Über sich:Leider muß ich mich aus zeitlichen Gründen bis auf weiteres aus dem ciao-Leben verabschieden. Ich wü...
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Noch ein Poltithriller und noch ein schwarzer Hauptdarsteller. Wie schon in meinem kürzlich beschriebenen Film „Mord im Weißen Haus“, sind dies auch in dem 1998 von Tony Scott inszenierten Film „Staatsfeind Nr. 1“ die zwei wichtigsten Komponenten.
Inhalt ====== Der erfolgreiche Anwalt Robert Dean (Will Smith) trifft in einem Dessousladen, wo er für seine Frau ein Geburtstagsgeschenk kaufen möchte, einen alten Bekannten und bekommt von diesem unbemerkt etwas zugesteckt. Kurz darauf wird der Bekannte überfahren. Ab diesem Zeitpunkt verwandelt sich das Leben des Anwalts in ein komplettes Chaos. Seine Kreditkarten sind plötzlich gesperrt, es tauchen Bilder auf, auf denen er mit seiner Ex-Freundin abgebildet ist, was seine Frau gar nicht lustig findet und irgendjemand will ihm ans Leder. Als ihm später auch noch der Mord an seiner Ex-Freundin in die Schuhe geschoben werden soll, wendet er sich an denn mürrischen Ex-Agenten Brill (Gene Hackman). Gemeinsam stellen sie sich der Bedrohung, die sie in der Person des NSA-Chefs Thomas Reynolds finden. Der ist nämlich zufällig dabei gefilmt worden, wie er einen unbequemen Politiker kurzerhand umbringen lässt. Und diesen Film hat Dean von seinem alten Bekannten zugesteckt bekommen.
Die Handlung ============ „Staatsfeind Nr. 1“ zeigt in sehr anschaulicher Weise, mit welchen Mitteln die Geheimdienste der USA in der Lage sind, Menschen zu bespitzeln und sogar ihre Existenz kurzerhand auszulöschen. Ausgestattet mit Spezialisten aus allen Fachgebieten gelingt es ihnen, Konten zu sperren, Versicherungsnummern zu fälschen, und festzustellen, was man am morgen als Belag auf seinem Brötchen hatte. Hochentwickelte Satelliten-, Abhör- und Kameratechniken dienen ihnen dabei als Werkzeuge. Diese setzen sie perfekt ein, um das Leben des unbescholtenen Robert Dean ins Chaos zu stürzen. Selbst wenn die NSA nur über ein Bruchteil der im Film gezeigten Möglichkeiten verfügte, würde dies schon ausreichen, Orwells Visionen um ein Vielfaches zu übertreffen – und ich glaube, es ist mehr als nur ein Bruchteil.
Somit ist das eigentliche Thema des Films auch nicht die Hatz der NSA auf den Anwalt Dean sondern vielmehr eine Warnung vor der totalen Überwachung durch den Staat. Deutlich gemacht wird dies insbesondere durch Deans Frau (Regina King), die sich vor dem Fernseher sitzend über das Interview mit einem Politiker aufregt, der sich vehement für die Einführung eines neuen Abhörgesetzes einsetzt.
Wenn man mal die üblichen Action-Elemente außer acht lässt, ist „Staatsfeind Nr. 1“ ein Appell gegen die Allmacht des Staates. Überwachung bis in den kleinsten Winkel der Persönlichkeit ist möglich und wird von Gene Hackman in der Rolle des geheimnisvollen Brill massiv bekämpft. Brill selbst war einst Abhörspezialist bei der NSA und weiß genau, wozu die Leute fähig sind. Dem Anfangs völlig desinteressierten Dean werden durch seine Situation und erst recht durch Brill endgültig die Augen geöffnet. Abhörstaat, nein danke!
Die Darsteller ============== Hauptdarsteller Will Smith spielt seine Rolle mal weit ab von seinem üblichen flapsigen Gehabe. Anfangs tritt er zwar als extrem lockerer und selbstsicherer Anwalt auf, der stets einen flotten Spruch auf den Lippen hat, doch schon schnell wandelt er sich und wird von Szene zu Szene nachdenklicher. Selbst echte Gefühle ist er fähig zu zeigen, z B. als er seine Ex-Freundin ermordet in ihrem Badezimmer entdeckt. Man merkt Will Smith an, dass er mehr kann, als er in seien bisherigen Filmen zeigen durfte. Die Frage ist nur, ob ihn seine Fans so haben wollen.
Zu Gene Hackman muss man eigentlich nicht viel sagen. Ein genialer Schauspieler, der sowohl den Bösewicht, als auch den guten Kumpel spielen kann und beide Rollen spielt er auch hier. Zunächst geht ihm der lästige Anwalt nämlich ziemlich auf die Nerven und er begegnet ihm offener Feindseligkeit. Aus Hackmans Augen sprüht der nackte Hass. Der entsteht aber weniger, weil er Dean nicht leiden kann, sondern, weil er seine Existenz bedroht sieht. Als Ex-NSA-Mann ist er vor Jahren in den Untergrund abgetaucht und muss nun erkennen, dass er sich nicht länger verstecken kann. Denn auch ihm ist die NSA nun auf den Fersen. Erst im Laufe der Flucht kommen die beiden sehr unterschiedlichen Charaktere sich näher und es wird sogar ein brauchbares Team aus den beiden. Der Abgang von Hackman erfolgt dann auch mit einem für ihn typischen verschmitzten Schmunzeln auf den Lippen. Still und heimlich.
Der große Gegenspieler der beiden Thomas Reynolds wird von Jon Voight dargestellt. Ebenso eine gute Wahl. Mit gefühllos scheinenden Gesichtszügen und eiskalter Berechnung setzt er die gesamte NSA-Maschinerie in Gang um seine Haut zu retten. Zu Hause den treusorgenden Familienvater mimend, ist er als karrieregeiler NSA-Abteilungsleiter skrupellos. Doch die Traute-Heim-Atmosphäre von Reynolds hat schon Risse.
Eine Nebenrolle sei noch hervorzuheben. Regina King als Deans Frau Carla spielt in einigen Szenen Smith locker an die Wand. Sobald sie die Szene betritt hat sie die Hosen an. Selbst lockere Sprüche können ihr da nichts anhaben. Von der Schauspielerin würde ich gerne mehr sehen.
Action und Spannung =================== Obwohl der Film eine Menge Actionszenen hat (immerhin ist Robert Dean ständig auf der Flucht vor irgendjemand), ist er nicht überladen. Das wirkt allerdings eher spannungssteigernd als –hemmend. Die eingestreuten ruhigen Szenen lassen die Zuschauer auch mal aufatmen, bevor das NSA-Team schon wieder vor der Tür steht und Dean erneut die Flucht ergreifen muss. So ist Tony Scott ein guter Spannungsbogen gelungen, der auch nachvollziehbar ist. Obwohl es auch einige wenige Szenen gibt, die völlig unrealistisch scheinen, trübt das den Spaß am Handlungsverlauf und die Spannung kaum.
Fazit ===== „Staatsfeind Nr. 1“ ist ein durch die aktuellen Ereignisse wieder hoch aktuell gewordener Politthriller, der eindeutig Stellung bezieht. Obwohl er primär den Actionfan bedient, ist sein Thema doch so brisant, dass auch anspruchsvollere Filmfreunde hier ihr Thema finden. Durch die guten Darsteller und einen spannenden Handlungsaufbau ist „Staatsfeind Nr. 1“ ein gelungenes Filmvergnügen, in dem ein wichtiges Thema unterhaltsam verpackt dem Zuschauer näher gebracht wird.
Hy Zidana, es gibt Sateliten in der geostationären Umlaufbahn, die kreisen zwar auch, aber genausoschnell wie die Erde und bleiben von daher immer am Fleck in Relation zu Erdoberfläche, also kann ich mir das schon vorstellen. @Harry: Schöner Bericht man liest sich.
06.11.2005 13:29
der bericht sowie der film gefallen mir sehr gut =)
09.01.2005 12:59
Ein toller Bericht zu einem super gutem Film.LG
28.01.2004 12:39
Hy Zidana, es gibt Sateliten in der geostationären Umlaufbahn, die kreisen zwar auch, aber genausoschnell wie die Erde und bleiben von daher immer am Fleck in Relation zu Erdoberfläche, also kann ich mir das schon vorstellen. @Harry: Schöner Bericht man liest sich.