Das ist kein Star Wars, das ist eine Beleidigung!
17. Mai 2006
Pro:
Viele gute Ideen, . . . .
Kontra:
. . . aber sehr schlecht umgesetzt
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Action:
Anspruch:
Humor:
Romantik:
Spannung:
mehr
 Cuchulainn1981
Über sich:
Diplomarbeit ist abgegeben - endlich!
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Am Wochenende wollte ein Freundin von mir unbedingt den Star-Wars-Film "Der Angriff der Klonkrieger" sehen. Der Film liegt seiner längerer Zeit bei meinen Eltern im DVD-Regal, also stand dem Filmabend nichts mehr im Wege. Wir setzten uns also Samstag abends mit einer Tüte Pistazien auf den Boden und legten die DVD ein. Ich habe ihn vor einigen Jahren im Kino gesehen und er hat mir damals schon nicht gut gefallen. Aber als so schlecht hatte ich ihn nicht mehr in Erinnerung. Deswegen habe ich beschlossen, über diese DVD einen Bericht zu schreiben und alle zu warnen, die bis jetzt von diesem Film verschont geblieben sind. Versteht meine Überschrift bitte nicht falsch. Ich bin ein großer Star-Wars-Fan. Die alten gehören zu den Filmen, die ich nicht oft genug sehen kann. Aus diesem Grund bin ich von Episode 2 auch so enttäuscht (Über Episode 1 rede ich gar nicht. Diesen Film habe ich vollständig aus meinem Gedächtnis verbannt). Ich gehe mal davon aus, dass die meisten von euch anders über diesen Film denken (immerhin habe ich hier fast nur positive Berichte gelesen), aber ich sage meine Meinung trotzdem ;)
Handlung: -------------- Zehn Jahre nach dem Kampf um den Planeten Naboo (Episode 1) steht die Republik erneut vor einer Krise. Viele Planeten wollen sich von der Republik trennen. Diese Separatisten werden von Count Dooku angeführt. Der Senat der Republik steht nun vor einer schweren Entscheidung: Soll die Republik eine Armee aufstellen, welche die überforderten Jedi-Ritter unterstützen soll? Vor allem Senatorin Amidala von Naboo ist gegen einen solchen Schritt, da die Verfassung geändert werden müsste und die Republik keine eigene Armee besitzen sollte. Für den Schutz sind die Jedi zuständig. Bei ihrer Ankunft auf dem Planeten Coruscant entkommt Amidala nur knapp einem heimtückischen Attentat. Der Jedi-Meister Obi Wan Kenobi und sein Schüler Anakin Skywalker werden beauftragt, die Senatorin zu beschützen. Kenobi möchte diesen Auftrag buchstabengetreu erfüllen, doch Anakin, der in die Senatorin verliebt ist, will die Attentäter jagen. Damit widerspricht er seinem Meister, dem er eigentlich bedingungslos gehorchen müsste.
Nach einem zweiten Anschlag beschließen die Jedi, Amidala nach Naboo zu schicken, wo sie in Sicherheit ist. Anakin soll sie begleiten und vor weiteren Angriffen schützen. Währenddessen soll Kenobi ermitteln und herausfinden, wer hinter diesen Anschlägen steckt. Während sich zwischen Amidala und Anakin eine Romanze entwickelt, führt die Spur Kenobi zu dem Planeten Camino, dessen Bewohner im Auftrag eines längst toten Jedi-Meisters eine Klonarmee für die Republik aufbauen. Die Anschläge, die Armee und die Separatistenbewegung, welche von der verfeindeten Handelsföderation unterstützt wird, scheinen irgendwie zusammenzuhängen. Der Senat sieht sich gezwungen, die Klonarmee in die Dienste der Republik zu stellen, um der Bedrohung Herr werden zu können. Doch der Jedi-Meister Yoda ahnt, dass die Republik damit ihr eigenes Todesurteil unterschreibt ...
Meinung zum Film: -------------------------- Ehrlich gesagt weiß ich nicht, womit ich anfangen soll. Irgendwie fallen mir im Moment so viele Dinge ein, die ich erwähnen möchte. Also starte ich am besten mit den guten Seiten des Films. Das ist relativ schnell abgehandelt. Das Schönste an diesem Film sind die Spezialeffekte, die Raumschiffe und die fantasievollen Geschöpfe. Hier wurde wieder einmal eine Science-Fiction-Welt geschaffen, die immer wieder mit neuen Überraschungen aufwartet. So lernen wir das Verkehrssystem der Zukunft kennen, in dem auf mehreren Ebenen "Autos" fliegen. Werbetafeln säumen die "Straßen", und der Zuschauer lernt einen Nachtclub kennen. Im Gegensatz zu dieser Großstadt werden wir auf den paradisischen Planeten Naboo entführt, der mit tollen Landschaften aufwartet. Und noch einmal als Gegensatz besuchen wir den lebensfeindlichen Wüstenplaneten Tatooine und den stürmischen und kalten Camino. Die Kulissen dieser Welt sind großartig, und es gibt an jeder Ecke was Neues zu entdecken.
Die Geschöpfe sind jedoch noch fantasievoller. Bereits die alten Star-Wars-Filme konnten mit großartigen Außerirdischen aufwarten, aber dank der heutigen Technik ist in diesem Bereich natürlich viel mehr möglich geworden. Und diese Möglichkeiten werden voll ausgenutzt. Am Ende kämpfen Kenobi, Amidala und Anakin unter anderem gegen drei riesige Monster, die wirklich großartig animiert sind. Die Spezialeffekte sind sowieso gut. Hier wurde alles genutzt, was die Technik bietet. Die Raumschiffe sind ganz toll animiert, furiose Schlachten gegen Roboter, Monster und gegnerische Truppen, in denen die Laserstrahlen nur so durch die Gegend fliegen und jeder technische Trick aus dem Computer herausgeholt wird, und dann natürlich die ganzen bereits beschriebenen Wesen und Kulissen, die auch alle am Rechner entstanden sind.
Das waren die guten Seiten. Kommen wir zur Kritik. Ich versuche, mich einigermaßen kurz zu fassen, aber ich muss meiner Wut über diesen Film doch mal freien Lauf lassen. Beginnen wir mit der Handlung. Die Idee an sich finde ich nicht übel. Gerade deswegen verursacht mir die Umsetzung solche Schmerzen. Man hätte aus der Geschichte so vieles machen können. Und was wurde nun daraus? Der Film fängt noch ganz nett an: Anschlag, Verfolgung eines Attentäters, Ermittlungen. Aber spätestens in dem Moment, in dem die Romanze begann, wusste ich, dass der Film nur noch schwer zu retten ist.
Ich
will damit nicht sagen, dass ich irgend etwas gegen Liebesgeschichten habe. Sie brauchen nicht zu dominieren, und ich bin auch kein großer Fan von ihnen (was wohl daran liegt, dass ich es nicht mag, wenn fiktive Figuren mehr Glück haben als ich). Aber Liebe gehört nun einmal zum Leben der meisten Menschen dazu und sollte auch in einer Geschichte eine Chance haben. Was Episode 2 anbietet, ist allerdings eine einzige unrealistische und unerträgliche Schnulze, die aus einem Groschenroman hätte entsprungen sein könnte. Ich habe zwar noch nicht viele Romanzen hinter mir, aber so spielen die sich mit Sicherheit nicht ab. Und falls doch, will ich auch niemals eine. Lange Zeit halten sich Amidala und Anakin nur mit hochtrabenden, schnulzigen und vor allem nichtssagenden Reden auf, in denen sie sich gegenseitig mit Kitsch bombardieren. Hallo? Was geht hier vor sich? Und wehmütig denken wir an die langsam keimende Liebe zwischen Han Solo und Prinzessin Leia, die sich zuerst gar nicht leiden konnten. Da war noch Leben in der Bude in den alten Filmen. Das war zwar auch nicht wahnsinnig realistisch, aber auf jeden Fall noch besser und vor allem unterhaltsamer als dieser Kitsch. Da gab es noch was zu lachen, wenn Leia ihre zynischen Sprüche abließ. Bei Episode 2 steigen dem Zuschauer auch Tränen in die Augen, aber es sind mit Sicherheit keine Lachtränen. Deswegen bekommt der Film von mir bei Romantik so wenig Punkte - für mich ist das keine Romantik, das ist pure Schnulze! Gäbe es einen Schnulzfaktor, würde dieser Film die volle Punktzahl kriegen. Jetzt kann man natürlich sagen, dass das nur einen Aspekt des Films ausmacht. Aber sollte in einem guten Film, einer guten Geschichte, nicht alles stimmen?
Aber das ist nicht die einzige Pleite in dem Film. Widmen wir uns dem fulminanten Lichtschwertduell, wie es in einigen Kritiken genannt wird. Für alle, die den Film nicht kennen, möchte ich die Szene beschreiben. Yoda ist ein alter Yedi-Meister, ein kleiner uralter Außerirdischer, der sich nur auf einen Stock gestützt bewegt. Yoda geht also langsam in einen Raum, in dem der böse Count Dooku auf ihn wartet. Es kommt natürlich zum Kampf. Zuerst mit Hilfe der Macht, der Yedi-Kräfte, was noch in Ordnung ist. Aber dann kommt es! Beide ziehen ihre Lichtschwerter. Und auf einmal springt der kleine alte Yoda wie von der Tarantel gestochen durch die Gegend, als ob er gerade frisch aus dem Ei geschlüpft wäre und nicht schon Jahrhunderte auf dem Buckel hätte. Okay, es mag sein, dass da irgendwelche Yedi-Kräfte im Spiel sind, die ein Banause wie ich nicht versteht. Aber mal davon abgesehen ist diese Szene einfach nur lächerlich! Man hätte mit dem geheimnisvollen und weisen Yoda eine so schöne Szene drehen können, die vielleicht weniger actionreich ist, dafür aber mehr dem Wesen von Star Wars entspricht. Und vor der man nicht mit vor Entsetzen weit aufgerissenen Augen sitzt. Aber egal. Gedreht ist gedreht. Und vergeigt ist vergeigt. Leider. Das war jedoch noch nicht alles. Kommen wir zu den blöden Sprüchen. Versteht mich nicht falsch. Ich liebe blöde Sprüche. Wenn ich da an legendäre Filme wie "Lethal Weapon" und "Bad Boys" denke. Die leben davon. Und ich finde sie wahnsinnig gut. Auch in den alten Star-Wars-Filmen gab es welche. Aber hier sind sie teilweise wirklich einfach nur billig und kommen an den falschen Stellen. Beispiel: Anakin und Obi Wan verfolgen in ihrem fliegenden "Auto" einen Attentäter mit Kampf und allem drum und dran, was dazu gehört., natürlich auch mit der Anakin-springt-aus-dem-Wagen-Szene. Anakin springt also aus dem Fahrzeug, weil der Attentäter unter ihnen ist. Und Kenobis Kommentar ist: "Ich hasse es, wenn er so etwas tut." Ich kann mir nicht helfen, ich finde das einfach unpassend. In dieser Situation und erst recht bei einem Star-Wars-Film. Auch die beiden Roboter R2D2 und C3PO wirken manchmal richtig lächerlich, verglichen mit den alten Filmen.
Ich bin jedoch immer noch nicht am Ende. Jetzt komme ich erst zu meiner Lieblingskritik. Das Jar-Jar-Ding. Dabei handelt es sich um einen Außerirdischen, der aus irgendeinem Grund immer dabei ist und der aus einem noch unergründlicheren Grund auch noch beliebt ist! Ich finde diesen Kerl nur nervend. Die Figur sieht ganz nett aus, sehr fantasievoll. Aber sein Gespräch ist unterstes Niveau. Eine Amöbe mit Hauptschulabschluss lässt interessanteres Gespräch raus! Das kann sich kein Mensch anhören. Und dann habe ich die Stimme noch nicht erwähnt: Hoch, quäkend dringt sie stechend in die Ohren des Zuschauers und malträtiert sie gnadenlos. Um es einmal mathematisch auszudrücken: Der Sinn dieser Figur geht gegen minus unendlich! Dieses Ding nervt einfach nur. Und ich frage mich: Will Goerge Lucas den zahlenden Zuschauer mit diesem unnötigen Charakter eigentlich quälen? Was haben wir ihm getan? Und ja, ich bezeichne diesen Kerl als unnötig. Er spielt später schon eine gewisse Rolle, aber das hätte auch eine andere Figur tun können. Dieses abgrundtief lächerliche Jar-Jar-Ding (ich weiß den richtigen Namen nicht mehr, und er ist mir auch egal!) hätte man ersatzlos aus der Geschichte streichen können. Und daran erkennt man auch, wie unrealistisch diese Geschichte ist: Wenn ich Anakin oder Obi Wan wäre, hätte ich bei der ersten Begegnung mein Lichtschwert gezogen und das Universum von diesem Typen befreit. Und das hätte nicht einmal dem Ehrenkodex der Jedi widersprochen, denn wie viele Menschen hätte ich damit davor bewahrt, von ihrem eigenen Gehirn erwürgt zu werden, damit es sich dieses Gespräch nicht mehr anhören muss? Nein, statt dessen mögen sie diesen Kerl auch noch. Als Lob muss ich allerdings erwähnen, dass die grauenhaften Auftritte dieses Apparats seltener sind als in Episode 1, wo er ja zum Inventar gehörte. Solange allerdings die Anzahl der Auftritte aus den Bereich der natürlichen Zahlen stammt, sind es noch zu viele Auftritte. Meine regelmäßigen Leser wissen, dass ich bei einer Geschichte, einem Buch oder einem Film, besonderen Wert auf zwei Dinge lege: Die Geschichte und die Charaktere. Die Handlung habe ich inzwischen abgehakt. Sie taugt nicht viel, obwohl sie gute Ansätze enthält. Was bieten die Figuren? Im Allgemeinen können in einer schlechten Handlung keine guten Charaktere gedeihen. Das ist eigentlich nicht möglich. Und tatsächlich schafft Lucas das Unmögliche auch nicht. Die Geschichte dümpelt vor sich hin - und die Charaktere ebenfalls.
Dabei bieten sich viele Möglichkeiten, gerade durch Anakin. Wir wissen, dass Anakin in den Originalfilmen der böse Darth Vader ist, ein ehemaliger Yedi, der von der dunklen Seite der Macht verführt wurde. Diesen Wandel hätte man sehr schön darstellen können. Ich muss allerdings der Gerechtigkeit halber erwähnen, dass es immerhin versucht wurde. Es gibt schon die ein oder andere Stelle, die in diese Richtung geht, aber die Drehbuchschreiber gingen nicht weit genug. Ich greife schon mal vor, wenn ich sage, Anakins Verwandlung ging mir in Episode 3 einfach zu schnell. In Episode 2 ahnt man schon, was passieren wird, aber die Konflikte sind einfach nicht überzeugend dargestellt. Anakin hätte eine geniale Figur werden können, statt dessen ist er äußerst flach geworden. Und was ist mit den anderen? Obi Wan Kenobi, Anakins Meister, geht etwas mehr in die gewünschte Richtung. Auch aus dieser Figur hätte man mehr machen können, aber sie ist nicht so wahnsinnig flach. Anders sieht es wieder einmal bei Amidala aus. In diesem Film scheint ihr einziger Sinn der des Opfers zu sein. Und natürlich, sich in Anakin zu verlieben und ihn damit auch wieder einen Schritt in die dunkle Richtung zu stoßen - unabsichtlich. Aber wirklich sympathisch finden konnte ich auch diese Person nicht. Das zieht sich fast durch das gesamte Figurenkabinett. Und sogar Yoda, den ich eigentlich am besten fand, verliert durch das oben beschriebene Duell seine Glaubwürdigkeit. Wie kann man seine eigenen Charaktere nur so versauen?
Aber vielleicht retten die Schauspieler die ganze Sache ja. Leider nein. Es sind wirklich gute Leute dabei: Natalie Portman als Amidala, die im brillanten "Leon der Profi" ihre Schauspielkünste unter Beweis gestellt hat. Ewan McGregor als Obi Wan Kenobi, der auch aus zahlreichen guten Filmen bekannt ist. Christopher Lee spielt den bösen Count Dooku. Samuel L. Jackson, ebenfalls ein bekannter und meiner Meinung nach guter Schauspieler, mimt einen Yedi-Meister. Um mal die wichtigen zu nennen. Christopher Lee spielt seine Rolle toll. Ihm kauft man den bösartigen Dooku ohne Weiteres ab. Meiner Meinung nach macht er seinen Job am besten. Der Rest wirkt ziemlich gelangweilt. Sogar Natalie Portman, die in ihrem so weit ich weiß ersten Film Jean Réno beinahe an die Wand gespielt hat, ist in diesem Film nicht der Rede wert. Das gleiche gilt für die anderen. Und was ist mit Anakin? Er wird gespielt von Hayden Christensen, ein ziemlich junger Schauspieler (drei Monate jünger als ich). Ich kann mir nicht helfen, ich finde den Mann einfach schlecht. Anakin wirkt so dermaßen gekünstelt; die Langeweile kann man ihn von den Augen ablesen. Und das überträgt sich auch auf den Zuschauer. Man muss Christensen zu gute halten, dass er in der Fortsetzung besser geworden ist, aber in Episode 2 taugt er nicht viel.
Was hier fehlt, ist ein Charakter wie Han Solo, gespielt von Harrison Ford, aus den alten Filmen, der die ganze Sache ein bisschen aufpeppt. Er sorgte für die Ironie, was aber diesem Film ganz abgeht. Episode 2 nimmt sich selbst einfach viel zu ernst. Star Wars sieht man sich mit einem Augenzwinkern an. Diesen Film jedoch sieht man am besten mit geschlossenen Augen. Die Antwort auf meine nächste Frage könnt ihr euch wahrscheinlich denken. Isser denn spannend? Natürlich nicht. Wie schon erwähnt dümpelt die Handlung vor sich hin. Während der Schnulz-Schmalz-Szenen wünscht man sich innigst einen Kampf, damit wenigstens etwas geschieht. Richtige Dramatik gibt es den ganzen Film über nicht. Die flachen Charaktere sorgen dafür, dass man sie nicht richtig lieben kann. Und wodurch entsteht Spannung? Durch Figuren, mit denen man mitfiebern kann, weil ihnen nichts geschehen darf. Man hat sie ins Herz geschlossen und möchte, dass sie überleben. Hier war's mir ehrlich gesagt egal. Und so kann keine Spannung entstehen. Also bekommt der Film hier auch nicht viele Punkte.
Humor? Wenn man das saudumme Gespräch von dem Jar-Jar-Ding und die niveaulosen Sprüche lustig findet, dann enthält der Film Humor. Wenn nicht, wie es bei mir der Fall war, gibt es auch hier wenige Punkte. Wo er etwas mehr abräumen kann, ist die Action. Denn gekämpft wird schon ordentlich. Aber da man nicht richtig um die Figuren bangen kann, entsteht dadurch keine Spannung. Und der Anspruch? Tja, ich nehme an, dass vor den Studios ein großes Schild mit der Aufschrift "Anspruch: Ich muss draußen bleiben" hing. Dieser Film widerspricht allem, wofür Star Wars meiner Meinung nach steht. Die alten Filme waren Märchen und sollten den Zuschauer in eine fantasievolle, spannende Welt entführen, in der es noch eine gewisse Magie gibt. Die Macht und das Geheimnis der Yedi sind Dinge, welche die alten Filme mit dem Hauch des Geheimnisvollen umgaben. Doch die ersten Episoden erklären meiner Meinung nach einfach zu viel. Das Märchenhafte verschwindet vollkommen. Bitte, dafür sehe ich mir keinen Star-Wars-Film an. An sich ist es ja eine gute Idee, die Vorgeschichte zu verfilmen, aber dieser Film wirkt einfach lieblos zusammengezimmert. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es nicht darum ging, das Star-Wars-Universum zu erweitern, sondern nur darum, wie man aus dem Kult noch mehr Geld herausschlagen kann. In den alten Filmen steckte noch Liebe. Die neuen sind Fast-Food. Und meiner Meinung nach eine Beleidigung für die Fans der alten Filme. Jedenfalls fühlte ich mich in meinem guten Geschmack beleidigt, und Lucas ist in meinem Ansehen stark gesunken, dass er sich mit so etwas abgegeben hat, dass er seine eigene Schöpfung so dermaßen durch den Dreck gezogen hat.
So, das hier ist länger geworden, als ich eigentlich wollte, aber ich habe mich in Rage geschrieben. Ich kürze jetzt auch nichts mehr. Diese Dinge mussten einfach gesagt werden. Das musste raus. Wer nicht meiner Meinung ist, kann dies gerne sagen, aber meine werde ich nicht ändern. Ich liebe die alten Filme, und genau deswegen verabscheue ich diese neuen. Denn sie verunglimpfen die alten Meisterwerke. Aber jetzt wollen wir fortschreiten und uns mal noch die DVD ansehen. Ich habe jetzt lange genug auf dem armen Film rumgehakt. Er kann ja nichts dafür, dass die Produzenten versagt haben. Schauen wir uns mal besser die DVDs an. Die DVDs: ------------- Es gibt zwei DVDs, eine mit dem Film, die andere ist randvoll mit Extras. Und ich kann gleich sagen: Die DVDs verschaffen dem Film wenigstens ein paar Punkte.
Über Bild- und Tonqualität lässt sich nicht meckern. Beide sind wirklich großartig. Auf der Verpackung steht auch groß: "Digitally Mastered für exzellente Ton- und Bildqualität". Da kann ich eigentlich nicht mehr viel hinzufügen. Wo der Film misslungen ist, ist wenigstens dieser Aspekt in Ordnung. Das Menü ist ebenfalls sehr schön. Im Hintergrund läuft die Star-Wars-Musik, im Vordergrund sieht man immer wieder verschiedene Bilder aus den Filmen. Wenn man sich beim Film so viel Mühe gegeben hätte wie beim Menü, wäre er schon gleich etwas besser.
Sonst bietet die erste DVD noch viele Audio-Kommentare von vielen wichtigen Leuten, u.a. George Lucas. Die Audio-Kommentare sind in voller Filmlänge (ich habe sie mir nicht ganz angehört ;) ) und gewähren Einblicke in den Entstehungsprozess, der drei (!) Jahre gedauert hat. Die drei Jahre können sie nicht in die Entwicklung der Geschichte und Charaktere gesteckt haben, sondern eher in die Frage: Wie machen wir den Film möglichst schlecht? Okay, Schwamm drüber. Zurück zu den Extras. Neben George sprechen noch folgende Leute: Rick McCallum (Produzent), Ben Burtt (Editor und Sound-Designer), Rob Coleman (ILM-Regisseur für Animationen), Pablo Helman, John Knoll und Ben Snow (ILM-Spezialisten für visuelle Effekte) Für euch habe ich mir auch mal die Extras angesehen. Die Bonus-DVD bietet folgende tolle Dinge: -Acht exklusive unveröffentlichte Szenen, die nur für die VHS- und DVD-Veröffentlichung entwickelt wurden, inklusive einer Dokumentation, warum die Szenen keinen Platz im Film fanden
- Einstündige Dokumentation "Von Puppen zu Pixeln". Hier wird die Entstehung der digitalen Figuren beschrieben, die in den Studios von Indutrial Light and Magic entwickelt wurden. - "Neuester Stand der Technik": Previsualisierung von Episode 2. Hier wird die Rolle des Animations-Teams bei den Dreharbeiten beleuchtet und deren neue Filmtechnik erläutert.
-"Filme warten nicht auf die Veröffentlichung, sie gehen ihren Weg": Dabei handelt es sich um eine Dokumentation über den Sound von Episode 2. Es geht um Aufnahmetechniken, Sound-Design, automatisierten Dialog-Ersatz, Ton-Effekte, usw. - Featurettes: Drei Mini-Dokumentationen über die Handlung (???), Kampfszenen, Love-Story (keine Liebe, sondern purer Kitsch!) mit Hinter-den-Kulissen-Material.
- Web-Dokumentation: Eine Dokumentationsserie, die ursprünglich im Internet veröffentlicht wurde. Hier wird die Entstehung des Films noch einmal beschrieben. - Musik-Video "Across the Stars": Dieses Video enthält Live-Aufnahmen von John Williams als Dirigent des London Symphony Orchestra mit Filmsequenzen.
- Plakate und Werbekampagnen - Trailer und TV-Spots
- "R2D2: Unter der Kuppel": Hier geht es um R2D2 - Exklusive Fotogalerie zur Produktion
- Vorher-Nachher-Montage der visuellen Effekte von ILM: Mit 30 Szenen wird ein Vorher-Nachher-Vergleich durchgeführt, um die einzelnen Arbeitsschritte zu deren Entstehung besser darstellen zu können. - Exklusiver DVD-ROM-Inhalt: Über eine spezielle DVD-Internetseite kommt man an spezielle Inhalte.
Insgesamt gibt es über sechs Stunden Bonus-Material für alle Fans von Episode 2. Wobei die Extras teilweise wirklich interessanter sind, auf jeden Fall wesentlich spannender als der eigentliche Film. Schauspieler: ------------------- Ewan McGregor - Obi Wan Kenobi Natalie Portman - Padme Amidala Hayden Christensen - Anikan Skywalker Christopher Lee - Count Dooku Samuel L. Jackson - Mace Windu Frank Oz - die Stimme von Yoda Ian McDiarmid - Kanzler Palpatine/Darth Sidious Daniel Logan- Boba Fett Kenny Baker - R2-D2 Anthony Daniels - C-3PO Ahmed Best - Stimme von Jar Jar Binks
Daten zur DVD: --------------------- - Bildformat: Widescreen anamorph abgetastet (2.35:1), Direkter Bild-Transfer vom digitalen Kinofilm - Sound: Englisch Dolby 5.1EX, Deutsch Dolby 5.1EX (beide in THX-Qualität) - Untertitel: Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte - Länge: ca. 137 Minuten - FSK: ab 12 - Verleih: Lucasfilm (20th Century Fox) - Regionalcode: RC 2 (Europa) - Musik: John Williams Fazit: ------- Ich denke, dass ich meine Meinung zu dem Film mehr als genug ausgedrückt habe. Deswegen hier meine Empfehlung: Lasst die Finger davon. Wenn ihr Star Wars sehen wollt, seht euch die alten Filme an. Und für alle Anfänger, die das Pech hatten, mit den neuen Filmen anzufangen: Bitte, bitte schließt aus diesen Machwerken nicht auf die Originale. Gebt ihnen eine Chance, denn sie haben es wirklich verdient. Episode 2 bekommt die zwei Sterne nur wegen der DVDs, die nämlich wirklich gut sind. Aber die alleine können natürlich kein empfehlenswert herausschlagen. Spart euch das Geld und kauft davon die alten Filme. Als Beweis, dass ich kein Star-Wars-Hasser bin, folgt bald ein Bericht über die DVD-Box mit den Originalen.
Ich wiederhole noch einmal: Meiner Meinung nach hat George Lucas mit diesem Film seine eigene Schöpfung verraten. Das kann ich nicht verzeihen. Ich weiß, dass viele Leute, auch einige meiner Freunde, ganz anderer Meinung sind. Das respektiere ich. Dennoch werde ich bei meiner doch reichlich vernichtenden Kritik bleiben, denn in meinen Augen ist sie voll und ganz gerechtfertigt. Aber jetzt mache ich Schluss. Ich danke fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren und wünsche euch viel Spaß bei jedem anderen Film :D
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12.09.2006 10:39
Was für ein Glück, dass ich Science Fiction generell nicht mag!
01.07.2006 20:40
Naja, mit Star Wars konnte ich ohnehin noch nie was anfangen. Habe einen von den alten gesehen, das war der erste und letzte. Werde mir diesen also auch nicht anschauen. Trotzdem vielen Dank für die Warnung! :) Lg anja
06.06.2006 21:01
Deine Meinung hast Du WARHLICH ausgedrück! ;-)) LG Tanja