Sony RDR-HX 510

Sony RDR-HX 510

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Weihnachten hat sich gelohnt!
Erfahrungsbericht von Sasafras über Sony RDR-HX 510
05.01.2006


Produktbewertung des Autors:   

Bildqualität sehr gut 
Bedienung ausgezeichnet 
Ausstattung sehr gut 
Verarbeitung sehr gut 
Zuverlässigkeit ausgezeichnet 
Bedienungsanleitung verständlich 

Pro: Gute Bildqualität, simple Handhabung
Kontra: in Detailfragen missverständliche Bedienungsanleitung, fehlende Anschlüsse (DV, 4 + 1)

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Ich mache am liebsten Geschenke, die ich selbst gerne hätte, idealerweise an Familienmitglieder, die in meinem Haushalt wohnen - da hab ich dann auch was von. Mein Mann sollte daher zu Weihnachten einen DVD-Harddisk-Rekorder bekommen, schon allein, weil ich mit der alten sperrigen Mühle von VHS-Rekorder gar nicht umgehen mochte: Man müht sich endlos mit der Programmierung ab und am Ende hat man einen verrauschten Film voller Werbeclips auf Band.

Eigentlich sollte es ein Panasonic werden, aber genau mein favorisiertes Modell war überall ausverkauft. (Ja, ich gebe zu: schlechte Planung, ich bin einer von den Leuten, die Geschenke immer auf den letzten Drücker kaufen.) Ratlos stand ich im Hamburger Saturn: das Sony-Konkurrenzmodel ( RDR-HX510) war um 20 Euro teurer (399,-) als der gewünschte Panasonic… Aber lag da nicht so ein Gerät auf dem Stapel mit Sonderangeboten? Ja genau! Aber leider ohne Preisschild.

Jetzt wurde es schwierig: Versuchen Sie mal im Weihnachtsgeschäft einen Saturnverkäufer ranzurudern!!! Nach sagenhaften 35 Minuten Anstehen am Infotresen (dabei waren nur drei Kunden vor mir!) hatte ich meinen Verkäufer. Frage: "Was soll das Sony-Gerät auf dem Remitentenhaufen kosten?" Antwort: "…mmmhhh, steht da kein Preis dran?" Würde ich sonst fragen? "OK, ähm..." kurzes Hantieren mit dem Taschenrechner, "329,- Euro bei voller Garantie." "Gut, nehm ich!" Kurzes Stutzen des Verkäufers, dann Erleichterung, als er meine Ernsthaftigkeit bemerkte: "Ich liebe entscheidungsfreudige Kunden!" Ja, kann ich verstehen… durchaus!

Am nächsten Abend war Bescherung, doch erst am zweiten Weihnachtstag (wie konnte er mich nur so quälen!) begann mein Mann mit der Installation des Rekorders. Das heißt, er nahm die Bedienungsanleitung aus dem Karton und rief um Hilfe. Nicht, weil das Gerät so kompliziert wäre, sondern aus Prinzip: Er macht die Wäsche und den Geschirrspüler - ich kümmere mich um alles Technische… die klassische Rollenverteilung eben.

Als erstes war mal ein wenig Bastelstunde angesagt. Harddiskrekorder reagieren ebenso wie "normale" Computer empfindlich auf Überhitzung. Den Rekorder dort einzubauen, wo der alte Videorekorder stand, gestapelt zwischen dem Surroundverstärker und dem Sat-Receiver, war nicht sinnvoll, denn beide Geräte heizen sich auf. Und die millimeterdünnen Füßchen des HD-Rekorders schaffen nicht genug Abstand zu Geräten, die darunter stehen. Aus der stilvollen Hartschaumverpackung eines Sommeliers-Sets (so'n Kram für Wein-Profis; auch ein Weihnachtsgeschenk) schnitt ich fünf Zentimeter dicke Standfüße, um dem HD-Rekorder genug Luft für die Kühlung zu verschaffen. Jetzt die Kabel: Ein kleines Problem war das Verhältnis von vorhandenen und nicht vorhandenen Ein- und Ausgängen.

vorhanden:
• 2 Antennenbuchsen - also Signal rein Signal raus, klar oder?
• 2 mal Scartbuchse (Line 1 und Line 3) brauche ich für TV-Gerät und Digital-Receiver
• 2 mal S-VHS + 3er-Klinke an der Rückseite (Line 4 in, Line 2 out) - nicht wirklich hilfreich, keins unserer Geräte passt dazu
• 1 mal S-VHS + 3er-Klinke an der Front des Gerätes (Line 2 in) - brauche ich eventuell für eine Videokamera, ein digitaler (Firewire-) Eingang wäre mir allerdings lieber gewesen.
• 1 mal Component Video out - wäre sinnvoll, wenn man einen Beamer mit Component Video Eingang hätte, das wären z.B. die eher hochpreisigen Röhrenprojektoren.
• 1 mal Audio Digital out optisch, 1 mal Audio Digital out coaxial - ääähhh? Problematisch… unser Audioverstärker ist ein wenig älter und hat keinen digitalen Eingang.

nicht vorhanden:
• eine dritte Scartbuchse für den alten Videorekorder (vielleicht will man ja doch den einen oder anderen Film auf DVD retten). Ja, sicher geht das auch über S-VHS, aber dadurch wird die Qualität noch ein Hauch schlechter.
• ein 4+1 Audio-Ausgang für den Surround-Ton
• ein (schon erwähnter) DV-in/out für den Anschluss an die digitale Videokamera

Nachdem ich alles verkabelt hatte (mit dem Ton musste ich Kompromisse eingehen - Dolbi-Surround war einfach nicht drin), kam die "Inbetriebnahme": Rekorder einschalten, Startbildschirm … und ohhh! Ist das einfach! Das Menu führt einen durch die automatische Konfiguration, sucht sich die Sender selbst, gibt ihnen weitgehend die richtigen Namen (also: keine falschen Namen, nur manchmal ist wohl keine Senderkennung da, dann bleibt das Namensfeld leer), und sortiert sie einigermaßen sinnvoll den Programmplätzen zu. Merkwürdigerweise nicht den gleichen Programmplätzen wie der Fernseher, obwohl auch der stumpf automatisch konfiguriert ist (lässt sich aber später relativ einfach umsortieren). Einzig der Digital-Receiver wurde nicht korrekt erkannt (Vorsicht: die Bedienungsanleitung ist in diesem Punkt nicht zu gebrauchen). Durch mein althergebrachtes Verfahren im Umgang mit technischen Herausforderungen (ich drücke solange alle verfügbaren Knöpfe, bis es funktioniert - oder kaputt ist) stand schließlich auch diese Verbindung.

Die erste Aufnahme! War ganz einfach: Sender auswählen, auf der Fernbedienung den Record-Button suchen (versteckt sich unter einer Schiebeleiste), Knopf drücken, Aufnahmemodus (siehe weiter unten) und Medium wählen (z.b. SP und Harddisk), aufnehmen.
Jetzt was komplizierteres: Programmierte Timer-Aufnahme! Nee, auch nicht schwieriger: Menu aufrufen, Timer wählen, Programm auswählen (mit richtigem Namen! nicht bloß der Programmplatz als Zahl, wie beim alten VHS-Rekorder) , Zeiteingabe machen (freundlicherweise wird das Datum mit "heute", "morgen", "übermorgen" und "anderes Datum" angegeben) Aufnahmemodus und Medium bestätigen, fertig. Auch PDC/VPS Automatik ist möglich, aber wir schalten die immer aus - zu oft wird das entsprechende Signal vom Fernsehsender vergessen oder einfach zu spät gesendet.

Der unschlagbare Vorteil eines HD-Recorders ist die Möglichkeit, Fernsehaufnahmen zu "frisieren" und Werbung zu löschen. Üblicherweise nehmen wir auf Festplatte (HD) auf (obwohl man natürlich direkt auf DVD aufnehmen könnte, wenn man wollte, aber wer will das schon?) und entscheiden erst später, ob wir den Film archivieren möchten. Das Editieren der Aufnahmen (Werbung rausschneiden, überflüssige Kommentare und Ansagen löschen) geht einfach und intuitiv. Der Programmpunkt im Menu "Titelliste" heißt "A-B löschen". Man scrollt im Schnelldurchlauf (wie beim DVD-Player) bis zu dem Punkt, wo die Werbug beginnt, setzt Punkt A, scrollt bis zum Werbeende, setzt Punkt B, und bestätigt das Löschen der Passage. Framegenau hab ich das allerdings noch nicht hinbekommen, ein gewisser Überhang von zwei, drei zehntel Sekunden stört mich allerdings wenig. Danach ist die Aufnahme fertig zum Brennen. Oder man lässt auf der Festplatte und sieht sie noch mal in Ruhe an - und werbefrei.

Ansehen der ersten Aufnahmen:
WOW! Es klingt unglaublich, wenn ich sage: Besser als life im Fernsehen. Ist aber so: Wir haben einen Kabelanschluss, und aus unerfindlichen Gründen haben viele der Kabelkanäle ein mehr oder minder starkes, diagonales Bildrauschen (muss am Kabel liegen, denn über Antenne ist es weg!). Nun hat der Sony RDR-HX Rekorder eine Entrauschungsautomatik - und sie funktioniert!
Keine Querstreifen mehr!
Ich bin begeistert.

Die Bildqualität (was Schärfe, Farbtiefe und Artefakte angeht) ist je nach Aufnahmemodus unterschiedlich:
• SEP: super starke Kompression, Bildqualität hart am Rand des Erträglichen, abgehackte Bewegungen, flächig-verschwommene Bilder, Artefaktbildung bei schnellen Bildfolgen, vergleichbar mit Web-TV im Real-Player. Maximale Aufnahme auf HD: 134 Stunden, auf DVD: 8 Stunden. Meines Erachtens nur empfehlenswert, wenn man monatelang ins Ausland fährt und bei der Rückkehr alle verpassten Nachrichtensendungen sehen möchte. Für pure Information gerade mal tauglich, birgt aber die Gefahr von "Augenkrebs".
• SLP: sehr starke Kompression, Bildqualität nicht merklich besser als SEP. Maximale Aufnahme auf HD: 101 Stunden, auf DVD: 6 Stunden. Eine Einstellung, auf die man getrost verzichten kann.
• EP: starke Kompression, Bildqualität sichtlich unterhalb des üblichen Fernbildes, leicht verschwommen, manchmal flächig, aber kein Stottern bei schnellen Bewegungen, kaum Artefakte. Maximale Aufnahme auf HD: 68 Stunden, auf DVD: 4 Stunden. Eine Einstellung, die man nur im Notfall wählen sollte.
• LP: merkliche, aber erträgliche Kompression, Bildqualität leicht besser als EP, leicht matschiger als das Standard-Fernsehbild. Maximale Aufnahme auf HD: 51 Stunden, auf DVD: 3 Stunden. Nur geeignet für Filme mit extremer Überlänge, die unbedingt auf eine DVD passen müssen (ich persönlich würde lieber zwei Scheiben nehmen und das klassische "Wechseln der Filmrollen" zum Pinkeln nutzen). Oder für amerikanische Serien, Big Brother und anderen Kram, den ich nicht gucke.
• LSP: Ab hier wird's interessant. Kaum merkliche Kompression, gute Bildqualität, leichte Unschärfe nur bei extrem schnellen Bildfolgen (also nix für "Matrix"!). Maximale Aufnahme auf HD: 42 Stunden, auf DVD: 2,5 Stunden. Meine Lieblings-Einstellung für ältere Spielfilme und TV-Dokumentationen.
• SP: Kompression kaum erkennbar (nur noch für Profis gelegentlich merklich - dummerweise bin ich ein Profi). Sehr gut Bildqualität, mit gekauften DVDs vergleichbar (bei vielen Kauf-DVDs sehe ich mehr Kompressionsfehler). Maximale Aufnahme auf HD: 33 Stunden, auf DVD: 2 Stunden. Empfehlenswert für alles aus dem Standard-Fernsehprogramm.
• HSP: keine erkennbare Kompression. Extrem gute Bildqualität, auch für "Matrix" und Co geeignet. Maximale Aufnahme auf HD: 25 Stunden, auf DVD: 1,5 Stunden. Empfehlenswert für hochwertige Produktionen aus dem digitalen Fernsehprogramm.
• HQ (High Quality!): eigentlich nur noch für Freaks…da hab nicht mal ich was zu meckern. Wirklich hohe Bildqualität, so hoch, dass sie aus unserem Kabelnetz gar nicht zu beziehen ist. Na ja, vielleicht demnächst wenn HDTV verfügbar wird. Maximale Aufnahme auf HD: 16 Stunden, auf DVD: 1 Stunde.
• HQ+: Geht's noch besser? Offenbar schon. Aber nicht mal ich (und ich bin wirklich pingelig) sehe einen Unterschied zu HQ. Maximale Aufnahme auf HD: 10 Stunden, auf DVD: nicht möglich, muss auf HQ runtergerechnet werden.

Man kann Aufnahmen in hoher Qualität auf die Festplatte machen und bei Bedarf auf ein geringeres Format auf DVD ausspielen. Der Rekorder bietet dazu eine Automatik an. Diese ist aber nur sinnvoll, wenn die Datenmenge zu groß ist, um auf die DVD zu passen. Ein "Hochkomprimieren" verbessert im Nachhinein nicht mehr die Bildqualität, nur das Brennen dauert länger. Die Aufnahme (und das Abspielen) von Double-Layer-DVDs ist angeblich möglich (von mir bislang ungetestet). Die Aufnahmezeit verlängert sich dann jeweils um das 1,8fache.


Fazit:

Der Rekorder ist voll frauentauglich. Also Papierkram beiseite, Fernbedienung zur Hand und ganz auf das Menu verlassen: Das ist wirklich verständlich! Die Bedienungsanleitung ist für mich als alte Sony-Kundin zwar durchaus lesbar. Als alte Sony-Kundin finde ich allerdings auch die alten Sony-Erklärungslücken und unlogische Schnörkel wieder - für Neulinge bietet der Text echte Fallgruben.

Die Bildqualität ist ansprechend hat mich voll überzeugt. Für jeden Bedarf ist was dabei, sogar für meine überspannten Ansprüche an Bildschärfe, Farbtiefe und Nicht-Kompression.
Das mit dem Ton macht mir noch ein wenig Kopfschmerzen: die Aufnahmen sind brillant, aber wie bekomme ich sie DIREKT aus dem Gerät? Momentan nutzen wir noch den Umweg: DVD brennen und im DVD-Player mit 4+1 Surround abspielen…

Kurzum: Mein Mann hat ein tolles Weihnachtsgeschenk bekommen, mit dem ich viel Spaß habe. Im Vergleich zum VHS-Rekorder… neee, kein Vergleich!
Ob ich dem verpassten Panasonic nachweinen soll? Ich glaube, das tut sich nix.
Wer (wie ich es ehrlicherweise schon tue) Wert auf einen DV-Eingang (Firewire) legt, sollte den großen Bruder, den Sony RDR-HX710, ins Auge fassen. Der hat auch eine noch größere Festplatte!

Ach übrigens: wünsche schöne Weihnacht gehabt zu haben!
   
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich

hilfreich
01.01.1970


Sony RDR-HX710

Verbindungen

Anschlusstyp:

  • 2 x SCART ( 21 PIN SCART ) - Rückseite
  • 1 x S-Video-Eingang ( 4 PIN Mini-DIN ) - Rückseite
  • 1 x SPDIF-Ausgang ( RCA-Phono ) - Rückseite
  • 1 x SPDIF-Ausgang ( TOS Link ) - Rückseite
  • 1 x Composite-Video-/Audio-Eingang ( RCA Phono x 3 ) - Rückseite
  • 1 x Component-Video-Ausgang ( RCA Phono x 3 ) - Rückseite
  • 1 x Composite-Video-/Audio-Eingang ( RCA Phono x 3 ) - Vorderseite
  • 1 x S-Video-Eingang ( 4 PIN Mini-DIN ) - Vorderseite
  • 1 x Composite-Video/Audio-Ausgang ( RCA Phono x 3 ) - Rückseite
  • 1 x S-Video-Ausgang ( 4 PIN Mini-DIN ) - Rückseite
  • 1 x HF-Eingang - Rückseite
  • 1 x HF-Ausgang - Rückseite

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    (-) konnte nichts finden (+) einfaches Anschließen, liest viele Formate, ausreichende Festplatte, gute Bedienbarkeit, übersicht (*)
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