Spider-Man, der Spinnenmensch (1977)

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Lieber nochmal die Neuverfilmung ansehen

2  15.08.2006

Pro:
Nicholas Hammond als Spiderman, schönes 70er Feeling, zufriedenstellendes Werk, wenn man nicht zu viel erwartet

Kontra:
Aus heutiger Sicht actionlos und langweilig, nicht gerade die interessanteste Story

Empfehlenswert: Nein 

Realjackass

Über sich: Lass deine Träume schweifen, lerne sie zu begreifen! Nein, nein, du mußt nicht bleiben, nein nein.. ...

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Der gewitzte Wandkrabbler Spiderman gehört zu den erfolgreichsten Comichelden überhaupt und so ist es auch nicht verwunderlich, dass das filmische Potential der Thematik irgendwann von einem Filmstudio erkannt und sogleich verfilmt wurde. Wer nun aber zuerst an den Hollywood-Blockbuster aus dem Jahr 2002 mit Tobey Maguire in der Hauptrolle denkt, dem darf ich sagen, dass Spiderman bereits 25 Jahre zuvor seinen ersten, filmischen Gehversuch wagte - in E.W. Swackhamer's "Spider-Man der Spinnenmensch".


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+STORY+
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In New York ereignen sich gehäuft Verbrechen, für die es keine logische Erklärung zu geben scheint. Gutverdienende und angesehene Bürger wie Rechtsanwälte oder Ärzte überfallen plötzlich Banken. Das gestohlene Geld wird jedoch nicht mehr gefunden. Kurz darauf meldet sich ein Unbekannter beim Bürgermeister zu Wort, der sich als Drahtzieher der Verbrechen zu erkennen gibt und meint, andere Menschen mittels Gehirnwäsche zu kriminellen Akten zwingen zu können. Sollte die Stadt nicht bereit sein, 50 Millionen Dollar zu zahlen, will der Unbekannte 10 Menschen zum Selbstmord zwingen.

Derweil führt der Student Peter Parker (Nicholas Hammond) an einer Universität Experimente mit Radioaktivität durch, was jedoch schon bald ungeahnte Folgen für ihn haben soll. Eine Spinne gerät in einen radioaktiven Strahl und beißt Peter kurz darauf in die Hand. Dieser spürt kurz darauf seltsame Veränderungen und stellt voller Erstaunen fest, dass er in der Lage ist, glatte Wände wie eine Spinne hochzuklettern. Er näht sich ein Kostüm und ist unter den Bürgern der Stadt New York bald als Spider-Man bekannt. Peter nutzt dies aus, um beim Daily Bugle Fotos von Spider-Man zu verkaufen und um den anonymen Erpressungen nachzugehen. Bei seinen Nachforschungen stößt er auf den gefährlichen Edward Byron (Thayer David) und bemerkt nicht, dass er dem Verbrecher blindlings in die Falle getappt ist..


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+DATEN ZUM FILM+
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Originaltitel: The Amazing Spider-Man
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 1977
Laufzeit: ca. 93 Min.
Freigabe: FSK 6
Indiziert: Nein

Regie: E.W. Swackhamer
Buch: Alvin Boretz, Steve Ditko, Stan Lee
Produzent: Edward Montagne
Kamera: Fred Jackman Jr.
Schnitt: Aaron Stell
Originalmusik: Johnnie Spence

Darsteller:
Nicholas Hammond.....Spider-Man/Peter Parker
David White.....J. Jonah Jameson
Michael Pataki.....Captain Barbera
Hilly Hicks.....Joe 'Robbie' Robertson
Lisa Eilbacher.....Judy Tyler
Jeff Donnell.....Tante May Parker
Robert Hastings.....Monahan
Ivor Francis.....Professor Noah Tyler
uvm.


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+BEZUGSMÖGLICHKEITEN+
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"Spider-Man der Spinnenmensch" ist bislang noch nicht auf DVD erschienen, ist jedoch als VHS für wenig Geld auf Flohmärkten und natürlich bei ebay zu erstehen.


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+KRITIK+
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"Spider-Man der Spinnenmensch" ist die erste Spider-Man Verfilmung überhaupt und stellt gleichzeitig einen Pilotfilm für die Serie "The Amazing Spider-Man" dar, die 1978 produziert, und eine Zeit lang in den USA ausgestrahlt wurde. Wer bei dem Titel Spiderman nun an einen actionreichen, Special Effects beladenen Blockbuster denkt, der sollte sich gar nicht erst an dieses Frühwerk heranwagen, da es rein gar nichts mit dem neuen Hollywood-Blockbuster gemeinsam hat. Wie auch schon bei "Batman hält die Welt in Atem", dem ersten Batman-Realfilm, liegt hier ein überaus trashiges Werk vor, das keinesfalls an heutigen Sehgewohnheiten gemessen werden darf, da es sonst auf der ganzen Ebene enttäuscht.

Die Grundstory ist im Prinzip ein und dieselbe. Der wesentliche Unterschied besteht lediglich darin, dass es Peter Parker hier nicht mit dem grünen Gnom, sondern einem gewöhnlichen Verbrecher zu tun bekommt, der andere Leute mittels Gehirnwäsche und Manipulation zu kriminellen und selbstmörderischen Taten treibt. Ansonsten hangelt sich die Erzählungen aber an den typischen Eckpfeilern einer Spiderman - Entstehungsgeschichte entlang. Wir lernen Peter Parker als einen symphatischen Studenten kennen, der bei seiner Tante May lebt und unbedingt als Fotograf für den Daily Bugle arbeiten möchte. Vom Chefredakteur Jameson, der ihn immer wieder abblitzen lässt, wird er allerdings nicht so recht ernst genommen. Kurz darauf kommt es zu dem Zwischenfall mit der verstrahlten Spinne, Peter darf seine Kräfte kennen lernen und vollbringt fortan gute Taten.

Das kennt man so alles schon. Was "Spider-Man der Spinnenmensch" aber von dem aktuellen Film unterscheidet, ist dass er einfach langweilig und ohne Höhepunkte erzählt wird. Die Action kommt hier viel zu kurz, zu oft ist Nicholas Hammond ohne sein buntes Spidey-Dress zu sehen und schlägt sich mit den öden Problemen eines Peter Parker herum. Wieder und wieder versucht er, einen Job als Fotograf zu ergattern und bekommt ständig eine Absage. Zwischendurch wird dann parallel die Story vom Oberschurken erzählt, der andere Menschen mithilfe einer Apparatur leitet und ihnen Befehle eintrichtert. Nicht sonderlich interessant, das Ganze, zumal von dem Schurken Edward Byron keinerlei spürbare Gefahr ausgeht, er wirkt eher wie der nette, alte Herr von nebenan, der mal eben die Stadt um 50 Millionen Dollar erpressen möchte.

Würde sich Spidey wenigstens mit Superschurken herumschlagen, wäre das Ganze vermutlich eine Spur interessanter, aber die einzigen Gegner, mit denen er sich im Film einen Kampf liefert, sind drei Ninjas, die für Byron arbeiten. Der gezeigte Kampf ist dabei einfach lächerlich und spiegelt wunderbar das Budget des Films wieder. Normalerweise wäre es ein leichtes für Spiderman, drei einfache Ninjas aufs Kreuz zu legen, doch hier kommt er bei einem Kampf ganz schön ins Schwitzen. Die gezeigte Prügelei wirkt dabei wie aus einem Bud Spencer Filme entnommen. Wüsste man es nicht besser, könnte man anhand dieser Szenen nicht davon ausgehen, dass Spiderman eigentlich unglaublich stark und akrobatisch veranlagt ist.

Es ist allerdings auch nicht so, dass der ganze Film ein einziger, großer Langweiler wäre. Es ist durchaus interessant mit anzusehen, wie Peter seine Fähigkeiten kennenlernt, da man alles schön gezeigt bekommt. Hier erhält der Streifen dann klare, trashige Tendenzen, da man in den "Kletterszenen" lediglich einen verkleideten Mann sieht, der auf allen Vieren an einer horizontal absolut geraden Wand herumturnt. Durch einige Tricks wurde es dann so hingedreht, als würde Spidey eine Hauswand hochgehen. Des öfteren ist aber auch zu erkennen, dass der Schauspieler seltsamerweise in der Luft klettert, was nicht gerade von einer guten Effektarbeit zeugt. Lediglich eine Sequenz ist auch heute noch beeindruckend, nämlich die, in der sich Spiderman von einem Hochhaus zum Nächsten schwingt. Sieht durchaus echt aus und könnte somit von einem Stuntman durchgeführt worden sein.

Es mag überraschen, aber Nicholas Hammond macht sowohl als Peter Parker, wie auch als Spiderman seine Sache erstaunlich gut. Sogar den Vergleich mit Tobey Maguire hält er noch stand, da dieser seinen Part viel zu weinerlich rüberbrachte. Hammond wirkt als Parker dagegen smart und bodenständig.
Auch die anderen Akteure wissen meist zu gefallen, vor allen Dingen Michael Pataki als unfreundlicher Captain Barbera. Der Einzige, von dem ich etwas mehr erwartet hätte, war J. Jonah Jameson, der von David White weit weniger aggressiv gespielt wurde, als wir es aus der Neuverfilmung kennen.


++++++
+FAZIT+
++++++

"Spider-Man der Spinnenmensch" ist für die damalige Zeit eine zufriedenstellende Spiderman Verfilmung, die jedoch den heutigen Sehgewohnheiten in keinster Weise Stand halten kann. Der Streifen ist einfach zu actionlos und enttäuscht mit harmlosen, langweiligen Schurken. Die Story schleppt sich viel zu oft einfach so dahin, Höhepunkte gibt es nur selten. Wäre das Budget größer gewesen, hätte aus dem Streifen vermutlich eine runde Sache werden können, denn die Schauspieler, wie auch die nette 70er Stimmung wissen durchaus zu gefallen. Als direkte Vergleichsmöglichkeit ziehe ich einfach mal "Batman hält die Welt in Atem" hinzu, der im Jahr 1966 entstand und dennoch um einiges flotter und unterhaltsamer als diese Spiderman-Verfilmung daherkommt. Eigentlich schade. "Spider-Man der Spinnenmensch" hat seine interessanten Momente, die jedoch auch nicht mehr viel herausreißen können.

Von mir gibt es letzten Endes 4 von 10 Punkten und keine Empfehlung. Beschafft euch lieber die direkte Fortsetzung "Spider-Man schlägt zurück".

Mfg
Realjackass
Bilder von Spider-Man, der Spinnenmensch (1977)
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Nicholas Hammond als Spiderman
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Eminencia

Eminencia

18.08.2006 22:44

Wusste gar nicht, dass es sowas gibt.

metalazzy

metalazzy

16.08.2006 14:43

Ist das so lustig wie die alte Batman-Serie mit den "POW!", "SMASH" und "HRRKS"-Einblendungen bei den Prügelszenen oder einfach nur nicht mehr zeitgemäß? Grüße, Azzy

Milsch

Milsch

16.08.2006 13:21

Spiderman ist ohnehin nicht meine bevorzugte Liga, dann darf ich diesen hier ja nach Deiner Kritik beruhigt für immer abhaken.

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