Stunde der Patrioten

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SOS !

3  20.06.2003

Pro:
Ford, Archer, Birch, guter erster Teil

Kontra:
Der Rest

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Action:

Romantik:

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Posdole

Über sich: Ein Deutscher, ein Däne und ein Holländer sitzen in Norwegen in einem französischen Restaurant. Da s...

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 93 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet


Save our souls! Save our families! Save our freedom! But don’t forget: We save ourselves! Amerikanische Familien retten sich selbst, oder genauer: Vater wird’s schon richten, zumal Vater einmal ein ranghoher CIA-Beamter war und sich nun in Vorträgen über Sicherheit übt. Wie es der Zufall (bzw. das Drehbuch) will, gerät er mitten mang, sozusagen zwischen IRA-Terroristen und einen englischen Adligen, und löst damit für sich, seine Frau und seine Tochter höchste Alarmstufe aus. Tom Clancy ist bekannt für seine zumindest streckenweise klischeebeladenen, oft klischeeüberladenen Romane, in denen die Guten nur gut und die Bösen nur böse sind und sich die Welt nach einem einfachen Strickmuster einteilen lässt. Die Guten sind dabei vor allem die Amerikaner, die etwas von Sicherheit verstehen, von modernsten Technologien und ihrem gezielten Einsatz und die vor allem das Herz auf dem rechten Fleck haben. Irgendwie ist an diesem Klischee ja auch ein Stück Wahrheit dran (wie an jedem Klischee). Und trotzdem verspüre ich bei solchen Filmen wie „Patriot Games“ ein leichtes Unwohlsein angesichts solch heroischer Väter, die unter dem Motto kämpfen: Not for honor. Not for country. For his wife and child (so die Werbung für den Film), weil man am Schluss das Gefühl hat, gerade dadurch den Patriotismus über die Hintertreppe auf besonders hinterhältige Art serviert bekommen zu haben.


• I N H A L T •

Jack Ryan (Harrison Ford) heißt der Ex-CIA-Mitarbeiter, der in London Zeuge eines Überfalls von IRA-nahen Terroristen wird. Sean Miller (Sean Bean) und seine Gesinnungsgenossen wollen den englischen Lord Holmes (James Fox) in seiner Limousine ermorden. Ryan geht dazwischen, verhindert diesen Mord und tötet aus Notwehr den Bruder Millers. Die anderen Terroristen können entkommen.

Miller wird schnell gefasst und abgeurteilt. Doch auf dem Transport in die Strafanstalt befreien ihn Kevin O’Donnell (Patrick Bergin) und ein paar Männer aus dem Transporter. O’Donnell und Miller gehören offenbar einer Gruppe innerhalb des irischen Terrorismus an, von der sich der politische Arm der IRA, Sinn Fein, distanziert. Der Vertreter der Sinn-Fein-Anhänger in den USA, Paddy O’Neil (Richard Harris) jedenfalls, der in den Staaten Geld für die irische Sache sammelt, distanziert sich aufs Schärfste von dem Anschlag.

O’Donnell und Miller begeben sich auf Umwegen nach Nordafrika, wo sie in einem Ausbildungslager militärische Übungen abhalten. Obwohl O’Donnell persönliche Racheakte meiden will, erlaubt er Miller, sich für den Tod seines Bruders an Ryan und seiner Familie zu rächen. Ryans Frau Cathy (Anne Archer) und Tochter Sally (Thora Birch) werden zur Zielscheibe von Millers Rache. Er verfolgt sie auf dem Highway. Nur mit Mühe entgehen beide dem Anschlag: Cathy kommt mit einer Gehirnerschütterung davon, Sally überlebt schwer verletzt.

Für Ryan gibt es jetzt kein Zurück mehr. Cathy fordert ihn auf: „Leg ihn [Miller] um, Jack.“ Durch das Studium der entsprechenden Akten über die IRA und irische Splittergruppen, aber auch durch Informationen von O’Neill, der das Ansehen der Sinn Fein nicht noch mehr gefährden will, und Satellitenaufnahmen stoßen Ryan und sein Ex-Kollege Jackson (Samuel L. Jackson) auf das Lager in Nordafrika. Eine Spezialeinheit soll der Gruppe den Garaus machen. Nur, Miller und andere entkommen dem Anschlag und reisen illegal in die Staaten ein. Miller hat nur noch eins im Kopf: Ryan muss sterben ...


• I N S Z E N I E R U N G •

Zweifellos hat „Patriot Games“ einen starken Anfang, und auch der übrige erste Teil des Films kann durchaus als spannende Einleitung zu einer Geschichte bezeichnet werden, von der man sich dann allerdings zu viel erhofft. Ich hoffte jedenfalls – trotz Clancys Urheberschaft – auf eine etwas intensivere Beschäftigung mit den politischen Konflikten, die der Film leider nur andeutet bzw. als Kulisse für einen Thriller verwendet, der genauso gut in einem anderen Milieu hätte angesiedelt werden können.

Das allein wäre nicht allzu tragisch. Doch nach dem gescheiterten Anschlag auf Frau und Tochter versinkt „Patriot Games“ in Langeweile. Der Ausgang des Spiels ist sonnenklar, man kann alles andere vorausahnen. Das Drehbuch sorgt für die entsprechenden „Fehler“, auf denen die „Verlängerung“ des Streifens aufbaut: Cathy und Sally werden in einem einsamen Haus an der Küste untergebracht: eine Herausforderung für Miller und die anderen. Bei dem Angriff auf das nordafrikanische Ausbildungscamp der Terroristen entkommen diejenigen von ihnen, auf die man es vor allem abgesehen hat. Wie das geschehen konnte? Keine Ahnung.

Die Charakterisierung der handelnden Personen verbleibt in einem relativ oberflächlichen Bereich. Sean Miller ist ein „schlichter“ Psychopath aus dem Lehrbuch, eine Figur ohne Saft und Kraft, ein Pseudo-Rächer. Warum der intelligente O’Donnell ihn in die USA lässt, um Rache zu nehmen, bleibt unerfindlich. Richard Harris spielt das Abziehbild eines amerikanischen Iren, der für Sinn Fein arbeitet. Samuel L. Jackson spielt einen Commander in der Statistenrolle. Ford, Anne Archer und auch Thora Birch machen ihre Sache ganz gut, aber insgesamt verbleibt der Eindruck eines Thrillers, der am Reißbrett entstanden ist und für den nicht sehr viel Phantasie und Einfühlungsvermögen für eine spannende Geschichte aufgewandt wurde.

Dem entspricht der Showdown, provoziert durch das Drehbuch, dass die Familie in ein Haus und an einen Ort verfrachtet, dass sämtlichen Sicherheitsmaßstäben Hohn spricht.


• F A Z I T •

Starke Einleitung, mittelmäßiger Fortgang, voraussehbares Ende, klischeebeladene Figuren und ein Showdown, der allzu konstruiert ist und unglaubwürdige Voraussetzungen hat. Spannung: mäßig bis mittelmäßig. Und die Moral von der Geschichte? Ford als familiärer Patriot, die Iren als Mischung aus taktischen Nobelfiguren und psychopathischen Killern.

Wertung: 5 von 10 Punkten.

Die Stunde der Patrioten
(Patriot Games)
USA 1992, 117 Minuten
Regie: Phillip Noyce

Drehbuch: W. Peter Iliff, nach dem Roman von Tom Clancy
Musik: Clannad, James Horner, Aram Khachaturyan
Director of Photography: Donald McAlpine
Schnitt: William Hoy, Neil Travis
Produktionsdesign: Joseph C. Nemec III, Joseph P. Lucky
Hauptdarsteller: Harrison Ford (Jack Ryan), Anne Archer (Cathy Ryan), Thora Birch (Sally Ryan), Patrick Bergin (Kevin O’Donnell), Sean Bean (Sean Miller), James Fox (Lord Holmes), Samuel L. Jackson (Lt. Cmdr. Robert Jackson), J. E. Freeman (Marty Cantor), James Earl Jones (Admiral James Greer), Richard Harris (Paddy O’Neil), Alex Norton (Dennis Cooley), David Threlfall (Inspektor Highland)

Internet Movie Database: http://german.imdb.com/Title?0105112

Weitere Filmkritik(en):
„Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert) (2,5 von 4 Punkten):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_reviews/1992/06/760108.html

© Ulrich Behrens 2003 für
www.ciao.com
www.yopi.de
www.dooyoo.de

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
XXLALF58

XXLALF58

22.08.2013 12:12

..warum vergesse ich eigentlich immer ein bh da zu lassen ;-p

XXLALF58

XXLALF58

12.02.2013 17:06

super bericht, wobei mir der film weniger zusagt. beha usw.

anahata

anahata

18.10.2003 22:51

Dieser Bericht ist wirklich extrem gut, muß sogar sagen besser als meiner, und warum die aus dem Wüstencamp entkommen sind und vom der britischen Truppe der Anführer angeblich gar als unter den Toten identifiziert galt, auch darauf weiß der Film keine Antwort.

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