Dreamcast-Juwel
09.03.2005 (13.05.2005)
Pro:
Fantastisch präsentiertes Prügelspiel in berauschender Atmosphäre, tonnenweise zu entdeckenden Geheimnisse, zahlreichen Kämpfern und Spielmodi und zudem kinderleichter Steuerung, tolle Kameraführung
Kontra:
Es ist einfach (selbst für mich als relativ ungeübte Prüglerin) etwas zu leicht
Empfehlenswert:
Ja
 juni79
Über sich:
Was passiert hier momentan eigentlich? Liebe Grüße jedenfalls nach wie vor (nur) an alle lieben User...
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Obwohl Prügelspiele eigentlich nicht so mein Geschmack sind, bleibt mir im Fall von "Soul Calibur" für den Sega Dreamcast im Grunde gar nichts Anderes übrig, als Euch darüber zu erzählen. Der Grund für diesen "Zwang" ist doch ziemlich einfach, denn bei diesem Beat-em-Up für Segas (mittlerweile leider ausgestorbene) Spielkonsole handelt es sich um eines der besten Dreamcastspiele überhaupt. Dass sich meine beiden Brüder dieses Spiel damals wochenlang um die Ohren hauten, überraschte mich wenig und eines Tages probierte selbst ich es aus. Die Geschichte ist, wie so üblich bei Spielen dieses Genres, schnell erzählt, sie hat eine eher nur nebensächliche Bedeutung. Elitekämpfer treffen sich zu einem ganz besonderen Turnier zur Zeit des Mittelalters, welches an Brutalität und Grausamkeit kaum zu überbieten ist, hier verletzen sich die Kontrahenten nicht nur gegenseitig, sondern töten sich auch, insofern haben wir es mit einem erbarmungslosen Wettebewerb zu tun, in dem letztlich nur ein Athlet übrig bleibt, der sich von da an nicht nur "tapferster Krieger" nennen, sondern zudem (und dies ist wohl "etwas" wichtiger) in den Besitz des legendären Schwerts gelangen darf, der Name dieser Klinge lautet Soul Calibur. Dieses Schwert hat nämlich die angenehme Eigenschaft, seinem Eigentümer durch die in ihm enthaltenen dämonischen Kräfte zu übermenschlichen Kräften zu verhelfen, was andererseits aber auch große Gefahren in sich birgt. Euer Ziel ist es jedenfalls, dem ultimativen Bösen und zwar dem Endgegner Inferno schließlich gegenübertreten und diesen dann "selbstverständlich" auslöschen zu können. Bis dahin ist es jedoch ein sehr steiniger, überaus beschwerlicher Weg, zahlreiche überaus kraftraubende Kämpfe erwarten Euch.
Nachdem Ihr Euch für einen Kämpfer beziehungsweise eine Kämpferin entschieden habt, schaut Ihr Euch einen kleinen Vorspann an, der Euch über die entsprechende Spielfigur und deren Motivation aufklärt. Dann aber kann es endlich losgehen, mit einem der insgesamt achtzehn zur Verfügung stehenden Charaktere begebt Ihr Euch zum Turnier. Klar ist, dass sich die Figuren eben nicht wie ein Ei dem anderen gleichen, sondern natürlich über ganz individuelle Fähigkeiten verfügen, keine Kampftechnik eines Helden ist demzufolge mit der eines anderen zu vergleichen. Allein die große Auswahl an Spielfiguren
Bilder von Soul Calibur (Sega Dreamcast)
und ihre sehr unterschiedlichen Talente sorgen für sehr viel Abwechslung und eine hohe Motivation, was nur eine von vielen Stärken dieses Edelprügelspiels ist. Eine Figur ist dabei beispielsweise besonders reaktionsschnell und immer sehr flink auf den Beinen, eine andere verfügt über sehr effektive Magieangriffe, andere sind wiederum äußerst hart im Nehmen und können extrem gut austeilen, sind dafür aber auch wesentlich langsamer und kommen nicht wieder so schnell auf die Beine. Zur Auswahl stehen hier in Soul Calibur Ninjas, Samurais, Barbaren, Schwertkämpfer, Bogenschützen und noch einige mehr, langweilig wird Euch so schnell daher nicht. Dass Eure Waffen somit auch sehr unterschiedlicher Natur sind, könnt Ihr Euch sicher vorstellen, hier kommen Schwert, Dolch, Axt, Pfeil und Bogen zum Einsatz, wobei sich des Weiteren manche Figuren so stark fühlen, dass sie lieber mit der bloßen Faust mächtige Hiebe austeilen.
Unterschieden tun sich dabei aber nicht nur die Zaubersprüche, sondern auch die physischen Attacken, deren Kombinationsmöglichkeiten bei den einzelnen Athleten kaum unterschiedlicher und zahlreicher sein könnten. Für wen Ihr Euch zunächst auch entscheidet, Ihr solltet unbedingt versuchen, mit jeder Figur zum Ziel zu gelangen, denn die Kampfabläufe sind doch bei jeder Figur sehr unterschiedlich und regelmäßig äußerst sehenswert, so dass selbst jemand wie ich, die auf Prügelspiele normalerweise nicht so wahnsinnig steht, zumindest für einige Tage an den Bildschirm gefesselt war, da mich der sehr actionreiche und toll präsentierte Spielverlauf (zur Präsentation an sich später noch mehr) immer mehr in seinen Bann zog. Doch nicht nur die Auswahl der anwählbaren Charaktere ist extrem groß, sondern auch die zur Verfügung stehenden Spielmodi, was zusammen für einen außerordentlich großen Spielumfang sorgt und somit (zumindest für ein Prügelspiel) eine beachtliche Spieldauer von weit über 20 Stunden aufkommt, von den Zweispielerduellen einmal ganz abgesehen. Natürlich gibt es die Möglichkeit, dass Ihr Euch mit einem Mitspieler beziehungsweise einer Mitspielerin ordentlich verhaut und selbstverständlich gibt es hier auch einen Timeattack-Modus, in welchem Ihr die Gegner möglichst schnell ausschalten müsst. Wie mittlerweile bei Prügelspielen so üblich, gibt es neben dem Arcade- außerdem noch einen Survivalmodus, in welchem Ihr möglichst viele Gegner hintereinander besiegen müsst, zwischen den Kämpfen sich Eure Lebensenergie aber nur ein bisschen auffüllt, Ihr also bei den Kämpfen unbedingt versuchen müsst, extrem wenig Schaden zu erleiden, um dann halbwegs "fit" in das nächste Duell gehen zu können.
Schließlich existiert in Soul Calibur aber noch ein interessanter Missionsmodus, der praktisch eine richtige Karriere beinhaltet. Ihr bekommt unterschiedliche Aufgaben zugewiesen, wobei Ihr sehr behutsam in die unterschiedlichen Kampftechniken eingeführt werdet. Die Kämpfe laufen dann nicht gerade alltäglich ab, denn es herrschen sehr ungewöhnliche Bedingungen, so weht Euch zum Beispiel ein eisig kalter Winde um die Ohren und will Euch in die Tiefe reißen oder es gefährdet Euch Treibsand in der Wüste oder Ihr müsst Euch mit dem Feind in der kochenden Hitze in Lavahöhlen herumschlagen oder Ihr treibt in einem Flussgebiet Euer Unwesen, welches giftig ist. Genau diese spannenden Kämpfe mit den sehr ungewöhnlichen Kampfszenarien konnten mich absolut begeistern, dies war einer der Hauptgründe dafür, dass ich mich viel länger als üblich mit einem Prügelspiel befasste. Seid Ihr erfolgreich, erhaltet Ihr nach beendeter Mission eine Prämie, mit dem Geld kaufen wir in einer Kunstgalerie ein, was den Sinn hat, weitere Extras freizuschalten. Diese Extras bestehen in neuer Kleidung für die Kämpfer, neue Spielszenarien, neue Spielmodi und weitere Bonusmissionen, was die ungewöhnlich lange Spieldauer von Soul Calibur auch im Solospielermodus erklären dürfte. Hoch interessant ist hier, dass Ihr, wollt Ihr wirklich alle unzähligen Geheimnisse entdecken (es gibt sage und schreibe über 300 Gemälde), Ihr praktisch dazu gezwungen seid, Euch mit allen Spielmodi ausführlich zu beschäftigen. Die Langzeitmotivation ist daher extrem groß und so richtig langweilig wird das Spiel eigentlich nie. Selbst wenn Ihr alles komplett haben solltet (das war bei uns, obwohl wir zu dritt waren, erst nach vielen Wochen der Fall), lohnt sich immer noch das Spielen im exzellenten Zweispielermodus, der für Monate faszinieren kann und auch Jahre später immer noch zum erneuten Anspielen reizt.
Die große Klasse dieses Spiels erkennt man daran, dass selbst nicht eingefleischte Prügelspielfans so wie ich, begeistert von der Art und Weise der Präsentation sein müssen. Wer dies verneint, der lügt. Die Grafik ist einfach bombastisch und das in jeder Beziehung. Die Kämpfer sind riesig groß und zudem sehr detailliert gezeichnet, verfügen über beeindruckend schöne Bewegungsabläufe und wirken auch beim näheren Heranzoomen der Kamera niemals grob, kantig oder irgendwie pixelig. Die Spezialeffekte beim Ausüben der Schlag- und Trittkombinationen sowie der Zaubersprüche gehören ebenfalls zum Besten, was der Sega Dreamcast jemals zu bieten hatte, sie sind einfach nur wunderschön und werden zudem riesengroß dargestellt. Fast zu schön um wahr zu sein, ist dann auch noch, dass bei diesem Spiel bei der Umsetzung der Originalversion aus Japan auf unsere europäische Pal-Norm überhaupt nicht geschlampt wurde. Es existieren weder besonders störende schwarze Balken auf dem Bildschirm noch ruckelt es, Texturfehler gibt es auch nicht und auch das Spieltempo wird zu keiner Zeit wie von Geisterhand ab und zu abgebremst, was ja leider nicht gerade selten bei anderen Pal-Versionen der Fall ist. Dass die Hintergrundlandschaften der jeweiligen Szenarien ausnahmslos gut gelungen sind und durch ihre Farbenvielfalt beeindrucken können, rundet den sehr positiven Gesamteindruck von de Grafik zudem noch ganz hervorragend ab.
Ganz so großartig wie die Optik sind die Melodien und Soundeffekte bei Soul Calibur zwar nicht, dies ist auch fast unmöglich, doch gut ist die Akustik trotzdem, gar keine Frage. Der Soundtrack wurde sehr gut ausgewählt, passt immer ganz hervorragend zum jeweiligen Geschehen, die Effekte im Kampf sind regelmäßig nicht zu überhören und überhaupt tragen die abwechslungsreichen Rhythmen sehr schön zu einer berauschenden Spielatmosphäre bei, da bestehen für mich in dieser Hinsicht überhaupt keine Zweifel. Einen ganz kleinen Wehrmutstropfen gibt es allerdings doch, was aber nicht verhindern kann, dass wir es hier bei Soul Calibur mit einem wunderschönen, teilweise sogar berauschenden Kampfspiel für Segas Dreamcast zu tun haben. Denn ehrlich gesagt fällt das Ausführen der extrem wirkungsvollen Aktionen einfach zu leicht, Ihr müsst viel zu wenig dafür tun, um zu größeren Erfolgen zu gelangen. Der Schwierigkeitsgrad ist selbst mir (die ich ja nicht sonderlich geübt in solchen Spielen bin) zu niedrig, Profis könnten sich nach gut 10 Stunden dann schon ab und zu langweilen. Zum Glück gibt es da die hohe Langzeitmotivation durch die unzähligen zu entdeckenden Geheimnisse und die interessanten, oft auch umfangreichen und zudem sehr zahlreichen Spielmodi, mir persönlich gefiel dabei der Missionsmodus besonders gut, wobei mir die stets veränderten äußeren Umstände beziehungsweise Kampfbedingungen sehr gut in Erinnerung geblieben sind. Außerdem sollte die Highscoretabelle den echten Prügelspielfreak für lange Zeit reizen, insbesondere wenn sich mehrere Mitspieler auffinden lassen. Soul Calibur gehört meiner Meinung nach zu den Top 5 aller Videospiele für den Sega Dreamcast, da bin ich mir doch ziemlich sicher.
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15.09.2005 14:05
Das spiele ich auch ab und zu auf der PS2 ;-) lg piccolina
20.06.2005 13:50
Oh Ja, Mit Soul Calibur hatte ich viel Freude damals auf meiner Dream Cast. Habe sie aber nun abgegeben und überlege mir eine -Box nebne meiner Ps2 anzuschaffen... Oh Gott - ich höre mich an wie so ein N.E.R.D!! :)
04.04.2005 05:13
Wow, alles klar! Da steckt alles drin was man über "Soul Calibur" wissen sollte ;-) cYa bloody