Erfahrungsbericht über

Stormrider / David Gemmell

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STORMRIDER... mit lahmen Endspurt!

3  19.11.2002 (16.02.2003)

Pro:
Furioser Beginn, die Figur des „Moidart“

Kontra:
Blasser „Stormrider“, uninspiriertes Finale

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau

Unterhaltungswert

Spannung

Wie ergreifend ist die Story?

mehr


Longasc

Über sich: Ich bin ziemlich weg hier. Danke an alle, die meine Berichte gelesen haben. Eine Rückkehr möchte ich...

Mitglied seit:04.06.2001

Erfahrungsberichte:178

Vertrauende:121

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 104 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Intro
-----

Willkommen in den Highlands, Freunde. Nach dem Opfertod von Jaim Grymauch im ersten Teil („Ravenheart“) kommt in „Stormrider“ der Rigante-Zyklus zu seinem Finale.

Bürgerkrieg herrscht, und der Lokalkonflikt zwischen dem „Moidart“ genannten Landlord und den rebellischen Rigante-Clans in einer an Britannien zur Zeit Mel Gib... „Bravehearts“ erinnernden Welt erscheint verglichen dazu geradezu lächerlich.

Doch der Bürgerkrieg im Süden drängt hoch in den Norden und wird auch die Riganten und den Moidart nicht unberührt lassen... „Ravenheart“ Kaelin Ring und seine Rigante sind zum Kampf bereit.

1.) Der Rigante-Zyklus
2.) Stormrider’s Handlung
3.) Kritik
4.) Fazit
5.) Zum Hardcover
6.) Interessante Links

1.) Der Rigante-Zyklus
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David Gemmell’s Rigante-Zyklus im Überblick:


Band 1: „Sword in the Storm" (1998); dt. als "Die steinerne Armee"
Band 2: „Midnight Falcon" (1999)
Band 3: „Ravenheart" (2000)

-> BAND 4: „STORMRIDER" (2001) <-


Stormrider ist der 4. und letzte Teil des Rigante-Zyklus. Er spielt im Gegensatz zu den ersten beiden Bänden 800 Jahre später, in einer Zeit in der Schießpulver und Kanonen die römische Acies Triplex und wilde Keltoi-Sturmangriffe abgelöst haben.

Der Zyklus geht kritisch auf das Böse welches der Mensch sich und der Welt antut ein. Waren in den ersten beiden Bänden die Zivilisierung der Keltoi-Stämme durch die brutalen „Römer“ der sich König Connavar und Bane widersetzen Programm, spielt Ravenheart in den schottischen Highlands, wo die aus den Keltoi hervorgegangenen Highlander systematisch unterdrückt und gedemütigt werden von den britischen Eroberern.

David Gemmell ist einer der hervorragendsten Autoren der Heroic Fantasy heutzutage, bekannt wurde er durch die Drenai-Saga und Charaktere wie Druss und Waylander.

2.) Stormrider’s Handlung
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Furios beginnt Stormrider: Der kleine Feargol, der druidische Fähigkeiten entwickelt, wird von unbekannten Mächten gehetzt. Seine Familie wird von einem besessenen Bären getötet, Kaelin Ring kann ihn gerade so retten und bei seiner Familie unterbringen.

Auch diese wird bedroht, die „Redeemer Knights“, eine elitäre Gruppe der „Knights of the Sacrifice“, hetzt Mörder auf Feargol los. Auch die Wyrd of the Wishing Tree wird in ihrem Trancezuständen von Geistwesen mit schlangenartigen Köpfen und rotglühenden Augen gejagt.

Es ist nicht sofort klar, wer dahinter steckt. Dem Leser wird jedoch ein Rückblick auf eine Säuberungsaktion der „Knights of the Sacrifice“ in einer Ketzer-Stadt gewährt. Der junge Ritter Winter Kay fand dort den „Orb of Kranos“, angeblich der Schädel eines toten Seidh-Gottes. Dieser Schädel erfüllt Winter mit großer Macht: Er sieht klarer, sein Verstand und seine körperliche Kraft werden durch Kontakt mit dem Orb ungemein belebt.

Zudem gestattet der Orb es ihm, den Geist vom Körper zu trennen und in Geistesgestalt – die erwähnten Schlangenköpfe mit den glühenden Augen – auf Reisen zu gehen. Zugleich weckt er in Winter den bereits vorhandenen Ehrgeiz: Zusammen mit ihn treu ergebenen Rittern, die er an den Orb und sich bindet, sieht er in dem Orb ein Werkzeug, das ihm zum König der Varlish machen kann – und womöglich sogar des Restes der Welt.

Der Bürgerkrieg zwischen General Luden Macks und dem König tobt, und Winter Kay sieht in ihm ein Mittel, den König zu stürzen... künstlich zieht er die Niederlage Macks in die Länge für seine Zwecke.

Gaise Macon, der „Stormrider“, streitet ihn diesem Krieg auf Seiten des Königs, und er gerät ob der offensichtlichen Fehlentscheidungen einiger Offiziere mit Lord Winterbourne (Winter Kay) aneinander. Dieser ist doppelt verunsichert, wurde ihm doch bei der Eroberung des Orb prophezeit, der Mann mit dem goldenen Auge werde sein Verderben sein... und Gaise besitzt ja ein grünes und ein goldbraunes Auge...

Mehrere Attentate auf Gaise schlagen fehl, und auch der Versuch den Moidart, seinen Vater, deshalb zu beseitigen bevor dieser seinen zwar ungeliebten Sohn schützen kann, ebenso.

Schließlich beendet Winterbourne den Bürgerkrieg und tötet sowohl den König als auch Luden Macks und setzt sich an ihre Stelle, und erklärt Gaise Macon und den Moidart zu Verrätern.

Der König war entfernt mit Highland-Clans verwandt – sein auf den Orb plätscherndes Blut erzeugt eine Vision, die die Redeemer und auch Winterbourne erschüttert: Der Seidh-Gott Cernunnos erscheint ihnen, und gibt ihnen den Auftrag, den Schädel zu seinem Volk, den Rigante, zu bringen. Die Redeemer sind nun vollständig von der Richtigkeit und Heiligkeit ihres Tuns überzeugt. Nur Winterbourne widersetzt sich dem Orb, der mehr als nur Werkzeug geworden ist... um sich ihm bald zu unterwerfen.

Er hetzt seine Armee hinter Gaise Macon her, nach Eldacre Castle, wo der Moidart bereits auch dank der Hilfe der Wyrd ein Zweckbündnis mit den ihn hassenden Rigante geschlossen hat.

Der im Verlauf des Krieges bitter gewordene Gaise wird von den Rigante nicht gerade gerne als Oberbefehlshaber akzeptiert, und auch mit seinem Vater, der im Hintergrund die Fäden zieht, wird es Spannungen geben.

Desillusioniert kämpft Gaise, opfert gedankenlos und ohne jegliche Spur von Rücksicht zahllose Leben im Kampf. Dennoch droht der uralte Seidh-Gott hinter Winterbourne zu siegen...

Er nimmt Kontakt mit Gaise auf, und dieser wird vor eine schwere Entscheidung gestellt...

3.) Kritik
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So faszinierend die Charaktere in Stormrider mitunter sind, so große Qualitätsunterschiede gibt es leider auch: Während der Moidart seiner Linie treu bleibt und als mit allen Wassern gewaschener Landlord eine beeindruckende Vorstellung abliefert, bleibt sein Sohn Gaise Macon, der „Stormrider“, leider relativ blaß und kann objektiv auch nicht überzeugen.

Sein Wandel zum verbitterten Feldherren, der für den Sieg bereit ist bedingungslos seine treuesten Verbündeten zu opfern, vollzieht sich sehr rasch und wenig überzeugend. Zumal der Grund der Tod von Cordelia Lowen ist, seiner noch nicht einmal über einen Kuß hinausgewachsenen Beziehung, auch wenn Gaise vorher noch nie mit Frauen zu schaffen hatte.

Die klaren Gut-Böse-Schemata sind zwar in Heroic Fantasy meist Standard, jedoch hat Gemmell schon überzeugendere Bösewichte als Lord Winterbourne erschaffen. So waren Jasaray’s Feldzüge und diverse Schurken anderer Romane in ihren Motiven nachvollziehbarer. Die Geschichte von dem bösen Seidh-Gott, der von ihm Besitz ergreift, erinnert zum Teil an Gemmell’s Story um Alexander den Großen und seinen Kampf mit dem Chaosgeist, der ihn zu vereinnahmen droht. Die sich mithilfe von Drogen und der Kraft des Orb of Kranos von ihren Körpern lösenden Redeemer Knights tauchen nahezu identisch bereits in der Drenai-Saga und „Knights of Dark Renown“ auf.

Mag man Gemmell ansonsten dieses Ideen-Recycling verzeihen, kann diesmal die Hauptfigur Gaise Macon einem Druss, Waylander, Connavar oder Bane nicht das Wasser reichen.

Mir persönlich behagt auch Gemmell’s Mystik nicht unbedingt – in zarter Dosis wie in den vorherigen Rigante-Bänden sehr akzeptabel, wird im vierten Band wieder dick aufgetragen – Gemmell’s Stärke der Charakterisierung wird so von seiner weniger gelungenen Mythenwelt überlagert.

Das Finale des Romanes, Gaise wird sich opfern um Cernunnos Rückkehr in die Welt der Lebenden zu verhindern, verwundert mit einer „Jesus-Einlage“, in der Gaise für kurze Zeit einige der Gefallenen der Schlacht aus dem Tod zurückholen kann.

4.) Fazit
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Nach dem furiosen Beginn und der hochinteressanten Figur des Moidart kann die Geschichte um den Bürgerkrieg nicht ganz mit dem Highlander-Aufstand Ravenhearts mithalten. Die etwas aufgesetzt wirkende Bedrohung durch die Redeemer Knights und dem Gott dahinter ist Geschmackssache. Dennoch ist „Stormrider“ immer noch ein höchst spannendes Buch, das ich durchaus empfehlen kann.

5.) Zum Hardcover
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Das US-Hardcover hat ein sehr schönes Titelbild (siehe oben), ein angenehmes Schriftbild und ist gut gebunden. Leider sind die Seiten am rechten Rand „zackig ausgerissen“, franzig – so etwas sieht man bei einem deutschen Hardcover selbst schlechtester Qualität nicht! Ob das bewußt auf „alt“ getrimmt wurde oder was die Gründe für dieses seltsame Papier waren, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen.

Das Englisch des Buches ist gut verständlich. Leistungskurs Englisch auf dem Gymnasium und ihr habt nicht einmal mehr ein Wörterbuch nötig. Einzige Schwierigkeit dürften einige archaische englische Ausdrücke und Eigennamen wie „Moidart“ einiger Lords sein.

Stormrider
David Gemmell
Del Rey / Ballantine Books 2001
ISBN 0-345-44577-5, 469 Seiten
Bei www.amazon.de für EUR 26,63 derzeit ausschließlich als Hardcover erhältlich.

6.) Interessante Links
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http://www.darkstorm.org/gemmell/index.php3

Gemmell Mania – eine hervorragende Seite zum Autor, mit Buch-Reviews
(englisch)

http://www.moidart.org.uk/

Hier spielt die Handlung, tief in den schottischen Highlands

http://www.scotlandthemovie.com/movies/fmoidart.html

Mehr über Castle Eldacre – das heutige Castle Tioram



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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Marcel1000

Marcel1000

10.03.2003 15:25

:)

Battosai15

Battosai15

25.01.2003 11:32

wie gesgat, Gemmell ist der Beste. Gruß Battosai

hello2k3

hello2k3

13.12.2002 18:12

top bericht, werde ich mir zulegen (in form eines geschenkes für jemanden anderen, also nicht für mich selbst) ... grtz hello2k3

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