Sony SLV D950

Sony SLV D950

Kombination aus DVD-Player und Videorekorder mehr

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Der vorherrschende DVD-Boom kann nicht von der Tatsache ablenken, dass heute noch in vielen Haushalten DVDs und VHS-Videocassetten parallel verwendet werden. Daran wird sich so...
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Erfahrungsbericht von websurfer_23 über Sony SLV D950
23.06.2004


Produktbewertung des Autors:   


Pro: DVD - Teil
Kontra: VHS - Teil

Empfehlenswert? nein 

Kompletter Erfahrungsbericht

Ein DVD-Player war bei mir eigentlich schon lange fällig. Da ich aber nicht noch eine zusätzliche Fernbedienung auf meinem Couchtisch liegen haben wollte, sollte es ein Kombigerät sein. Der eigentlich noch nicht so alte und voll funktionsfähige Videorecorder von Grundig wanderte so ins Schlafzimmer an den Zweitfernseher.

Den SONY SLV-D 950 habe ich bei Saturn für 349 Euro erstanden. Der Verkäufer erklärte mir, dass es sich im Prinzip um zwei getrennte Geräte in einem Gehäuse handele – die einzige Einschränkung sei, dass man eben nicht beide Teile gleichzeitig auf Widergabe schalten könne. Kein Problem dachte ich, braucht ja sowieso niemand (es sei denn, man hat zwei Fernseher im Wohnzimmer ;-) )
Auspacken und Anschluss an den Fernseher waren kein Problem und innerhalb weniger Minuten erledigt. Die Senderprogrammierung des Recorderteils dauerte da schon eine Ewigkeit. Die Sendersuche ließ lange auf sich warten, so viel Kaffee konnte ich gar nicht auf einmal trinken. Natürlich werden wie erwartet die gefundenen Sender in einer Reihenfolge abgelegt, die mir nicht zusagt. Bei der Umsortierung bietet das Gerät außer dem Menü keinerlei Hilfe, von FollowTV keine Spur - also nahm das Sortieren noch einmal eine recht lange Zeit in Anspruch.
Nachdem ich die Installation endlich abgeschlossen hatte, ging’s ans Probieren:

Also zuerst Gerät einschalten. Der Fernseher ist so eingestellt, dass er automatisch auf eine externe Quelle (an AV1 oder AV2 angeschlossen) umschaltet, wenn diese was zu Wiedergeben hat. Warum der Fernseher jedoch schon beim Einschalten des SONY auf den AV-Eingang umschaltet, ist mir jedoch schleierhaft, schließlich hat das Gerät noch kein „Futter“ zur Wiedergabe. Mein guter (alter) GRUNDIG gab das Umschaltsignal an den Fernseher erst, wenn die Wiedergabe wirklich gestartet wurde..

Also als erstes eine DVD eingelegt. Die Widergabe startet automatisch, das Bild ist klar und ohne Mängel, die Umstellung im Menü von Composit auf RGB bringt noch einen (wenn auch winzigen) Vorteil. Der zweite Versuch mit selbstgebrannter DVD zeigt das gleich tadellose Ergebnis. Auch mit SVCDs kommt das Gerät prima klar – eine VCD zum Testen steht mir leider nicht zur Verfügung. Eine „Vorliebe“ für bestimmte Rohlinge kann ich nicht feststellen, auch das Format -R bzw. +R/+RW bei DVDs lässt den Player unbeeindruckt – im Bereich der DVD-Wiedergabe ein wahrer Allesfresser.

Notfalls spielt der Player auch CDs ab, auch wenn der Klang über die Fernsehlautsprecher natürlich nicht berauschend ist. Beim Test mit mp3-Dateien auf einer CD-RW versagt das Gerät jedoch, diese kann er nicht lesen – obwohl er es das laut Anleitung können sollte.

Doch wo Sonne ist, ist leider auch Schatten. Die Widergabe einer DVD funktioniert meist problemlos. Wenn ich es mir jedoch wagen sollte, zwischendurch aber mal schnell „vor- oder zurückzuspulen“, dann zeigt der Player plötzlich die Untertitel der DVD (falls vorhanden) an. Diese muss ich erst umständlich wieder abschalten. Je nach DVD ist das sogar nur über das entsprechende DVD-Menü möglich – das (ansonsten sehr gut strukturierte) Menü des Players versagt. Ein Makel, der auf eine schlechte Programmierung der Software zurückzuführen ist.

Fazit1: Der DVD-Teil kann trotz der kleinen Schwächen überzeugen.

Weiter im Test mit dem Recorderteil: Frohen Mutes lege ich also eine selbstbespielte Kassette ein und starte die Widergabe – die Bildqualität ist eine wahre Katastrophe!!! Farben werden nur sehr blass widergegeben, oftmals schaltet das Gerät sogar in den Schwarzweiß-Modus. Aber vielleicht ist ja die Spur meines GRUNDIG so verstellt, dass er selbst seine Kassetten zwar wiedergibt, der SONY jedoch nicht? Also probiere ich es mit einer Eigenaufnahme. Die Widergabequalität ist daraufhin zwar etwas besser – sie kann sich von der Stufe „Katastrophe“ auf die Stufe „sehr schlecht“ hocharbeiten. Merkliche Unterschiede sind zwischen Normal- und Longplay-Aufnahme zu sehen – das kenne ich von meinem guten „alten“ GRUNDIG nicht.

Mein Test geht trotzdem weiter – ich programmiere den Recorder. Das geht relativ einfach von statten, wenn auch die Benutzerführung nicht konsequent durchdacht ist. Prinzipiell fehlen die Programmiermöglichkeiten „täglich“ und „wöchentlich“. Bei Programmierung mehrerer Sendungen hintereinander habe ich keine Möglichkeit, nach Eingabe der ersten Sendung direkt von der Anzeige der Aufnahmetabelle zur Neueingabe der weiteren ShowView-Nummer zu wechseln. Ich muss jedes Mal das Gerät ausschalten, wieder einschalten und dann die Programmierung von vorn beginnen – einfach nervig – wieder eine mangelhafte Programmierung der Software!
Als Alternative bietet das Gerät einen Drehknopf auf der Front des Gerätes an. Die Programmierung damit ist der über das Menü weit überlegen. Mit wenigen Drehs am Knopf bzw. Druck auf den Knopf weiß der Recorder, was er tun soll. Eine wirklich gute Erfindung von SONY. Der Fernseher kann ausgeschaltet bleiben, das SONY-Display zeigt (fast) alles an, was man (oder Frau) benötigt. Der Nutzer drückt einfach auf den Drehknopf, wählt durch Drehen das Datum, bestätigt durch Drücken, wählt durch Drehen die Startzeit – bestätigt durch Drücken .... Warum er so nicht wählen kann, ob die Aufnahme mit oder ohne VPS erfolgen soll, bleibt ein Rätsel. Wieder einmal sind die SONY-Softwareingenieure kurz vor der Ziellinie stehengeblieben.

Während der Timer des Videorecorderteiles läuft, schiebe ich eine DVD rein und genieße. Zum eigentlich vorgesehenen Zeitpunkt denkt der Recorderteil jedoch gar nicht daran, die Aufnahme zu starten – weil der DVD-Player läuft. Das kann doch nicht Sinn der Sache sein, dass ich keine DVD sehen kann, wenn der Recorder aufnehmen soll. Eine Rückfrage per mail bei SONY ergibt nur dummes Geschwätz: „Vielen Dank für Ihre Anfrage und für Ihr Interesse. Ihre Anfrage wurde bei uns unter der Vorgangsnummer ######### registriert. Bitte geben Sie diese Vorgangsnummer bei Rückfragen an. Leider können wir ohne Begutachtung des Gerätes keine Stellungnahme abgeben.
Aus diesem Grunde können wir Ihnen nur empfehlen das Gerät von Ihrem Fachhändler oder in einem Sony - Service - Center überprüfen zu lassen. Nachfolgend nennen wir Ihnen die Adressen unserer Service Center:...“.
Nachdem ich noch einmal eine mail schicke und erkläre, dass ich nur wissen will, ob diese Fehlfunktion beabsichtigt sei oder ein Fehler vorliegt oder ein Softwareupdate den Mangel beseitigt, wird das Geschwätz wie folgt ergänzt: „Vielen Dank für Ihre Anfrage und für Ihr Interesse. Ihre Anfrage wurde bei uns unter der Vorgangsnummer ########## registriert. Bitte geben Sie diese Vorgangsnummer bei Rückfragen an. Leider ist uns dieses Verhalten nicht bekannt. Wir vermuten einen Fehler in der Systemsteuerung des Gerätes. Wir empfehlen Ihnen, das Gerät überprüfen zu lassen. Ein Softwareupdate per CD ist bei diesem Gerät nicht möglich.“ Eine Rückfrage in der Werkstatt des Saturn-Markt ergibt, dass dieses Verhalten ganz normal ist. Man kann zwar während einer Video-Aufnahme die DVD-Wiedergabe starten, dass während einer DVD-Wiedergabe die Video-Aufnahme startet, ist nicht vorgesehen – da verstehen noch einer die Programmierer! Wieder haben die Softwareingenieure die Ziellinie nicht erreicht!!

Da ich die Video-Bildqualität so nicht hinnehmen will, geht dar SONY also in die Werkstatt. Der Techniker behauptet, er könne keinen Fehler finden und reinigt vorbeugend den Videokopf. Nach erneutem Versuch stelle ich fest, dass das Bild nur unwesentlich besser geworden ist. Da ich aber auch nicht ausschließen kann, dass mein Fernseher (siehe auch mein Testbereicht GRUNDIG ST70-284 Dolby) eine Macke hat, bitte ich also einen Techniker in meine Wohnung. Dieser sieht sich das Problem kurz an, schließt nach wenigen Sekunden auf ein defektes SONY-Gerät und nimmt dieses zum zweiten Mal in die Werkstatt. Bei der erneuten Untersuchung des SONY kommen zwar Einzelteile zum Vorschein, die einfach so in diesem herumliegen und dort nichts zu suchen haben, die Bildqualität wird deshalb aber auch nicht besser.

Fazit2: Der Videorecorderteil ist eine Katastrophe und dürfte diesen Namen eigentlich nicht tragen.

Gesamtfazit: In diesem Kombigerät zeigt der DVD-Player gute Leistungen – der Videorecorder jedoch ist Elektronikmüll ab Werk. Und 350 Euro für einen DVD-Player auszugeben ist wahrlich übertrieben. Ich jedenfalls habe mich inzwischen von diesem japanischen Müll getrennt, Saturn hat mir den vollen Kaufpreis wieder ausgezahlt.

Eines ist gewiss: In Zukunft werde ich um SONY-Produkte einen großen Bogen machen.
   


Sony SLV D950

Allgemein

MPN: SLVD950ES.CEF

Produkttyp: Kombination aus DVD-Player und Videorekorder

Breite: 43 cm

Tiefe: 33 cm

Höhe: 10 cm

Gewicht: 4.5 kg

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