Stadtgespräch

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"Stadtgespräch" Am 25.10.1995 hatte "Stadtgespräch" als 89-minütige Komödie Kinopremiere in Deutschland. Seit dem 09.05.1996 kann man sich diesen köstlichen deutschen Streifen auch auf Video ansehen... Inhalt: Monika Krauss (Katja Riemann) ist Radiomoderatorin in Hamburg und zwar bei ... Bericht lesen





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Big Brother im Radio
Erfahrungsbericht von kaddel über Stadtgespräch
03.09.2000


Produktbewertung des Autors:   


Pro: gute deutsche Komödie
Kontra: ein wenig überzogen

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

"Stadtgespräch"
Am 25.10.1995 hatte "Stadtgespräch" als 89-minütige Komödie Kinopremiere in Deutschland. Seit dem 09.05.1996 kann man sich diesen köstlichen deutschen Streifen auch auf Video ansehen...

Inhalt:

Monika Krauss (Katja Riemann) ist Radiomoderatorin in Hamburg und zwar bei einem Privatsender. Ihre tägliche Sendung heißt "Monika am Morgen" und sie gibt dort Tipps in Beziehungsfragen. Leider ist ihr Chef nicht besonders erbaut über Monikas Ratschläge, da diese auf einen sehr gefrusteten Alltag von Monika schließen lassen. Monika zieht einfach nur über die Männer her, weil sie leider keinen abkriegt...

An ihrem 30. Geburtstag überzeugt René (Kai Wiesinger), Monikas schwuler Bruder, die attraktive Blondine, eine Kontakt anzeige aufzugeben. Auf diesem Wege hat René auch seinen etwas treudoofen und schusseligen Freund Karl (Moritz J. Bleibtreu) kennengelernt...

Die Dates finden in dem Lokal, in dem René arbeitet, statt. Eine Niete jagt die nächste und Monika hat schon fast aufgegeben, da steht er plötzlich in der Tür: Erik (August Zirner)! Er sieht gut aus, ist charmant und humorvoll. Und er ist Zahnarzt! Diese Tatsache läßt Monikas Mutter (Karin Rasenacker) vor Freude an die Decke springen, die schon befürchtete, daß ihre einzige Tochter keinen Mann mehr abbekommen würde. Kurz gesagt: Erik ist "Mister Perfect"!

Monika ist überglücklich über die langsam aufkeimende Romanze zwischen ihr und Erik und hält sich in einem Fitneß-Studio fit, in dem sie eines Tages Sabine Kirsch (Martina Gedeck) kennenlernt. Sabine ist verheiratet und hat zwei Kinder. Die beiden Frauen freunden sich schnell miteinander an...

Das Leben von Monika könnte nicht besser laufen: Sie hat einen tollen Lover, eine beste Freundin und, bedingt durch ihre Verliebtheit, moderiert sie viel euphorischer und optimistischer und ihr Chef ist überglücklich, daß die Einschaltquoten wieder stimmen...

Doch dann schlägt das Schicksal zu bzw. die ganze Wahrheit kommt an den Tag: Monika ist bei Sabine zum Essen eingeladen und lernt dort auch deren Ehemann kennen: Es ist ERIK!!!

Monika ist geschockt und während der Arbeit wie ausgewechselt: An den Männern wird in ihrer Sendung wieder kein gutes Haar gelassen und sie geht Erik und auch Sabine aus dem Weg! Allerdings schafft Erik es, Monika zu überzeugen, die Affäre fortzusetzen...

Von nun an beginnt eine "Vielecks"-Beziehung, die lustiger nicht sein kann: Monika ist mit Erik zusammen, René verliebt sich ebenfalls in den Zahnarzt und Sabine zieht bei Monika ein, als sie erfährt, daß ihr Ehemann eine Geliebte hat (logischerweise weiß sie nicht, wer diese ist!!!)...

Das Chaos beginnt und der Showdown gipfelt in einer Konferenzschaltung von Monika, Sabine, René, Karl, Monikas Mutter und Erik, die während der Sendung „Monika am Morgen“ live gesendet wird...

Infos:

In Hamburg und Umgebung fanden vom 24. Januar bis zum 2. März 1995 die Dreharbeiten zu diesem lustigen Streifen statt.

Meine Meinung:

Diese deutsche Komödie ist einmalig.

Ich weiß nicht, wie oft ich "Stadtgespräch" bereits gesehen habe, aber ich lache mich immer wieder schlapp!!!

Monika wird brillant von Katja Riemann dargestellt. Sie schafft es immer wieder, mit ihren Gesichtsausdrücken den Zuschauer an ihrem Innenleben (sprich: Gefühlen) teilhaben zu lassen. Sie ist hin- und hergerissen zwischen ihrer besten Freundin und ihrem Lover! Für wen wird sie sich wohl entscheiden? Für wen würden wir uns in dieser Situation entscheiden???

Sabine ist eine "typische" Hausfrau, wie sie gerne in Spielfilmen dargestellt wird: hausbacken, geht in der Kinderbetreuung und im Kochen auf und stellt ihre eigenen Wünsche und Ziele hinter deren ihres Mannes, der ja ein erfolgreicher Zahnarzt ist! Diese Rolle mußte wahrscheinlich so dargestellt werden, aber gibt es so eine Hausfrau und Mutter im wirklichen Leben noch? Ich glaube nicht!!! Aber der Charakter ist ehrlich und nett, ausgeprägt und auf eine gewisse Art und Weise realistisch dargestellt worden...

René bzw. Kai Wiesinger ist ein Hochgenuß. Als schwuler und eifersüchtiger Bruder macht er Monika das Leben zur Hölle. Er spiegelt das typische Klischee von Homosexuellen wieder: ein etwas "pikirtes" Auftreten, sein Coming Out bei seiner Mutter steht noch bevor und literarisches Interesse (Gedichte, usw.). Ich finde es auf jeden Fall klasse, wie unkompliziert und natürlich die Beziehung von Karl und René dargestellt wird. Homosexualität sollte einfach zum heutigen Alltag dazugehören bzw. von den Mitmenschen akzeptiert werden. Obwohl ich nicht lesbisch bin und nicht auf eine gewisse Akzeptanz meiner Mitmenschen in diesem Zusammenhang angewiesen bin, finde ich schon, daß mehr Toleranz ausgeübt werden sollte! Auch bei der Gesetzesfindung!!! Aber das gehört nicht hierher...Dieser Film war vielleicht in dieser Hinsicht ein Anfang und die Rolle des Renés liebe ich einfach...

Moritz Bleibtreu als vertrottelter Karl. Und man nimmt ihm diesen Charakter ohne weiteres ab, so überzeugend ist er!!! Ein Genuß und Leckerbissen sind die doch häufiger auftretenden "Halbnackt"-Szenen von ihm. In dieser "Blödheit" ist Karl ein herzensguter Mensch, der eigentlich gerne so akzeptiert werden möchte, wie er ist (wer wünscht sich das nicht???). Die Sympathien der Zuschauer fliegen diesem Charakter nur so zu...

Erik! Naja, mein Fall wäre er nicht! Erik kann die Welt einfach nicht verstehen! Er ist sich nicht bewußt, daß er etwas ganz Falsches gemacht hat: Er hat seine Ehefrau betrogen und schiebt das natürlich auf sie! Sie kümmert sich ja auch schließlich nicht mehr um ihn und er muß sich seine Zuwendung woanders holen!!! Erik sieht sich selber als Opfer der Umstände und versucht mit allen Mitteln, gut aus der verzwickten Angelegenheit rauszukommen...

Monikas Mutter ist zum Piepen: Eitel, kurzsichtig und größenwahnsinnig! Ihr macht es noch nicht einmal etwas aus, daß ein verheirateter Mann ihre Tochter als Geliebte auserkoren hat: Er ist schließlich Zahnarzt und somit eine gute Partie!!! Welche Mutter reagiert so, wenn ihre einzige Tochter Liebeskummer hat???

Die Musik ist auf die Charaktere eingestimmt und natürlich auf die morgendliche Sendung von Monika. Im Sender wird querbeet durch die Musiklandschaft gedudelt, aber doch etwas mehr im Oldie-Bereich und Erik, als begeisterter Dean Martin-Fan, trällert des öfteren deren Songs (Everbody loves somebody sometimes...).

"Stadtgespräch" ist eine Klamotte, die man sich wirklich immer wieder gern ansehen mag, aber ein gewisser Abstand muß schon zwischen den "Sendeterminen" sein, ansonsten kann man über manche Szenen nicht mehr so gut schmunzeln...

Noch eine Anmerkung zu meiner Überschrift:

Ich denke schon, daß man "Monika am Morgen" in der Endphase des Streifens mit dem TV-Phänomen BIG BROTHER vergleichen kann. Schließlich "ziehen sich die Menschen hier aus" und geben ihre tiefsten Empfindungen und Gefühle preis und jeder, wirklich jeder, kann mithören!

Fazit:

Stadtgespräch ist einer der wenigen deutschen Komödien der letzten Jahre, der mich wirklich zum Lachen gebracht hat und somit ein "sehr gut" mit +-Pünktchen erhält.

Falls ihr ihn noch nicht gesehen habt: Anschauen lohnt sich auf jeden Fall! Man darf den Film halt nicht so ernst nehmen...

Morgen beginnt wieder eine arbeitsreiche Woche und wir sehen uns dann (hoffentlich)!

CU

kaddel

   

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