Die Hard – Five Star Collection (RC1)
17.02.2002
Pro:
Extras über Extras und der Film
Kontra:
nichts
Empfehlenswert:
Ja
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 50 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Endlich konnte ich durch ebay die preiswürdige „Die Hard Ultimate Collection Box“ mit allen drei Teilen der überraschend qualitätskonsistenten Action-Trilogie auf DVD ersteigern. Diese bislang nur in Amerika erschienene Special Box enthält die bereits für den deutschen Markt als Special Edition geplanete „Five Star Collection“ des Originals „Die Hard“ inklusive der Special Editions zu den zwei Fortsetzungen „Die Harder“ (1990) und „Die Hard with a Vengeance“ (1995). Das Juwel fraglos ist natürlich der Erstling „Stirb langsam“ (1988). Diese Collection hat natürlich den Regionalcode 1 und kann auf europäischen DVD-Players mit dem Regionalcode 2 nicht abgespielt werden. Multiregionale Player sind also gefragt.
Der Film Alles hat einen Anfang und auch „Die Hard“ fand erstmals seinen Weg an die Öffentlichkeit als Romanvorlage von Roderick Thorp, der in seinem nicht sonderlich spannenden, aber clever konstruierten Thriller beliebte Themen der 80er wie sinnlose Gewalt, politisches Tohuwabohu, Yuppies, Terroristen-Paranoia und die japanische Dominanz auf dem amerikanischen Markt in den genialen Storykonstrukt um einen älteren, erfahrenen Mann gegen einer Horde Killer mit Geiseln auf denkbar engstem Raum einbettete. „Nothing Lasts Forever“, so der Originaltitel des Buches, war jedoch nur die Blaupause für das im Genre des Actionkinos schlichtweg famose Skript der routinierten Action-Schreiberlinge Steven E. de Souza und Jeb Stuart, die aus der höchst ansprechenden „Einer gegen alle“-Story das ganze Potential herausholten, um ein dramatisches, spannendes, ja gar witziges Drehbuch zu liefern.
John McTiernan, der mit seinem zweiten Film „Predator“ (1987) die Flut der Vietnam-Filme mit der Spannung der „Alien“-Story kuppelte und einen ernormen Erfolg hatte, übernahm die Regie und der mit der populären TV-Serie bekannt gewordene Mime Bruce Willis bekam die Hauptrolle, in der er den Humor und Charme seiner Fernsehfigur weiterführen konnte. Nach der mehr als effektiven Besetzung der Nebenrollen, dem aufwendigen Dreh in einem realen Hochhaus der 20th Century Fox-Studios und einer exzellenten Werbekampagne, die damit prahlte, die Zuschauer durch die Leinwand-Action an die Rückwände der Kinosaals drücken zu können, lief der Film höchst erfolgreich an der Kasse an und bekam klasse Kritiken. Was nicht wirklich normal ist, bedenkt man die vielen unterirdisch schlechten Actioner der 80er Jahre, für die Schwarzenegger & Stallone vorrangig verantwortlich zeichneten. Bruce Willis wurde denn auch zum Dritten im Bunde als Actionstar gezählt, was er jedoch nie wirklich war. Der Mann war von Anfang an Charakterdarsteller, wenn auch öfters Film-Komödiant. Dies zeigte sich vor allem in den letzten Jahren, als die Schauspielerei Willis als Charaktermimen neu definierte, während Stallone und Schwarzenegger reihum floppen.
Doch zurück zu „Stirb langsam“. Der Film beginnt mit einer ungewohnten Szene, als daß er den Helden in einer Angstsituation zeigt, als das Flugzeug landet, welches John McClane (Willis) von New York nach Los Angeles bringt. Der NYC-Cop mit der Flugangst reist für die Weihnachszeit zu seiner Frau und den zwei Kindern. Seine berufstätige Ehefrau Holly Gennero (Bonnie Bedelia) zog mit der Familie der Karriere wegen nach Los Angeles, während John daheim noch auf viel Arbeit saß. Das zerstrittene Paar sieht sich wieder. Holly arbeitet für die Nakatomi Corp., einer mächtigen japanischen Firma, die in dem fast fertig gestellten Nakatomi Hochhaus mitten in L.A. ihre Weihnachtsfeier zelebrieren. Hierhin wird McClane von dem vorwitzigen Limousinenfahrer Argyle (De’voreaux White) gebracht. In einem der oberen Stockwerke des 40 Etagen starken Gebäudes kommt es zu einem kleinen Zwist zwischen John und Holly in ihrem Badezimmer. Indes nehmen eine Gruppe schwer bewaffneter, ausländischer Männer das Haus ein und nehmen die Party-Gäste als Geiseln.
Dies alles kann der barfüßige, lediglich mit Unterhemd und Hose bekleidete McClane beobachten und mit seiner Dienstwaffe flüchten. Vor den Geiseln baut sich nunmehr ein elegant gekleideter Mann namens Hans Gruber (Alan Rickman) auf, der nach dem Boss der Abteilung Takagi (James Shigeta) fragt, den er denn gleich erschießt, als er den Code für den riesigen Safe mit kostbarem Inhalt nicht preisgeben will. McClane beobachtet dies geschockt und versucht Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen. Doch der Streifenpolizist Al Powell (Reginal VelJohnson) stellt sich als Enttäuschung dar. Dennoch kann John auf sich aufmerksam machen und per Funk Kontakt mit Powell aufnehmen. Indes wird auch Gruber aufmerksam auf den Unbekannten, der reihum seine Männer umbringt. Der Virus im System verursacht jedoch weniger Probleme als die idiotische LAPD, die überambitionierten FBI-Agenten und ein besonders skrupelloser TV-Reporter...
Spätestens bei der Inhaltsangabe zum Film bemerkt man, wie komplex doch McTiernans Kreation wirklich ist. Es ist kein schnöder Ballerfilm der Marke „gesehen und vergessen“, sondern ein durch und durch involvierender, perfekt getimter Nervenkitzler, der durch das überzeugt, woran andere Filme seiner Gattung kränkeln: Charaktere, Story und Gehalt. Denn mal abgesehen von den atemberaubenden Explosionen, dem rasanten Schnitt, der superben Kamerafahrten von Jan De Bont, die ihr wirkliche Brillanz nur im extremen Breitwand-Format entwickeln, verfügt „Die Hard“ über Attribute, die ihn zeitlos machen.
Zuallererst wäre da einmal der Held, der voller Schwächen und Selbstzweifel ist, und deshalb so real und sympathisch wirkt. Bruce Willis verleiht der Figur Seele, Humor und eindringliche Glaubwürdigkeit. Er wird für immer McClane mit dem coolen Spruch auf den Lippen sein, ganz gleich wie gut seine späteren Rollen sein würden. Bemerkenswert ist, daß der Bösewicht ebenso, wenn nicht weit mehr faszinierend ist, denn Theater-Mime Alan Rickmans fabelhafte Porträtierung des Gentleman-Killers ist stilbildend und seitdem sieht man oftmals Variationen der Person in Rickmans Filmkarriere.
Dazu noch einige sehr ansprechende Nebenfiguren, die alle einen eigenen Film verdient hätte, wie etwa der unbeholfene Limo-Fahrer Argyle, der von Alexander Godunov mit tödlichen Augen gegebene Karl, der schmierige TV-Reporter (superb gespielt von William Atherton), McClanes gefühlvolle Frau Holly und der höchst sympathische Reginald Veljohnson als McClanes Freund, der mit der Sitcom „Alle unter einem Dach“ auch seine TV-Serie bekam. Abschließend läßt sich wohl feststellen, daß man diesen Film immer und immer und immer wieder sehen kann, ohne die Lust daran zu verlieren. Ein echter, oft unterschätzter Klassiker!
Das Cover/Hülle/Booklet
In einer edel-schimmerenden, grauen Hülle kommt die „Five Star Collection“-Edition daher und hat das fabelhafte Filmplakat mit dem Gesicht von Bruce Willis im Halbschatten hinter dem explodierenden Wolkenkratzer und der Lichterstadt Los Angeles im Hintergrund. Im Booklet finden sich einige Fotos, die Auflistung der Film-Kapitel und einen Text, der kurz die Produktionsgeschichte des Films anreißt. Nichts spektakuläres, aber auch nichts schlechtes. Das Bild/der Ton/die Sprachen
Das Bild ist sagenhaft gut, vor allem im Anamorphic Widescreen (Aspect Ratio 2.35:1), das die fabelhafte Kamerakunst von Jan De Bont vollends zur Geltung bringt. Selbstredend gibt es keine Pixel noch andere Unschärfen bei diesem perfekten Bild. Der Ton wird im DTS 5.1, Surround 5.1 und Dolby Surround angeboten und ist vollendet.
Als Sprachen werden Englisch und Spanisch, leider kein Deutsch angeboten, wenn auch die deutschen Terroristen im Film stellenweise im ungelenken Deutsch sprechen.
Bonus Features: Disc One Auf der ersten DVD finden sich folgende Extras:
Der trockene, arg technische und kaum lebendige Kommentar von Regisseur John McTiernan und Produktionsdesigner Jackson DeGovia, wobei letzterer zu Scherzen angeregt ist, aber die tiefe Erzählerstimme von McTiernan ist einschläfernd. Die Tracks wurden separat aufgenommen und zusammengeschnitten. Sie sind dementsprechend langatmig und trübe. Der Szenen-spezifische Kommentar von Special Effects Supervisor Richard Edlund gehört auch nicht zu den hörenswerteren Audiotracks.
Der in Untertitelform angebotene Kommentar von der Crew inklusive diverser Schauspieler wie Alan Rickman und einem Filmdozenten ist da schon interessanter, wenn auch mühselig zu folgen, während der weitaus spannendere Film darüber abläuft. Die DVD bietet auch die Möglichkeit den Film mit einer längeren, in der Kinofassung gekürzten Sequenz zu sehen. Es handelt sich um das Abschalten des Hochhaus-Stroms durch das FBI. Es ist nicht sonderlich erwähnenswert, aber die Auswahl die Sequenz separat und im Film zu sehen ist doch recht zuvorkommend.
Als DVD-Rom-Feature gibt’s einen interessanten Skript-Film-Vergleich.
Bonus Features: Disc Two Auf der zweiten DVD finden sich folgende Extras:
Ein passabler Zusammenschnitt von diversen Szenen, die nicht im Film waren, und Szenen, in denen Schauspieler ihren Text vergessen oder irgendwas schief läuft. Nur wenig ansprechend. Im höchst anregenden „Cutting Room“-Feature kann man selbst mal den Schnitt beim Film machen und diverse Szenen aus dem Film nach eigener Lust und Laune verändern, den neuen Schnitt abspielen lassen und mit der Filmversion vergleichen. Seeeehr interessante Sache!
Dazu noch das gesamte Skript, Fotogallerie, eine Unmenge Trailers und TV-Spots und einige Presse-Artikel zum Film. Dazu noch DVD-Rom-Links auf die Webseite und Spiele-Demos. Fazit
Wow! Besser kann man wohl meine Begeisterung für diese Edition nicht ausdrücken. Denn nach dem enttäuschend schwachen Extra-Material der deutschen Edition ist das hier wie das Paradies für „Die Hard“-Fans, von denen es nicht zu wenig gibt. Diese Edition ist auf jeden Fall die Anschaffung wert. Hoffen wir mal, daß die neue „Special Edition“ für den deutschen Markt ebenso stark wird wie die amerikanische bereits ist. Buy it! Buy it! Buy it at ebay...
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18.02.2002 20:03
schliesse mich den anderen dreien an. Grüße Wuschel
18.02.2002 17:55
muss mich leider den anderen beiden anschließen....
18.02.2002 12:15
Hi, Marcellus, deine Begeisterung in Ehren, aber das was du hier schreibst ist eindeutig Werbung: Nicht nur für das besprochene Produkt, sondern vor allem für Ebay ("Buy it!") Da frag ich mich wirklich, wer dich sponsert!+++>>Selbstredend gibt es keine Pixel noch andere Unschärfen bei diesem perfekten Bild.<< Du willst mir hoffentlich nicht weismachen, dass du nicht weißt, was ein Pixel ist, oder? In dem Sinne, wie du das Wort hier gebrauchst, ist jedenfalls kein Bildpunkt damit gemeint. Denn der kann ja gar nicht als unscharf erkannt werden, so gut ist das menschliche Auge nicht. CU, mima17