Erfahrungsbericht über

Soul Calibur (Sega Dreamcast)

Gesamtbewertung (161): Gesamtbewertung Soul Calibur (Sega Dreamcast)

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Der Kampf um Soul Edge

5  02.10.2001

Pro:
siehe text

Kontra:
siehe text

Empfehlenswert: Ja 

majin-Bardock

Über sich:

Mitglied seit:29.09.2001

Erfahrungsberichte:12

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 33 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Soul Calibur war mein erstes Dreamcast Spiel. Ich kannte es schon aus der Spielhalle, und war von der Arcade Version so
begeistert, dass ich die Konsolen-Version unbedingt haben wollte. Dann kam der Tag an dem ich es endlich in den Händen halten durfte:


Ich nehme es gleich einmal vorweg: Soul Calibur war das beste Prügelspiel in der Spielhalle.
Besser als Virtua Fighter 3tb und besser als Tekken 3 und das unglaubliche ist,
dass die Dreamcast-Version tatsächlich in jedem Aspekt des Spieles noch einen draufsetzt!!!
Nun, da wir das mal festgehalten haben, geht es darum die Gründe zu erklären,
warum denn Soul Calibur auf der Dreamcast neue Massstäbe setzt.

Seit der Premiere von Soul Calibur an der Electronic Entertainment Expo in Atlanta 1998 war klar,
dass dieses Prügelspiel von Namco etwas besonderes werden würde.
Mit Tekken 3 hat Namco auf der PlayStation praktisch alles erreicht was es zu erreichen gibt,
vor allem in technischer Hinsicht. Mit dieser Erfahrung setzte sich die Crew hinter die Dreamcast-Konsole und analysierte,
was für Möglichkeiten sich auf dieser Konsole bieten. Die Technologie des Vorgängerspiels Soul Edge wurde weiterentwickelt,
damit man sich räumlich neu in acht Richtungen bewegen kann.
Neu hat auch das Gewicht der Waffe einen Einfluss auf die Spielfigur.
Dadurch boten sich für Namco neue Formen des Gameplays,
das nun auch verschiedene Missionsarten zuliess und etwas mehr als ledigliche Survival-Modi erlaubte.
Eine äusserst dankbare Zugabe war auch die neue Rolle, mit der man sich zur Seite bewegen konnte wenn man umgehauen wurde.
Vergessen sind also die Tekken3-Zeiten, in welchen man hilflos auf dem Boden lag und der Gegner einen mit Luftattacken
eindeckte. Grafisch war Soul Calibur auch schon im letzten Jahr bereits ein Feuerwerk,
mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde und Grafikeffekten die einem den Mund wässrig machten.

Kurz gesagt: wer Soul Calibur noch nicht gespielt hat, der muss dies unbedingt tun, und zwar bald.
Das Adrenalin das dabei freigesetzt wird, kombiniert mit den detailreichsten Grafiken die man bislang gesehen hat,
führt ohne Wenn und Aber zwangsläufig zur besten Prügelorgie der Neuzeit.

Das Intro von Soul Calibur ist ausnahmsweise mal nicht ein animierter Film (wie wir es eigentlich von Namco gewöhnt sind),
sondern es ist ein Intro bei welchem die gesamte Grafik in Echtzeit berechnet wird.
Man stelle sich Dünen vor auf welche eine Kamera zuflitzt.
Dann schlagen verschiedene Waffen vor der Kamera in den Boden ein,
gefolgt von verschiedenen Portraits der einzelnen Kämpfer inklusive korrekter Schattenwürfe,
gestochen scharfer Texturen und einer Mimik der Figuren wie man sie bislang noch nicht gesehen hat.
Haare flattern im Wind und die Kleider der Kämpferinnen und Kämpfer hören auf die Gesetze der Schwerkraft.
Egal wie gut wir das Intro beschreiben, man muss es gesehen haben um zu verstehen, was Namco da für ein Feuerwerk abfackelt.

Die Charaktere sind noch detaillierter als in der Spielhalle mit individuellen Gesichtszügen,
die sich bei verschiedenen Moves verändern. In den Siegerposen am Ende eines jeden Kampfes sagt jeder Kämpfer wieder ein
Sprüchlein auf, doch diesmal bewegt sich der Mund sogar lippensynchron zum Text.
Kein einziger Grafikfehler tauchte bislang auf und die Details der Figuren lassen die Virtua Fighter ziemlich alt aussehen.
Sogar Muskeln sind teilweise sichtbar und die Waffen haben beeindruckende Grafikeffekte.
Schwerter reflektieren sogar die Umgebung (um ein vielfaches besser als in Gran Turismo) und hinterlassen im Kampf einen
Schweif, wodurch die Geschwindigkeit mancher Moves enorm gut vermittelt wird.
Die Klingen von Voldo's vielen kleinen Dolchen schwingen unabhängig voneinander und blitzen im Licht;
Ivy's Schwertkette hinterlässt beeindruckende Schatten wenn sie die Kette um sich herumschwingt;
An den Füssen sieht man Staubwölkchen emporsteigen wenn sich die Kämpfer heisse Duelle liefern.
Das Spiel ist kurz gesagt so detailreich, dass man in manchen Situationen sogar den kondensierenden Atem der
Spielfiguren sieht und die Charaktere erschöpft atmen wenn sie einen Kampf verlieren.

Aber was wären schon gutaussehende Spielfiguren ohne die passende Umgebung, in welcher sie sich austoben können?
Doch auch hier braucht man sich keine Sorgen zu machen.
Yoshimitsu's Wasserhöhlen beinhalten atemberaubende Wassereffekte die an den Wänden der Höhle schimmern.
Hier kämpft man auf einem Floss, das durch die Höhlen schippert.
Logischerweise kann man hier auch die Kämpfer in's Wasser befördern und ein erfüllendes "Out of Ring" dröhnt aus den
Lautsprechern. Im Indischen Hafen kommt man in den Genuss von beeindruckenden Lichteffekten und im Hintergrund
sieht man noch alte indische Tempel, oder eine goldene (!) Figur Buddhas die im Fackellicht mysteriös schimmert.
Als ob dies nicht genug wäre gibt es Dutzende von Arenen die auch noch in verschiedenen Versionen verfügbar sind, z. B.
in Tag- und Nachtvarianten. Dazu kommen noch verschiedene zusätzliche Effekte.
Zum Beispiel flitzen in Voldo's Kampfstätte Ratten über den Boden und Laubblätter schwirren über manche Arenen mit einer
physikalischen Korrektheit wie wir es bislang noch nicht gesehen haben. Regentropfen plätschern auf
Kopfsteinpflaster und Windböen drängen die Kämpfer teilweise an den Rand der Arenen.
Und bei all den Effekten und der Grösse der Hintergründe kommt die Dreamcast nicht mal ins Stottern. Beeindruckend!

Nach all den grafischen Finessen kommen wir nun zum Hauptteil, nämlich den verschiedenen Spielmodi.
Neben dem üblichen Arcade-Modus gibt es auch Versus, Team-Battle, Time Attack, Survival, Extra Survival, Practice,
Mission Battle und einen Museum-Modus. Während die meisten dieser Modi heutzutage zum Inventar eines jeden Kampfspiels
gehören, so sind vor allem der Missions-Modus und der Museum-Modus besonders herausragend.
Der Missions-Modus ist eine Art Story-Modus, in welchem man sich von Mission zu Mission hangelt und dabei immer
neue Fähigkeiten erlernen und demonstrieren muss. Das Ganze wird mit einer Story verpackt und
dadurch kriegen die Figuren im Verlauf des Spieles immer mehr Persönlichkeit.
Für jede Mission die man erfolgreich abschliesst, kriegt man Punkte, mit welchen man sogenannte Art Cards kaufen kann.
Wenn man Art Cards kauft, spielt man im Verlauf neue Missionen, Stages, Kostüme und Spielmodi frei,
die sich dann individuell ansteuern lassen. Damit man also neue Missionen bekommt, muss man solche Sammelkarten kaufen,
die es in verschiedenen Kategorieren gibt.
Nach einiger Zeit spürt man bereits einen absoluten Sammeltick und es bürgert sich das obligatorische
"nur-noch-eine-Mission" ein, das Soul Calibur zum absoluten Suchtspiel emporsteigen lässt.

Der Museum-Modus bietet eine enorme Sammlung der freigespielten Dinge an.
Besonders beeindruckend ist beispielsweise das Exhibition Center,
in welchem man eine Vorführung der fernöstlichen Kampfsportarten bekommt.
Jede Figur hat eine individuelle Vorführung, an welcher man sich ergötzen kann.
Die Moves die hier zum Vorschein kommen sind auch im Spiel nicht anzusehen oder anzuwenden.
Es ist eine Mischung aus Meditation und Vorbereitung auf einen Kampf. Ein absoluter Augenschmaus.
Ausserdem kann man im Museum-Modus die verschiedenen Arenen anschauen,
oder alle Sätze der Kämpferinnen und Kämpfer anhören und dank lippensynchroner Technologie auch ansehen.
Für alle Fanatiker gibt es auch Hintergrundinformationen zu den Figuren bis hin zum Alter, Grösse, Gewicht,
und ob sie von Eltern adoptiert wurden oder ob die Eltern im Alter von 74 Jahren mysteriös ums Leben gekommen sind.
Zu lesen gibt's auf jeden Fall genug für jeden.

Soul Calibur ist das mit Abstand beste Spiel auf der Dreamcast-Konsole und definiert das ganze Prügelspiel-Genre neu.
Die Messlatte wurde von Namco auf ungewöhnlich hohes Niveau geschraubt und es dürfte schwer sein,
dieses Spiel vorläufig zu toppen.
Der enorme Umfang des Spieles lässt so schnell keine Langeweile aufkommen und man wird immer wieder zurückkehren
um ein paar neue Features, Arenen, Figuren oder Optionen freizuspielen. Egal wie hoch die Erwartungen an Soul Calibur sind:
Namco hat sie erfüllen können. Dieses Spiel ist ein absolutes Muss für jeden Dreamcast-Besitzer!
Denn etwas besseres in diesem Genre wird es in naher Zukunft nicht so schnell geben.

Das Spiel kostet im Moment nur noch 75 DM.
Wer also eine Dc bestitz, und Soul Cakibur noch nicht in seiner sammlung hat, der sollte umgehend zugreifen.
Dieses Spiel bietet unzählige Stunden Spielspass, und wird niemals langweilig.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Black-Gizmo

Black-Gizmo

02.10.2001 15:50

ich liebe diese graue Kiste. Schade das sie den bach runter gegangen ist. Viele liebe Grüße Thomas

hp-reseller

hp-reseller

02.10.2001 15:18

Alle Achtung ! Wirklich guter Bericht.

eistee

eistee

02.10.2001 15:13

und wat machen die, die Playstation haben? Doch weiter Tekken3 spielen *g*. grüsse Derya :o)

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