GROUND NR. 1 - D-JUGEND
28.04.2012 (10.05.2012)
Pro:
alles recht neu, für mich ein Stück Heimat
Kontra:
Parkmöglichkeiten
Empfehlenswert:
Ja
 Londonfootball
Über sich:
Belgien ? Beste Land der Welt ! Allez les Rouches !
Mitglied seit:08.09.2002
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Man kann nicht von mir behaupten, dass ich jemals ein vielversprechendes Talent gewesen waere. Auch hatte ich recht spaet die Bekanntschaft mit dem runden Leder gemacht. Dennoch war ich ab einem gewissen Alter mehr als leidenschaftlich dabei und hatte mich bei einem Fussballclub angemeldet. Nein, nicht einem Club, DEM Club in Bochum. Ja, der gute alte Londonfootball hat seine D-Jugend und C-Jugend beim DJK TuS Hordel verbracht. Nicht erfolgreich, dennoch ist mir die Zeit und das dazugehoerige Stadion in sehr guter Erinnerung geblieben. (An.: Meine Tastatur hat mich geargert und meint, sie sei nun eine Amerikanerin, daher nur noch Umlaute statt des Originals)Wie dem auch sei, es gibt neben der Heimstaette unseres DSC Wanne-Eickel und unseres FC Schalke 04 wohl kaum eine Spielstaette, die ich in meinem Leben haeufiger besucht haette. Eigentlich war ich eine Zeit lang jeden Sonntag fuer mehrere Stunden auf dem Vereinsgelaende und wohnte den Spielen der Ersten sowie Zweiten Mannschaft, als auch der A-Jugend, bei. Dies alles ging eine Zeit lang so, bis ich dann doch das Interesse fuer eine gewisse Zeit verlor und mich Jahre spaeter einem anderen Club anschloss. Dennoch ist mir der DJK TuS Hordel stets in guter Erinnerung geblieben und eigentlich immer noch "mein Verein", auch wenn er in Bochum beheimatet ist und wir Wanne-Eickeler ja mit dem DSC einen eigenen Kultclub haben. DAMALS UND HEUTE Als ich noch ein kleiner Steppke war, durften wir als D-Jugend stets in diesem "Ground" spielen, das es ja nur dieses eine Stadion gab. Man mag bei einer moeglichen Zuschauerzahl von 3 000 zwar schmunzeln und von einem echten "Ground" sprechen, doch unser Kollege von groundhopping.de zaehlt selbst Kreisliga-Ascheplaetze als richtige Stadien, daher wollen wir es hier auch tun. Zudem ist es nun mal so, dass es eine Zeit gab, da der Club einen tollen Sponsor hatte, das halbe westliche Ruhrgebiet aufkaufte und gar viertklassig spielte. In diese Zeit faellt naemlich die monumentale Veraenderung dess Fussballstadions. Denn, man mag sich dies kaum vorstellen, als ich dort zu spielen begann, spielte der Verein irgendwo neuntklassig in einer der Kreisligen Bochums und konnte mit dem Sportpark Hordel ein Ascheplatzstadion sein eigen nennen. Diese Asche war aber nicht mal rot, sondern grau. Und graue Asche ist so ziemlich das Schlimmste, was man sich als Fussballer vorstellen kann. Sie ist nicht nur ekelhaft vom Aussehen her, nein, bei jeder Bewegung wird brutalst Staub aufgewirbelt. Wie ne Art Zeche an der Oberflaeche.Lange Rede, kurzer Sinn - der Sponsor packte Ende der 90er Jahre den Verein am Kragen, rotierte ein paar Mal die Mannschaft durch und spendierte dem Sportpark einen KUNSTRASEN. Dazu noch ein Trainingsplatz auf Kunstrasen, Ausbesserung der Tribuenen, richtige Eingangstore und ein neues Vereinsheim. Innerhalb der letzten 20 Jahre hat der Sportpark somit einen unglaublichen vollzogen. Und da Steine mehr wert sind als Beine, spielt man aktuell wieder achtklassig, hat aber ein wundervolles, richtig schmuckes Stadion, dass ich als eines der besten im niedrigen Amateurbereich nennen wuerde. Somit hat sich der Einsteig von damals bis heute noch bis zum heutigen Tage ausgezahlt, doch bekanntermassen ist das Fussballgeschaeft ja dermassen schnellebig, dass man heutiger wieder auf Augenhoehe mit dem DSC Wanne-Eickel und der vormals angesprochenen SG Wattenscheid 09 in der Westfalenliga II vorlieb nehmen muss. Genug erzaehlt, es gibt ja noch richtige
Bilder von Sportpark Hordel, Bochum
Fakten. ANFAHRT UND PARKEN Der DJK hat mit seinem Stadion an sich keinen Knaller gezogen, denn leider steht der Ground mitten in einer Wohngegend. Und diese Wohngegend nebst Stadion weist alles in allem maximal 100 Parkplatze aus. Als echter Local wurde ich, sollte ein groesserer Knaller anstehen, mit dem Fahrrad oder gar zu Fuss kommen, doch als Auswaertiger ist man wirklich vollkommen aufgeschmissen. Gegenueber des Stadions findet man ein paar erstklassige Zechenhaeuser ehemaliger Steiger, auf der rechten Seite einen Teil der ehemaligen Zeche Hannover, auf der linken die Hordeler Heide und nach hinten heraus eine Sackgasse, die einen nur zu Fuss nach Wanne-Eickel durchschleusen kann. Woher man kommt, wie man hinkommen will - solltet Ihr jemals vor dieser Frage stehen, solltet Ihr nicht zoegern - sagt mir im Gaestebuch Bescheid, besucht mich und ich fuehre Euch dorthin. Und das ohne irgendwelche Parkplatzprobleme. Denn das Stadion hat einen Riesennachteil. Wuerde es wenige Meter weiter noerdlich stehen, waere es in Wanne-Eickel beheimatet. Und zwischen dem Sportpark und Wanne-Eickel befindet sich gruen bewachsenes Niemandsland und ein ewig ausgebesserter Fussweg. Fuer Spiele in Liga 6 und abwaerts mag dies ausreichend sein, aber selbst wenn Clubs wie Wattenscheid anrollen und die aussergewoehnlicherweise mal 1 000 Leute mitbringen, ist der Stadtteil Hordel vollkommen ueberlaufen und die Polizei muss anruecken, um die Gaeste davon zu bewahren, die Vorgarten der Einwohner zu besetzen. Alles in allem finden wir hier eine vollkommene Katastrophe vor. Ja, ein Fussballstadion in der Hordeler Heide ist idyllisch und allein die tollen Haeuschen hinter der Haupttribuene sind ein Zungenschnalzen wert, doch in puncto Anfahrt und Parken ist dies das Schlimmste, was ich je gesehen habe. Schlimmer als die Hafenstrasse in Essen, das de la Meinau in Strasbourg und das Highbury von Arsenal. Ein Stadion hat aehnliches im Angebot parat: Der Boekelberg in Moenchengladbach. Mitten in der Wohngegend, Parkplatze am Stadion: vielleicht gefuehlte 10. OPTIK Wie also erwaehnt, so bietet uns das Aeussere des Stadions eine wahre Pracht an Idylle. Die zahlt man zwar mit den angesprochenen Aergernissen, aber am Ende geht der Ground-Counter eben um die Zahl 1 nach oben. Wuerde sich das Innere dem anpassen, so haette man den Ground fuers Leben gefunden, doch ist dies nicht ganz so schoen und idyllisch. Gut, auf der einen Seite haben wir ein Stadion, dass fuer 3 000 Zuschauer ausgelegt ist und ueber eine Haupttribuene verfuegt. Auf der anderen Seite finden wir aber nichts. Nichts ist vielleicht etwas zu barsch dargestellt, aber die paar Stufen hinter jeder Seite des Spielfelds sind schon ein klein wenig mickrig fuer einen Club, der mal als Etappenziel die Dritte Liga ausgegeben hatte. Dennoch hat die Anlage fuer mich natuerlich einen gewissen Charme, da ich keine 500 Meter davon entfernt mal gewohnt habe. Und subjektiver kann man ein Produkt wohl kaum mehr beurteilen. Dennoch ist die Anlage bis heute hochmodern. Dank der angesprochenen Sponsorengelder und der ambitionierten Ziele wurden nicht nur Zaeune und Einlasstore ausgetauscht, auch der vormals erwaehnte Kunstrasen und die weitere Infrastruktur, mit Vereinsheim, wurden komplett erneuert. War in meiner Jugend alles in etwas so verfallen wie der Goodison Park von Everton im Jahre 1984, so hat das Ganze einen minimalen Hauch von Veltins-Arena. Minimal natuerlich, aber allein das Adjektiv sauber kann nun, nach zwanzig Jahren, endlich verwendet werden, waehrend in meiner aktiven Zeit nur schmuddelig und schmutig verwendet werden konnten. Ein schaebiges, verfallenes Stadion mit null innerer Infrastruktur hat sich zu einem Musterknaben gemausert. Allein die immer wieder eingeschnittenen Loecher in den Zaunen muessten doch mal ausgebessert werden, denn bis heute kann man sich durch im Wald verlaufenen Schleichwege ins Stadion #robben#, wenn man weiss, wo der Vorgaenger sein selbst geschnittenes Loch hinterlassen hat. KULINARISCHES UND CO. Einige Dinge aendern sich jedoch natuerlich nie. Zwar ist der Oppa von damals nicht mehr Wuerstchenmeister, dies uebernehmen nun diverse Clubangehoerige im Wechsel, aber ansonsten ist alles geblieben, wie es war und doch neu. Bratwurst und Bier nebst Softgetraenken kommen gewohnterweise daher wie die neu eingefueherten Fanartikel, die es zu meiner Zeit natuerlich nicht gab, schliesslich ist Merchandising ja erst seit Niebaum und Meier ein standardisiertes Wort im deutschen Fussball. Dennoch ist allein die Fanbude, die aussieht, als waere sie dem karpatischen Bergland entsprungen eine Sehenswuerdigekeit. Kaum mehr als zehn Jahre alt, ist sie an diesem hochmodernen und manchmal etwas steril anmutenden Kunstrasenplatz so fehl am Platz wie ein Chinese in Taiwan. Doch wie in aller Welt koennte man die kulinarische Seite, nebst ihrer Eigenheiten, eines Sechstligisten schon beurteilen ? Es ist einfach alles das, was benoetigt wird und das alles ist zudem sauber. Essen, Trinken, Pinkeln - alles ohne Probleme und bei normalen Spielen in genuegender Masse vorhanden - qualitativ und quantitativ einwandfrei. ATMOSPHAERISCHES / SPORTLICHES Das Publikum, dass sich frueher, wie wohl bei fast allen niederklassigen Fussballteams, fast nur aus Rentnern und aelteren Menschen rekrutierte, hat sich im Wandel der Jahre und Erfolge, sowie Misserfolge, zwar geaendert, aber so etwas wie Support ist mir bis heute nicht bekannt. Zwar gehen immer noch die Oppas von damals, aus Eickel und aus Hordel, zum DJK, und weiterhin besteht ihr einziger Support aus sinnfreien Zwischenrufen, Beleidigungen und immer den gleichen langweiligen Spruechen, doch hat auch die Hordeler Jugend dank der Aufstiegserfolge von damals diesen Club fuer sich entdeckt. Support in reinster Form kann man natuerlich nicht erwarten, aber das waere auch der falsche Besuchgrund, wenn man hierhin kommt. Seien wir ehrlich, beim TuS Hordel wird es nur dann spannend, wenn Wattenscheid oder der DSC Wanne-Eickel kommt. Diese natuerlichen Nachbarn sind die einzige, die so etwas wie Massen mobilisieren und dank ihres Derbycharakters fuer Stimmung und Support sorgen. Zwar bestehen die Supporter hier auch nur aus ein paar verzogenen Grosstadtblagen, die fuer Schalke und den VfL zu schlapp sind, doch wird man auf und neben dem Rasen ganz gut unterhalten. In einem Radius von 20 Kilometern ist das heisseste Spiel des niederen Amateurbereichs sicherlich DSC Wanne-Eickel gegen westfalia herne, da erzeugt der TuS im Vergleich hierzu leider weder atmosphaerisch noch supporttechnisch Gaensehaut. So kann man sich ein Spielchen bei meinem alten Club mal anschauen, aber der Grund ist NICHT, niemals, der Support, sondern einzig der Wunsch, was Neues, aber auch Idyllisches gesehen, zu haben. BESONDERHEITEN Die beste Ehefrau von allen wie mich darauf hin, dass vielleicht auch Familien mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer den TuS besuchen moechten und fragte mich, ob dies augescheinlich moeglich sei. Diese Frage kann ich mit ja beantworten, denn das grosse Einganstor sowie die die drei nicht vorhandenen Tribuenen sind ebenerdig angelegt, daher kann man man an drei Seiten entlang gehen ohne eine einzige Stufe nehmen zu muessen. Im Grunde ist dies ja auch bei den meisten niederklassigen Clubs der Fall, somit bietet der Sportpark Hordel, auch Stadion an der Hordeler Heide genannt, hier keine Ausnahme. Einzig zu den Eintrittspreisen kann ich Euch leider nicht mitteilen, denn bisher habe ich noch nie welchen zahlen muessen. Nicht, weil ich der Don von Bochum-Hordel waere, sondern weil ich als aktives Mitglied gratis dabei war und vorher ein Spiel hatte oder weil mich irgendjemand mit einschleuste oder weil ich...Zaun...kann man gut durchgucken...Maschendraht....habe somit Anlage nicht betreten. Somit befindet sich bis heute leider keine einzige Eintrittskarte dieses Clubs in meiner Sammlung, doch koennte ICH dies an jedem zweiten Sonntag waehrend der Saison locker nachholen - mache ich aber nur, wenn meine Tochter oder Frau auch mal dahin mag. Sonst nicht. FAZIT Die Besonderheiten, die dieser Ground uns bietet, sind zwar simpel, aber doch vielfaeltig. Wir haben auf der einen Seite das alte Zechenviertel Hordel mit seinem wahrscheinlich genauso alten Verein, der ein Stueck dieses kleinen Stadtteils und somit Teil des Lebens seiner Einwohner ist. Auf der anderen Seite erhalten wir hier ein toprenoviertes und bisweilen sehr modernes, reines Fussballstadion, das zwar atmosphaerisch nicht uerberzeugen kann, aber einen gewissen Charme ausueben, der nicht nur Eingeweihte wie mich ueberzeugt. Subjektivitaet ist bei jedem Produkt in der Entscheidung vordergruendig und mein Lokalpatriotismus gepaart mit der Erinnerung an die Zeiten, als ich klein war, wenige Meter vom Stadion entfernt wohnte und Boris Becker gegen Stefan Edberg in Wimbledon antrat, nunja, dies alles stellt diesen Ort vielleicht ein klein wenig mehr ins positive Licht als andere Ortschaften, die vergleichbar sind, aber in Sachsen oder Schleswig liegen. Somit darf man im Fazit und der Bewertung nicht vergessen, dass ich mal ein Teil dieses Clubs und somit auch Stadions gewesen bin. Doch durch die ewige Suche nach Neuem und immer wieder das Ueberraschtwerdenwollen habe ich mir in der Entscheidungsfindung fuer ein klein wenig Objektivitaet Platz gehalten. Dennoch uerberzeugt mich das Stadion an der Hordeler Heide durch seine Idylle und die ruhige Umgebung nebst einem echten Malakovturm im Drumherum. Der Ground selber mag einfach nur hochpoliert und dank Kunstrasen mehr als modern erscheinen, aber hat er gegenueber meinem zweiten Club, dem DSC Wanne-Eickel, den Vorteil, dass die Anlage nur fuer Fussball ausgelegt ist. Und wenn es hart auf hart kaeme und der Club etwas hoeher spielen wuerde, koennte man dank Dach und Naehe zum Spielfeld einen Hoellensupport in Fahrt bringen. Unvorstellbar, hier mit den Ultras Gelsenkirchen und aehnlichem einen Nachmittag verbringen zu duerfen. Ganz nach meinem Geschmack, aber leider nicht realistisch.Daher kann man abschliessend sagen, dass vieles gut ist, einiges katastrophal, aber der Ground selber Potenziale hat, die nur dann zur Geltung kommen, wenn man etwas hoeher spielt, einen gewissen Namen hat und Leute anzieht. Vergleichbar der Anlage des TSV Dettingen / Erms. EMPFEHLUNG Das ehemalige Vereinsmitglied sagt natuerlich JA und geht davon. Der Groundhopper in mir stimmt dem Vereinsmitglied natuerlich zu. Und welchen Grund gebe es schon, hier einem Ticketkauf entgegenzustehen ? Nein, gegen einen Besuch spricht nichts. Nur das Parken ist eine Katastrophe, doch hier habt Ihr ja mich, der Euch von seiner Haustuer bis zu der Haustuer des DJK TuS Hordel geleiten wird. Warum auch nicht ? Wir machen einfach den Fussballmai 2012 - Berichte ueber Fussballkultur - und der Gewinner geht mir in den Sportpark Hordeler Heide. Somit kann die Wertung nur fuenf Sterne betragen und die Empefehlung auf JA geschaltet sein.Besucht den Sportpark Hordel, Wanne-Eickel und Londonfootball.
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02.04.2013 14:54
hier könntest du zur Not auch noch als Fremdenführer dein Geld verdienen. ;-)))) Von den Hartplätzen stammt ja auch der Begriff Blutgrätsche...
16.01.2013 11:58
bh
13.08.2012 04:47
BH!