Sie trinken gerne Tee? Gesüßt oder ungesüßt?
Falls Sie gerne gesüßten Tee trinken, sollten Sie einmal Stevia-Tee probieren.
Wie bitte - noch nie von gehört? Hatte ich bis vor einem Jahr auch noch nicht. Am besten fange ich mal von vorne an.
Vor ca. 1 Jahr las ich in der „Bild der Frau“ (Diät-Rubrik) einen Artikel, wie man seinen Tee, Kuchen, Gebäck usw. ohne Zucker oder Süßstoffe süßen kann.
Dieses „Wundermittel“ heißt Stevia. Eine kleine, unscheinbare grüne Teepflanze. Sollte von Natur aus (also ganz ohne Zusatzstoffe) einen recht süßen Geschmack haben. Aufgekocht wie ein normaler Tee wäre Stevia als Tee oder Süßungsmittel hervorragend geeignet.
In einem Bio-Laden gelang es mir auch tatsächlich, diesen Tee aufzutreiben. Der Geruch ist sehr schwer zu definieren, leicht süßlich auf jeden Fall. Also, wie war die Kochanleitung in der Zeitschrift? 1 – 2 Eßlöffel Blätter auf 1 Liter Wasser, 5 Minuten ziehen lassen.
Ich war vom Ergebnis auf fast alles gefaßt, aber nicht darauf, daß dieser Tee wirklich süß schmeckte. Genau so, wie ich ihn gerne trinke! Ich sollte wohl dazu sagen, daß ich normalerweise viel Zucker oder (der Kalorien wegen) Süßstoff verwende. Unglaublich, aber dieser Tee schmeckte ohne einen Körnchen Zucker oder einen Tropfen Süßstoff genau so süß, wie ich es gerne mag. In der Packung waren nur Blätter, von Zucker oder anderem Pulver keine Spur.
Jetzt wollte ich es genau wissen. Ich forschte im Internet nach, bestellte über die Buchabteilung von Karstadt das Buch „Stevia – Zuckersüß und urgesund“ (Windpferd-Verlag).
Die Pflanze, aus deren Blätter der Stevia-Tee gekocht wird, stammt ursprünglich aus Paraguay. Bei den dortigen Einwohnern ist sie seit langer Zeit unter dem Namen „Honig-Blatt“ oder auch „Süßes Blatt“ bekannt. Vor ca. 100 Jahren lernten europäische Forscher bei einem Stamm Einheimischer erstmals diese Pflanze kennen. Der lateinische Name, den die Forscher ihr gaben lautet vollständig: Stevia rebaudiana.
Die Blätter der Stevia-Pflanze besitzen eine 30 mal höhere Süßkraft als Haushaltszucker. 1931 wurde zum ersten Mal der eigentliche Stoff, der diese Blätter süß schmecken läßt, herauskristallisiert. Dieses sogenannte Steviosid besitzt eine 300 mal höhere Süßkraft als normaler Zucker.
Die Liste der sonstigen Inhaltsstoffe ist extrem lang, obgleich bisher längst nicht alle Inhalte genau bestimmt werden konnten. Unter anderem enthalten sind:
- Vitamin C
- Vitamin A
- Zink
- Proteine
- Kohlenhydrate
- 31 verschiedene ätherische Öle
- Tannine
- Rutin
- Bitterstoffe
- Phytosterine (Pflanzenhormone)
- Flavanoide
- Mineralstoffe (Kalzium, Kalium und Magnesium)
- Spurenelemente (Eisen, Phosphor und Mangan)
Glykoside, die bisher identifiziert werden konnten:
- Stevioside
- Steviolbioside
- Rebaudioside A, B, C,D, und E
- Dulcoside A
Glykoside senken zu hohen Blutdruck und fördern die Ausscheidung von Kalium und Natrium.
Bereits bei den ersten Untersuchungen 1931 wurden Versuche, unter anderem auch Tierversuche, durchgeführt, ob der Genuß von Stevia toxische (also giftige) Nebenwirkungen haben kann. Dabei wurden Mengen zugrunde gelegt, die man niemals allen Ernstes verzehren könnte.
Die höchste Menge an erträglicher Süßkraft durch Steviosid liegt bei 2,5 mg pro Kilo Körpergewicht. Den Tieren wurden Mengen von ca. 6 mg pro Kilo Körpergewicht verabreicht. Trotz dieser hohen Dosis wurde bei keinem einzigen der Tiere irgendwelche negative Auswirkungen festgestellt.
In Japan ist Stevia bereits sei 40 Jahren zugelassen und wird bei zuckerfreien Produkten verwendet. Der Marktanteil betrug in Japan 41 % im Jahr 1988.
In den USA ist Stevia seit ca. 20 Jahren als diätisches Lebensmittel zugelassen. Auch dort hat Stevia bereits einen hohen Marktanteil.
In Deutschland hingegen ist noch auf lange Zeit ein Rechtsstreit über die Zulassung zu erwarten. Obwohl Süßstoffe trotz massiver Nebenwirkungen zugelassen sind, wird Stevia bisher diese Zulassung verweigert. Die Begründung stützt sich darauf, daß keine Langzeitstudien vorliegen würden (ein Hinweis, der merkwürdigerweise von Süßstoff-Herstellern kam).
Es kann nur vermutet werden, daß die Hersteller von Süßstoff starke Umsatzrückgänge befürchten.
Dennoch ist Stevia und auch Steviosid bei der Firma „Medherbs“ erhältlich. Hier die genaue Adresse:
Medherbs
Möwenstraße 22
65201 Wiesbaden
Tel.: 0049 611 – 846 00 15
Fax: 0049 611 – 20 46 900
E-Mail: medherbs@aol.com
Internetadresse: www.medherbs.de
Leider ist Stevia ausschließlich über diese Firma erhältlich.
Hier eine kleine Preisliste:
- 100g Stevia-Blätter, geschnitten = 3,77 €
- 1 kg Stevia-Blätter, geschnitten = 21,50 €
- 40g Stevia-Blätter, ganz = 2,86 €
- 100g Stevia-Blätter, pulverisiert = 4,97 €
- 50g Steviosid = 14,83 €
- 100g Steviosid = 25,05 €
- 1 kg Steviosid = 25,00 €
- 50ml Stevia-liquid (Flüssig-Extrakt) = 7,41 €
- 1 Liter Stevia-liquid (Flüssig-Extrakt) = 130,05 €
- Stevia-Samen (für 10 Pflanzen) = 4,95 €
Zu den Preisen von Steviosid ist zu sagen, daß 100g Steviosid bei normalen Verbrauch ca. 1 Jahr lang reicht.
Die Umrechnung von Zucker in Steviosid ist ungefähr wie folgt:
- 1/3 Teelöffel weißes Steviosid = 250g Zucker
- 1 Teelöffel Stevia-liquid = 250g Zucker
Oftmals wird in Büchern auch von grünem Stevia-Pulver berichtet. Dabei handelt es sich um pulverisierte Stevia-Blätter. Zum Kochen und Backen ist es nur sehr bedingt geeignet, da dieses grüne Pulver einen lakritz-ähnlichen Eigengeschmack hat.
Das Stevia-liquid gibt es in 2 Varianten:
1. Mit 18% Alkohol
2. Ohne Alkohol
Die Preise sind für beide Varianten gleich.
Der Geschmack von weißen Steviosid-Pulver ist leicht gewöhnungsbedürftig. Wer nur Zucker oder Süßstoff gewohnt ist, wird diesen Geschmack eventuell als etwas merkwürdig einstufen.
Stevia-Blätter können auch hervorragend zum Süßen anderer Teesorten eingesetzt werden. Zu diesem Zweck gibt man einfach einige Blätter zu seiner normalen Teesorte dazu und kocht diesen Tee dann ganz normal.
Egal wie oft von Süßstoff-Herstellern erklärt wird, Süßstoff macht nicht krank, Süßstoff ist 100 % Chemie. Und Zucker hat leider auch gesundheitsschädigende Eigenschaften.
Fazit: Ich kann jedem, der keinen Zucker verwenden darf oder will, nur empfehlen Stevia und Steviosid auszuprobieren.
PS: Ein ausführlicher Bericht über Steviosid folgt noch unter der Rubrik Diätprodukte in der Hauptabteilung Essen, Trinken & Genuss.
19.05.2009 17:00
Ich nehme an, dass viele Deiner Angaben von der HP des Anbieters stammen. Da sind ohne Zweifel Fehlinformationen vorhanden, wie sie leider auf vielen Seiten über Stevia zu finden sind. Stevia ist zu dem keineswegs ausschließlich bei dem von Dir genannten Anbieter zu erhalten. Stevia bekommt man allerortens - nur nicht als Lebensmittel oder Zuckerersatz. Als solches ist es in der EU nicht zugelassen. Auch für die USA und auch für die Schweiz sind bisherige Zulassungen nur auf ganz bestimmte Produkte und in den USA exakt für 2 Konzerne erfolgt. So interessant Stevia ist, so viel Unsinn wird drüber berichtet. Interessant ist es allemal.
16.05.2006 15:24
super geschrieben. ich baue stevia selbst an. allerdings gibt es stevia mittlerweile bei einer ganzen reihe von händlern.
07.12.2003 16:58
Hab flüssiges und das weisse Stevia schon seit ein paar Jahren, traue mich aber nicht, es zum Backen etc. zu benutzen. Aber für den Tee gibts keinen Zucker mehr.