Sturm über Europa: Kimber und Teutonen (DVD)

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Sturm über Europa: Kimber und Teutonen (DVD)

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der erste Barbaren Krieg

5  08.08.2010

Pro:
spannend, informativ,

Kontra:
religiöser Inhalt fehlt mir

Empfehlenswert: Ja 

fantagirlie

Über sich:

Mitglied seit:13.08.2009

Erfahrungsberichte:314

Vertrauende:118

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 179 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ich interessiere mich ja nun schon seit langem für historische Begebenheiten der Antike. Rom gehört dabei zu meinen absoluten Favoriten und natürlich schließt das auch das unliebsame „Germanien“ ein. Ein barbarische Volk, dass dem unbesiegbaren Rom Furcht und Schrecken lehrten. Erst Caesar konnte dem ganzen Einhalt gebieten, so die allgemeine Überlieferung. Doch ich denke, dies ist zu einseitig gewählt – denn der große Caesar sagte doch einst: „Ich bin der Sieger, also habe ich auch Recht“. Verlierer schreiben nur selten die Geschichte. Deshalb finde ich die Aufzeichnung der ZDF Reihe auch so gelungen. Hier wird endlich einmal der germanische Verlauf dokumentiert und aufgezeigt.


DVD
******
ZDF Dokumentation
Bildformat16:9
Deutsch

45 Minuten
1 von 4 Teilen

Hauptthemen:
-Rekonstruktionen
-Volkswanderung in Richtung Süden
-allgemeine Leben unterwegs
-Konfrontation mit den Römern

Auf der Grundlage eines Kimbern geht die Dokumentation zurück in eine Vergangenheit, die auf kimbersche Wege beruhen. Ich denke, ich übertreibe in keiner Silbe, wenn ich sage, dass sich das Anschauen wirklich gelohnt hat. Denn der Blick fällt vor allem auf das Volk „Germanen“ - ihre Lebensweisen, ihre Gefühle, ihre Handlungsstränge und ihre Rechtfertigungen der Taten und nicht die Legitimierungen eines Marius, oder gar des römischen Imperiums.

Das Menü der DVD ist sehr übersichtlich – es gibt einige Extradetails und Informationen in gestaffelter Form. Was die Qualität der Doku angeht, kann ich nichts negatives feststellen. Ton und Bild sind gleichermaßen in Ordnung und weisen keinerlei Mängel oder Einschränkungen auf.

MEINUNG
***********
Gezeigt wird in der Doku die Kimbersiedlung Beumose – durch computersimulierte Weise zeigt es Bau und Architekturweise damaliger Verhältnisse. Allgemeine Überlieferung sagen, dass die massenhafte Volkswanderung durch Überflutungen verursacht worden sind. Doch archäologische Analysen widerlegen diese Theorie. Viel mehr durch Hunger, Kälte und fehlende Vorratswirtschaft siedelten sie sich wo anders an. Heute würden wir wohl sagen, dass sie von der Hand in den Mund lebten. Die zahlreichen Moore bieten uns heute die Möglichkeit, Verschollenes wieder zu entdecken. Die alten Gräber konservierten bis heute die Toten und bieten somit wichtige Fakten damaliger Verbindungen. Eine dieser Moorleichen ist weltbekannt - „das Mädchen von Windebü“. Bis hier hin, ist die Doku grandios gestaltet worden. Denn nur zu selten bieten vergleichbare Werke einen so tiefen Einblick in die kulturelle Lebensweise. Die Erzählweise, die atemberaubenden „Lifebilder“ bieten einen farbenprächtigen Einblick in das damalig karge Leben der „Barbaren“


Die Tatsache, dass einfach zu viele Menschen in dem ärmlichen Land lebten, beeinflusste die nördlichen Völker dazu, in den warmen, fruchtbaren und lebensfrohen Süden „auszuwandern“. Hier kommt die reine menschliche Seite zum Vorschein. Das karge, menschen- verachtende Leben hätte mit der Emigration ein Ende. Historisch ist dieser Weg – die Völkerwanderung ist ein großes Abenteuer voller Gefahren. „Die Wirtschaftsflüchtlinge“ waren auf der Suche nach Land, das endlich genug Nahrung für alle bietet. Die 100 000 Kimber und Teutonen waren mit Frauen, Kindern und Waffen in Richtung Rom unterwegs. Sie verließen Jütland und durchzogen andere germanische Völkerregionen – die der Angeln, Sachsen und Sueben. Die Doku zeigt hierzu ein Karte, worauf man erkennen kann, dass sie sich vor allem dem Elbverlauf folgten – immer in Richtung Süden und das zu Fuß, Monat für Monat, bei jedem Wetter.


Von der Donau ab zogen sie weiter. Nun erkennt die Doku richtig, dass die Germanen keine Landkarte, kein Richtungsmesser, gar einen Kompass hatten. Also erkundigten die Kimber sich bei Kundschaftern oder Händlern: „Wo war leichte Beute zu machen, wo war mit Gegnern zu rechnen, gar mich römischen Legionen.“ Hier setzt die Doku in Sachen Glauben an. In solch einer Situation bestimmt das Orakel. Zu meinem Bedauern gehen die Erläuterungen hier nicht besonders tief hinein. Da bieten andere Dokus mehr.


Um zu überleben, überfielen sie Schwächere, raubten und zerstörten. Somit bedeutete der Name Kimber sehr schnell Räuber. Hier sollte man auf gar keinen Fall den Fehler machen und nach heutigen ethischen Grundsätzen urteilen. Die Dokumentation beurteilt dies nach meiner Meinung schon richtig: „Herkunft und Abstammung, Blut und Rasse sagten ihnen nichts. Schnell wurden aus Gegnern Freunde, aus Verbündeten Feinde“. Die damaligen Verhältnisse waren halt rau – wenn der Hunger zu groß wurde, dann musste Beute gemacht werden. Ein Bewusstsein für Kriegsverbrechen gab es in der Antike nicht. Plünderung, Raub, gar Versklavung waren nicht verboten oder wurde gar verurteilt. Zur Not ernährten sie sich bei ihren Wanderungen von Wurzeln und Buchäckernbrei.


Genau dieser wichtige Faktor macht diesen Kurzfilm so beachtlich. In den meisten Dokumentationen werden entweder die Römer, oder die Germanen zu Opfern gemacht. Aber in dieser Dokumentation zeigt sich vor allem die Gleichheit der Taten. Wie auch die Römer, machten die Germanen vor nichts halt: es wurde mit Blut bezahlt. Nur durch den typisch römischen Hochmut unterschieden sie sich, kurz gesagt, die Römer unterschätzten das wanderfreudige Volk – eine Geringschätzung die sich rächen sollte. Nach längerem „schauspielerten“ Darstellungen und Erläuterungen setzt die Doku hier wieder an den Rekonstruktionen an. Gezeigt wird der Knochenbau und der damit verbundene körperliche Unterschied zwischen Römern und Germanen. Der Konsul Carbo reißte seine Karten zu sehr, unterschätzte das Völkchen durch seinen Hochmut und musste eines besseren belehrt werden. Somit entstand die fantasievolle Gestaltung und die damit verbundene Angst der Römer. Die erste Schlacht würden die Römer nie vergessen, durch stärkeren Knochenbau und überragender Größte wurde diese Angst noch einmal verstärkt, wie auch die wissenschaftlichen Erläuterungen der Archäologen in der Doku unterstreichen. Die Reformationen, das schwinden der Angst, der große Feldherr Marius und die letztendliche Niederlage wird hier nur kurz mit Bildern und Erläuterungen angeschnitten.


FAZIT
******
Der Inhalt und die Kenntnisse beruhen hier vor allem von neuen Techniken der Rekonstruktionen. „Freund wie Feind würden ihn wiedererkennen, ihn bei seinem Namen nennen“. Überlieferung des Tazitus oder Senegal der Ältere bereichern die Dokumentation auf eine besondere Art und Weise. Ein Wechselspiel von schauspielerten Darstellungen, archäologischen Fakten und beeindruckenden Bildern begleiten den Anfang der germanischen History. Leider fehlen mir die religiösen Fassetten, die zum Teil entscheidend für die Gesamtgeschichte waren

Bilder von Sturm über Europa: Kimber und Teutonen (DVD)
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Cybersyssy

Cybersyssy

22.08.2010 18:28

Ne, nix für mich

The-Wishmaster

The-Wishmaster

13.08.2010 17:27

Klingt interessant...

t.schlumpf

t.schlumpf

11.08.2010 19:34

Darf man bei dir Leihanträge stellen?

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