Ordentliche Kamera zum Schnäppchenpreis
22.03.2009 (23.03.2009)
Pro:
Bedienung, Handlichkeit, Bildqualität
Kontra:
Weicher Auslöser, geringer Temperaturbereich, gelegentlich auftauchende Softwarefehler
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 orwell02
Über sich:
Mitglied seit:11.03.2009
Erfahrungsberichte:9
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 19 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Musste ich mich vor kurzem von Fotolaien noch fragen lassen, warum ich "nur" eine Pentax und nicht eine doch viel bessere Canon hätte, fragt jetzt keiner mehr - "It's a Sony". Magie eines Markennamens. Wichtige Faktoren bei der Beurteilung einer DSLR sind sicher Bedienung, Ausstattung und Bildqualität.
Die Bedienung ist einfach, weil fast alle wichtigen Einstellungen direkt über Drehrad (Blende, Belichtungszeit) oder einzelne Knöpfe zu erreichen sind. Wie üblich gibt es für die nicht dauernd benötigten Funktionen ein Einstellmenü, für die häufig benötigten ein kompaktes Funktionenmenü. Das große Display dient sowohl der Ergebnisbeurteilung als auch der Anzeige der vorgenommenen aktuellen Einstellungen. Alle Schriften sind so groß, dass sie leicht abgelesen werden können. Manchmal hat das Kontrolldisplay Einstelldaten angezeigt, die ich gar nicht eingestellt hatte und auch nicht korrigieren konnte. In solchen Fällen half das Aus- und Einschalten der Kamera. Auffällig ist, dass die Kamera sehr leicht auslöst. Man braucht Fingerspitzengefühl, um nicht schon bei der Fokussierung auszulösen, besonders, wenn man vor Kälte klamme Hände hat. Am besten beim Händler ausprobieren, ob man damit klarkommt. Ähnliches gilt für den Fokussierring des Kitobjektivs, wenn man manuell fokussieren will. Aber immerhin ist eine Scharfstellung auf Sicht bei der feinstrukturierten Mattscheibe tatsächlich möglich. Bei meiner alten Pentax 1stDL geht das nicht. Die Funktionen entsprechen dem Üblichen und lassen nicht viele Wünsche offen. Besonders positiv ist dabei die zuschaltbare Antishakefunktion. Auf den ersten Blick negativ eine fehlende Spiegelvorauslösung bei Stativaufnahmen. Allerdings konnte ich bisher keine Beeinträchtigung der Bildqualität feststellen. Zu bemerken wäre noch, dass die Funktion der Kamera nur von 0 - 40 Grad Celsius garantiert wird. War allerdings öfter bei Minusgraden unterwegs, ohne etwas zu bemerken. In dem Zusammenhang kann ich noch erwähnen, dass der Akku eine enorme Ausdauer hat. Wegen des zu weichen Auslösers, gelegentlicher Fehler in der Software, fehlender Spiegelvorauslösung und des stark eingeschränkten Temperaturbereiches erhält die Kamera von mir nur die Note "befriedigend".
Die Bildqualität hängt nicht nur von Sensor und digitaler Verarbeitung ab, sondern auch wesentlich vom Objektiv. Beim Sensor wäre hervorzuheben, dass er mit Antishake ausgerüstet ist. Das hilft gegen Verwackeln. Die digitale Verarbeitung erscheint effektiv. Durch den automatischen Kontrastausgleich lassen sich etwas höhere Kontraste als normal bewältigen. Auch das dient der Bildqualität. Das Kitobjektiv Sony 18-70 DT. Allgemein liest man über dieses Objektiv nur Schlechtes. Subjektive Meinungen. Etwas objektiver ist da der ebenfalls nicht allzu gut ausfallende Test in colorfoto.de. Dort kann man allerdings herauslesen, dass zumindestens die Auflösung hinter vergleichbaren Kamera-Objektivkombinationen nicht zurücksteht. Als Alternative bleibt dann nur das Zeiss SAL 3,5-4,5/16-80 mm DT. Kostet ca. 600-700 Euro und bringt vermutlich 5 - 10 Prozent mehr Leistung. Negativ fällt das Plastikbajonett auf, da hätte man nicht sparen müssen. Ebenso der zu schmal ausgefallenen Fokussierring. Positiv das Design und das geringe Gewicht. Der Brennweitenbereich reicht sicher für 70 Prozent aller Motive aus. In der Praxis geht das Objektiv jedoch voll in Ordnung. Schärfe, Kontrast, Randqualität sind für mich ok. Ich habe seit Jahresanfang fast alle Fotos meiner Webseite damit gemacht. Benutze zusätzlich noch das Sigma APO 70-300. Hier kommt der Antishake besonders zum Tragen. Für die Bildqualität vergebe ich die Testnote "gut" - ("sehr gut" sicher mit Zeiss, und "ausgezeichnet" bleibt den Vollformatkameras insbesondere der Sony A900 vorbehalten).
Für die Vor-Ort-Beurteilung der Aufnahme steht ein großes Display mit starker Zoomfunktion zur Verfügung. Man braucht allerdings etwas Erfahrung, weil die Zoomdarstellung wegen der starken Vergrößerung unschärfer wirkt als das Resultat am PC bei Betrachtung in Originalgröße. Am besten mit einer Speicherkarte (große CF-Karte) zum Händler gehen und die Resultate zuhause am PC betrachten. Hervorzuheben sind noch Warnmarkierungen für unter- und überbelichtete Bildbereiche. Sonst das Übliche wie z.B. Histogramme nach Grundfarben getrennt. Im übrigen habe ich ein Testfotos mit 1:1 Ausschnitt auf meine Webseite gestellt. Bilder sagen mehr als tausend Worte: http://foto.web2marks.de
Zusammenfassung: preisgünstiger Einstieg in das Sonysystem. Gute Bildqualität. Trotzdem nur bedingt zu empfehlen. Ein sensibler rechter Zeigefinger wird benötigt. Nacht- und Makrofotografen werden die fehlende Spiegelvorauslösung vermissen. Wer gern in kalten Regionen Urlaub macht, sollte Abstand nehmen. Der zu weiche Auslöser könnte allerdings auch eine Serienabweichung sein. Ausprobieren!
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23.03.2009 16:07
Passt. VG TMOS
22.03.2009 23:45
Sehr schöner Bericht. LG
22.03.2009 22:55
Guter Bericht.