Autoanschieben - Rückkehr ins Paradies
12.02.2005
Pro:
Fit im Alter
Kontra:
Hügelleidenschaft ist wenig belebend
Empfehlenswert:
Ja
 ManfredJG
Über sich:
Besucht unseren Adventskalender und unser Quiz auf http://www.unserkaminzimmer.de . Manfred J. Grie...
Mitglied seit:23.12.2002
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Vorwort ----------- Die Frucht der Erkenntnis aus männlicher Sicht hat sicherlich etwas damit zu tun, dass Adam damals diesen Apfel aus Evas Hand etwas unüberlegt entgegen nahm.. Dieser Vorgang hängt uns Männern nach und all die Zeit nach der Vertreibung aus dem Paradies haben wir versucht, Geschehenes ungeschehen zu machen. Noch heute kämpfen wir um unsere Reanimation, um dass, was uns für Frauen so attraktiv macht. Das Hobby ---------------- Keuchend schoben die beiden einander Anvertrauten den müden alten PKW den Berg hinauf. Es war der erste Tag allen Geschehens und sie trug den schwarzen Pullover eng anliegend, über ihre herrlichen Brüste gespannt, während er aufmerksam den Geräuschen seines Wagens lauschte. Es war still, Geräusche waren noch nicht erfunden - oder zumindest gab der PKW keine von sich. Schritt für Schritt rollten die Räder neben den Schuhen der einander Anvertrauten einher, getrieben durch jenen Drang, der den Mann zum Manne werden lässt. 'Dich werde ich schon reanimieren' tropften seine Gedanken in das Hirn seiner Partnerin, deren Pulloverfüllung mit jedem Schritt ein Stück Inhalt verlor. Genug Schritte später setzte er sich ans Steuer und ließ sie den Schwung für die nötige Zündung aus ihrem Pullover schwitzen. Allein - der Diesel wollte nicht anspringen, stoppte still am Fuße des Hügels und hinterließ den beiden Anvertrauten ein Problem. Und Probleme lösen sie immer gemeinsam, die beiden. Er dachte nach und sie folgte seinen Gedanken, ohne diese zu verstehen. Es war der erste Tag und eigentlich war alles noch recht überschaubar. Die Minusgrade des herrschenden Klimas hatten die Kühlflüssigkeit des geliebten Oldtimers einfrieren lassen, worauf dieser mit Stille reagiert hatte. Am zweiten Tag wurde die Hilfe in Form eines kleinen, gelben Engels geschaffen. Ebenfalls männlich, untersuchte dieser den bestehenden Sachverhalt. "Da geht nichts, alles ist eingefroren", äußerte er sich fachkundig und gleichzeitig charmant, obwohl der schwarze Pullover der Gattin längst nicht mehr die nötige Fülle für so eine Art von männlichem Charme besaß. "Sie müssen den erst einmal auftauen" - mit diesen Worten schlich er sich in sein kleines Gefährt zurück und machte die Biege. Auch der Gatte schlich sich in seine Woche, Männer müssen schließlich hart für sich und ihre Anvertrauten arbeiten. Die Pulloverträgerin überließ ihm bereitwillig ihren PKW und organisierte alles weitere in seinem Sinne. Allerdings war ihr dieser Sinn beim Abschied nicht so recht klar. Alles, was sie verstanden hatte, war: 'Du musst dich morgens auf den Kühler legen, damit das kleine Gefährt durch die Körperwärme auftaut.' Und so tat sie dann auch, während ihr Gatte seiner Arbeit nachging. Hin und wieder schaute sie in den Kühler und zählte die kleinen Eiswürfel, die langsam weniger wurden. Gegen Ende der Woche, es ging auf den dritten Tag zu, betätigte sie versuchsweise die Zündung, die mit einem 'Klack' des Anlassers antwortete. Scheinbar war eine andere Art von Energie nötig, um den PKW wieder in Gang zu bringen. So empfing sie ihren Gatten mit dem gelben Pullover, der noch aus ihrer Jugendzeit stammte - erwartungsvoll am folgenden Wochenende. Dieser schloss das Batterieladegerät unverzüglich an den in der Garage still stehenden Kleinwagen mittleren Alters an, während ihr Brüste sich unter dem gelben Pullover an jene Zeit rückerinnerten, als Fahrradfahren noch Mode war. Es war der dritte Tag im Leben der beiden einander Anvertrauten und die Hoffnung nahm Platz im Gemüt des Gatten, der auf das Ladegerät vertrauendб auf dem Sofa einschlief. Früh morgens, die Gattin hatte schon das Frühstück zubereitet, drehte er den Zündschlüssel um. 'Klack' antwortete der Kleinwagen unkooperativ. Nun aber schnell die Gattin geholt und den Berg hinauf. Diese hatte vorsorglich den blauen Pullover aus der alten Mottenkiste geholt, damit das bevorstehende Treffen mit dem gelben Engel zumindest nach ihrem besten Wissen und Gewissen attraktiv verlaufen würde. Das Keuchen, die Abfahrt und der Stopp ereignete sich ähnlich, wie am ersten Tag. 'Klack'. Erneut rief der Gatte den Beistand an, der am zweiten Tag geschaffen worden war. Und erneut standen die beiden Männer vor dem rätselhaften Phänomen des sich nicht drehen wollenden Motors. "Da ist etwas kaputt" erläuterte der Fachkundige dem Gatten, bevor er wieder in sein Gefährt stieg und davon rauschte. Engel rauschen so schön, dachte die Gattin. Sie mochte die Rauschgoldengel am Weihnachtsbaum, den sie jedes Jahr bis zur Decke ausmaß. Unruhig kroch der Gatte am dritten Tag unter seine Decke, die nicht weit von ihrer entfernt, nur durch eine kleine Ritze getrennt seinen Schlaf bewachte.Der vierte Tag bestand ausschließlich aus Organisation. Sie folgte seinen Gedanken und suchte eine Mitfahrgelegenheit in einem Wagen, der abgesprochen in ihrer Nähe ihren Gatten aufsammeln würde. Dieser musste natürlich wieder in seinen Alltag zurückkehren Immerhin gingen ihr langsam die Pullover aus und ihr schmächtiges Gesicht hätte sicherlich nur wenig Interesse bei ihm hervorgerufen, genauso wenig, wie bei den gelben Engeln, die nun schob fast zum Alltag gehörten. Unter der Woche wusch sie die Kleider, insbesondere die Pullover, harrte auf das nächste Wochenende, an dem sich der fünfte Tag ereignen würde. Gut gelaunt fuhr der Gatte an diesem Tag Richtung Kleinwagen und hetzte seine Gattin gleich früh morgens wieder den Berg hinauf. An diesem Tag durchbrach die Stille zum ersten Mal ein Geräusch. Leises Knurren verriet den einander Anvertrauten, dass nun Leben in die Sache kommen würde. Sie, den gelben Pullover aus der Jugend tragend, schöpfte Hoffnung, während die beiden das Wochenende über den Berg hinauf und hinunter neben den kleinen Rädern einher trabten. Oder besser gesagt, die Räder folgten weiterhin ihren Schritten. während das Geräusch des sich nähernden Endes der Schöpfung immer deutlicher wurde. Dazwischen aber musste noch eine Woche vergehen, eine Woche voller Ungewissheit und Nachdenklichkeit. Ungewissheit, weil er nicht wusste, ob alles wieder gut werden würde mit seinem PKW und Nachdenklichkeit, weil ihre Pullover langsam die Körbchengröße eines kleinen Bikinis betont hervorheben konnten. Dann war es soweit. Der Sechste Tag brach an und der gelbe Engel verließ in früher Morgenstunde den Ort des Geschehens mit den Worten: "Da ist etwas kaputt." Deutlich war die Spannung zwischen den beiden einander Anvertrauten zu spüren. Jetzt musste etwas geschehen. Auch der PKW wollte inzwischen nicht mehr neben ihren Füßen herrollen, seine kleinen Räder waren schon ganz abgeschoben. Jetzt musste eine Idee her, und die konnte nicht mehr aus der Labsal ihrer wunderschönen Brüste stammen. Bei der Körbchengröße, die diese inzwischen angenommen hatten, warf nicht einmal mehr der gelbe Engel einen Blick auf die äußere Erscheinung der Gattin des PKW Besitzers. Betont lässig legte dieser sich auf seinem Teil des Bettes nieder, kuschelte sich unter die Decke und begann zu träumen. Er träumte von Dieselmotoren, die kleine Kolben antrieben und ihren Besitzern nur Freude machten. Pullover kamen in dem Traum nicht vor. Er hatte auch nicht bemerkt, wie seine Gattin stillschweigend an den Gedanken abgenommen hatte, denen sie um seinetwillen gefolgt war. Wäsche waschen war immer schon ihre Aufgabe gewesen. Dafür war er morgens schon ganz früh auf, es war der siebte Tag. Man sagt im Allgemeinen, dass Männer am siebten Tag von ihrer Arbeit ruhen. Eigentlich aber stellt sich erst am siebten Tag heraus, was sie die ganze Woche über getrieben haben. Sie lehnen sich dann zurück und betrachten ihr Werk. Und dann kommt ihnen meist eine Idee. Der Gatte jener Gattin, die in Pulloverschwierigkeiten geraten war, stellte da keine Ausnahme dar. Scharen von Touristen, insbesondere chinesische Männer, fotografieren seit jenem Traum den Kleinwagen vor dem Haus in der Nähe des Hügels, von dem dieser während der Schöpfungszeit immer wieder heruntergerollt worden war. Heute hat das Land, in dem der Hügel liegt, endlich dem Antrag auf Denkmalschutz zugestimmt. Stolz präsentiert sich der Gatte als eigentlicher Urheber der Ereignisse, die zu diesem Schöpfungsakt führten, Für ihn steht es fest: Er ist ins Paradies zurückgekehrt. Seine Gattin allerdings hat dafür einen hohen Preis bezahlt. Die Größe ihrer Äpfelchen ist unweigerlich auf ein Mindestmaß geschrumpft. Eva hätte sich niemals träumen lassen, was Adam so alles zustande bringt und die Idee mit der Vertreibung damals stellt sich im Nachhinein als keine gute Idee dar. Solange Männer noch glauben, sie könnten das Paradies zurückholen, solange wird Eva den Kürzeren ziehen.
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12.02.2005 17:38
Hey! Vielleicht gliederst du den Bericht noch ein wenig mehr, es fältt einem sonst schwer dies zu lesen. lg