750kg Anhänger NEU mit Plane für 399.- Euro
25.02.2004
Pro:
Billig, Plane dabei, Markenteile, verzinkt
Kontra:
bei Leerfahrt zu leicht, kein Holzboden, Zusatzkosten
Empfehlenswert:
Ja
 HGast
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Da ich gerade beim Durchforsten eines mit Gestrüpp verwucherten Gartens bin und demnächst auch Brennholz selbst machen werde, wollte ich mir nicht immer einen Anhänger leihen müssen. Erstens kostet das ja auch Geld und zweitens brauche ich den meist kurzfristig, wenn gerade mal Zeit dafür ist, was ich vorher schlecht planen kann. Also sah ich mich nach einem günstigen Anhänger um. ANFORDERUNGEN Er sollte nicht zu groß sein (wegen Abstellplatzbedarf und Steuern, denn pro 200kg zulässigem Gesamtgewicht sind 7,49 Euro pro Jahr fällig) und auch nicht zu viel kosten (bis max. 500 Euro). Damit er auch einige Jahre hält und wenig laufende Kosten verursacht, sollte er ungebremst sein und wartungsfreie Achsen haben.
GEBRAUCHTMARKT Zuerst schaute ich mich in der Zeitung, in mobile.de und in ebay nach einem gebrauchten um. Meist waren die allerdings entweder uralt, total heruntergekommen oder zwar gut, aber noch fast so teuer wie ein neuer. Der Hit war ein Hänger im Nachbarort, der ohne Bild und mit knappster Beschreibung ("guter Zustand") auf ebay eingestellt war. Zum Glück schaute ich mir den vorher an, denn er erwies sich als Schrotthaufen aus DDR-Produktion mit spröden Trabbireifen und verrostetem Fahrgestell. Der Aufbau war primitiv überstrichen, darunter ließ sich ebenfalls Rost ausmachen. Der letzte TÜV war schon 3 Jahre abgelaufen. Irgendein Idiot hat dann tatsächlich noch weit über 200.- Euro dafür geboten, selbst Schuld. VERGLEICHSTEST Nach diesem Negativerlebnis informierte ich mich nach Vergleichstests von Anhängern im Internet. Da gab es nicht viel, lediglich ein aktueller der Autobild (der ich sonst nicht allzu viel glaube, aber immerhin besser als nichts). Tenor des Tests: es gibt billige (Stema aus dem Baumarkt) und teure (Koch, Böckmann, Westfalia) neue Anhänger. Die Preisunterschiede sind durch die Qualitätsunterschiede gerechtfertigt, wie an vielen Details gezeigt wurde: Ausführung des Rahmens, der Scharniere, der Verzurrösen und des Blechaufbaus. Für häufige Nutzung und Fahrten über größere Distanzen sind also eindeutig die teureren Hänger vorzuziehen.
Alle kleinen ungebremsten 750kg Hänger haben aufgrund des geringen Eigengewichts jedoch das gleiche Problem: sie neigen bei Leerfahrt zum Springen über Schlaglöcher, Bahnschienen und sonstige Fahrbahnunebenheiten. Das muß man als Fahrer beachten und entsprechend vorausschauend und langsam fahren. NEUWARE Da ich den Anhänger nur sporadisch und nur für kurze Strecken brauche, tut es für mich also ein günstiger Stema Hänger. Die anderen sind als 750kg Hänger kaum unter 700.- Euro ohne Plane zu bekommen. Im Praktiker Baumarkt war dann auch zufällig ein neuer Stema B700 Anhänger mit 750kg zulässigem Gesamtgewicht und abnehmbarer blauer Hochplane (80cm Ladehöhe) für 399.- Euro im Angebot. Im Gegensatz zum ebenfalls angebotenen Stema 750dbl für 459.- Euro hatte der nur keinen Holzboden, sondern einen Blechboden. Damit ist er für Transport von Sand oder Erde weniger geeignet, aber man kann sich ja selbst einen Boden aus Siebdruckplatten reinlegen.
AUSSTATTUNG Der B700 hat die im Autobild gezeigten relativ schwachen Bleche, nur genietete statt geschweißte Rahmenaufbauten und eine leichte Heckklappe mit einfachen Scharnieren, aber mehr kann man für den Preis auch nicht erwarten. Er tut mir auch so auf jeden Fall seinen Dienst. Die Teile kommen alle von deutschen Markenherstellern, wie die Knott Achse (kostet einzeln allein 200.- Euro) und die Kupplung (24.- Euro einzeln). Von Stema gibt es auch Zubehörteile wie ein Stützrad, ein Reserverad, Stützen und vieles andere mehr. Ich brauchte jedoch nur einen 15 auf 7-poligen Steckeradapter für um die 15.- Euro. KAUF Diesem günstigen Angebot konnte ich nicht widerstehen und schlug zu. Ich bekam allerdings zunächst nur den Fahrzeugbrief ausgehändigt. Abholen konnte ich den Hänger erst, als ich die Zulassung hatte.
KOSTEN Natürlich zieht das Folgekosten nach sich: Steuer (ca. 30.- Euro im Jahr), Versicherung (Haftpflicht ca. 15.- Euro pro Jahr) und Zulassung (Gebühr 26,- Euro, Kennzeichen 15.- Euro). Über 10 Jahre Nutzung mit einem Restwert von dann vielleicht 100.- Euro gerechnet komme ich also auf jährliche Kosten von 70.- Euro. Das ist billiger als 4 Tage Leihgebühr, sollte sich also für mich lohnen. ERFAHRUNGEN Bis auf das prinzipbedingt oben beschriebene schlechte Fahrverhalten bei Leerfahrt über Bodenunebenheiten bin ich mit dem Hänger sehr zufrieden. Je schwerer er beladen ist, desto besser läuft er. Rückwärtsfahren klappt nach kurzer Übung sehr gut (ich habe ja auch schon wesentlich größere Hänger mit dem Traktor rückwärts gefahren). Der Kastenaufbau ist für normale Belastung stabil genug, als Boden behelfe ich mir zur Zeit mit Holzbohlen oder Schaltafeln, werde mit aber wohl doch noch eine passend gesägte wetterfeste Siebdruckplatte zulegen.
Der Hänger ist leer mit der Hand einfachst zu rangieren, sogar Platz sparendes Aufstellen geht alleine, denn er wiegt nur 110 kg und hat kleine Schutzpuffer zum Aufstellen an der Rückwand. Die Plane habe ich noch nie gebraucht, kann also dazu keine Aussage treffen.
FAZIT Ein neuer Hänger mit Plane zum Preis eines gebrauchten! Wer den fehlenden Holzboden nicht braucht oder selbst nachrüsten kann, und wer den Hänger nur gelegentlich schonend benutzt, für den ist er ein Schnäppchen. Gewerblichen Nutzern und Langstreckenfahrern würde ich zu einer stabileren Ausführung raten, mir reicht dieser völlig. UPDATE 06.10.2004: Ich habe nun auch schon öfter mal Sand oder Kies mit dem Hänger geholt. Dazu habe ich vor der Beladung eine stabile Plastikplane reingelegt, damit nimmt der Blechboden auch beim Abladen keinen Schaden und man kann den letzten Rest Kies einfach durch zusammenlegen der Plane herausnehmen.
Auch eine versehentliche deutliche Überladung (940 kg Kies nach der Kieswerkwaage statt max. 640 kg erlaubter Zuladung) verkraftete der Hänger klaglos, nur wurden die Reifen nach 10km Fahrt spürbar warm, sie sind für diese Belastung einfach zu schwach! Aber ich bin ja damit auch sehr vorsichtig gefahren. Die maximale Zuladung für Kies ist schon bei einer gleichmäßig verteilten Ladehöhe von 20cm erreicht, wie ich nun weiß.
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12.10.2006 17:58
Wunderbar, hier steht alles drin, was ich wissen wollte! Jetzt kann es ja losgehen und ich werd in den nächsten Wochen mal die Ebay-Angebote links liegen lassen und dafür die Baumarkt-Prospekte näher unter die Lupe nehmen! Schönen Dank und weiterhin gute Fahrt!
13.05.2004 15:11
Ach, solange ich noch nicht mal ne Anhängerkupplung habe, sind sowas nur blanke Theorien. gruß, carmen
30.04.2004 15:41
Ich finde den Bericht sehr gut, insbesondere da ich einen entsprechenden Anhänger suche. Was mir noch fehlt, sind die Angaben über die Reifen und die Maße. Gruß Reiner