Das Leben ist ein riesiger Spickzettel

2  02.05.2004 (08.05.2004)

Pro:
Ein Spickzettel kann einem für den Moment das Leben retten

Kontra:
man lernt den Stoff nicht wirklich, es gibt ein Risikofaktor, Lernen ist besser

Empfehlenswert: Nein 

FlockeImSchneesturm

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Einen guten Tag wünsche ich allen Leserinnen und Lesern!

Meinen neuen Bericht möchte ich über ein doch eher spezielles Thema schreiben, welches man hier aber in letzter Zeit schon öfters gelesen hat. Auch ich habe natürlich schon gespickt, vor allem bei der letzten Französischprüfung (1000 Wörter lernen, von denen nicht alle in meinen Kopf wollten). Früher habe ich eigentlich nie gespickt, ich finde es auch heute noch falsch, doch zwei Mal hat mir der Spicker schon den Kragen gerettet. Das Thema meines Berichtes ist also wie angeklungen „Spicker - Tipps und Tricks“. Zu meinem Spickerbericht:
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Warum spicken?
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Ich denke jede/r hatte schon einmal das Problem, dass er/sie in eine beinahe auswegslose Lage war, vielleicht 1 Referat vorbereiten musste und nebenbei auch noch 2 oder mehr Klausuren hatte. Da half nur noch Büffeln (oder auch nicht??) und dann hat man den Stoff am Ende doch nicht kapiert und alles nicht mehr auf die Reihe gekriegt. Was einem dann gedroht hat, war eine schlechte Note, welche einem den ganzen Durchschnitt versauen kann. Dies ist vor allem dann, wenn es ein Thema gibt, welches man absolut nicht versteht, auch wenn man es verstehen möchte. Bei mir war das beispielsweise in Chemie immer so, dass ich gebüffelt und gebüffelt habe, den Stoff aber einfach nicht verstanden habe. Die einzige Möglichkeit trotzdem eine einigermaßen eine gute Note zu erreichen ist dann, die wichtigsten Dinge oder besser jene Dinge aufzuschreiben, welche man nicht weiss oder einfach wichtig sind, damit man jene Stichworte dann bei der Prüfung verwenden kann, natürlich ohne das es der Lehrer mitkriegt. Das kann einem doch den Kragen retten, allerdings muss man da auch aufpassen, dass man nicht vom Lehrer erwischt wird, da dies dann keine guten Folgen hat. Es gibt verschiedene Methoden fürs Spicken und jene, die mir bekannt sind, möchte ich genauer erläutern. Deshalb nun zu den Spickmethoden:
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Spickmethoden
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Lineale


Das ist wohl einer der ältesten Tricks beim Spicken die es gibt. Vor allem in den mathematischen Fächern braucht man ja einen Lineal und auf diesen kann man dann jene Informationen schreiben, welche man für die Prüfung benötigt. Leider haben wir aber auf der Berufsschule viele Lehrer, welche meist überhaupt keine Lineale erlauben, sondern nur das nötigste, also vielleicht 3 Stifte, einen Bleistift und einen Radiergummi. Die anderen Lehrer führen ab und an auch gerne Stichproben durch, also sie drehen die Lineale um, was auch schon üble Folgen hatte. Mir ist das nicht passiert, da ich diese alte Methode nicht benütze, sie ist einfach ein zu alter Hut und deshalb zu riskant. Von dieser Methode kann ich grundsätzlich nur abraten und deshalb erhält sie von mir von 5 möglichen Punkten nur 1 Punkt.

Stabylos


Ich denke jeder kennt diese Stifte, welche man eigentlich für alles benützen kann, unter anderem auch um zu spicken. Ein solcher Stift hat sechs Seiten, von denen drei Seiten beschriftet sind. Die drei anderen Seiten kann man beschriften, allerdings sollte man dies mit etwas unauffälligem tun, also nicht mit schwarzer Schrift, welche dann auffällt, sondern mit einem schwachen Bleistift, welchen man nicht sofort kennt. Es fällt bei Klausuren auch nicht besonders auf, wenn man etwas mit Stiften herumspielt, das machen einige wenn sie am überlegen sind, zumindest ich ab und an. Doch auch hier gibt es Lehrer, die Stichproben durchführen, da dieser Trick nicht mehr ganz unbekannt ist. Auch die Schreibfläche ist hier etwas knapp, es hat einfach nicht genügend Text Platz. Deshalb erhält diese Methode von mir nur 2 von 5 möglichen Punkten, da sie nicht so auffällig ist wie ein Lineal.

Radiergummi


Eine andere Methode ist der Radiergummi. Auch auf diesen lässt sich ein Spick schreiben, besonders geeignet sind jene Radiergummis, welche noch so eine Hülle darüber haben, bei denen also nur etwas vom einen Ende hinausschaut. Dann kann man diese Hülle über den Radiergummi schieben und nichts fällt auf. Dann kann man während der Klausur etwas mit dem Radiergummi herumhantieren und schnell den Spick ablesen, am besten gleich ungefähr abschreiben, damit man ihn nachher nicht nochmals brauchen muss. Hier sollte man aber möglichst auch mit dem Bleistift arbeiten, sonst fällt es auf, wenn man einen Radiergummi in der Hand hat, obwohl man doch mit Tinte schreibt. Dieser Trick erhält von mir 4 von 5 möglichen Punkten, da immer ein Risiko bestehen bleibt.

Hände


Dies ist ein uralter Trick, der nicht gerade wirkungsvoll ist. Man beschriftet einfach seine Handflächen, also die Innenflächen, da man es auf dem Handrücken sofort sehen würde, und liest dann von diesen ab. Allerdings besteht hier immer die Gefahr von Handschweiss, also wenn man Nervosität verspürt, dann können die Hände leicht zu schwitzen beginnen und dann verläuft das geschriebene auch und man kann es nicht mehr entziffen. Ausserdem ist hier ein grosser Faktor Risiko dabei, dass man erwischt wird, da wenn der Lehrer vorbeiläuft, dann kann etwas Farbe bei den Innenflächen der Hände hervorblitzen und dann möchte der Lehrer der die Klausur beaufsichtigt gerne die Hände sehen. Das gleiche ist auch der Fall, wenn man versucht die Schrift zu entziffern und die Hand deshalb vor die Augen hält. Durch diese Möglichkeit kann man in Schwierigkeiten kommen und ist deshalb nur in Notfällen anzuwenden. Deshalb logischerweise 1 von 5 möglichen Punkten.

Arme


Diese Idee finde ich auch nicht schlecht, nämlich etwas auf die Unterarme zu schreiben und das möglichst so, dass man es gut lesen kann. Sinn ist es nicht, die Ärmel hochzukrempeln, was zu auffällig wäre, sondern dass man sich dann während der Klausur auf den beschriebenen Arm stützt, möglichst so, dass er nicht hinunterrutscht, aber dass man doch einen Einblick in den Ärmel hat. So kann man etwas hineinschielen und erweckt auch noch den Eindruck, als ob man angestrengt überlege, wie doch schon wieder die Lösung heisst für eine Aufgabe. Das erweckt meist keine Aufmerksamkeit, ausser man macht es zu auffällig, indem man sich total komisch abstützt oder den Ärmel wegzieht. Hier muss man möglichst etwas mit nicht an der Haut anliegenden Ärmeln anziehen. Natürlich gibt es auch noch andere mögliche Körperzonen, welche allerdings nicht so wirkungsvoll sind. Diese Methode erhält von mir 5 von 5 möglichen Punkten.

Toilette


Es gibt Lehrer, die das Aufsuchen der Toilette erlauben, vor allem bei längeren Klausuren, bei denen es wirklich möglich ist, auf die Toilette zu gehen. Man kann auf der Toilette ein Buch bereithalten, in dem man die nötigen Antworten nachschlagen kann. Man muss einfach beachten, dass dieser Toilettenbesuch nicht zu lange dauert, da es sonst Aufmerksamkeit erregt. Ein Nachteil ist, dass die Toiletten immer für alle Schüler zugänglich sind und so kann das rettende Buch auch verschwinden, was dann nicht so gut ist. Viele Lehrer erlauben es auch nicht, dass man auf die Toilette gehen darf, deshalb vergebe ich für diese Methode nur 2 von den 5 möglichen Punkten.

Handy


Das Handy steht für zwei Möglichkeiten. Man kann unter der Bank eine kurze SMS tippen, dazu muss man allerdings darauf achten, dass das Handy lautlos eingestellt ist und die Tasten beim schreiben nicht zu laut sind. Bei uns ist diese Möglichkeit überhaupt nicht vorhanden, da wir keine Tische haben mit Sichtschutz vorne, also man sieht wenn ein Schüler unter dem Tisch eine SMS schreibt. Diese Methode ist viel zu risikoreich, da man sehr schnell erwischt werden kann, deshalb nur einen von 5 Punkten.

Die andere Möglichkeit ist, vorzuschützen, dass man auf die Toilette geht, sofern dies erlaubt wird und dann anstelle dessen zu Telefonieren. Man kann dann jemanden anrufen, der Bescheid weiss oder ein Buch bei sich hat und so ein paar Infos die nützlich sind erfahren. Wichtig dabei ist jedenfalls, dass man nicht vor der Tür des Klausurraumes telefoniert, da falls die Türe aufgeht, man ein gewaltiges Problem hat. Auch darf man oft nicht auf die Toilette und ob sich auch jemand zur Verfügung stellt um zu helfen, ist eine offene Frage. Diese Möglichkeit erhält von mir 3 von 5 Punkten.

Banknachbarn


Bei uns an der Berufsschule gibt es einen Lehrer, der während Klausuren nur so alle 3 Minuten schaut, was so in der Klasse vor sich geht und dies ist optimal um ab und an einen Blick beim Banknachbarn zu riskieren. Dies kann sehr nützlich sein, sofern der Banknachbar mehr Ahnung hat als man selbst und wenn man absolut die gleichen Fehler hatte, dann hat man ein grösseres Problem. Auch ist dies doch etwas auffällig, doch kriegt man normal erst eine Verwarnung, bevor einem die Klausur weggenommen wird und man eine 6 kriegt. Diese Methode ist manchmal wirkungsvoll, manchmal weniger, deshalb gute 3 von 5 Punkten.

Tische


Etwas auf den Tisch zu schreiben, das habe ich auch schon gemacht, möglichst mit ganz feinem Bleistift, damit es nicht auffällt. Das Aufgeschriebene kann man dann schnell auf ein Blatt schreiben und dann wegwischen. Das aufgeschriebene sollte nicht unbedingt den Rahmen sprengen, da es sonst den Rahmen sprengt. Kritzeleien auf den Tischen sind aber üblich, weshalb das nicht so auffällt. Das habe ich mir schon zum Nutzen gemacht und da man es auch schnell mit der Handfläche wegputzen kann, vergebe ich für diese Methode ganz knapp 5 von 5 Punkten. Ein gewisses Restrisiko besteht schliesslich immer, besonders bei dieser Methode.

verkleinerte Ausdrucke


Dies ist eine Methode, welche immer mehr Anklang findet, einfach etwas in den Computer eintippen, was bei der Klausur nützlich sein könnte, die Schrift ganz klein machen und dann ausdrucken. Diesen Spick dann in einer Hosentasche oder im Ärmel des Pullis verstecken und dann während der Klausur unauffällig hinausholen, abschreiben und dann wieder versorgen. Diese Methode ist eigentlich bei allen Lehrern bekannt und so wird darauf immer speziell acht gegeben bei Klausuren. Man kann natürlich auch Zettel mit Geheimschrift machen, aber das wäre doch etwas kompliziert und würde ich nicht machen. Die Methode an sich ist auf jeden Fall gut, da man so auch viel auf eine kleine Fläche bringt, doch die Methode ist eben zu verbreitet, deshalb 4 von 5 Punkten.

Markerstifte


Meine beste Methode sind die Marker, welche man zum Anstreichen braucht. Die werden an einer Prüfung nie verboten, da man sich so immer das wichtige hervorheben kann, was meine Lehrer an der Berufsschule sogar gut finden. So kam dann auch die Idee, einen Spick auf den Marker zu schreiben. Das verläuft so, dass man sich ebenfalls einen Spick aus dem Computer ausdruckt, welcher möglichst die gleiche Schrift hat, wie die normale Rückseite des Markers. Wenn dieser Ausdruck dann zufrieden stellend ist, kann man ihn mit dem Marker anmalen und auf dessen Rückseite kleben. So hat der Spick genau die gleiche Farbe wie der Marker, bildet durch die Kleber einen glatten Übergang und sieht in keiner Weise verdächtig aus, da die Schrift ja auch normal ist. Vielleicht kann man nicht so ganz viele Dinge aufschreiben, aber für die Wichtigsten reicht es sicher. Den Marker muss man dann während der Prüfung einfach normal hinlegen, mit dem Spick gegen unten und dann kann nichts passieren. Diese Methode hat mir schon einmal den Kragen gerettet, deshalb die vollen 5 Punkte von mir.
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Sollte man spicken [Meine Meinung]
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Nun, ich denke schon fast jeder hat gespickt, es gibt wohl auch welche, die noch nie gespickt haben, allerdings sind diese wohl die Minderheit. Ich gebe zu, ich habe bis vor kurzem ebenfalls noch zu dieser Minderheit gehört, doch jetzt in der Berufsschule gibt es einfach so viele Klausuren und Referate, dass man auch wenn man pausenlos lernt, den Stoff nicht beherrscht, zumindest ich schaffe das nicht immer ganz. Dann bin ich froh, wenn ich noch kurz einen Spick machen kann. Gut am Erstellen eines Spickzettels finde ich, dass man dann nochmals den Stoff durchgeht, indem man auch nochmals überlegt was wichtig ist, was man braucht und was man deshalb aufschreibt. Bei mir ist es häufig so, dass ich den Stoff, welchen ich aufgeschrieben habe dann auch im Gedächtnis speichern kann und den Spick dann überhaupt nicht mehr benötige. Er gibt einfach eine gewisse Sicherheit, auch wenn man ihn nicht benützt, was eigentlich auch sinnvoller ist. Einen Spick kann man als eine Art Zusammenfassung und Repetition des Stoffes ansehen und die kann einem doch noch etwas bringen.

Jetzt aber doch zur eigentlichen Frage, sollte man Spicken oder sollte man das besser nicht tun? Ich finde, man sollte besser nicht spicken, ausser in Notfällen, in denen einfach nichts mehr Hilft und man den Stoff einfach nicht begreift oder wenn man so viel Stress hat, dass man nicht mehr zum Lernen gekommen ist. Der Nachteil am Spicken ist natürlich, dass man den Stoff trotz einer guten Note nicht wirklich beherrscht. Dies mag bei einem Thema, welches nicht wirklich wichtig ist, nicht so entscheidend sein, doch all zu oft sind gewisse Themen die Grundsteine eines ganzen Themas, auf dem noch viel mehr aufgebaut wird. Dann hat man ein ernsthaftes Problem, denn so muss man auch bei der nächsten Klausur wieder Spicken, ausser man will den vorhergehenden Stoff doch noch lernen.

Ich bin also grundsätzlich gegen das Spicken, da eben der Lerneffekt ausbleibt, ausser man lernt den Stoff nach der Prüfung, was aber doch kaum einer macht, ausser der Stoff ist eben ein Grundstein für vieles anderes, dann versucht man doch noch den Stoff zu begreifen. Auch das Risiko ist beim Spicken oft zu gross und bei dem Aufwand, den man betreibt könnte man genau so gut noch etwas lernen, damit der Stoff doch einigermassen sitzt. Also spicken soll wer will, ich beschränke es auf das Minimum, also ich versuche immer zuerst den Stoff selbst einzutrichtern, bevor ich zu Spickern greife.
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Fazit
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Nun bin ich am Ende von meinem Bericht angelangt und ich hoffe, dass obwohl ich Spicken eigentlich nicht gut finde, dass einige etwas mit diesen Tipps von mir anfangen konnte und das nicht alle schon bekannt waren. Ich bin ja eigentlich gegen das Spicken, obwohl ich es schon angewendet habe und vergebe deshalb keine Empfehlung. Da es aber manchmal doch besser ist, als eine schlechte Note zu kassieren vergebe ich grosszügige zwei Sterne. Ich hoffe trotzdem, dass schön brav gelernt und wenn möglich nicht gespickt wird, da dies im Nachhinein auf jeden Fall besser ist, da häufig auch auf dem gelernten Stoff aufgebaut wird.

Liebe Grüsse
Vanessa

PS: BALD BIN ICH ROT ;-)

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
opaque_enigma

opaque_enigma

21.05.2004 20:24

hey, den trick mit dem textmarker, den find ich richtig (!) gut ;o)))

carnuntum

carnuntum

21.05.2004 18:27

Du bist schon rot :o)

OtterPeter

OtterPeter

20.05.2004 11:53

*lach* aus dem Alter bin ich ja raus! Schön geschrieben ..... hast Du da auch nicht gespickt? *grinsele*

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