Ton dabei - eher was belustigendes.
Das Standbild ist natürlich absolut ruhig und flimmert nicht. Man kann auch in Einzelbildern hin und her schleichen. Beim Schneiden ist diese Funktion jedoch leider nicht sonderlich genau. Da gibt's häufig schon mal ein paar Frames mehr als gewollt (aber nie weniger).
DVDs werden genauso wiedergegeben wie auf jedem anderen Player auch. Zu erwähnen wäre vielleicht, das es am Gerät zwei große Tasten für HDD und DVD gibt, die in verschiedenen Farben leuchten, wenn sie aktiviert sind. So hat man immer im Blick, welches Medium gerade aktiv ist, denn bedient werden beide mit den gleichen Tasten an Gerät und Fernbedienung.
- Bild -
Natürlich kann jede Aufnahme nur so gut sein wie die Quelle. Wenn man von einem VHS-Videoband auf HDD überspielt, so kann die Qualität die von VHS nicht übersteigen. Wenn das Programm im Kabel total kriselig ist, dann ist es auch die Aufnahme. Bei einer guten Quelle ist das Bild meines Erachtens nach aber wirklich gut. Schön klar und scharf, keine Dropouts, Knister, Wischer oder dgl. In den von mir benutzen Modi habe ich bei der Wiedergabe auch noch keine Artefakte bemerkt (dafür aber beim sehr schnellen vorspulen). Ich habe den RDR-HX710 via RGB-Scart an mein TV angeschlossen und die Farben sind sauber, klar abgegrenzt und flimmern nicht.
Auch am DVD-Bild ist nichts auszusetzen, steht meinem betagten DVP-S7700 in nichts nach.
- Ton -
Für normale Aufnahmen macht der digitale Tonausgang nicht wirklich etwas her, außer vielleicht um Signalbeeinträchtigungen auf dem Übertragungsweg zu minimieren. Der Ton ist ziemlich genau so, wie er gesendet wurde. Eine HiFi-Tonspur eines VHS-Bandes wird mit guter Qualität aufgenommen und auch wiedergegeben.
Die MP3-Wiedergabe über Lichtleiter an den Digitalverstärker hat ihren Charme. Der Ton kommt knackig und ohne Nebengeräusche rüber.
Der DVD-Ton schließlich hat alles, was man davon erwartet, selbstverständlich wird auch DTS-Ton unterstützt.
- Fazit -
Ich habe mit dem RDR-HX710 bisher ca. 25 VHS-Videos überspielt und ca. 30 Sendungen im Fernsehen aufgenommen. Ich muss sagen, ich bin ausgesprochen zufrieden. Abstürze o.dgl. hatte ich überhaupt nicht. Ich kann zwar noch nicht alle Funktion, aber sukzessive werde ich auch noch dahinter kommen.
Die Bedienung ist aus meinen Augen (mit TV, Video und PC Erfahrung) sehr einfach und die Ergebnisse ausgezeichnet. Ich hoffe, ich werde noch sehr lange Spaß daran haben.
25.01.2006 12:19
Super Bericht für einen Newcomer, das kann nur ein bh sein. Weiter so. MfG CleopatraX ;o))