Keine Leistung ohne Gegenleistung
03.12.2009
Pro:
habe tatsächlich alte Freunde wiedergefunden
Kontra:
zu sehr auf Kommerz ausgerichtet
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Navigation / Übersichtlichkeit:
Informationsgehalt
Aktualität der Website:
Anzahl der Suchergebnisse:
Qualität der Suchergebnisse:
 BonzoSplitt
Über sich:
Mitglied seit:20.08.2009
Erfahrungsberichte:92
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 96 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Liebe Leserinnen und Leser, liebe Ciao-Mitglieder,
heute möchte ich Euch wieder etwas aus der Welt der Technik, der Multimedia-Unterhaltung und dem Internet vorstellen. Die Online-Plattform, um die es jetzt gehen soll, nennt sich
Stay Friends Viele von Euch haben die Bezeichnung vielleicht schon mal gehört, der Eine oder Andere wird auch wissen, um was es auf dieser Plattform geht. Dennoch will ich ein paar fundierte Erklärungen natürlich nicht schuldig bleiben. Daher gleich zur ersten Frage:
Was ist Stay Friends?
Stay Friends ist auch bekannt unter dem Namen Die Freunde-Suchmaschine. Der Untertitel, der in der Bezeichnung Stay Friends auch oft genannt wird, lautet: Ehemalige Schulfreunde wiederfinden. Und genau das ist es, wessen sich die Erfinder von Stay Friends verschrieben haben. Es ist ja so, daß sich nach der Entlassung aus der Schule die Wege in der Regel trennen. Jeder schlägt eine andere berufliche Laufbahn ein, ein Großteil der „Ehemaligen“ wandert ab auf weiterführende Schulen oder in Studienfächer. Wer nicht unbedingt gut befreundet mit seinen Kameraden ist, verliert sich dann zwangsläufig aus den Augen. Zum Zeitpunkt der Entlassung aus der Schule ist das vielen wohl auch ziemlich egal.
Die Jahre aber gehen in's Land und irgendwann stellt sich jeder die Fragen: „Mich würde interessieren, was aus XY geworden ist.“ „Was der AB heute wohl so treibt?“ „Wäre interessant zu erfahren, ob der RS erreicht hat, was er immer wollte.“ „Ob der EF noch lebt?“ Die Suche im Telefonbuch bringt da überhaupt nicht viel. Erstens gibt es zu viele gleichlautende Namen, man weiß dann nicht, ob der im Buch gefundene Peter Müller der aus der ehemaligen Klasse ist, denn Peter Müller gibt es unendlich viele. Und wer will da schon alle durchtelefonieren und nachfragen? Nicht wenige „Ehemalige“ haben geheiratet und heute einen völlig anderen Familiennamen. Und daß man sich zufällig über den Weg läuft und sich 30 Jahre später in der U-Bahn beim Gegenübersitzen wieder erkennt, ist wohl auch eher die Ausnahme als die Regel. An dieser Stelle kommt Stay Friends in's Spiel. Der Interessent gibt die Bezeichnung einfach in seine Suchmaschine ein und wählt dann per Mausklick das Portal aus.
Der erste Kontakt Die Startseite, die beim Anklicken erscheint, hat eine gewöhnliche Aufmachung: sie beinhaltet den Titel, also STAY FRIENDS, die Login-Optionen, Anmelde-Optionen, mehrere Untertitel wie „Ehemalige Schulfreunde wiederfinden“ - und eine Menge Werbung, die das Unternehmen, also die Betreiber von Stay Friends, sponsern. Bereits hier kommt es jetzt zur ersten „Einschränkung“ für Nicht-Mitglieder, wenn ich das mal so sagen kann. Auf anderen Plattformen können auch Nicht-Mitglieder inaktiv teilnehmen, sprich Beiträge Anderer lesen. Sie können nur nicht selbst aktiv teilnehmen, also etwa Beiträge dazuschreiben, so wie das z. B. ja auch hier bei Ciao der Fall ist. Wenn man als Nicht-Mitglied auf irgendeine Funktion der Startseite klickt, ohne angemeldet zu sein, bekommt man sofort den folgenden „Warn“-Hinweis: Bitte seien Sie fair und melden Sie sich vorher an! Dies dient letztlich auch zu Ihrem eigenen Schutz und vor Mißbrauch!. Weiter als bis hierher kommt man als „Fremder“ also nicht mehr.
Die Anmeldung
Die Anmeldung, also die Registrierung zum Mitglied, erfolgt auf dem gewohnten Weg. Nach Klicken auf den Registrieren-Button öffnet sich das Formular, das vom User auszufüllen ist. Wie gewohnt sind da die Pflichtfelder für Name, Wohnanschrift und E-Mail-Adresse. Angaben zu Telefonnummern sind freiwillig. Dann muß man sich noch ein frei zu wählendes Passwort ausdenken, über das man sich in Zukunft einloggen will. Wichtig: Bereits jetzt wird man gefragt, ob man Standard-Mitglied oder Premium-Mitglied werden möchte. Der Unterschied dabei: die Standard-Mitgliedschaft ist KOSTENLOS, die Premium-Mitgliedschaft kostet MONATLICH 2 EURO. Eine Mindestaufzeit gibt es nicht, die Premium-Mitgliedschaft kann jederzeit wieder gekündigt werden, ebenso die Standard-Mitgliedschaft. Und auch während man Standard-Mitglied ist, kann man sich jederzeit zum Premium-Mitglied ummelden. In den AGB's, die man per Häkchen bestätigen muß, steht dann auch, daß die Funktionen für ein Standard-Mitglied eingeschränkt sind, für Premium-Mitglieder hingegen sofort uneingeschränkt verfügbar sind. Jetzt wird der Antrag abgeschickt und man erhält umgehend den Hinweis, im Postfach liegt eine E-Mail. Diese öffnet man und klickt auf den Bestätigungscode zur Freischaltung. Ab jetzt ist man offiziell Mitglied bei Stay Friends.
Da ich einst die Standard-Mitgliedschaft gewählt habe, berichte ich an dieser Stelle weiter, wie es einem als Standard-Mitglied geht. Man ist jetzt auf der Startseite von Stay Friends. Bereits hier wird man wieder mit Werbung vollgemüllt und wird erneut gefragt, ob man nicht doch gleich Premium-Mitglied werden möchte.
Die ersten Schritte in die eigene Vergangenheit
Jetzt muß Stay Friends natürlich wissen, wo man überall zur Schule gegangen ist. Dazu gibt es Folgeklick-Bäume. In der ersten Spalte stehen alle Bundesländer. Man klickt das Bundesland an, in dem man die Schule besucht hat. Daraufhin öffnet sich der nächste Klickbaum. Hier wird man jetzt gefragt, in welche Art von Schule man ging, also z. B. Grundschule und/oder Hauptschule. Wieder klickt man die betreffende Schule an. Nächster Klickbaum, der schlägt zig bis hunderte von Schulnamen und Straßennamen vor, an denen in Frage kommende Schulen sind. Man wählt seine aus. Wichtig: Ist die Ex-Schule nicht in der Liste aufgeführt, kann man sie in edine Suchzeile von Hand eintragen und hinzufügen, aber aus gutem Grund dürfte das nie passieren. Schließlich wird man noch gefragt, von wann bis wann man in der Schule war. Man trägt die Jahreszahlen ein. Jetzt öffnet sich ein neues Dialogfenster, in dem alle Schüler namentlich genannt werden, die sich von dort bereits registriert haben. Und jetzt kommt eine Gegebenheit, die mich mit dazu veranlasst hat, diesem Bericht den Titel zu geben, den er hat: „Keine Leistung ohne Gegenleistung“: sämtliche Fotos, die Ex-Schüler im Erwachsenenalter zeigen, sind unscharf! Und man bekommt als Neumitglied die Aufforderung: Sie können alle Bilder scharf sehen, sowie Sie ein eigenes Bild von sich hochgeladen haben! Einzig die eingestellten Klassenfotos und neueren Fotos von Klassentreffen sind jetzt schon scharf zu sehen. Also am Besten jetzt das eigene Bild hochladen. Und von da an sind die Ex-Kameraden scharf zu sehen.
Ein Guide durch die Seiten
Bevor man weiter „surft“, sollte man jetzt auf seiner eigenen Profilseite, auf der man sein Bild hochgeladen hat, alle weiteren Schulen eintragen, die man noch besucht hat. Also z. B. Berufsschulen, Gymnasien, Abendschulen usw. Wenn das alles komplett erledigt ist, dann wird es Zeit, sich mal umzusehen, auf dem neuen Territorium zu orientieren. Man kann die eingestellten Klassenfotos ansehen. Zu jedem Schüler wurde ein virtuelles Fähnchen hinzugefügt, in dem ein Name steht – oder eben nicht. Und man wird aufgefordert: wer einen Schüler wiedererkennt, soll seinen Namen in das Fähnchen schreiben. So wird oft auch die Herkunft ganzer Klassenfotos erfragt, von denen nicht – oder besser noch nicht – bekannt ist, in welchem Jahr sie entstanden, welche Jahrgangsstufe es war usw. Wer ein solches Bild ausdrucken möchte, klickt den Druckmodus an, dann verschwinden die Namensfähnchen, die im gedruckten Bild ja stören würden.
Weitere Fotos kann man von stattgefundenen Klassentreffen anschauen. Auch hier gibt es die Fähnchen, damit man sieht, wer wer ist im Erwachsenenalter. Wenn man die Porträts der einzelnen Ex-Schüler anklickt, erscheinen viele verschwommene Texte. Und dazu der Hinweis: Premium-Mitglieder können sie sofort lesen. Für Standard-Mitglieder werden die Texte nach und nach sichtbar, wenn man seine eigenen Felder ausfüllt. Wer also seinen Lebenslauf abgibt, kann dann auch die der anderen lesen. Wer seine Hobbys angibt, kann die Hobbys der anderen lesen usw.
Wenn man einen Ex-Schüler als ehemaligen Bekannten wiedererkennt, kann man auf Kenne ich klicken. An dieser Stelle ist jetzt erstmal die Exkursion beendet.
Reger E-Mail-Verkehr Ohne daß es das Neu-Mitglied erfahren hat, sind alle anderen „Schon-länger-dabei-Mitglieder“ per E-Mail informiert worden, daß man sich selbst angemeldet hat. Die Anderen werden aufgefordert, per Klick auf „Ich kenne XXX auch“ zu bestätigen. Man selbst bekommt dann eine E-Mail: „Liebe(r) XXX, Mitglied XXX hat Sie wiedererkannt.“ Gleichzeitig wird man gefragt, ob man dem Mitglied, das einem kennt, eine Nachricht schicken möchte. Das habe ich mal getan. Nennen wir den wiedergefundenen Bekannten der Einfachheit halber mal Hans. Ich schrieb Hans also ein paar Zeilen. Ich kannte ihn auch privat aus der ehemaligen Nachbarschaft.
Ein paar Tage später fand sich eine Mail in meinem Postfach, abgeschickt von Stay Friends: „Lieber XXX, Hans konnte Ihre Nachricht nicht öffnen, da weder er noch Sie Premium-Mitglied sind. Werden Sie jetzt Premium-Mitglied und sofort kann Hans Ihre Nachricht öffnen.“ Ich habe das nicht getan – und Hans offenbar auch nicht, denn ich hörte nichts mehr von ihm. Dafür wurde ich regelmäßig informiert, wenn sich neue Mitglieder anmeldeten, wenn Klassentreffen geplant wurden usw. In dem Punkt ist Stay Friends also äußerst zuverlässig. Und auch im Malträtieren mit Werbung und Bombardieren mit Vorschlägen, warum und wie man jetzt eben doch Premium-Mitglied werden könnte und sollte. Wer selbst schon Premium-Mitglied ist, kann eine Nachricht an ein Standard-Mitglied (wie mich) hinterlassen. Ein ehemaliger Schulkamerad hat das getan. Er teilte mir darin seine E-Mail-Adresse mit. Jetzt können wir auch außerhalb Stay Friends miteinander kommunizieren.
Die ersten Monate sind rum...
... und ich bin immer noch Standard-Mitglied. Hin und wieder bekomme ich eine E-Mail von Stay Friends, daß sich wieder ein neues Mitglied angemeldet hat, auf meiner Profilseite gibt es eine Auflistung, wie viele „Ehemalige“ mich kennen, wieviele ich kenne, das sind also die „Kontakte“. Aber eins ist komisch: es gibt eine Menge Leute, die angeblich mit in meine Klassen gingen, die ich aber namentlich nicht kenne!. Es sind mir völlig unbekannte Menschen, deren Namen ich nie zuvor gehört habe, UND DIE KENNEN MICH ABER! (angeblich...) Ich habe in solchen Dingen ein recht gutes Gedächtnis, habe alle (!) eigenen Klassenfotos daheim und weiß ALLE Schülernamen noch auswendig. Aber diese angeblichen „Mitschüler“ kenne ich beim besten Willen nicht. Dazu ein Hinweis: Stay Friends nennt grundsätzlich auch FRÜHERE NAMEN, wenn sich jemand z. B. durch Heirat inzwischen anders schreibt. Auch daran sind „Ehemalige“ leicht zu identifizieren. Daher bleiben diese gewissen Personen für mich unbekannt.
Der Grund für diesen Erfahrungsbericht Eigentlich wollte ich keinen Erfahrungsbericht über Stay Friends schreiben, auch wenn ich mir das schon mal überlegt habe. Ich verwarf es eben wieder. Dann aber bekam ich letzte Woche eine E-Mail, daß ein Ex-Mitschüler am 5. Dezember Geburtstag hat. Ich loggte mich in den Link ein und erfuhr die Optionen. Eine davon war, daß man eine virtuelle Glückwunschkarte an das Mitglied senden kann. Das wollte ich natürlich tun. Als ich dann aber eine Karte ausgewählt hatte und anklickte, erhielt ich die Meldung, daß diese Funktion nur für Premium-Mitglieder verfügbar ist... Irgendwie platzte mir da jetzt ein bißchen der Kragen, weil bei Stay Friends offenbar alles, und zwar wirklich alles, versucht wird, Standard-Mitglieder zur Premium-Mitgliedschaft zu bewegen! Um es gleich klarzustellen: mir geht es hier jetzt nicht um die 2 € Mitgliedsbeitrag im Monat. Das ist Pipifax. Was mir wurmt, das ist die mangelnde Aufklärung bei der Registrierung! Groß und breit wird mit „kostenloser Mitgliedschaft“ geworben. Mir ist natürlich klar, daß die Premium-Mitgliedschaft ihre Vorzüge haben kann und haben muß. Aber mit keinem Wort wird erwähnt, daß ein Standard-Mitglied nichts weiter ist als ein besserer Besucher ohne Registrierung. Am Meisten stinkt es mir, daß Stay Friends so „raffiniert“ ist. Die Betreiber denken sich immer wieder neue Strategien aus, ob sie ein Standard-Mitglied nicht doch noch zum Premium-Mitglied „umoperieren“ können. Dazu ist denen anscheinend jedes Mittel recht. Warum wird nicht bereits bei der Anmeldung drauf hingewiesen, daß Stay Friends ohne Premium-Mitgliedschaft nur inaktiv genutzt werden kann, nicht aber aktiv?
Fazit
Noch bin ich Standard-Mitglied bei Stay Friends. Ob ich doch irgendwann mal Premium-Mitglied werde, weiß ich noch nicht. An den 2 € Monatsbeitrag liegt es natürlich nicht. Aber ich will eben dann Premium-Mitglied werden, wenn ich das aus eigenem Antrieb so möchte. Nicht aber, wenn mich praktisch die Portalbetreiber durch deren Verhalten dazu zwingen, daß mir garnichts anderes übrig bleibt. Was für ein Glück, das Stay Friends so viele E-Mails schreibt und keine herkömmliche Post verschickt. Denn ich nehme an, die würden sich sogar noch das Briefmarken-Anlecken extra bezahlen lassen. Ich bedanke mich für das Lesen, Bewerten und Kommentieren dieses Berichtes, Euer Bonzo Splitt exclusiv für Ciao im Dezember 2009.
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11.12.2010 22:20
Eigentlich eine gute Idee, wobei auch mich die Unterscheidung zwischen Standard und Prämium stört. VLG - Olaf
03.01.2010 19:03
Da bin ich auch, kann deine ausführungen nur bestätigen. Ich bleibe auch standardmitglied und mir gehts sehr wohl um die 2 euronen: wozu soll ich die bezahlen, wenn kostenlos auch kostenlos sein sollte.Online gebe ich grundsätzlich nichts privates von mir preis: weder lebenslauf - wäre ja noch schöner - oder adresse - gefährlich - oder anderes. Wer das wissen will, kann mich ja kontaktieren. Ich weiß noch nicht, ob ich da überhaupt bleibe, auch wenn ich eine menge ex-mitschüler da wiedergefunden habe.
20.12.2009 22:12
Ach die Seite ist eigentlich eher Furchtbar, ich bin da auch und habe einige wieder gefunden. Aber um denen eine nachricht zu schreiben muss man auch wieder geld zahlen - einfach nur blöd.lg