Im Buch „Die Spur der Steine“ schreibt Erik Neutsch über einen typischen Industriebetrieb in der Aufbauzeit der DDR.
Zum Inhalt
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Der Zimmermann Hannes Balla zieht mit seiner Truppe aus Zimmerleuten quer durch die DDR und ist am Aufbau großer Industriebetriebe beteiligt. ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von LordGalahad über Spur der Steine / Neutsch, Erik 2. Oktober 2001
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
anspruchsvoll
Unterhaltungswert:
hoch
Spannung:
sehr spannend
Humor:
wenig humorvoll
Aufmachung:
ok
Pro:
Hauptfiguren und deren Geschichte
Kontra:
langweilige Passagen
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Im Buch „Die Spur der Steine“ schreibt Erik Neutsch über einen typischen Industriebetrieb in der Aufbauzeit der DDR.
Zum Inhalt ~~~~~~~~~~
Der Zimmermann Hannes Balla zieht mit seiner Truppe aus Zimmerleuten quer durch die DDR und ist am Aufbau großer Industriebetriebe beteiligt. Er ist rebellisch und wirft sich Niemandem unter. Selbst Gefühle unterdrückt er, weil er sich Liebe nur schwer eingestehen kann. Diese Haltung gegenüber einer Familie ändert sich jedoch im Verlaufe des Buches. Hannes Balla kommt mit seiner Truppe nach Schkona, einem Industriestandort der mit Leuna verglichen werden könnte. Dort rebelliert er am Bau, sei es beim Materialklau oder einer Rede Ulbrichts. Später wird er jedoch immer weiter in das System der Organisation, in Brigaden und der Partei, hineingezogen und erkennt, das seine störrische Haltung ihn nicht weiter bringt. Es kommt jedoch zum Bruch mit einigen seiner Arbeitskollegen. Am Ende des Buches ist Hannes Balla Mitglied der Partei, Brigadeleiter und überzeugt von der modernen Bauweise, welche eigentlich seinen Berufsstand arbeitslos macht. Auf der Baustelle in Schkona trifft dieser Hannes Balla auf die Junge Katrin Klee, gerade eben fertig mit dem Bauingenieurstudium. Er ist verliebt in sie, spürt aber auch eine gewisse Angst vor ihr, weil er nicht weiß, wie er sich ihr nähern soll. Er unterlässt es als er erfährt, dass sie von Horrath schwanger ist. Ihn kennt Balla bereits vom Überseehafen in Rostock. Jener Horrath ist zu Beginn des Buches ein absoluter Widersacher Ballas, wird dann aber zu seinem Freund, dem er sich sogar anvertrauen kann. Auf einer kleinen (Aus)Reise nach Rostock entdeckt er die Spur der Steine die sich aufgrund seiner Hände Arbeit durch die Republik zieht.
Während die Geschichte des Hannes Balla ihren Lauf nimmt, passieren in seinem Familien- und Freundeskreis eine Reihe Dinge, die beleuchtet werden. Zum Beispiel der Kampf des Vaters gegen den Eintritt in die LPG, der mit dem Tod endet. Weiterhin die Affäre des verheirateten Werner Horrath mit Katrin Klee, die mit Scheidung und gesellschaftlichem Abstieg für Horrath endet. Oder die Ausnutzung der Machtposition eines Bauleiters in Schkona, der dann Abdanken muss.
Meine Meinung ~~~~~~~~~~~~~
Geschichte eines anarchischen Glückssuchers mit Arbeitswut im Bauch zur Verantwortungsbewussten Arbeiterpersönlichkeit. Erik Neutsch stellt in seinem Buch sehr gut die Gesellschaft und die Wirtschaft der DDR in jener Zeit dar. Zwar übt er an einigen Dingen Kritik wie sie ablaufen, der Leser gewinnt aber trotzdem den Eindruck, wie gut doch z.B. die Partei dem Mensch oder dem Aufbau der DDR dient. An einigen Stellen ist das Buch so interessant, dass man die Seiten nur verschlingt. Allerdings ist es an anderen Stellen ziemlich ermüdend 3 Seiten über den Herbst zu lesen, oder den Vorgang des Fundamente Gießens. Der gleichnamige Film, mit Manfred Krug in der Hauptrolle des Hannes Balla, erschien 2 Jahre nach Veröffentlichung des Buches und wurde in der DDR sofort nach der Premiere verboten. 1990 erschien dieser Film erstmals wieder im ostdeutschen Fernsehen. Der Film gibt sehr gut die Geschichte des Hannes Balla wieder. Die vielen kleinen parallel ablaufenden Geschichten können natürlich aus Zeitgründen nicht verfilmt werden, aber der Film hält sich doch relativ gut an das Buch. Veränderungen sind meinerseits verziehen.
Der Autor ~~~~~~~~~
Erik Neutsch wurde 1931 in Schönebeck an der Elbe geboren. 1949 trat er der FDJ und der SED bei. Von 1950 bis 1953 studierte er in Leipzig und wurde Diplom-Journalist. 1964 erschien „Die Spur der Steine“ für das er mit dem Nationalpreis der Literatur ausgezeichnet wurde. Gestorben ist Erik Neutsch noch nicht und ist immer noch Mitglied der SED-Nachfolgepartei PDS.
Fazit ~~~~~
Jedem, der gerne liest und auch über langweilige Textstellen hinwegkommt, ohne ein Buch wegzulegen, empfehle ich es wärmstens. Nicht wegen der politischen Hintergründe sondern wegen der beinahe perfekten Authentizität der Vorgänge in der DDR jener Zeit.
Pro: Einblick in den DDR-Alltag, leicht verständlich Kontra: etwas langwierig
...DDR wünschte.
Zur Epoche
Spur der Steine ist in die Epoche des Bitterfelder Weges einzuordnen, der die Hauptaufgabe an die Schriftsteller und Künstler stellte, in die Betriebe zu gehen und dort die Arbeiter bei ihrer eigenen künstlerischen Tätigkeit zu unterstützen und Volk und Partei einander näher zu bringen. Damit war der Arbeiter am Aufbau des Sozialismus beteiligt.
Zum Inhalt
Im Mittelpunkt der Handlung steht der Zimmermannbrigadier Hannes ... ...entdeckt während eines Richtfestes die Spur der Steine, die er durch das Land zog und mit der er die DDR aufgebaut hat. Diese Spur der Steine zeigt ihm endlich den Sinn im Leben. Durch seine Bewunderung für Horrath und einige erschütternde Ereignisse, darunter der Tod seines Vaters, tritt Balla schließlich in die Partei ein und sagt der Rebellion und dem Anarchismus ab und wird zum Sozialisten. Derweil muss Horrath seinen Platz als Parteisekretär ...
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Spur der Steine wurde von Erik Neutsch 1964 in Halle geschrieben.
Bekannt geworden ist Spur der Steine durch den gleichnamigen Film mit Manfred Krug. Dieses Buch übte Kritik am Zustand der DDR zur damaligen Zeit, doch obwohl es am Ende ein Happy End (eine Besserung der Einstellung der Hauptfigur zur DDR) gibt, wurde dieser Film nach der Kino-Aufführung verboten und erst 1995 zum ersten Mal in den neuen Bundesländern im TV gezeigt.
Spur der Steine ... ...in die Ankunft im Sozialismus.
Spur der Steine ist ein realistischer sozialistischer Gesellschaftsroman, der die ethisch-moralischen, ökonomischen, politischen Probleme und Entwicklungstendenzen in der sozialistischen Gesellschaft der damaligen DDR aufzeigt.
Kerngedanke des Romans ist die Entwicklung des Menschen im Sozialismus durch Konflikte, Widerstände, Härte, Schmerzen und Freude.
Am Anfang des Buches wird Brecht zitiert:
"Die Mühen der ...
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...Beispiel für einen im Kulturbereich Tätigen in der DDR, der als Parteimitglied zwischen eigenem Idealismus ? allerdings mit durchaus praktischer Relevanz und entsprechend deutlichen Änderungsvorschlägen ? und dem ideologisch bestimmten Pragmatismus der Nomenklatura aufgerieben wurde. In seinem Film nach einem in der DDR von der Partei gelobten Roman von ErikNeutsch erzählt er von drei Personen auf einer Baustelle ? einem Zimmermann, einer Ingenieurin und einem Parteisekretär ?, den Konflikten, in die sie geraten, und von den Lösungen oder Scheinlösungen, die für diese Konflikte gesucht und gefunden wurden. Drei Tage nach der Uraufführung wurde ?Spur der Steine? wegen ?antisozialistischer Tendenzen? aus dem Programm genommen, weil er angeblich ?eine SED vorführte, die innerlich tief zerstritten ist, die zwei sich bekämpfende Flügel hat? und weil...
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sehr hilfreich 03.04.2003
(04.04.2003)
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