Staatsfeind Nr. 1, Der

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Warum eigentlich Staatsfeind?

4  28.01.2004

Pro:
heißes Eisen, als spannender Thriller inszeniert

Kontra:
Deans Ehefrau

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Action:

Romantik:

mehr


anahata

Über sich: Ich bin die Ruhe und du ein Wirbelsturm, wir treffen uns Auge in Auge im Auge.

Mitglied seit:13.08.2001

Erfahrungsberichte:36

Vertrauende:4

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 35 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Endlich kam mal wieder was interessantes im TV. RTL zeigt in ungeschnittener Fassung den Staatsfeind Nr. 1. Ich schau mir ja sowas nur auf Video an. Das heißt ich zeichne es auf und seh mir dann die Aufzeichnung an. Nun werden einige der Bildqualitätfreaks mir wahrscheinlich mit der schlechten Qualität kommen, aber ne Festplatte ist mir zu teuer und so kann ich wenigstens aufs Klo gehen wenns mich drückt und verpass trotzdem nichts vom Film.

Warum das ganze Ding nu Staatfeind Nr. 1 heißt hab‘ ich ehrlich gesagt nicht so ganz verstanden. Es kann sich wohl nur um einen besonderen Werbegag handeln, dass man diesen Titel gewählt hat. Denn um Staatsfeinde geht es in diesem Film nun wirklich nicht. Eher darum das der Staat der Feind von jedermann ist oder es doch zumindest sein oder werden kann. Hier hatte ich gedacht der englische Titel klärt dann auf, aber „Enemy of the State“ ist auch nicht wirklich besser und ob er nun Nummer eins ist, ist dann auch nicht mehr so wichtig.

Die Story:
Es geht um das was bei uns wohl im großen Lauschangriff sein Gegenstück hat. Ein Gesetz zum abhören und Überwachen. Das will ein Abgeordneter nicht mitmachen, so wird er kurzerhand von der NSA(National Security Agency einer der drei großen amerikanischen Geheimdienste) umgelegt. Doch leider blieb das ganze nicht unbeobachtet. Ein Naturfilmer der am Tatort zwecks Tieraufnahmen eine Kamera versteckt hatte, kann nun zu Hause auf seinem Bildschirm den Mord am Abgeordneten hochauflösend nachvollziehen. Dummerweise bekommt die NSA schnelle Wind davon und er wird nach allen Regeln der Kunst verfolgt und gejagt. Dabei gerät er leider unter einen Bus, doch eine Kopie seiner Entdeckung konnter er gerade noch einem Schulfreund zustecken, dem er auf der Flucht zufällig begegnete. Dieser Schulfreund ist Robert Dean (Will Smith) ein erfolgreicher Anwalt der mit nicht immer ganz sauberen Methoden arbeitet. So beschäfftigt er zum Beispiel immer mal wieder den Detektiv Brill, was später noch wichtig wird.
Die Jungs von der NSA kriegen natürlich spitz, dass Dean nun ihre Zielperson ist und hetzen auf ihn los. Der weiß gar nicht wie ihm geschieht und vermutet hinter dem ganzen den Mafiaboss, dem er unlängst die Hölle heiß gemacht hat. Schnell haben die Jungs ihn verwanzt und sein Haus mit Kameras und Abhörvorrichtungen gespickt und als sie so nichts rauskriegen setzen sie ihn unter Druck indem sie seine Kreditkarten sperren lassen und seiner Frau Fotos von ihm und seiner Exfreundin zuspielen. Das setzt ihn dann auch gehörig unter Streß und er versucht Kontakt zu Brill dem Detektiv aufzunehmen, den er hin und wieder beschäfftigt. Die Kontaktperson zu ihm ist immer noch seine Ex (Lisa Bonet) und das dies nicht ohne Folgen bleibt ist klar. Nachdem er Brill gefunden hat wird sie getötet und Dean und Brill entkommen ihren Verfolgern nur mit knapper Not, nicht ohne auf der Flucht das Beweisvideo zu zerstören. Dann aber drehen sie den Spieß um und überwachen ihr Überwacher. Das ganze kulminiert in einem fulminanten Schlußszenario in dem sich für Dean scheinbar alle Probleme lösen.

Meinung:
Das behandelte Thema ist ein wirklich heißes und ich kann den Film nur all jenen empfehlen, die keine Angst vorm Überwachungsstaat haben und glauben, die Gesetzeshüter gingen immer verantwortungsvoll mit ihren Möglichkeiten um. Die totale Überwachung wie Orwell sie sah ist längst zum Ammenmärchen mutiert uns geht es ungleicht schlechter. Wir sind ungleich viel durchsichtiger, wenn auch mit Konsum betäubt. Ein mutiges Stück sich diesem brisanten Thema zu nähern.
Umgesetzt wird das ganze wirklich effektvoll und rasant und man ist die volle Filmlänge gebannt von der aufgebauten Spannung. Ausreichend Action und überzeugendes Spiel der beiden Hauptakteure Hackmann und Smith zeichnen diesen Streifen aus. Aber auch das restliche Ensemble ist nicht ohne. Jon Voight, bekannt aus Anaconda, gibt den korrupten Politiker, Lisa Bonet ist immer eine Sünde wert, Barry Pepper schaut als Polizist vorbei, Jake Busey ist auf den Killer abonniert und Gabriel Byrne hat einen feinen Ein-Minuten-Auftritt als NSA-Agent in Verkleidung, der Smith beinahe übertölpelt.
Einzig Deans Ehefrau ist völlig fehlbesetzt daher unterschlage ich hier auch den Namen der ungenannter Schauspielerin. Wenn sie zu ihrer Eifersuchtstirade ansetzt kann man es zum einen nicht verstehen, warum sie angesichts der weitaus größeren Probleme, so völlig auf die Bilder von ihrem Mann, wohlgemerkt im Gespräch und nicht in zweideutiger Aktion, und seiner EX abfährt. Andererseits fragt man sich, warum wohl Dean dieses Pferdegebiss der süssen Lisa Bonet vorgezogen haben soll. Aber darüber können wir wohl getrost den Mantel des Schweigens decken und das will ich hiermit auch tun.

Fazit:
Actiongeladenes Spannungskino oder spannendes Actionkino wie ihr wollt, der Film hat in beiden Kategorien volle Punktzahl verdient. Einzig bleibt die bange Frage, was man den tun soll, wenn man selbst einmal ins Visier der Fahnder gerät. Wichtig erscheint hier wie meist, das man entweder Freunde hat (Dean hat leider keine) oder Freunde findet, die einem mehr vertrauen, als dem was über einen selbst in den Medien steht.

Tip:
Paranoia nicht in Lähmung und Angst verwandeln, sondern in ein solides mit den Gefahren umgehen und ein bürgerrechtliches wehret den Anfängen.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
moeran999

moeran999

09.02.2004 18:51

Ich hab den Film schon 2x gesehen, finde den total cool ... LG Bobby

manu63

manu63

28.01.2004 16:36

guter treffender Bericht über einen klasse Film

Ananie

Ananie

28.01.2004 16:28

Den Film habe ich auch schon gesehen, aber irgendwie war ich da ein bissl abgelenkt und konnte deswegen nicht richtig zuhören, naja vielleicht schaue ich mir ihn irgendwann noch mal an ;)

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