Ganz klassisch: Mechanisch ;)
30.05.2012
Pro:
Verarbeitung | Ergonomie | Zero Loss
Kontra:
Preis
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Häufigkeit der Nutzung
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 Jamba1123
Über sich:
Mitglied seit:16.03.2004
Erfahrungsberichte:921
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 73 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Immer mehr Anbieter drängen im Fahrradsektor mit elektronischen Schaltungen auf den Markt. Vorreiter war Shimano mit der Dura Ace Di2, gefolgt von Campagnolo mit der (Super) Record EPS. Seit neustem gibt es auch die „kleinere“ Shimanogruppe Ultegra als Di2-Version. Sram hingegen bleibt auch 2012 der klassisch mechanischen Schaltung mit 2x10 Gängen treu. Und da ich ja sowieso ein Fan der Amerikaner (zumindest in dem Bereich) bin fahre ich die 2011er Red-Gruppe an meinem aktuellen Rennrad (wie ihr einigen vorangegangen Berichten schon entnehmen konntet). Und um die Berichte zu der Gruppe zu vervollständigen will ich euch heute die passenden Schalt-/Bremshebel vorstellen. Brems-/Schalthebel?
Manch einer wird sich fragen: Warum beides auf einmal? Und um etwas Klarheit zu schaffen: An „normalen“ Fahrrädern und Mountainbikes sind Schalt- und Bremshebel zwei separate Bauteile (obgleich Shimano versuchte auch kombinierte Einheiten am Mountainbike einzuführen, was aber weniger erfolgreich war). Am Rennrad hingegen ist, zumindest seitdem es keine Rahmenschalthebel mehr gibt, beides in einem Bauteil integriert und schimpft sich dann STI (Shimano), Ergopower (Campa) oder DoubleTap (Sram). Gebremst wird mit einem großen Hebel, der allerdings um einen weiteren, kleineren, Hebel ergänzt wurde. Bei Shimano schaltet man nun mit dem großen Hebel „hoch“ und mi dem kleinen „runter“, bei Campa wird mit dme großen Hebel nur gebremst, mit dem kleinen „hoch“ geschaltet und man hat an der Innenseite i.d.R. noch einen kleinen „Nippel“ mit dem man dann entsprechend „runter“ schaltet. Um keine Patente zu verletzten oder Gebühren dafür zahlen zu müssen hat Sram ein eigenständiges System entwickelt, das sich „DoubleTap“ nennt. Hierbei wird der große Hebel ebenfalls nur zum Bremsen genutzt und mit dem kleineren, dahinter liegenden, Hebel schaltet man sowohl „hoch“, indem man ihn weit nach innen drückt, als auch „runter“, indem man ihn nur kurz nach innen drückt. Sram Red DoubleTap Brems-/Schalthebel 2011
Bei der “Red”-Gruppe handelt es sich um die Topgruppe des amerikanischen Sram-Konzerns im Rennradbereich. Und Topgruppen haben nunmal ihren Preis: Momentan zahlt man für die 2011er Version rund 330 Euro, die 2012er Version liegt mit 399 nur marginal unter der magischen 400€-Grenze. Das Gewicht von 280 Gramm (laut Hersteller, real lag mein Set 15 Gramm drüber) wird durch den Einsatz von Carbon (beide Hebel) und Titan (die komplette Hardware) erreicht und liegt damit am oberen Ende. Gegenüber den „günstigeren“ Force-, Rival- oder Apex-Hebeln punkten die Red-Hebel auf der einen Seite durch ihr Gewicht und auf der anderen Seite durch die Zero Loss Travel Technologie, die nur in der Topgruppe angeboten wird. Dabei handelt es sich um eine technologie, die dafür sorgt, dass man beim Schalten keinerlei Leerweg im Hebel hat. In der Regel zieht man immer erst etwas „leeren“ Zug beim Schalten bevor er richtig greift. Dies ist hier nicht der fall, wodurch die Schaltwege kürzer und insgesamt einfach „knackiger“ werden.
Optisch und haptisch geht man ja davon aus, dass das Produkt bei dem Preis in jeder Hinsicht überzeugt. Und das tut es auch: Die Verarbeitung ist aller erster Sahne und auch die Haptik ist in jeder Hinsicht überzeugend. „Im Stand“ greifen sich die Hebel und Griffe wirklich sehr gut und liegen super in der Hand. Montage
Die Montage der Hebel selbst ist genauso simpel wie bei jedem anderen Hebel auch – das Prinzip ist dasselbe: Einfach den Hebel auf den Lenker schieben und die Klemmung vorsichtig (am besten mit Drehmomentschlüssel) anziehen. Danach kann es im Grunde genommen nur noch an der Verlegung der Züge scheitern, denn das ist immer etwas Fummelei – das ist hier aber nicht anders als bei Shimano oder Campagnolo auch. Erfahrungen
Ergonomie Die Haptik überzeugt nicht nur, wie oben erwähnt, „im Stand“, sondern auch in der Praxis. Die Griffgummis lassen sich sehr gut greifen und liegen (auch ohne Handschuhe) gut in der Hand. Die Gummis sind nicht zu dick und auch nicht zu dünn, sondern genau richtig gestaltet um auch nach langen Einheiten noch bequem zu greifen sind. Bremsen Die großen Bremshebel haben sehr angenehm abgerundete Kanten und liegen gut am Finger an ohne bei 2.000 HM Abfahrten regelrecht in die Hand zu schneiden. Aufgrund des sehr steifen Carbonhebels ist der Druckpunkt sehr direkt und in Verbindung mit den Sram-Bremsen hat man regelrechte Anker montiert. Die Lackierung der Hebel ist sehr widerstandsfähig, auch nach regelmäßiger Nutzung gibt es hier keinerlei Abnutzungserscheinungen. Lediglich an den unteren äußeren Kanten gibt es natürlich ein paar Kratzer vom Anlehnen des Rads, aber das ist ebenfalls ganz normal.
Schaltung Wie oben schon erwähnt haben die Sram-Hebel zum einen die Double-Tap-Technologie, die besagt, dass man nur mit dem kleinen Hebel schaltet. Dazu drückt man ihn weit nach innen um Zug zu holen (also vorne „hoch“ und hinten „runter“) zu schalten, tippt man ihn nur kurz an gibt man Zug frei (schaltet hinten also „hoch“ und vorne „runter“). Durch die integrierte Zero-Loss-Technologie greift man beim „Zug holen“ auch sofort und verkürzt die Schaltwege so enorm. Gerade daran muss man sich am Anfang aber erstmal gewöhnen – ich habe anfangs doch öfters mal zwei Gänge auf einmal geschaltet. Da auch der kleine Schalthebel aus Carbon gefertigt ist, ist er ebenso steif und gibt beim Schalten nicht nach, was ja die Zero-Loss-Technologie wieder teilweise aufheben würde.
Haltbarkeit Ich fahre die Hebel jetzt seit fast einem Jahr und habe sie gebraucht gekauft, sie wurden also vorher schon gut ein halbes Jahr gefahren. Bisher gibt es in noch keiner Hinsicht Abnutzungserscheinungen. Weder optisch, noch technisch gibt es etwas zu bemängeln. Alle Hebel sind spielfrei und auch die Lackierung der beiden hebel ist noch sehr gut in Schuss. Lediglich die Griffgummis haben bis jetzt schon etwas gelitten, halten aber sicherlich noch diese Saison. Aber das ist ein Verschleißteil und lässt sich relativ günstig austauschen. Fazit
Der Preis von satt über 300 Euro ist natürlich eine Hausnummer, im Endeffekt aber im Rahmen, wenn man es mit anderen Herstellern vergleicht. Dafür bietet Sram mit die leichtesten Hebel, die sehr gut verarbeitet sind und auch in der Praxis in jeder Hinsicht überzeugen. Vor allem die Zero Loss Technologie ist absolut empfehlenswert und hier lohnt sich der Mehrpreis gegenüber den Force-Hebeln auf jeden Fall. Von meiner Seite her sind 5 von 5 Sternen voll und ganz gerechtfertigt.
Bilder von Sram Red DoubleTap Brems-/Schalthebel 2011
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27.08.2012 16:50
SH und LG
13.06.2012 10:23
Wow das wird ja von Bericht zu Bericht immer teurer ;) sh
02.06.2012 19:56
nnnb