Der gute Mensch von Manhattan
19.10.2009
Pro:
Story stimmig
Kontra:
stilistisch matt
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
mehr
 Hyby
Über sich:
Mitglied seit:05.04.2000
Erfahrungsberichte:288
Vertrauende:18
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 56 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Früher nannte man derartige Leute abschätzig „Kletten“ oder „Nervtüten“, heute sind es „Stalker“ – das Phänomen des Zudringlichen ist kriminologisch definiert. Werden „Stalker“ heutzuage überbewertet oder wurden die besagten „Kletten“ seinerzeit unterschätzt ? Das Stalker-Exemplar in dem vorliegenden Buch von Jason Starr immerhin braucht nicht zu befürchten, in irgendeinem Harmlosigkeitsranking herumzudümpeln – dieses Exemplar ist zweifelsohne ein Zwölfender seines Metiers. Action Die junge Katie Porter ist Sekretärin eines fiesen Chefs in New York und möchte eigentlich nichts weiter als einen netten jungen Mann kennenzulernen mit der Option auf eine gemeinsame Zukunft. Grade hat sie den passabel aussehenden Alan vorsichtig an sich herangelassen, doch dessen Unterleibszielstrebigkeit stößt sie eher ab. Letztendlich gibt sie seinem Drängeln zwar nach, doch die Genüsse sind äußerst einseitig und Alans Interesse für exklusivere Sexualpraktiken findet wenig Gegenliebe bei der sittsamen Katie. Alan ist also nicht grade eine Krönung der maskulinen Spezies – ganz anders dagegen der smarte Peter Wells, der Katie in einem Fitness-Studio über den Weg läuft. Peter ist attraktiv, geübt in höflichen Umgangsformen, aufmerksam – für Katie eine Erholung nach Alans Vulgärattacken. Das einzige, was sie an ihm ein bischen nervt, ist seine etwas penetrante Allgegenwart. Alan begeht den schweren Fehler, sich bei Katie um Gutwetter zu bemühen – wenig später ist er tot, erwürgt in einer Unterführung. Der Mord an ihrem kurzfristigen Ex wirft Katie aus der Bahn, da ist es ihr Peters freundschaftlicher Beistand durchaus eine Hilfe. Doch wenig später liegt ein flüchtiger Bekannter Katies, der einen harmlosen Annäherungsversuch wagte, mit eingeschlagenem Schädel am Straßenrand. Und da dämmert es Katie allmählich, dass ihr vermeintlicher Freund mittlerweile ihr Kerkermeister geworden ist.....Romane über Stalking gab es und gibt es grade auch heute wie Sand am Meer. Die meisten dürften dem Genre Kriminalroman angehören, bei dem vorliegenden tue ich mich allerdings mit einer derartigen Kategorisierung schwer. Es stimmt schon: es gibt Ermordete, es gibt einen Täter, den das Lesepublikum sogar kennt und es gibt ermittelnde Polizeibeamte und dennoch: für mich das Buch eher eine Studie einer wuchernden Obsession. Starr hat hierbei den Kunstgriff gewählt, die Geschichte abwechselnd aus der jeweiligen Sicht des zunächst nichtsahnenden Opfers und des strategisch vorgehenden Jägers zu schildern und zu entwickeln. Katie und Peter kannten sich flüchtig aus zurückliegenden Jugendzeiten in einem Provinzkaff – ihre Wiederbegegnung im großen New York ist für Katie ein atemberaubender Zufall, für Peter dagegen ein akribisch geplanter und behutsam herbeigeführter Coup. Und doch vermeidet Starr jede Schwarz-Weißmalerei. Katie ist nicht nur unschuldig, sondern auch naiv und wankelmütig, Die ermittelnden Polizisten sind – selbstverständlich – überarbeitet und Machos und Peter ist mitnichten lediglich der satanische Strippenzieher. Sein Drama ist seine felsenfeste Überzeugung, zu wissen, was für Katie wirklich gut ist. Er wärmt sich an Katies vermeintlicher Liebe, mutiert aber zum Killer, sobald er Rivalen wittert. Sie gilt es zu beseitigen, um Katies Gefühle für ihn nicht zu beeinträchtigen oder gar zu gefährden. Es ist natürlich klar, dass so eine Geschichte nicht gut ausgehen kann – da wagt auch Starr keine Ausnahme. Ich halte ihm zugute, dass er den Roman mit einer Peterschen Akribie entwickelt und voran bewegt, doch stilistisch ist das Ganze eher Fastfood. Ich kenne Autoren, die streuen hin und wieder etwas angestrengt wirkende Metaphern über ihre Texte, um dem Ganzen ein literarisches Glitzern zu verleihen, darüber kichere ich dann gerne mal – aber so ganz ohne Metaphorik wie bei Starr ist dann doch etwas fade. Ein klares Manko dieses Buches. Natürlich hat Starr schon immer so geschrieben, aber bei früheren Werken wie „Hard Feelings“ oder „Top Job“ hat er originelle, äußerst spannende Geschichten erzählt und damit seine stilistische Einheitskost ein bischen überdecken können. Jetzt gibt der Plot selbst nicht mehr genug her – er wirkt bei aller Spannung ein bischen vorhersagbar. Nein, es ist kein wirklich schlechtes Buch – aber wer Jason Starr noch nicht kennt, sollte eher zu den unten zitierten Titeln greifen, damit wäre er besser bedient.
Preisvergleich
sortiert nach Preis
|
Stalking - Jason Starr
Der Mann, der Katie Porter folgt, wohin auch immer sie geht, ist nicht ihr ...
|
€ 11,90
Händler kann Preis erhöht haben |
10 Bewertungen
|
Versandkosten: EUR 0,00
Verfügbarkeit: Sofort lieferbar
|
zum Shop
thalia.de
|
|
Stalking - Jason Starr
Der Mann, der Katie Porter folgt, wohin auch immer sie geht, ist nicht ihr ...
|
€ 11,90
Händler kann Preis erhöht haben |
202 Bewertungen
|
Versandkosten: EUR 0,00
Verfügbarkeit: Sofort lieferbar
|
zum Shop
Buch.de
|
|
Stalking - Starr, Jason
Taschenbuch, 523 S., Roman, Erschienen: 2009
|
€ 11,90
Händler kann Preis erhöht haben |
19 Bewertungen
|
Versandkosten: versandkostenf...
Verfügbarkeit: sofort lieferbar
|
zum Shop
Buch24
|
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Das könnte Sie interessieren
Verwandte Tags für Stalking / Jason Starr
|
|
20.10.2009 14:33
hört sich trotzdem interessant an! Gruß, elvira
20.10.2009 12:25
klingt nicht schlecht, aber dennoch so, als habe man das alles schon mal irgendwo gehört... gruß ingo
20.10.2009 07:10
das trifft schon mein genre, aber mein ungelesen-stapel ist momentan noch zu hoch für nachschub :D