Hier liebe ich große blaue Zahlen!
30.08.2011
Pro:
Bedienungskomfortabel, sehr genaue Prognose
Kontra:
Kleinigkeiten siehe Text
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Benutzerfreundlichkeit
Stabilität:
mehr
 Volker111
Über sich:
Ich lebe und liebe mein Leben. Danke an alle treuen Leser. Bemühe mich nach Kräften um Gegenbesuche....
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Steuersparerklärung 2011
** Kurzer Rückblick **
Dieses Programm bzw. seine Vorgängerversionen nutze ich nun schon seit ca. 17 Jahren, in den Anfangszeiten noch von 2 Disketten und mit Nebeneinsatz der zwei dicken Ordner Steuertips (damals noch mit einem p statt Steuertipps geschrieben). Diese Einlegebände wurden jährlich bis zu 4mal aktualisiert und wurden laufend dem sich ständig ändernden Steuerrecht angepasst. Die Software hatte weder das moderne Multimedia Schnickschnack, noch die inzwischen eingebauten rechtlichen Hinweise bzw. Übernahmemöglichkeiten. Wie lange ich vorher bereits die Steuertips bezogen hatte, kann ich beim besten Willen nicht mehr sagen. Den Bezug dieser Steuertips habe ich eingestellt, nachdem in die Programm CD sämtliche relevanten steuerlichen Gesetzgebungshinweise integriert sind.
Früher war man durch die Arbeit mit den Ordnern ein kleiner Steuerfachmann für Lehrer, wobei sich die meisten Bereiche auch auf andere Berufe übertragen ließen. Die heutigen Programm CDs sind sowieso berufsübergreifend. Als langjähriger Abonnent zahle ich 26,90 Euro für meine Version samt Programmhandbuch, die sich aber bisher immer bezahlt gemacht haben. Die damaligen Ringbucheinlagen waren in der jährlichen Summe nicht unerheblich teurer. Wer jetzt noch diese Version für seine Steuererklärung 2010 erwerben will, erhält sie billiger, so um die 20 Euro.
** Programm CD mit Handbuch **
Auf 110 Seiten wird alles bis ins kleinste Detail hinein beschrieben, wobei man mit Hilfe des Inhaltsverzeichnisses von Seite 3 bis Seite 5 die für einen selbst relevanten Inhalte schnell ermitteln kann. Für mich als alten Steuerspar-Hasen sind die Installationshinweise zur Überprüfung von Bedeutung, wobei für die Zukunft ich wohl die USB Stick Installation nutzen werde, um auch anderswo ggf. meine Steuerdaten bearbeiten zu können. Aber noch genügt der häusliche PC. Auf Seite 9 waren diesmal die rechtlichen und sonstigen Änderungen für mich interessant, da für meine Frau als zeitweilig freiberuflich tätig die Gewinnermittlungsfunktion eine Rolle spielte. Die Systemanforderungen sind für heutige Zeiten minimal und dürften so gut wie nie ein Hindernis darstellen.
Hardware: Pentium®-PC ab 1 GHz, CD-ROM Laufwerk Betriebssystem: Windows 7, Vista, XP SP2 oder Win2000 SP4 mit Einschränkung: kein ELSTER, keine Videos Arbeitsspeicher: min. 512 MB RAM Festplattenspeicher: ca. 360 MB Sonstiges: USB-Installation möglich, USB 2.0-Stick ab 512 MB
Obwohl ich die ELSTER (ELektronische STeuerERklärung) Funktion übers Internet nutze, sind die Systemanforderungen wirklich minimal und die Installation selbst ergab bisher nie ein Problem. Vorteilhaft finde ich auch, dass durch die Installation keine Eingriffe in die Systemkomponenten des PCs erfolgen bis auf die Verknüpfung von Dateitypen mit der Anwendung.
Den Updatemanager lasse ich nur vor bzw. während der Arbeit mit dem Programm arbeiten, später, nach Abschluss und Versendung meiner Steuererklärung schalte ich ihn wieder aus. Belegt schließlich nur unnötig Arbeitsspeicher und wird nicht mehr benötigt. Die Deinstallation nutze ich nur alle 2 bis 3 Jahre, wobei die erstellten Steuererklärungsdateien nicht gelöscht werden und bei Bedarf wieder in eine der Nachfolger-Versionen eingelesen werden können.
** Programmbedienung und Ablauf **
Nach der Installation erfolgt in der Regel bereits das erste Update, da ich im November die CD erhalte und zumeist nicht vor März/April das Programm nutze. Als nächstes lasse ich die Daten des Steuerfalles des Vorjahres einlesen, weil ich dann nur die Änderungen eingeben muss. Um hier nicht versehentlich Daten des Vorjahres, die nicht mehr gültig sind, zu übernehmen, wird nach jeder Überprüfung oder Änderung ein Häkchensymbol links im Explorer ähnlichen Verlaufsfaden gesetzt. Abschreibungen über mehrere Jahre aktualisiert das Programm automatisch. Ein „Steuerprüfer“ (nerviges kleines Männchen) weist zudem bei Plausibilitätsproblemen auf Unstimmigkeiten hin oder fragt sogar gezielt nach. Durch die Funktion Steueroptimierung ändere ich ggf. die Zuordnung einzelner absetzbarer Rechnungen, falls Wahlfreiheit z.B. Werbungskosten oder Sonderausgaben besteht oder aber auch, ob die Ausgaben der Ehefrau oder dem Ehemann zugeordnet werden sollen. Verschenkt durch ungünstigere Zuordnung wird also schon mal kein einziger Euro.
Eine weitere, bisher schöne Kontrolle, bietet die blaue Zahl rechts unten mit der voraussichtlichen Steuererstattung (hier kann ich auch den Auswirkungsbetrag der optimierten Zuordnung sofort ablesen, der zuweilen verblüffend hoch ist) oder, bisher noch nicht passiert, die rote Zahl mit einer Steuernachzahlung, was aber immer noch bedeuten würde, dass man rechtzeitig als Freiberufler für die finanzielle Rücklage sorgt und nicht erst nach Erhalt des Steuerbescheids aus allen Wolken fällt. Liegt die blaue Zahl über 1000 Euro (Regelfall *gg*), beeile ich mich, den Steuerfall nach weiterer Überprüfung einigermaßen schnell abzuschließen und dann mit dem ELSTER Modul direkt auf den Finanzamt PC zu übertragen. Seit der ELSTER Nutzung in den letzten Jahren erhielt ich in der Regel die prognostizierte Steuererstattung in 4 Wochen oder noch kürzerer Zeit. Ohne ELSTER schwankte die Zeit zwischen 2 und 4 Monaten.
Allerdings muss außer dieser ELSTER Übertragung noch zuvor die komprimierte Steuererklärung ausgedruckt werden und mit den vom Programm als notwendig oder wünschenswert erklärten gedruckten Anlagen sowie den sonstigen Belegen oder Quittungen ans Finanzamt geschickt werden.. Falls ich nach ca. 2 Wochen diese Belege zurück erhalte, ist das Ganze weitgehendst gelaufen, ansonsten werden weitere Belege angefordert oder auf voraussichtliche Einschränkungen hingewiesen. Amtliche Formulare sind nicht mehr notwendig, sodass die komprimierte Steuererklärung beidseitig schnell gedruckt ist und ich im Gegensatz zu früher mit 5 Blättern auskomme. Über seine E-Mail Adresse erhält man einen LINK, der einem den voraussichtlichen Steuerbescheid schon etwas früher zur Überprüfung für sein Programm zugänglich macht, so dass dieses dann ggf. bereits einen notwendigen Einspruch unter Angabe entsprechender Paragraphen entwirft und versandfertig macht. Kommt aber recht selten bei mir vor.
Manchmal ist sogar schon vor Erhalt des Steuerbescheids die Steuererstattung auf dem Konto, ansonsten dauert es wie dieses Jahr einige Tage, bis man über das Geld verfügen kann.
** Fazit **
Wie in den Vorjahren bin ich auch diesmal mit dem Programm recht zufrieden, wobei ich einen Teil des Multimedia Schnickschnacks eher für überflüssig halte, doch Steuerneulingen könnten die Warntöne oder Ermahnungen des bildlichen Steuerprüfers durchaus eine zu schätzende Hilfe sein. Wichtig ist mir, dass jeweils die neueste Steuerrechtsprechung berücksichtigt wird und daher die Abweichung von der prognostizierten Steuererstattung zur tatsächlichen minimal oder gleich Null ausfällt. Sollte sie höher sein, bietet das Programm ein Einspruchsformular mit einer entsprechend rechtlichen Begründung und Hinweise auf aktuelle Urteile zum Versenden ans Finanzamt an, was schon einmal zu einer erfreulichen Änderung des Bescheids bei mir geführt hat. Dieses Jahr verlief alles ohne Einwände prognosekonform, wenngleich ein kleiner Teil unter Vorbehalt (Verluste aus freiberuflicher Tätigkeit), doch der ist zwischenzeitlich ausgeräumt.
Als kleines Manko empfinde ich, dass die Gewinn/Verlustermittlung aus freiberuflicher Tätigkeit bei Anwendung der Kleinunternehmerreglung unter dem Menupunkt Kapitalerträge zu finden ist, worauf ich nur durch eine Stichwortsuche kam. Da ich aber ansonsten mit dem Programm, seiner Installation, seinem Handbuch, seiner Handhabung, vor allem aber seiner Zuverlässigkeit sehr zufrieden bin, erhält es von mir 5 Sterne und eine klare Kaufempfehlung. Wer für Freunde, Bekannte steuerlich hilfreich sein will, kann mit dieser Programmversion immerhin bis zu 5 verschiedene Steuerfälle bearbeiten.
Für mich ganz klar, auch nächstes Jahr werde ich wieder das Steuersparprogramm der Akademischen. Arbeitsgemeinschaft nutzen. Der inzwischen aus der freiberuflichen Tätigkeit erzielte Gewinn wird zudem das Finanzamt nicht mehr an der Ernsthaftigkeit dieser Tätigkeit zweifeln lassen, was uns aber wohl erstmalig eine rote Prognosezahl bescheren wird. Doch das ist uns der erzielte Gewinnüberschuss durchaus wert. Viel Spaß beim Arbeiten mit der Steuersparerklärung und eine möglichst große blaue Zahl rechts unten. ;-))
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03.02.2013 01:57
eine gute Sache und ein ebensolcher Bericht. bh
28.10.2012 11:26
B H. Wenn man sie - wie ich - seit Jahren nutzt, ist der Multimedia-Schnkcschnack nicht wirklich erforderlich. Für Neueinsteiger finde ich es aber irgendwie doch ganz gut.
17.10.2012 18:58
Spaß?!? LG und bh