Ein HDD-Rekorder der "eigentlich" alles hat!
31.01.2007 (19.04.2007)
Pro:
Festplattenrekorder als "Allesfresser" mit hoher Bildqualität
Kontra:
+ / - RWs in manchen PCs nicht lesbar, leider kein HDMI - Anschluss
Empfehlenswert:
Ja
 selcuk.oeztas
Über sich:
Mitglied seit:15.06.2006
Erfahrungsberichte:3
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 11 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo zusammen, nun da ich das Gerät über ein Jahr besitze und sehr viele Funktionen getestet habe, denke ich, dass es an der Zeit ist darüber zu berichten.
Vor ca. anderthalb Jahren begann ich die Suche nach einem Rekorder. Die Frage war zunächst, ob Festplattenrekorder mit DVD-Rekorder oder reiner DVD-Rekorder. Der Preisunterschied erschien zunächst groß. Doch einen Riesenstapel Rohlinge wollte ich zumindest nicht deponieren müssen. Also entschied ich mich für einen Festplattenrekorder. Nach gründlichen Recherchen im Internet und in Geschäften bekam ich mit, dass diese Geräte viele Kinderkrankheiten hatten. In dem Preissegment bis 500 Euro war der Sony der erste Rekorder, der mir auffiel, bei dem nicht von Kinderkrankheiten die Rede war.
Als das Gerät nun endlich ankam habe ich auf eine einfache Installation gehofft. Meine Erwartungen wurden erfüllt. Alles was ich für den Anschluss benötigte war dabei: Antennenkabel, Scartkabel, Fernbedienung und Batterien. Die Systemkonfiguration, in der die Einstellungen für das Gerät vorgenommen werden, ist direkt über die Taste "System Menu" auf der Fernbedienung aufzurufen. Danach hieß es ein bisschen umschauen und schnuppern. Die Einstellungen sind sehr einfach vorzunehmen und ggfs. im Handbuch gut erklärt. Das Einzige weswegen ich nachschlug, war die Einstellung für meinen DVB-C-Receiver. Aber die Voreinstellungen waren bereits korrekt. Als Anschlüsse gibt es 2 mal Scart, S-Video, Komponentenausgang (YUV) und digitalen sowie coaxialen Soundausgang. Als Rohlinge beschreibt er DVD-R, DVD+R, DVD-RW, DVD+RW und auch DVD+R Double Layer (8,5 GB). Das Gerät ist sehr einfach per Fernbedienung zu steuern. Die Wahl lautet am Anfang nur auf Festplatte oder auf DVD aufzunehmen. Die Aufnahmeknöpfe mit Stopp und Pause befinden sich unter einer verschiebbaren Kappe. Finde ich persönlich bei 2 Kindern sinnvoll. Aufnahmen werden nicht versehentlich gestoppt oder angehalten. Ich kann nur empfehlen, egal worum es sich handelt, zunächst auf Festplatte aufzunehmen, um später bearbeiten zu können. Bis zu 8 Stunden können am Stück aufgenommen werden. Dabei markiert der Rekorder selber im Normalfall alle 6 Minuten Indizes für Kapitel oder bei Werbung, wenn er sie erkennt. Die Werbeerkennung klappt nicht immer, jedoch mit einer recht hohen Trefferquote. Die Editierfunktionen sind sehr einfach zu nutzen. Die Aufnahme aus der Liste per "Title List" über die FB aufrufen und dann auf Enter drücken. Es erscheint ein Menü für die Wiedergabe und Bearbeitung des Titels. Angefangen über die normale Wiedergabe, das Löschen, das Löschen von selbst zu markierenden Abschnitten oder vom Rekorder markierten Kapiteln usw. ist alles dabei, was erforderlich ist. Für das Löschen von Abschnitten, die man selber wählen will, gibt es die Funktion "A-B löschen". Dabei startet der Rekorder das Abspielen der Aufnahme und man kann bis zur entsprechenden Stelle vorspulen und dann den Punkt markieren, ab dem gelöscht werden soll. Dann einfach den Endpunkt für das Löschen markieren. Der Rekorder verlangte erfreulicherweise eine Bestätigung und man kann immer noch abbrechen oder eine Vorschau erhalten. Die Schnitte sind m.E. sehr genau (unter 0,2 Sekunden). Also bei gewünschtem genauerem Schnitt einfach die Vorschau angucken. Andere Funktionen wie Kapitel löschen, Titel schützen (gegen versehentliches Löschen), Titelnamen ändern u.ä. sind ebenfalls sehr einfach. Dies sei hier aufgrund der Länge nicht einzeln beschrieben. Die Funktion für die zeitversetzte Wiedergabe nutze ich sehr gerne. Ich fange mit der Aufzeichnung an und schaue noch nicht rein. Nach ca. zwanzig Minuten fange ich an zu gucken. Bis zum Ende der Sendung habe ich die Aufnahme dann gesehen und die Werbeblöcke in jeweils ca. 30 Sekunden vorgespult. Die Timer Liste ist direkt aufrufbar und simpel zu nutzen. Bereits gestartete Timeraufnahmen können sogar während der Aufnahme über das Menü verlängert werden, z.B. falls erkannt wird, dass bei Sendungen ohne VPS-Signal die Übertragung sich verzögert. Auf der Festplatte (160 GB) ist genug Platz für zig Stunden Aufnahmen, abhängig von der gewählten Bildqualität.
Genau hier ist einer der wenigen Punkte, die ich an dem Gerät kritisiere. Die Aufnahmequalität kann in mehreren Stufen über den "Rec Mode" gewählt werden, wie z.B. HQ (1,5 Stunde auf eine DVD), HSP (ca. 2 Stunden) etc.. Der Aufnahmemodus HQ+ muss jedoch über das System Menü eingestellt werden. Wieso richtet Sony hier nicht einfach eine weitere Aufnahmequalität ein. Statt 6 eben 7 Modi. Im Modus HQ+ wird mit bis zu 15MBit/s aufgezeichnet. Zum Vergleich: Eine Standard-DVD hat 9 MBit/s. Das Bild ist wirklich klasse. Aufnahmequalität unter SP nutze ich persönlich nicht. Dann würde auch ein VHS-Rekorder reichen. Das Gerät ist nach meinem Empfinden leise. Teilweise habe ich anderes gehört. Schwer zu sagen, ob ich Glück hatte mit dem Lüfter oder die anderen Besitzer Pech.
Überspielen auf eine DVD nach erfolgter Bearbeitung ist sehr einfach. Titel aus der Liste auswählen und über Enter das Menü aufrufen.Dort kann dann die Funktion Überspielen gewählt werden. Hier ein Tipp!! Falls vorher editiert wurde, bleibt das Bild beim Abspielen von der Festplatte an den geschnittenen Stellen für ca. 1 Sekunde eingefroren. Der Rekorder bietet die Möglichkeit des schnellen Überspielens und brennt eine volle DVD in weniger als einer Viertelstunde. Voraussetzung ist, dass der Titel in der Länge und Qualität auf einen Rohling passt. Bei dieser Vorgehensweise ist das Brennen zwar schnell fertig, jedoch ist das "Einfrieren" auch auf der DVD dann vorhanden. Beim Überspielen kann gewählt werden, ob schnell oder normal (in etwa Echtzeit) überspielt werden soll. Falls nicht "schnell" gewählt wird, gibt es an den o.g. Stellen einen flüssigen Übergang und das Bild friert nicht ein. Das ist m.E. viel schöner, auch wenn es beim Brennen mehr Zeit in Anspruch nimmt. Aufnahmen von einer Digitalkamera können per Firewire, von einem VHS-Rekorder o.ä. per Scart überpielt werden. Das ist bei Privataufnahmen oder alten Schätzchen, die es nicht als DVD gibt, wertvoll. Doch Vorsicht! Kopierschutz auf den Kassetten oder DVDs wird nicht umgangen. Es gibt dann keine Aufnahme. Es scheint als würde das Gerät aufzeichnen, aber an der Größe der Aufnahme auf der Festplatte erkennt man meist, ob es geklappt hat.
Um Titel in hoher Qualität oder mit großer Länge, die in der vorhandenen Größe nicht auf einen 4,7 GB Rohling passen, zu überspielen gibt es mehrere Möglichkeiten. 1. Der Rekorder soll die Qualität senken und automatisch der Größe des Rohlings anpassen.
2. Die Qualität wird vom Nutzer angepasst. Falls es mehrere Titel auf einer DVD sein sollen, kann man die Qualität sogar individuell pro Aufnahme festlegen. 3. Es kann auf DVD+R DL-Rohlinge mit 8,5 GB Speicher gebrannt werden.
4. Falls dies auch nicht reichen sollte, kann man die Titel bereits auf der Festplatte in kleinere Titel teilen. Abschließend den Discnamen vergeben und Finalisieren (dauert ca. 3 Minuten bei einschichtigen und ca. 8 Minuten bei Double Layer-Rohlingen) und die DVD kann auf jedem handelsüblichen DVD-Player und PC abgespielt werden.
Wieviel Platz auf der Festplatte ist kann immer über DiscInfo angezeigt werden. Dort ist auch zu sehen wieviel Platz in GB noch verfügbar sind. Dazu steht noch wieviel Stunden und Minuten dies in entsprechender Qualität ausmacht. Das ist eine echte Hilfe, wenn der Speicherplatz dem Ende entgegengeht. Nach all dem Lob würde ich 6 Sterne vergeben, wenn es da nicht einige Negativpunkte gäbe. Es gibt einige mehr oder weniger wichtige Gründe für die Abstriche:
Punkt 1: Auf RW beschriebene Aufnahmen können auf vielen PCs und DVD-Playern nicht wiedergegeben werden. Das Problem besteht doch bei einfach beschreibbaren nicht. Wieso bei RWs? Punkt 2: Die Aufnahmen gibt es "nur" in Dolby Digital 2.0. Leider nicht in Dolby Digital 5.1. Fällt bei meiner Music-Anlage allerdings eh nicht auf (leider).
Punkt 3: Es gibt keine Zoom und GoTo-Funktion, die ich von meinen anderen "billigen" Playern kenne, d.h. es kann nicht eine exakte Filmsekunde angewählt werden. Aufgrund der Funktion Kapitelanwahl jedoch leicht zu ignorieren. Punkt 4: Es gibt keine HDMI-Schnittstelle. Es kann sein, dass viele Sendungen in HD zukünftig per HDCP kopiergeschützt werden. Aber ich bin Fussballfan und würde, falls mal ein Spiel nicht kopiergeschützt übertragen wird, dieses gerne in hoher Qualität aufzeichnen können. Per Scart würde sicherlich viel Qualität verloren gehen.
Fazit Dem meines Erachtens sehr guten Rekorder muss man die wirllich sehr einfache Bedienung, gute Bildqualität und Vielfalt an bespielbaren Rohlingen zugutehalten.
Traurig bin ich allerdings über die fehlende HDMI-Schnittstelle. Ich habe einen 32-Zoll-LCD-Fernseher und hoffe, dass mich dieser Makel, wenn HDTV sich verbreiten sollte, nicht stören wird. Falls noch Fragen bestehen sollten, stehe ich gerne per Mail zur Verfügung. Einige Details sind wegen der Länge des Berichts bewusst weggelassen.
Grüße Selcuk
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
Mehr über dieses Produkt lesen
Das könnte Sie interessieren
Verwandte Tags für Sony RDR-HX710
|
|
31.01.2007 18:34
Super Bericht, kaum zu glauben, dass es erst dein zweiter ist ;) Ja ja so einen DVD Recorder hätte ich auch gern...
31.01.2007 18:33
sicher gutes Teil, obwohl HDMI Anschluss möchte ich bei nem aktuellen Kauf schon, ABER sony ist für mich gestorben nach den Dingen die die sich schon geleistet haben (Akku-Schrott bei Laptops und vor allem deren Frechheit mit ihrem "Kopierschutz" auf Audio-CDs, was nichts anderes als ein Trojaner war - letztes Jahr - gab heftig Userklagen) - grüsse MOFFt