Achterbahnfahrt durch Höhen und Tiefen
29.06.2003
Pro:
Bundesliga live
Kontra:
Programmreduzierung in den letzten Monaten
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Programmdesign:
Programmstruktur:
mehr
 Dannybsv
Über sich:
Mitglied seit:27.06.2003
Erfahrungsberichte:4
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 31 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Was ist in den letzten Jahren öffentlich über das Premiere-Sportprogramm diskutiert worden. Nahezu jeder Abonnent findet Gründe, sich in unterschiedlichster Weise zu beklagen - um andererseits beständig seinen Vertrag zu verlängern. Ich möchte in diesem Bericht auf mögliche Motive für die Zerrissenheit eines Abonnenten zwischen Kündigung und Vertragsverlängerung eingehen. Blicken wir zwei Jahre zurück. Im Frühsommer 2001 wurde bei Premiere rangeklotzt. Übermäßig hohe Beträge schleuderte man für zweifelhafte Programmhighlights zum Fenster hinaus und erwarb massenhaft Sportrechte. Das schier unendliche Repertoire an Live-Übertragungen erfreute die Abonnenten, neue Kunden wurden jedoch trotz intensiver Bemühungen nicht gewonnen. Die BILD-Zeitung als treuer Partner titelte "Bundesliga für alle, nur 299 DM" und begab sich in unkritische Nahdistanz zum Fernseh-Sohn aus dem eigenen Hause. Die Formel 1 wurde in sechs Kameraperspektiven übertragen und fast jede Nacht konnte man auf über 6 Sportkanälen Highligts aus der NBA, NFL und NHL sehen. Nicht zu vergessen die teuren Tennis-Übertragungen samt Multifeedoptionen, die Leichtathletik-Golden-League, bis zu 12 Spielen aus dem internationalen Fußball pro Wochenende, Golf, Boxen und vieles mehr. Hört sich gut an ? War es auch....einzig die Kundenresonanz blieb aus.So entschied man sich in blinder Panik und angesichts des drohenden Bankrotts dafür, die Bundesliga aus dem Pay-per-View Bereich auszugliedern und zum Bestandteil des Sport-Paketes zu machen. Widerum ein lobenswerter Schritt, aber bis auf die BILD-Zeitung machte die gesamte mediale Macht negative Stimmung gegen den Kirch-Zögling und vergraulte potentielle Interessenten. Selbst die olympischen Spiele im Februar brachten keine Resonanz und die WM in Asien lockte nur mäßig zum Receiverkauf an. Nach der Insolvenz von KirchMedia übernahm der mittlerweile berüchtigte Georg Kofler die Geschäftsführung und strich Programminhalte knallhart zusammen. Jetzt waren die Abonnenten am Meckern: Formel 1 gab es ohne große Vorberichterstattung, Kameraperspektiven fielen zum Teil weg, die Bundesliga-Nachberichterstattung aus dem Studio in München vermisste man kurze Zeit später, ebenso Magazinformate wie "Der Talk" oder "Fußball international". Von hochkaratigen Boxkämpfen nahm man ebenfalls Abstand und der internationale Fußball wurde von 12 auf gerade mal 3 Spiele pro Wochenende gekürzt. Letztendlich stand am Ende der Programmreform ein ausgedünntes Sport-Paket mit gerade einmal 2 Kanälen.Doch wieso steigen umgekehrt die Abonennten-Zahlen ? **************************************************** Meines Erachtens liegt es an zwei wesentlichen Dingen.1. Die Anspruchslosigkeit der Alt-Abonennten: Für die Meisten zählen nur zwei Programminhalte, Bundesliga und Formel 1. Mit sehr viel Wohlwollen kann man Premiere attestieren, auf diesen zwei Gebieten nur sehr wenig gekürzt zu haben. Es gibt weiterhin alle Spiele live und die Formel 1 kann immernoch ohne Werbung verfolgt werden. Für Fußball- und Motorsport-Fans ist das ein Argument, was gegen eine Kündigung spricht. Denn was wären die Alternativen ? Fußball in kurzen Zusammenfassungen mit viel Showelementen, Formel 1 mit nerviger Werbung in entscheidenden Phasen. Wer sich das ersparen will, zahlt zähneknirschend die 18-20 Euro im Monat. Nicht aus Dankbarkeit oder weil Premiere so toll ist, sondern weil er sich vor dem deutlich schlechteren Free-TV-Angebot bewahren möchte. Eine möglichweise unzutreffende These von mir: Selbst wenn NUR noch Bundesliga und Formel 1 übertragen würden, täte das den Abo-Zahlen kaum einen Abbruch. Sowas sollte man besser nicht laut sagen, nachher liest noch ein Premiere-Mitarbeiter mit. ;-) 2. Die zugegeben gute Verkaufsstrategie von Premiere. Auf dem Gebiet des Marketings hat sich einiges getan. Kooperationen mit Wohnungsvermietern werden eingegangen, Bonussysteme für Werber wurden eingeführt und attraktive Sonderangebote schüren den Verkauf. Des weiteren ist das Medien-Echo seit der Abkoppelung vom Kirch-Konzern deutlich wohlwollender und Kofler darf sogar in ARD-Talkshows sein Produkt bewerben. Noch vor einem Jahr wäre das undenkbar gewesen. Selbst auf den Internet-Homepages der Bundesligavereine wird man auf Premiere aufmerksam gemacht und es werden in Zusammenarbeit mit den Vereinen "Fan-Pakete" angeboten. Das ist in Wirklichkeit keine große Preisermäßigung, die man dort mitnehmen ann, aber alleine die Tatsache, dass Premiere mit dem "Lieblingsclub" kooperiert, lässt das Image in die Höhe schnellen. Man darf gespannt sein, was einen in dieser Richtung noch erwartet.Was bietet Premiere Sport eigentlich effektiv ? ************************************************ - alle Bundesligaspiele live - Konferenzschaltung bei Bundesliga und 2.Liga - knapp 2 Spiele pro Wochenende aus den internationalen Ligen - Formel 1 mit Optionen und ohne Werbung - jeweils 2 Spiele pro Woche aus der NHL, NBA, NFL und NBA - DEL: zwei Spiele pro Woche - viel Golf - Füllstoff wie zweitklassiges Boxen, Motorsport usw.Im Gegensatz zum Angebot vor zwei Jahren ist das äußerst mager, aber scheinbar scheinen es die Abonnenten aus oben aufgeführten Gründen zu schlucken. Eine Prognose abzugeben ist schwer, doch eines ist sicher: Premiere Sport wird weiterhin für Gesprächsstoff sorgen, bei Fans, Gegnern und den Banken. ;-) Auf die nächsten turbulenten zwei Jahre !
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22.07.2003 16:36
Ich finde das Programm ist sein Geld nicht wert!!! Aber Deinen Bericht sehr gut!!!***VG INZHAGI***
30.06.2003 21:20
Guter Bericht und das schon gleich beim ersten! Respekt!mfg Jojo
30.06.2003 16:38
klasse klasse,mfg