Star Trek X - Nemesis

Erfahrungsbericht über

Star Trek X - Nemesis

Gesamtbewertung (65): Gesamtbewertung Star Trek X - Nemesis

 

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Vertrauter Feind

4  02.10.2002

Pro:
Effekte, Action, guter Gegner

Kontra:
Star Trek Feeling fehlt ein wenig

Empfehlenswert: Ja 

BC_Blood_Vengeance

Über sich:

Mitglied seit:07.06.2000

Erfahrungsberichte:68

Vertrauende:9

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 77 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

..Intro : Die furchtlosen Sieben
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Eigentlich bin ich ja kein großer Trekkie, aber ich schau sie ja doch gerne : die Star Trek Filme.
Da die "The Next Generation" Serie die erfolgreichste der vielen ist, war es abzusehen, dass es einen zehnten Teil geben würde. Der letzte Film, "Der Aufstand", kam bei Zuschauern wie auch bei Kritikern nicht sehr gut an, das Team um Picard und Co musste sich also etwas einfallen lassen, um die Kinosäle noch ein weiteres Mal zu füllen.
Die grössten Kritikpunkte waren, dass das Zwischenmenschliche sowie die Action kaum mehr vorhanden waren, Fans wollten dies und die Star Trek Schreibers haben sie erhört - Star Trek Nemesis wirft nicht nur mit fulminanten Actionsequenzen um sich, er versucht es ebenfalls, die altbekannten Charaktere stärker zu betonen und deren Persönlichkeiten weiter zu verbinden.

Wieso ich diesen Film bereits gesehen hab ? Vor einiger Zeit war ich im Ausland, genauergesagt Amerika und da das Glück mit mir ist, kenne ich dort jemanden, der beim Film arbeitet. Dieser jemand hat zuvor schon an Filmen wie Vanilla Sky mitgearbeitet und nach ein wenig Drängen und Fragen hab ichs dann geschafft, mit ihm in eine der Vor-Vorführungen, die unter großem Verschluss extra für das Team gemacht werden, zu kommen. Von den Schauspielern war zwar leider keiner dabei, die Musik war noch ersatzweise aus älteren Star Trek Soundtracks zusammengestellt und einige Effekte waren noch nicht fertig, ansonsten machte er aber einen 95 %igen Fertig-Eindruck.
Klingt unglaubwürdig, ich weiss, aber so wars, Nemesis gibts auch noch nirgends im Inet zum runterladen, von daher hab ich nich geschummelt. Aber genug jetzt, kommen wir zum Film:

..Synposis : Romulus und Remus
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Nach ihrem letzten Abenteuer (Star Trek #9 "Insurrection", oder mit deutschem Titel - "Der Aufstand") ist die Enterprise-Crew zunächst auf einer Hochzeit, Picard´s rechte Hand William Riker (Jonathan Frakes) gibt Deanna Troi (Marina Sirtis) das Ja-Wort. Die Hochzeitsfeier, auf der ebenfalls einige bekannte Gesichter aus anderen Star Trek Serien zu sehen sind, ist beschwingt und lustig bis die Besatzung plötzlich eine erstaunliche Meldung bekommt : Die Romulaner, eine ausserirdische Rasse mit denen die Föderation (eine Art UNO-Bund verschiedener ausserirdischer Rassen) schon seit Ewigkeiten im Clinch liegt, bieten einen Friedensvertrag an.

Wie es kommen muss, liegt die Enterprise am nächsten dran und die geplanten Hochzeitsfeierlichkeiten müssen auf später verlegt werden. Ungern machen sie sich auf den Weg zum Planeten Romulus, auf dem sie alsbald den finsteren Reman Shinzon (Tom Hardy, Black Hawk Down) sowie seinen telepathisch-veranlagten Helfer Viceroy, der nur im Dunkel existieren kann,(Ron Pearlman, Blade 2; Alien 4) kennenlernen.

Shinzon stammt aus dem düsteren Teil des Planeten, der in 2 Gebiete eingeteilt ist - Romulus und Remus. Während Romulus ein schnieker, hochadliger Staat im Sinne des alten Roms ist, verkommen in Remus die meisten Menschen als Sklavenarbeiter in riesigen Minen. Der Viceroy ist schon seit langer Zeit ein Freund Shinzons und würde ihm, wenn es sein müsste, sogar in den Tod folgen. Wie es sich für einen bösartigen Bösewicht gehört, hat Shinzon natürlich andere Pläne mit der Enterprise. Zwischen ihm und Picard gibt es zudem einen persönlichem Bund, der vertrauter und bedrohlicher ist, als dieser es sich vorstellen kann.

Während den Gesprächen findet sich noch ein neuer Charakter : Auf der Oberfläche eines nahen Planeten treffen sie auf B9, eine relativ unreife Version von Data, der sich gleich daran macht, als Lehrer- bzw. Vaterperson B9 zu "erziehen". Dass sie diesen nicht ohne Grund finden, dürfte auch dem allerletztem Schnellmerker schnell auffallen.

Derweil entpuppt sich der angebotene Frieden schliesslich als bösartige Bedrohung für die Erde und die Next Generation Crew muss einen letzten, furiosen Kampf gegen die Reman führen.

Wer diesen Kampf gewinnen wird, was es mit Data´s physischem Zwilling auf sich hat, was ein betrunkener Klingone von einer Nackt-Zeremonie hält, was Shinzon mit Picard gemeinsam hat, wer umkommen und wer überleben wird und sämtliches mehr - will ich hier nicht vorweg nehmen, denn das würde die Spannung aus der Vorfreude nehmen ;)

..Comment : Viel Lärm um ...
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...nichts, so heisst eins der wunderbaren Stücke William Shakespeares. Allerdings beziehe ich dies nicht insgesamt auf den Film, keine Bange, dies bezieht sich eher auf das Miteinander der verschiedenen Star Trek Charaktere:
Der Anfang ist ausserordentlich gelungen und es ist wirklich nett mit anzusehen, wie die verschiedenen Personen, die die meisten Zuschauer ja auch schon lange kennen, miteinander agieren. Captain Picard ist wie immer die herzensgute, aber authoritäre Vaterfigur, Data´s Schlüsse aus dem Verhalten der üblichen Personen regen zum Schmunzeln an und auch Worf kommt als wortkarger Chewbacca-Verschnitt gewohnt haarig rüber.

Hier jedoch mein erster Kritikpunkt - auf alteingesessene Trekkies und Trek Film/Serienkenner mag das unterhaltsam wirken, auf Frischlinge mag das allerdings ziemlich stupide wirken. Mal abgesehen von der Sympathie der Charaktere zeigt sich hier ein eher langweiliges Bild. Worf wirkt als Vertreter der - normal äusserst blutrünstigen und gefürchteten - Klingonenrasse recht lächerlich, genau genommen sieht er nämlich aus wie eine Mischung aus einem überfahrenem Hund, einem Warzenschwein und einem Wookie, der so überhaupt nicht in eine saubere Föderationsuniform passt.

Picard´s Rolle als patriacharlisches Oberhaupt und Anstandsmensch funktioniert nicht so recht, zu oft fällt im in Anbetracht seiner Arbeitskollegen ein schelmisches Lächeln ins Gesicht, zu distanziert wirkt seine Rolle, man sieht ihm im Grunde an, dass er lieber rebellischer wäre, mehr wie seine rechte Hand Riker, der nicht nur ein Frauenheld, sondern auch ein mutiger Draufgänger ist. Er wirkt halt zu sehr wie ein Elternteil, dass auf eine Horde Bengel aufpassen muss.

Die anderen Charaktere verkommen ziemlich, LaForge, Data, Troi und die restlichen Unteroffiziere verschwinden regelrecht in der Abstellkammer, einzig Data bekommt einen Subplot (eine Untergeschichte), der allerdings so vorhersehbar und einfallslos ist, dass man sich fragt – was soll das ?
Traurig ist zu wissen, dass Schauspieler Brent Spiner (Data) seinen Teil selbst geschrieben hat.

Die Story gefiel mir ganz gut, auch wenn ich von den meisten politischen Dingen zuwenig verstanden hab. Dass die Romulaner nichts gutes wollen, wird auch schon (wer es am Filmplakat und am Titel Nemesis (> Erzfeind) noch nicht erkannt hat, wird es wohl nie merken...) besonders am Design bewusst, die dunklen Klamotten, das grimmige Gesicht Shinzons, aber nagut, damit hab ich mich auch noch zufrieden gegeben. Jeder Film dieser Gattung braucht einen Bösewicht, wenn er dann jedoch schon im Vorfeld bekannt wird, so braucht es etwas besonderes, um noch genug Schmackes in das Ganze zu bringen. In diesem Fall handelt es sich um einen speziellen Bund zu Picard, den ich im nächsten Absatz offen legen will – wer sich die Spannung halten will, sollte es einfach überspringen.

· Spoiler : Shinzon ist in Wirklichkeit eine Kopie Picards, ein Klon der vor vielen Jahren von Picard gemacht wurde. Im Gegenteil zu Picard jedoch hat Shinzon ein wesentlich kürzeres Verfalldatum, er hat nicht mehr lang zu leben und braucht Picard´s Blut (!) um selber weiter am leben zu bleiben. Daher lockt er Picard auch zu seinem Planeten, um danach mit einer geheimen, immens zerstörerischen Waffe die Galaxie zu erobern.
· Spoiler Ende

Die Story ist gewürzt mit wirklich fulminanten Kämpfen, so gibt es eine Verfolgungsjagd a la Mad Max 2 auf einem Wüstenplaneten, der auch wenn er derbe abgeschaut ist, wirklich effektvoll inszeniert ist, natürlich gibt es dann auch die obligatorischen Sternenkämpfe. Der neue, verbesserte, riesige romulanische Bird of Prey von Shinzon ist gut gelungen und besonders der Endkampf kommt sehr gut rüber. Das haut einen in die Sitze ;)
Lustig war, dass bei einigen Phaser-Kampfszenen die Phaserstrahlen noch fehlten und es so aussah, als wenn sie sich mit Fernbedienungen gegenseitig ausschalten wollten.
Die römische Saga um die Romulus/Remus Brüdergeschichte mit der Wölfin, die die Menschen säugte, ist allerdings nur im Ansatz übernommen worden.
Die Effekte an sich, nunja, waren wie gesagt noch nich ganz fertig, aber der Großteil wirkte gut bis sehr gut, nichts bahnbrechendes aber "topnotch", wie die Amerikaner zu sagen pflegen.

Der Bruder-Konflikt zwischen Shinzon und Picard ist wirklich interessant, man versteht Shinzon, wieso er das tut was er da tut, Tom Hardy schafft es wirklich diesen innerlich-zerrissenen, am leben-hängendem ex-Minensklave-der-die-Welt-unterjochen-und-die-Reman-rächen will.

Die Schauspieler agieren insgesamt leider nicht besser als in der Serie, selbst Patrick Stewart kommt nichtmal an seine kleine Rolle in X-Men ran, aber ich denke Trekkies wird es genügen. Ron Pearlman als Viceroy glänzt natürlich – wie zu erwarten, das macht er schliesslich immer.

Apropos Trekkies, ich für meinen Teil denke, dass dieser Film für Trek-Verhältnisse vielleicht zu action-orientiert geworden ist. Man hat hier echt aus den positiven Reviews für Star Trek – First Contact (Der erste Kontakt) geschöpft und versucht ein gutes Pendant zu erstellen – meiner Meinung nach völlig gelungen, aber ich bin ja auch kein Trekkie. Das Zwischenmenschliche, was bei denen ja so beliebt ist, reduziert sich – leider - fast nur auf den Anfang, was sich allerdings besonders bei den alten Star Trek Filmen durch die ganzen Filme zog.

Schlusswort - ´S krawummt
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Im Gegensatz zu Insurrection hat mir dieser sehr gefallen, auch wenn es einige Macken gab, aber die waren für mich noch durchaus akzeptabel. Ein Popcornfilm, bei dem es viel kracht und krawummt und den ich mir ganz sicherlich noch im Januar 2003 in einem deutschen Kino anschauen sowie – sobald er erscheint – auf DVD zulegen werde.

..See
Dieser Film wird ihnen gefallen, wenn sie Star Trek _ First Contact oder Lost in Space mochten.

..Final Statement : Patience
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Wer mir immer noch nicht glaubt, dass ich den Film in dem Rough Cut dort vor Ort gesehen hab, dem kann ich eventuell ja mal – wenn ich’s hinkrieg - ein Foto von ihm vor Ort schicken, falls er welche von sich von dem Set hat. Ich durft leider nix mit reinnehmen, da waren strengste Sicherheitsmaßnahmen. Und nein, den Film gibt’s gottseidank noch immer nicht im Internet zum downloaden, ein Drehbuch gibt’s allerdings schon, das ist allerdings nur grob mit dem Film gleich. Habt also Geduld ;)

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
BcHmF

BcHmF

08.02.2003 02:24

Stimmt einwenig habe ich das typische ST Feeling vermisst, aber traurig ist es alle mal um diese Crew, ich hab kein Bock die olle Voyager im Kino zu sehn! Schöner Bericht, gefällt mir sehr gut!!

Ordinator

Ordinator

15.01.2003 17:24

Aber natürlich kann man sich den Film im Internet runterladen, seit der Premiere in USA am 13.12 war es ja total leicht. Mein Freund hat ihn schon gesehen, vor nem Monat oder so, ich werde aber heute in die Premiere gehen. mfg Ordinator

Greifenklaue

Greifenklaue

12.01.2003 18:00

Jaaa, endlich geht es auch bei uns los, und man kann den Film sehen ohne Connections!!! *händereib * Der Bericht war ordentlich und gelungen und macht Lust auf mehr! Nämlich den Film ;-)

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Bewertungen
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  1. BcHmF
  2. Lencer
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  1. shogun286
  2. KAMA
  3. Defiant74205

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