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Erfahrungsbericht über "Sport"

veröffentlicht 21.06.2006 | SabineG1959
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Ihr Lieben, ich wünsche Euch allen eine scholne Adventszeit frohe Weihnachten und einen guten Rutsch :)
Sehr gut
Pro Wandern ist gesund, man sieht viel, erlebt viel
Kontra eigentlich nix
sehr hilfreich

"~ Wandern zum Thusfest mit Erwin ~"

Thuswasserfall

Thuswasserfall

Da ich keine Kategorie "Wandern" gefunden habe, Wandern aber doch ein sehr schöner Sport ist, schreibe ich meinen Bericht zum Thema Wandern und zum Zustand der Wanderwege hier im Umkreis also unter der Rubrik "Sport". Viel Spaß beim Lesen! :)


Nun habe ich schon länger nichts mehr von meinen Erlebnissen mit Erwin erzählt. Nicht, dass Ihr denkt, es würde langsam langweilig mit ihm, und der lahme Alltag hätte Einzug gefunden. Also: am Pfingstsonntag, den 4. Juni 2006 wanderten wir Richtung Röslau zum Thusfest beim Thuswasserfall. Zitat der Röslauer Homepage zur Vorankündigung des Festes:


"Thusfest
4. Juni 2006
Der Wasserfall im Thuswald in Röslau ist ein Relikt der Industrialisierung des späten19. Jahrhunderts. Oskar Böttcher erschloss sich eine Energiequelle durch den Bau eines zweieinhalb Kilometer langen Kanals zum Betrieb einer Turbine und gründete 1886 die Pappenfabrik im Thus. Das Wasser der Eger stürzte etwa dreißig Meter auf die Schaufelräder der Turbine, die heute noch in Betrieb ist. Der Eger-Wasserfall ist der Überlauf des Kanals. Durch Böttchers unternehmerischen Einsatz entstand das idyllische Kleinod im Thuswald, das schon 1923 die Röslauer in seinen Bann zog. Sie gestalteten im Thuswald eine Naturbühne, auf der sie 1923 und 1924 die Operette "Die Winzerliesel" vor etwa zweitausend Zuschauern zur Aufführung brachten. Die Operettenspiele wurden nicht fortgeführt, aber die Röslauer nutzen seit 1928 - immer am Pfingstsonntag - den Thuswald zum Feiern ihres Waldfestes.
Ab Mittag spielte früher eine Blaskapelle vor dem Rathaus und lockte die Röslauer mit einem Standkonzert an. Ein Wagen der Oberröslauer Brauerei Arzberger stand bereit mit Bierfässern, Bierbänken und Maßkrügen. Gäste und Bierwagen zogen gemeinsam, der Musik folgend, zum Feiern in den Thuswald.
Ab Mittag spielte früher eine Blaskapelle vor dem Rathaus und lockte die Röslauer mit einem Standkonzert an. Ein Wagen der Oberröslauer Brauerei Arzberger stand bereit mit Bierfässern, Bierbänken und Maßkrügen. Gäste und Bierwagen zogen gemeinsam, der Musik folgend, zum Feiern in den Thuswald.
Zu erreichen ist der eingetischte Festplatz nordwestlich von Röslau im wildromantischen Thuswald an der Eger vom Ortsteil Thusmühle aus links und auch rechts der Eger oder ebenfalls nach einer kleinen Wanderung über die Heimstättenstraße vorbei am Pfarrweiher. Gut erreichbar ist der Thuswald zu Fuß auch vom Ortsteil Dürnberg und von Weißenstadt her über den Ortsteil Grub. Die Zufahrt bis an den Festplatz ist nicht möglich, jedoch stehen im Ort ausreichend Parkplätze, unter anderem am Festplatz, zur Verfügung.

Jährlich kommen viele Besucher zum Röslauer Waldfest, um unter den schattenspendenden Bäumen des von Felsengruppen umrahmten idyllischen Festplatzes zu feiern.
Am Egerwasserfall - im Thuswald nordwestlich von Röslau gelegen - findet jedes Jahr (gutes Wetter vorausgesetzt) das weit über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannte und beliebte Thusfest statt. Veranstalter sind die Vereine Röslaus. Attraktion des Festes ist der Wasserfall, der aus 28 Metern Höhe tosend in das mit Granitfindlingen gefüllte Flussbett der Eger stürzt. Nur noch einmal jährlich, zum Röslauer Waldfest ist das Naturschauspiel zu sehen.
Nach Auslichtung des Baumbestandes faszinieren die Felsen mit ihren Schluchten wie in "alter Zeit" und vermitteln einen besonderen Reiz."
Da ich schon einmal gemeinsam mit einer Brieffreundin die 6 km nach Röslau durch den Wald nicht so direkt gefunden hatte, so dass es eher 20 als 6 km waren, die aber in wunderschöner romantischer Erinnerung hatte, schlug ich also vor, die paar Meter bis zum Fest zu laufen in der Hoffnung, dass das Wetter mitspielen würde. Dies war nämlich noch einer der Tage, an denen es zwar ziemlich aber meist doch nicht ganz trocken war. Erwin meinte, wir bräuchten ca. 1 ½ Stunden bis dahin, da das Fest ja nicht in sondern außerhalb von Röslau im Wald stattfinden würde, von Marktleuthen aus auch eher hinter Röslau.
Nun gut, ich war gewarnt, und wir zogen los. Wir marschierten den Galgenberg hinauf, die anstrengendste Steigung des ganzen Weges - *grins* - die Galgenbergsteigung ist lächerlich! Schließlich tagte hier in den alten Zeiten die Hohe Gerichtsbarkeit, die eventuell Gehenkten mussten ja auch irgendwie wieder entsorgt werden, und die Hohen Herren nahmen gewiss keine unnötigen Anstrengungen in Kauf.
Oben auf dem Berg steht eine einsame Föhre, die inzwischen gar nicht mehr so einsam ist, weil sie fast mit einem Vogelbeerbaum zusammen gewachsen ist. Hier geht der Weg laut Wanderführer weiter - aber wo? Der inzwischen ziemlich zugewachsene Wegweiser zeigt in Richtung eines nur leicht wahrnehmbaren Weges, den wir damals, vor Jahren, als Wanderweg gar nicht so recht wahrgenommen hatten. Da Erwin den Weg kannte - im Gegensatz zu meiner Brieffreundin und mir damals vor Jahren, gingen wir also gleich den richtigen Weg durch das Gras, kletterten über oder an umgestürzten Bäumen vorbei und kamen an den Weg an dem Wasserhäuschen aus, der damals, vor Jahren, total zugewachsen war mit Gras und als solcher nicht zu erkennen war.
Nun, jetzt war es Anfang Juni, und der Weg war also solcher noch zu erkennen. Ohne Erwin wäre ich aber wieder nicht dort angekommen, da es nämlich an einer Weggabelung wieder mal keinen Hinweis auf die richtige Richtung gab. Ich wäre den Weg gegangen, der eindeutig als Weg zu erkennen war, richtig war natürlich der mehr Trampelpfad geradeaus…
Dank Erwin gelangten wir also auf dem schnellsten Weg zum Röslauer Steg über die Eger. Hier ist es wild-romantisch und total einsam - Natur pur …
Zwei Stege führen über die Eger und ein kleineres Gewässer dahinter. Der eiserne erste war in Ordnung, der zweite hölzerne trug nur noch ein von der letzten Überschwemmung abgerissenes Geländer, war ansonsten aber stabil, und so gelangten wir heil ans andere Ufer. Hier fanden wir zwei Weiher vor, die durch einen Damm voneinander getrennt sind. Aufgrund des vorangegangenen Hochwassers war dieser schmale Damm aus Erde von Rinnsalen durchzogen, die ich wenig vertrauenerweckend fand, und mir grauste davor, den Weg möglicherweise auch noch im Dunkeln wieder zurück gehen zu müssen.
Ich war heilfroh, als wir heil auf dem festen Weg angekommen waren. Links führte er nach Röslau "City", rechts gingen wir Richtung Thusfest über Dürnberg. Wir kamen noch an ein paar Weihern vorbei, aber nach dem Wald zog sich der Weg, der nun auch asphaltiert war, endlos dahin, was ich ziemlich ermüdend fand.
Da ich ja nicht so unbedingt wieder denselben Weg zurück gehen wollte und man von hier aus des öfteren Neudorf, einen Nachbarort von Marktleuthen bzw. ein von Marktleuthen eingemeindetes Dorf, sehen konnte, von wo aus es nicht so besonders weit nach Hause ist, fragte ich bei jedem Weg in diese Richtung, ob wir zurück nicht hier lang gehen könnten, aber Erwin nahm mir fast jegliche Illusionen: um nach Neudorf zu gelangen, müsse man einen Bach überqueren, der durch eine Wiese fließe, die in diesem Augenblick wohl ziemlich sumpfig sein dürfte.
Endlich gelangten wir an die Straße zwischen Neudorf und Röslau über Dürnberg, die wir überqueren mussten, um durch den kleinen Ort zum Wasserfall zu gelangen. Nun wurde der Weg auch wieder interessanter, und uns begegneten auch Leute, die schon wieder auf dem Heimweg waren, uns aber versicherten, dass es noch genug zu essen und Bier gäbe. Nach Kaffee, meinem einzigen Suchtmittel, fragte ich dummerweise nicht.
Der Weg war sehr schön und kurvenreich, durch Wiesen, Wald und tiefen Matsch. Aber wir kamen an, aßen Fischbrötchen, Steaks und Käse, bewunderten das Böhmische Blech, stellten fest, dass es keinen Kaffee gab, und folgten dem Rauschen des Wasserfalls. Zu seinen Füßen ließen wir uns auf einer Baumwurzel nieder und fotografierten noch ausgiebig, bevor wir uns wieder zurück auf den Heimweg machten.
Auf dem Festplatz, wo es die Stände und auch Tische und Sitzbänke gab, trafen wir noch Bekannte, die mit dem Fahrrad unterwegs waren und auch aufbrechen wollten. Zu Fuß waren Erwin und ich durch den Matsch wesentlich schneller als die drei mit dem Fahrrad, aber auf dem trockenen Stück fuhren sie uns davon. Allerdings hatte ich inzwischen gewonnen: wir hatten eine Karte aus den 70ern studiert und festgestellt, dass da noch Wanderwege über Neudorf eingezeichnet waren, die wir bequem heim gehen konnten. Der Vorteil wäre, dass ich denn doch noch im Ulmenhain in Neudorf zu meinem Kaffee käme. Es war zwar schon später als Nachmittag, aber Pfingstmontag konnte ich ja ausschlafen, falls ich vom späten Kaffee nimmer schlafen könnte. Also verabredeten wir uns in Neudorf im Ulmenhain. Soooooo weit wäre es ja nicht mehr dort hin.
Luftlinie stimmte das ja, aber ansonsten kommt es immer darauf an, woher man denn nun geht … Wieder in Dürnberg entdeckten wir einen Weg, der uns das Laufen über die Straße ersparen würde - dachten wir. Der Weg war klasse, aber er bog auf einmal in die falsche Richtung ab, aber es gab noch einen kleinen durch den Wald in die richtige Richtung, der auf einer Wiese endete, an deren Ende ich die Straße vermutete, Erwin aber den eigentlich richtigen Weg. Da die Wiese aber zu feucht aussah, gingen wir zurück, um den richtigen zu suchen, an dem wir eigentlich auf dem Hinweg hätten vor bei kommen müssen, an den sich aber keiner von uns erinnern konnte, was auch kein Wunder war, da dieser Weg auch schon fast zugewuchert war und mehr aus Gras als aus Weg bestand.
Also gingen wir wieder zurück über die Straße und entschieden uns für den Weg, der schon in dieser Karte als schlecht eingestuft war, im Gegensatz zu dem Parallelweg durch die Wiese über den Bach. Zunächst sah ja alles gut aus, der Weg führte noch gut erkennbar durch den Wald, aber auf einmal war er zu Ende: Wiese, hüfthoch … was nun?
Links führte ein gerade noch erkennbarer Waldweg wieder Richtung Straße - de war auch so auf der alten Karte eingezeichnet. Aber Erwin meinte, die Fortsetzung des Weges jenseits der Wieder erkennen zu können, also kämpften wir uns durch die Wiese, die zum Glück nicht sumpfig war. Erwin hatte recht, der Weg führte an der Stelle, die er ausgemacht hatte, tatsächlich weiter, und bald waren wir auf der Straße nach Neudorf und wenig später im Ulmenhain, wo die anderen drei tatsächlich auf uns warteten, bzw. uns schon fast aufgegeben hatten.
Frisch gestärkt verließen wir dann irgendwann den Ulmenhain - es war noch hell. Da wir uns nicht so recht einigen konnten, ob wir nun links oder rechts herum um den vor uns stehenden Berg nach Hause laufen wollten, entschieden wir uns, zu gucken, was geradeaus aus dem alten Kirchsteig geworden war, dem direktesten Weg nach Hause, über den aber vor ein paar Jahren eine Windhose gefegt war und dort eine Schneise in den Wald geschlagen hatte. Von unten war kein Weg mehr auszumachen, alles war grün von jungen Fichten.
Wir zogen also los. Am Anfang gab es noch einen Weg, danach nur noch Fichten … Tapfer kämpften wir uns durch den unwegsamen Dschungel, durch den Erwin eine Schneise schlug und/oder mich hinterher zog. Ich sah oben Granitfelsen, die noch nicht zugewachsen waren und hoffte, dass man dort besser vorwärts käme, aber diese waren an einer der höchsten stellen, während der alte Kirchsteig logischerweise über die niedrigste Stelle führte. Allerdings war der alte Weg nicht nur bewachsen sondern auch noch von umgefallenen Bäumen versperrt, so dass wir also den Weg oben über die Felsen nahmen und da dann aber auch irgendwie wieder runter mussten auf der anderen Seite.
Hoch oben entdeckten wir noch einen Rest von einer Ruine, die aussah wie eine alte Kultstätte, außerdem noch eine sehr interessante Felsformation, die von weitem wie eine Höhle wirkte, aber nur ein überhängender Felsen war, unter dem man bei Unwetter Schutz finden könnte. Das alles war zwar ziemlich eben, was den Höhenunterschied betraf, aber ohne Weg und des öfteren von umgefallenen Bäumen versperrt, die zum Teil schon so vermodert waren, dass man nicht mehr auf sie treten konnte, ohne dass sie zusammen fielen.
Nicht weit hinter dem überhängenden Felsen kehrten wir in die Zivilisation zurück: dort stand eine verlassene Hütte, an de ein Weg vorbei führte, heim in die eine Richtung, zu uralten kultischen Überresten in die andere. Wir wollten heim, möglichst noch im Hellen, die Sonne ging schon langsam unter.
Bald kamen wir wieder in Gefilde, in denen auch ich mich auskannte, und so dauerte es nicht mehr lange, bis wir wirklich heim kamen, k.o. aber glücklich, alles heil überstanden zu haben.

Mein Fazit zum Wanderurlaubsland Fichtelgebirge:
~ Natur pur ist das unbezahlbare Kapital.
~ Die Wanderwege müssten besser gepflegte werden.
~ Die Hinweisschilder sollten immer mal wieder überprüft werden auf Sichtbarkeit und Vollständigkeit.
~ Für Abenteuerlustige ist es so genau das Richtige … :)

Alles Liebe von Sabine :)

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Baerchen2571 veröffentlicht 27.06.2010
    ist ja ein richtiges Naturparadies dieses Fichtelberg! Liebe Grüße
  • AnnaHaeberle veröffentlicht 02.07.2006
    Die Fotos sind wieder traumhaft. BH wird nachgereicht. LG Sabine
  • mozarteum veröffentlicht 29.06.2006
    das ist ja fast schon ein abenteuerurlaub ... .-) lg detlef
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