Square dance

Erfahrungsbericht über

Square dance

Gesamtbewertung (5): Gesamtbewertung Square dance

 

Alle Square dance Testberichte

 Eigenen Erfahrungsbericht schreiben


 


 


>Sides face - grand Square!< jiiiiha

5  21.01.2003 (30.01.2003)

Pro:
extrem hoher Spaßfaktor/für wirklich jeden geeignet/höchste Freundlichkeitsstufe/nachdenken erforderlich/einfach geil

Kontra:
-

Empfehlenswert: Ja 

Nachtwald

Über sich: Lesetipp: MischiBack, ashrafkhan

Mitglied seit:02.06.2002

Erfahrungsberichte:38

Vertrauende:24

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 63 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Zuerst
Ich habe mit 9 Jahren mit Square Dance angefangen. Dies kam dadurch, das meine Oma und meine Mutter auf den Geschmack gekommen sind. So machte ich einen Schnupperkurs mit und war absolut begeistert. Ich tanzte bis ich 12 war. Leider kam ich danach nicht mehr dazu. Nur hin und wieder mal. Jetzt bin ich 15, aber ich bin sicher, dass ich irgendwann nochmal dazu kommen werde. Aber bevor ich euch erzähle wie toll es ist, will ich euch erstmal erzählen worum es überhaupt geht.

SQUARE DANCE - WAS IST DAS?

Square Dance ist ein amerikanischer Volkstanz, der mittlerweile ziemlich weit verbreitet ist. In Deutschland findet man in jeder etwas größeren Stadt mindestens einen Square Dance Club. Dieser Tanz ist nicht so wie die anderen Tänze in denen man Abfolgen von Elementen erlernt. Denn hierbei muss man sich voll und ganz auf den Caller konzentrieren. Der Caller ist der Ansager, der die Tanzschritte ansagt. Die Figuren haben übrigends alle englische Bezeichnungen, aber keine Angst man muss dafür kein einziges Wort englisch können, denn man lernt nicht auf englisch wie die Begriffe heißen, sondern man lernt einfach die Begriffe zu den Figuren. Nur sind sie eben englisch. Die erlernbaren Bereiche >Mainstream< und >Plus< ergeben zusammen 100 Figuren. Ein Neuanfänger, der sich Student nennt, erlernt als erstes >Mainstream<. Als ich mit dem Tanzen angefangen habe bestand dieser Beriech noch aus 66 Figuren (Tanzschritten). Folglich gab es im >Plus< - Bereich 34 Figuren. Die internationale Square-Dance-Beratung oder wie auch immer sich das nennt will aber die Figuren so verschieben, dass beide Bereiche aus jeweils 50 Tanzschritten bestehen. Der Caller kann, je nachdem wie die Paare stehen, die Figuren fast beliebig aneinanderreihen. Zum Aufbau der Paare kommen wir später noch. Gut aber kommen wir nun erstmal zu der Abfolge der Studentenzeit:
-Basic: Das erste, das man lernt ist Basic, jedoch hat man damit nichts vollständiges abgeschlossen. Man erringt nur die Qualifizierung an Student-Parties teilzunehmen. Solche Veranstaltungen finden regelmäßig in den Städten statt.
-Mainstream: Hat man den Mainstream-Bereich abgeschlossen, kann man auf jede x-beliebige internationale Square Dance Veranstaltung gehen. Die Figuren sind nämlich in jedem Land gleich. Sie haben den gleichen Namen und die gleiche Bedeutung. Tritt man in einen Club ein bekommt man ein Namensschild, welches man sich ans Hemd pinnt. Auf diesem Schild ist das Logo des Clubs, dem man angehört und der individuelle Name der Person, der das Schild gehört. Nach dem gesamten Mainstream-Kurs wird man graduiert. Auf der sogenannten >Graduation< muss man das was man erlernt hat unter Beweis stellen und zeigen wie sicher man ist. Aber auch dort macht euch keinen Kopf drum, denn die Graduation ist eher so eine Spaßveranstaltung. Man tanzt nach den Figuren, die der Caller ansagt und man muss irgendwelche lustigen Sachen machen, wie zum Beispiel mit verbundenen Augen tanzen. Am Ende der Graduation bekommt man eine Urkunden für den erfolgreich abgeschlossenen Kurs und ein Batge. Dies ist ein neues Namensschild. Mit diesem Schild gehört man offiziell seinem Club an und darf zu jeder Veranstaltung gehen. Nicht nur zu Student-Parties. Es ist auch möglich, dass man die Graduation nicht schafft, aber Leute glaubt mir, dafür muss man sich extrem bescheuert anstellen.
-Plus: Nachdem man den Square Dance Standard mit Mainstream erlernt hat kann man sich noch weiterbilden. Dies geht mit Plus. Dort lernt man die letzten der 100 Figuren, die irgendwann ja 50 Figuren sein werden. Die Plus-Sektion schließt man ebenfalls mit einer Graduation ab.
-A1,A2,C1,C2 Dies sind alles weitere erlernbare Square Dance Kategorien, die nacheinander an Plus anschließen. Es gibt auch noch sowas wie C3A und noch ein paar Sachen, aber so genau weiß auch ich das nicht. Und meine Nachforschungen haben da reichlich wenig ergeben.

DER AUFBAU

Alle Tanzenden tanzen in einem sogenannten >Square<. Dieser Square besteht aus 8 Leuten: 4 Frauen und 4 Männern. Das heißt, man kann nur mit 8 Leuten tanzen. Ein Square ist wie der Name schon sagt ein Viereck. In diesem Viereck stehen 4 Paare. Die Dame steht immer rechts von ihrem Mann. Zwei Paare sehen sich in diesem Square immer an. Alle 8 Leute stehen also in die Mitte gewand. Jenachdem wo dann in der Halle der Caller steht werden die Paare benannt. Das Paar, welches den Caller anguckt und das Paar, welches mit dem Rücken zum Caller steht tragen den gleichen Namen: Diese Paare sind die >Heads<. Die beiden Paare die mit der rechten bzw. linken Schulter zum Caller stehen heißen >Sides<. Wenn der Square in diesem Viereck steht, steht der Mann grundsätzlich auf dem Platz, auf den er sich ganz zu Anfang gestellt hat. Die Dame kann während des Tanzes den Mann und den Platz wechseln. Der Mann empfängt immer nur die anderen Damen auf seinem Platz. Sollte der Square nicht in dem Viereck stehen sieht das gnze anderes aus. Ich kann euch leider jetzt nicht alle Figuren auflisten, in denen man stehen kann. Aber es gibt verschiedene Varianten.
Dann gibt es noch die beiden verschiedenen "Call-Varianten". Getanzt wird zu County Musik. Es gibt den >Tip< und den >Singing-call<. Der Tip ist zum erlernen der ggf. neuen Figuren und zum Aufwärmen und testen. Bevor man zu einem Singing-call tanz, tanzt man zu irgendeiner Grund-Country-Melodie. Der Caller übt damit meistens die manchmal komplizierten Abfolgen der Figuren im folgenden Singing-call. Der Singing-call ist ein Lied. Der Caller sagt nicht nur einfach die Figuren an, sondern singt noch zwischendurch. Das macht das ganze teilweise fetziger und lustiger, weil der Caller nicht anhält sondern das Lied zuende singt. Und wenn sich einer im Square vertanzt besteht die Gefahr, dass der ganze Square zusammenbricht und man vollkommen falsch auskommt. Das passiert nicht selten, ist aber manchmal ganz spaßig. Das ist es nur nicht, wenn man jemanden im Square hat, der nichts kann und andauernd aus dem Takt kommt.

CLUBS

In ganz Deutschland gibt es Square Dance Clubs. Ich wohne im Ruhrgebiet und war Mitglied des Recklinghäuser Square Dance Clubs namens >Reckitwirlers<. Aber es gibt in Recklinghausen alleine zwei Clubs und in Dortmund gibt es auch 3 oder 4 und in Bochum gibt es welche und Essen und ach wiklich in jeder etwas größeren Stadt. Alle Clubs haben auch ganz lustige und eigentlich einfallslose Namen. Ziemlich jeder Name hat mit tanzen zu tun. Irgendwas mit twirling oder dancing oder hopping oder all sowas in der Art. Wenn ihr euch für Square Dance interessiert bin ich sicher, dass bei euch in der Nähe auch ein Club ist, denn die sind überall. Ich finde es reichlich interessant, dass man überhaubt nichts von Square Dance mitbekommt. Wenn man nicht selber in einem Club ich hört man nirgendwo etwas darüber. Ist man aber in einem Club sind überall Square Dancer und sowas. Und man sieht dann auch irgendwie ganz oft und überall das Square Dance Symbol. Dieses Symbol ist ganz einfach. Es sind zwei einfache Quadrate, die sich schräg untereinander befinden und an einer Ecke überschneiden.

BANNER/PLAKETTEN

Jeder Club besitzt ein eigenes Banner mit dem individuellen Club-Logo und dem Namen des Clubs. Clubs können sich gegenseitig dieses Banner klauen. Dies geht ganz einfach: Mindestens 8 Leute eines Clubs (ein Square) werden dafür benötigt. Dann fahren die 8 oder mehr Leute dieses einen Clubs zu dem Clubabend eines beliebigen Clubs. Durch den Besuch dieses Clubabends mit den mindestens 8 Leuten klaut man (natürlich ganz offiziell) das Banner. Man nimmt es mit zum eigenen Club. Will der bestohlene Club das Banner zurück haben müssen mindestens 8 Leute aus dem Verein den anderen Club besuchen um das Banner zurückzuergattern.
Jeder graduierte Tänzer hat an seinem Plastik-Batge Löcher am unteren Rand dieses Schildes. An diese Löcher werden Plaketten gehängt. Diese erlangt man durch Clubbesuche. Beschließt man einen anderen Club am Clubabend zu besuchen, kann man dies gerne tun. Und bekommt man keine 8 Leute zusammen, kann man zwar keinen Banner-Klau starten, aber man kann den Club auch so besuchen. Jeder ist überall wilkommen und wird freundlich aufgenommen. Was für mich auch sehr angenehm ist und mir ein gewisses Wohlfühlgefühl beschafft ist die Tatsacht, dass sich von Anfang an jeder duzt. Das ist sozusagen die erste Regel, die man im Verein lernt. Keiner siezt sich. Das finde ich persönlich total gut. Aber besucht man nun einen Club bekommt man einen Clubanhänger. Jeder Club hat individuelle Clubanhänger. So ein Anhänger wird jedem Besucher gegeben, der kommt, ob mehr oder weniger als 8 Personen. Außerdem bekommt man einen Eintrag in sein persönliches Square Danc Büchlein. In diesem Buch sind alle Clubbesuche notiert. Hat man einmal diesen Clubanhänger und einen Eintrag bekommt man beim nächsten Mal soetws nicht noch einmal, aber ist ja klar warum. Diese Plakette kann man dann sammeln und man sieht am Batch des Tanzpartners, wie oft er scho rumgekommen ist.
Es gibt für jede Veranstaltung dann auch noch besondere Plaketten. Zu den Veranstaltungen komme ich aber jetzt erst.

VERANSTALTUNGEN

Rund ums Jahr gibt es etliche Veranstaltungen. Jeder noch so kleine Club organisiert einmal im Jahr eine Clubveranstaltung. Das heißt, der Club bucht eine große Halle und jeder Club ist eingeladen. Natürlich kommt auch nicht jeder Club, aber es ist für gewöhnlich auf jeder Veranstaltung voll. Es gibt immer ein großes Buffet und Getränke. Bei diesen Veranstaltungen gibt es dann diese besonderen Plaketten. Meistens sehen sie jedes Jahr gleich aus, nur haben eine andere Jahreszahl eingraviert. Die Ausflüge von den einzelnen Clubs werden in der Regel nicht unter 8 Leuten gemacht, aber nur deswegen, weil Parties sehr beliebt sind. Jeder Club bringt sein Banner mit und alle Banner werden im Raum an die Wand gehängt. Daran sieht man, welche Clubs alle dort sind. Oft trifft man Leute aus ganz Deutschland, die man vorher schon in was weiß ich Hamburg oder Köln getroffen hat. Diese Leute kommen dann nicht selten zu den Clubveranstaltungen. Und wie Square Dancer so sind, suchen sie jeden Grund für eine Veranstaltung. Deswegen gibt es total viele Angebote. Jedes Jahr zum Beispiel feiern einige Clubs zusammen Silvester in einer Jugendherberge in Belgien. Dann gibt es noch solche Sachen wie Schlittschuh-Square-Dance. Wenn ihr die Gelegenheit habt, macht das auf jeden Fall mal mit, denn ihr glaubt nicht, was das für ein Spaß ist! Wenn einer hinfällt fallen alle hin und bei einem >Swing<, bei dem man sich mit einem Partner drehen muss klammert man sich so fest wie möglich aneinander. Das darf man nicht verpassen! Ich bin sogar 1998 mit mehreren Leuten aus unserem Club und noch mit anderen Leuten aus anderen Clubs und einem super Caller zwei Woche nach Tunesien geflogen. Dort haben wir jeden Abend getanzt und Spaß gehabt. Und manchmal unternimmt man auch privat etwas mit dem Club. In unserem Verein gibt es zum Beispiel regelmäßig ein Barbecue-Abend.

GESCHICHTE

Square Dance entwickelte sich in zwei Teilen auf der Landkarte, und zwar in Frankreich und in England. Im 14. Jahrhundert gab es in Europa den sogenannten >morris dance<. Dieser wurde von 6 Männern getanzt, die in sich in zwei Dreierreihen gegenüberstanden. Dieser Tanz war der Vorläufer vom (unter anderen) country dance, jedoch wurde mit Glöckchen an Fußgelenken getanzt und es wurde improvisiert. Es wurden auch >longways< gebildet, bei denen soviele mitanzen konnten, wie wollten.
In England wurden die höfischen Tänze vom Volkstanz beeinflusst, wogegen in Frankreich die longway-Tanzart in >Cotnre Danse< (Gegenüber-Tanz) umgenannt wurde und sehr populär wurde. Die Amerikaner nannten es dann wieder in >Contra Dance< um und es entstand noch die >Quadrille<. Bei dieser Tanzart tanzten vier Paare miteinander; es war eine Mischung aus Square Dance und Contra Dance.
Diese Tanzart wurde 150 Jahre lang in Amerika getanzt und dabei entstand zum ersten Mal der >Prompter<. Dieser rief den Tänzern als Gedächnisstütze die Figuren zu ohne dabei zu singen. Daraus entstand später der >Caller<.
Der weitere Entwicklungsweg teilte sich auf Grund der gewaltigen Ausdehnung des Landes erneut: Im Osten blieben Formationen wie die Quadrille, die Contra Lines oder die Big Circles erhalten, aber es kamen noch die >Big Circle Mixer< und die >Traditional< Formationen hinzu. Diese wurden in großen Kreisen und viele Rhythmen getanzt. Was in den streng religiösen Gegenden noch verboten wurde, wurde von den jüngeren gefeiert. Zum Gesang kamen als Instrumente noch stampfende Füße und klatschende Hände hinzu.
In abgeschiedenen Gegenden der Appalachen wurden hingegen die >Running Sets< und die >Mountain Dances< erfunden. Bei diesen, auf Grund der jauchzenden Tänzer, lauten Tänzen musste der Caller die Figuren wirklich schreien - und er tanzte sogar noch mit. Diese Tanzart wurde aber ein wenig chaotisch, denn die anfangs großen Kreise wurden zu kleinen Squares von denen jeder einen eigenen Caller hatte. Deswegen tanzte auch jeder Square etwas anderes.
Im Westen dann entstand der berühmte >Western Square Dance<, wobei man das nicht so ganz sagen kann, weil die Amerikaner so ziemelich alle Tanzarten aus der ganzen Welt miteinbezogen. Dabei waren sie auch ziemlich glücklich und sprangen, stampften, kickten und schrieen. Der richtige Caller entstand jedoch. Dieser stand erhöht und reimte zu den lokalen Begebenheiten neben dem Call her, wobei der Tanzablauf eigentlich feststand.

Leider, leider starben im 19. Jahrhundert die Tanzstile aus den Städten aus, denn sie wurden von dem Paartanz überrumpelt. Hätten wir die vier Männer Cecil J. Sharp, Benjamin Lovett, Lloyd "Pappy" Shaw und Henry Ford nicht, wäre Square Dace wohl ganz in der Versenkung verschwunden. Der englische Historiker Cecil J. Sharp zeichnete damals die Tanzschritte der >Running Sets< und der >Mountain Dances< auf und bewahrte sie.
In dieser Zeit lernte Henry Ford in einem Hotel in Massachusetts Benjamin Lovett kennen, der interessierten Touristen Tänze beibrachte. Auf Grund einer vertraglichern Bindung an das Hotel konnte er das angebot von Henry Ford (mit ihm zusammenzuarbeiten) nicht annehmen. Henry Ford kaufte daraufhin das Hotel, baute ihm einen Tanzraum und stellte ihm eine Band zur Verfügung. Lovett bildete in dieser Tanzschule sogar Tanzlehrer aus. Ford schrieb ein Buch mit den Tanzschritten und unterstützte Schallplattenaufnahmen von Tanzmusik des letzten Jahrhunderts. Über das Radio wurde das Geschehen im ganzen Land verfolgt. Zeitungen druckten gleichzitig die Tanzschritte.
Im Westen brachte der Schulleiter einer High School namens Lloyd "Pappy" Shaw den jüngeren Square Dance groß heraus. Er ging mit seiner Schülergruppe, den Cheyenne Mountain Dancers, auf Tournee und die Schulen im ganzen Land bekamen Interesse. Während des 2. Weltkrieges waren Tanzorganisationen hauptsächlich mit Frauen besetzt, die Männer jedoch verbreiteten den Tanz als Soldaten in der ganzen Welt.

Zwischen 1940 und 1960 erlebte der Square Dance die Entwicklung zum heutigen Tanzstil. Die Figuren wurden einzeln aus den >Traditionals< herausgelöst, neu zusammengestellt und zu modernen Melodien getanzt. Außerdem wurde die Verständigung viel einfacher. Durch die Schellack-Schallplatten wurde zu einheitlicher aber dennoch manipulierbarer Musik getanzt und die Mikrofonanlagen unterstützten die Lautstärkeregelung. Durch die Autos kam man auch leichter zu den Tanzveranstaltungen im ganzen Land und darüber hinaus.
Es kam aber noch eine neue Herausforderung hinzu: Die Tanzvariation. Die Caller begannen die Tänze und somit die Ansagen zu variieren und kombinieren, was sie und die Tänzer mental deutlicher forderte und anspornte.
Die Organisation >American Square Dance Society< unter der Leitung von Bob Osgood erkannte die Gefahr des Square Dance, denn die Clubs und Caller nahmen immer mehr und mehr Figuren auf, wodurch viele Tänzer ihr Hobby aufgaben. Die Gründungssitzung der internationalen Callerorganisation fand 1974 statt. Diese trifft sich seit dem jährlich, und die einheitlichen Tanzschritte wurden auf der ganzen Welt aneinander angeglichen.

KLEIDUNG

Ein angenehmer und echt cooler Teil von Square Dance ist noch die Kleidung. Auf so ziemlich jeder Veranstaltung gibt es einen Shop, in dem man zubehör kaufen kann. Und davon gibt es eine Menge! Grundsätzlich trägt erstmal jede Frau einen Rock. Aber keinen normalen Rock (naja, bei den älteren Mitbürgerinnen wollen wir mal nicht so streng sein), sondern einen Petticoat-Rock. Diese Röcke sind nicht ganz so billig. Ich kann mich noch dran erinnern, dass meiner 129 DM gekostet hat. Aber man bekommt die Röcke auch gebraucht und ich bin mir sicher, dass irgendwer schon auf die Idee gekommen ist den Rock bei ebay zu verkaufen. Auf jeden Fall tragen die Frauen Petticoat-Röcke. Also, ihr wisst schon, diese weiten Röcke mit dem Tüll drunter, die man in den 50er oder 60er Jahren getragen hat. In jedem der Veranstaltungs-shops kann man Kleidung kaufen. Röcke, Blusen, Tanzschuhe für Frauen. Außerdem gibt es dort auch immer Patty-Pants. Das sind Rüschenhöschen, die man unter den Petticoatröcken trägt. Wenn der Rock nämlich hoch fliegt, sieht man die Höschen anstatt der Unterhose. Sehr vorteilhaft! Die Männer tragen Hosen und Hemden, evtl. Westen mit kleinen Accesoirs, die auf den wilden Westen hindeuten und machmal sieht man auch Cowboy-Stiefel. Viele Männer haben dann noch kleine Handtücher mit aufgestickten Square Dance Symbolen für die Stirn mit entsprechenden Halterungen am Gürtel befestigt. All sowas kann man in diesen Shops kaufen. Dann gibt es dort noch etliche verschiedene Aufkleber für Autos und Schmuck mit Square Dance Symblen. Auch Pins findet man dort. Irgendwie gibt es ganz schön viel Kleinkram für diese Tanzart. Und dennoch sind all diese Sachen irgendwie schön. Außerdem muss man den Klamotten lassen, dass sie dem Ganzen noch eine ganz eigene Atmosphäre verschaffen. Ich meine, die Cowboyhüte, das Klackern der Stiefel, die fliegenden Röcke ...

ROUND

Indirekt zum Square Dance gehört noch die Tanzart Round. Viele Square Dancer tanzen Round. Dies ist im Prinzip ähnlich aber doch auch wieder anders. Denn der Caller ist und bleibt der Caller, nett sich aber Cueer. Er sagt die Figuren an. Aber man tanzt wie der Name schon sagt im Kreis und nicht im Viereck. Außerdem sind dann in der Halle nicht ganz viele Squares, sondern nur ein ganz großer Kreis. Dieser Kreis besteht auch Paaren. Die Männer stehen innen und die Frauen außen. Die Paare schauen sich an. Bei dieser Tanzart gibt es dann auch Figuren, aber es sind festgelegte Tänze. Der Caller sagt die Tanzschritte aber trotzdem an. Man wechselt auch dabei nicht de artner sondern bleibt Monogam ;-) .
Fast alle Square Dance Clubs bieten auch Round-Kurse an. Irgendwie gehören die beiden Tanzarten auch zusammen, aber ein wenig verschieden sind sie. Man tanzt dann auch mit dem eigenen Club und behält sein Batch. Es wird da nicht unterschieden.

SPAßFAKTOR

Die Kategorie Spaßfaktor ist jetzt nicht auf Round sondern auf Square Dance allgemein bezogen. Der Spaßfaktor bei Square Dance ist enorm. Man kann irgendwie immer dazu lernen. Ist man nach Mainstream graduiert wartet schon (nicht verpflichtend) Plus. Nach der Graduation von Plus lernt man wenn man will noch A1,A2,C1,C2,C3A und wie auch immer die ganze Bezeichnungen noch heißen. Und wenn man dann immernoch noch nicht genug hat geht man zum Round-Abend. Bis ihr das alles durch habt, dauert das sowas von lange. Glaubt mir. Der Mainstream-Kurs dauert ca. ein halbes bis dreiviertel Jahr. Der Plus-Kurs ebenfalls. Er beginnt dann aber erst nach der Sommerpause. Gut, das kann man jetzt schlecht, sagen, denn das ist von Club zu Club unterschiedlich. Ich kann da jetzt nur von meinen Erfahrungen in meinem Club berichten. Macht ihr wirklich alles von Basic bis Round habt ihr ordentlich was zu tun!!!
Außerdem trifft man auf jeder Veranstaltung neue Leute, die man eventuell wiedertrifft oder auch nicht und man trifft Leute wieder, die man zuvor schonmal in einer anderen Stadt getroffen hat. Es ist alles wahnsinnig spannend. Finde ich zumindest. Und auch wenn mal was schiefgeht ist das kein Problem. Es sei denn man trifft Leute, die das nicht mögen, denn auch solche gibt es immer. Die regen sich dann über alles auf. Doch die können einem dann egal sein. Man kann immernoch beobachten in welchen Square sie gehen und sich in einen anderen stellen. Und auch ein Singletreffen ist nicht ausgeschlossen. In meinem Club haben sich zwei Leute kennengelernt, die jetzt sogar ein Kind haben und sich ehelich bindeten. Also nichts ist ausgeschlossen ...
Ich finde es auch immernoch faszinierend, dass jede Altersgrupe vertreten ist. Wie gesagt, ich fing mit 9 an zu tanzen. Man sieht auch hin und wieder mal Kinder tanzen. Und es gibt keine Altersgrenzen, weder nach oben noch nach unten. Man trifft sogar auf Mitt-Siebziger und noch ältere Tänzer. Die Vierziger sind so vertreten wie die Zwanziger, Dreißiger, Fünfziger und Sechziger. Alles ist offen. Auch Teenager sind dort. Seltener zwar, aber auch die gibt es. Square Dance ist auf jeden Fall meiner Meinung nach die Sport- bzw. Tanzart mit der größten Spaßgarantie!

REGELN

Aber auch hier gibt es Regeln. Nicht viele, aber einige gibt es. Wichtigste Regeln: Kein Knoblauch und kein Alkohol am Arbeitsplatz! Jeder duzt jeden! Man darf die anderen auch siezen, wird aber dann ganz sicher komisch angeguckt.
Das mit dem Alkohol und dem Knoblauch ist dann aber auch noch so eine Sache. Also, es gibt auf jeder Jamboree (Veranstaltung) um irgendeine Zeit Buffet. Und es gibt bestimmt in einem Salat immer ein bisschen Knoblauch. Und auch ist das konsumieren von Alkohol nicht ganz verachtet. Denn nach jedem Clubabend bzw. Jamboree oder sowas gibte es die Afterparty. Dann ist ab meistens 22:00 Uhr Alkohol gestattet. Ist ja auch verständlich, weil beim Tanzen kann man Besoffene im Square wirklich nicht gebrauchen :-) !
Ansonsten gibt es keine wirklich feststehenden Regeln, außer, dass die Frau, wenn sie mal die Rolle eines Herren übernimmt, falls zu wenige da sind (nicht selten), eine Ecke des Überrocks in ihren Rockbund steckt. Dann weiß nämlich der ganze Square, dass sie ein Mann ist. Naja, zumindest von der Paarkonstellation her ;-) !

FAZIT

Square Dance! Für jeden geeignet. Also Leute, ich kann euch das wirklich nur ans Herz legen! Jeder ist in jedem Square Dance Club in der ganzen Welt willkommen. Es gibt sogar ganz witzige Clubs, zum Beispiel nur für Schwule oder so. Die Amis haben alles ... Nun, aber wirklich, selbst wenn in einer Partnerschaft ein Partner tanzen will und der andere nicht, ist das kein Grund zum Verzweifeln. Denn, der Partner, der den Drang des Tanzens verspürt, kann ohne Probleme eine Class mitmachen und Square Dance lernen. Und der andere der Beiden braucht keine Angst zu haben, den Partner in andere Hände geben zu müssen, denn man kommt sich bei diesem Tanz nicht zu nah - es sei denn, man will es ... Auch kann jede Altersgruppe diesem Tanz/Sport nachgehen. Voraussetztung, man ist in der Lage, sich die Figuren zu merken. Und auch wenn man mal eine vergisst ist das nicht schlimm. Die anderen 7 helfen einem gerne. Und wenn der Square zusammenbricht, geht nicht die Welt unter und es ist auch keiner sauer auf einen.
Außerdem für die Leute unter euch, die abnehmen wollen nicht zu verachten. Denn es macht nicht nur irsinnigen Spaß, sondern man kommt ganz schön ins Schwitzen. Hey, probiert es einfach aus! Schnuppern darf man überall mal und der Club freut sich über jeglichen Besuch! Volle aber übervolle (naja, wenn es gehe würde ... ;-) ) Punktzahl für den coolsten Tanz der (im wahrsten Sinne des Wortes) Welt !!!
Weitere Infos findet ihr unter der Homepage des internationalen Square Dance Verbandes EAASDC http://www.eaasdc.de
Ich stehe natürlich auch jederzeit für Informationen zur Verfügung ... :-)

Mit besten Empfehlungen
Nachtwald

Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Robin104

Robin104

14.03.2004 21:29

Toller Bericht!!! Gruß Robin

Thux

Thux

31.05.2003 22:55

Und wieder was dazugelernt.

Zurzeli

Zurzeli

09.05.2003 13:05

Sehr ausführlicher und interessanter Bericht! Diese Tanzart ist zwar weniger für mich, aber interessant zum zuschauen ist es allemal!

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Mehr über dieses Produkt lesen
Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 1929 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"sehr hilfreich" von (100%):
  1. hpmaier
  2. Robin104
  3. bir-ne
und weiteren 60 Mitgliedern

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.