.. und in welchen Buchstaben..
Moin und Schalom, heute schreibe ich über ein Buch von Batya Gur, die uns primär als Kirminalautorin bekannt ist. Das heute zu beschreibsprechende Buch kann auch als Kriminalroman verstanden werden. Immerhin findet gleich am Anfang ein Sprengstoffattentat statt ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von helmut.agnesson über Stein für Stein - Roman / Batya Gur 01.07.2004
Produktbewertung des Autors:
Niveau
anspruchsvoll
Unterhaltungswert
hoch
Spannung
ziemlich spannend
Wie ergreifend ist die Story?
ergreifend
Pro:
gut lesbar; interessantes Thema
Kontra:
-
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
.. und in welchen Buchstaben.. Moin und Schalom, heute schreibe ich über ein Buch von Batya Gur, die uns primär als Kirminalautorin bekannt ist. Das heute zu beschreibsprechende Buch kann auch als Kriminalroman verstanden werden. Immerhin findet gleich am Anfang ein Sprengstoffattentat statt - und zwar von einer Mutter auf den Grabstein, welchjenen die israelsiche Armee ihrem im Dienst gestorbenen (aber nicht gefallenen) Sohn gesetzt hat. Sie ersetzt diesen durch eine Statue; eine andere Mutter ist weniger rabiat in ihren Forderungen; sie möchte nur, dass sich der Text ändert. (weltliches eburtsdatum, in lateinischen Buchstaben wiederholte Namensangabe).
Doch zurück zur Hauptperson: Rachela Avni ist die Mutter Ofers (und weiterer Kinder), der bei einem Rekrutenscherz ums Leben kam. Weil die eigentlich vorgeschriebenen Sicherungsmaßnahmen unterblieben sind. Und die Armee setzt ihm einen Grabstein mit der für im Dienst ums Leben gekommen seiende SoldatInnen vorgesehenen Aufschrift. Die Mutter möchte aber zweierlei, nämlich zum einen, dass ausdrücklich komuniziertt wird, dass es sich um einen sinnlosen, leichtfertig verschuldeten Tod handelte und auch Schuldsprüche vor Gericht.
Das Buch spielt mit den beiden Polen: Den Kampf um die Statue oder einen veränderten Grabstein - und zwar auf einem militärischen Friedhof. Die Kompromissvariante, dass sie ihren Sohn auf einen zivilen Friedhof umbetten lässt, akzeptiert sie nicht. Und dann die Situation vor Gericht, wo die Laienrichter offenbar kungeln und unzulässige Gespräche mit Angeklagten führen; "zum Ausgleich" das ihnen vom Berufsrichter vorgelegte Informationsmaterial aber nur sehr zurückhaltend nutzen. Und wo sie sich durch anwesende Mütter in der Armee ums Leben gekommeenr SoldatInnen bzw durch deren zunehmend aktive Rolle bedrängt fühlen, aber immerhin soviel Anstand besitzen, dass sie diese auch dann zulassen, wenn sie rein nach den Buchstaben der Prozesordnung wegen störens hätten des Gerichtssaales verwiesen werden können.
Überseztung; Getölkt wurde das Buch von Vera Los und Naomu Nir-Bleimling. Die Zusammenarbeit zwischen deutscher und hebräischer Muttersprachlerin sichert, dass beide Sprachen zu ihrem Recht kommen.
Stil: Vor allem Erzählung. Ofers Schwester ,auf Weltreise seiend, meldet sich in Briefen zu Wort.
Kosten: Ich hab´s in der Stadtbibliothek ausgeliehen, welchjene es seinerzeit für 16 DM gekauft hatte. (Für die Jüngeren: DM war die Währung vor Einführung des Euors; eine angenäherte Umrechnung ergibt 8 Euri als dem entsprechenden Preis).
¿ Wie liest sich das Buch ? Recht flüssig. An einigen Stellen wird einiges erklärt, aber auch das ist nicht langatmig. Selbst einfache hebräische Fachbegriffe wie Kaddisch (wir JudaistInnen schreiben meistens dem Hebräischen angenähert Qaddisch, aber außerhalb unseres Elfenbeinturmes ist die K-Schreibweise verbreiteter und somit in nicht.-wissenschaftlichen Werken tolerierbar) oder Tu-Bi-Schwat werden angesternt und als Fußnote auf der Seite erklärt.
¿ Ausgedacht oder der Wirklichkeit nachempfunden ? Laut eigener Aussage der Autorin ward sie durch ein wirkliches Geschehen zu dem Buch angeregt; hat aber kein dokumentarisches werk, sodmnern einen weitgehend frei erfundenenRoman geschrieben.
Pro: sehr realistisch und offenbar gut recherchiert Kontra: zu langatmig
Mit ihren literarisch-intelligenten Krimis hat sich die Autorin Batya Gur bereits den Ruf einer Weltklasse-Autorin erschrieben. In "Stein für Stein" geht es wieder um Mord, allerdings um einen Mord, der von offiziellen Stellen nicht als solcher anerkannt ...
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