Interaktives Fernsehen
30.01.2001
Pro:
kurzweilig, unterhaltsam, gute Stars
Kontra:
ziemlich "braver" Film, typische logische Schwächen
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Action:
Romantik:
mehr
 flynn
Über sich:
Um alle meine Interessen aufzuzählen, wäre ich eine lange Zeit beschäftigt, die ich lieber dazu verw...
Mitglied seit:04.02.2000
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 65 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Warum schreibe ich eine Meinung über einen 7 Jahre alten Action-Film, den sowieso (fast) jeder kennt? Es gibt zwei Gründe. Erstens gibt es hier bei ciao erschreckend viele 90-Wörter-Meinung zu diesem Film. Fast alle mit dem selben Tenor: "Action vom Feinsten" oder "Der geilste Action Film mit den besten Schauspielern Hollywoods". (Daß dem meiner Meinung nach nicht so ist, werde ich später schreiben.) Zweitens habe ich den Film kürzlich gesehen und mir sind dabei einige Gedanken gekommen, wie "realistisch" und "logisch" dieser Film doch ist. *g* (Dazu auch später mehr.) Erst mal zur Story (, für alle die den Film nicht kennen sollten): Die Story ist wieder Action-film-typisch simpel: Ein Bösewicht plaziert in einem Bus eine Bombe und will 3,7 Millionen Dollar Lösegeld. Ganz nebenbei will er noch Rache an einen Polizisten nehmen, der eine frühere Erpressung vereitelt hat. Der Clue an der Bombe in dem Bus ist, daß sie aktiviert wird, wenn der Bus schneller als 50 Meilen fährt und explodiert, wenn er wieder langsamer als 50 fährt. Nur Keanu Reeves und Sandra Bullock können den Bus und die Passagiere retten.
"Speed" war der Durchbruch für Keanu Reeves, Sandra Bullock und Regisseur Jan de Bont in den USA. Komplettiert wird die Besetzung durch den etablierten Dennis Hopper. Keanu Reeves, den meisten bekannt aus "Matrix", spielt den draufgängerischen Polizisten Jack Traven. In abgespeckter James Bond- und John McClane-Manier kämpf er gegen den "bösen" Howard Payne (Dennis Hopper). Hopper läßt den genialen-aber-durchgeknallten Erpresser raushängen. Diese Rolle meistert er gut und man hat den Eindruck, daß er viel Spaß dabei hatte. Sandra Bullock spielt die für Action-Filme anscheinend notwendige weibliche Partnerin des Helden. - flynn (30.1.2001) Jetzt zu "den besten Schauspielern Hollywoods". Eindeutig gehören Reeves und Bullock nicht dazu. Sie sind Stars, Publikumslieblinge und -magnete, aber gehören nicht in eine Liga mit Schauspielern wie DeNiro, Pacino, Foster oder Spacey. Dennis Hopper ist der einzige Schauspieler in "Speed", den man dieses Prädikat anhängen könnte.
Zu meiner gewählten Überschrift: Die Aussage des Films ist von Dennis Hopper, als er dank der TV-Helikopter im Fernsehen sieht, wie ein Fahrgast den Bus verlassen will und er eine kleine Bombe unter der Einstiegstreppe zündet. "Interaktives Fernsehen! Das Programm der Zukunft!" Einige Gedanken, die mir während des Films gekommen sind: - Eine große logische Schwäche ist, daß der Bus immer schneller als 50 Meilen gefahren seien soll. Gerade in der Szene, als auf dem Freeway ein Stau ist und der Bus sich durch die Abfahrt drängen muß, kann ich das nicht glauben. Er schrammt rechts gegen etwa 20 Autos und links gegen die Straßenbegrenzungen und Wassertanks. (...) - DIE Szene des Films: Der Bus springt über ein fehlendes Freeway-Stück und ich wundere mich, daß der Bus heile bleibt und die Bombe nicht explodiert ist bzw. noch an der Unterseite haftet. Das spricht für die amerikanischen Konstrukteure (oder die Naivität der "Speed"-Autoren). Mal im Ernst. Würde ein normaler deutscher Stadtbus ähnlich hart auf die Straße knallen, kann man ihn in Stücken aufsammeln. Mich würde mal interessieren, ab welcher Geschwindigkeit dieser Stunt in der Realität klappen würde... Physiker, die zu viel Zeit haben, können das ja mal ausrechnen. - In der Realität würde Jack Traven (Keanu Reeves) wahrscheinlich lebenslang in den Schuldenturm oder Knast wandern. Der Erpresser wollte 3,7 Millionen Dollar, die die Stadt dank Jack gespart hat. Auf der anderen Seite kann sie zwei Stadtbusse abschreiben, eine Straßenbahn, eine Straßenbahn-Station und ein Flugzeug. Außerdem muß irgendwer für die unzähligen beschädigten und zerstörten Autos aufkommen. Dies alles wird bestimmt ein wenig mehr als 3,7 Millionen Dollar kosten. Danke, Jack. - Viele Bewohner Los Angeles müssen dümmer sein als Vorschulkinder. Wie sonst ist es zu erklären, daß mindestens 6 Personen genau dann über die Straße gehen, als Sandra Bullock mit ihren Bus anrauscht? Ohne nach links und rechts zu gucken! - Also, bitte Kinder, nicht nachmachen! - Können bei uns die Stadtbusse überhaupt schneller als 50 kmh fahren? *g* Geschweige denn schneller als 50 Meilen.
Fazit: Speed ist ein unterhaltsamer Film, bei dem man, wie bei so vielen Actionfilmen, den Realitätssinn abschalten muß. Er ist kurzweilig und damit ein guter Film, um ihn in einer lustigen Runde zu gucken. Nicht mehr, nicht weniger. Für wahre Action-Fans mag der Film allerdings etwas zu brav sein. Sie sollten lieber Filme, wie "Desperado" oder "Die Hard" gucken. Sehr mäßig fortgesetzt wurde die Story in "Speed II: Cruise Control". Einen meiner Meinung nach grottenschlechten Film, der nicht mal eine eigene Meinung bei ciao wert ist.
Ciao, Euer flynn (30.01.2001)
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29.11.2004 23:06
Zu kleinlich. VIEL zu kleinlich. Das ist ein Action Film und keine Doku!
02.07.2001 18:40
Ich gucke mittlerweile auch keine Action-Filme mehr (außer vielleicht Desperado ;-)). Ok, der Film hat seine Schwächen, sorgt aber für genug Spannung, wenn man mal über die logischen Fehler hinwegsieht. Gegenfrage: Gibt es überhaupt logische Action-Filme? Schöne Grüße, Trinity__
26.02.2001 23:28
sehr schöne Meinung Du hast vollkommen recht, dass Realitätssinn und Actionfilme nicht gerade viel gemeinsam haben...