Die Unterirdischen
25.07.2006
Pro:
Idee, Story, . . .
Kontra:
Personendarstellungen nicht immer optimal
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
mehr
 rider-of-apocalypse
Über sich:
... noch 11 Lesungen für meinen Beitrag über den Elite Stingray 15 Innenfilter ( ((( FISCHE (Sauberk...
Mitglied seit:30.07.2000
Erfahrungsberichte:2298
Vertrauende:443
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 182 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Vor einiger Zeit kaufte ich mir mehr oder weniger zufällig (aufgrund der Kurzinhaltsangabe auf dem Einband) den Roman MISSION ARKTIS von JAMES ROLLINS, der mich zwar nicht begeistern konnte, mir aber dennoch so gut gefallen hat, dass ich mir mit DAS BLUT DES TEUFELS einen weiteren Roman dieses Autoren kaufte. Für DAS BLUT DES TEUFELS gilt das selbe wie für MISSION ARKTIS - nicht begeisternd, aber doch kurzweilig und so folgte vor noch nicht allzu langer Zeit mit SUB TERRA ein dritter Roman des Autoren, den ich in der Zwischenzeit gelesen habe und nun zum Thema meines heutigen Beitrags mache. °°°°°°°°°°°°°°°°°° ALLGEMEINES °°°°°°°°°°°°°°°°°° JAMES ROLLINS, 1968 in Chicago als Jim Czajkowski geboren, betreibt eine Tierarztpraxis im kalifornischen Sacramento, wo er sich in seiner Freizeit auch seinen weiteren Hobbys, dem Tauchen und der Höhlenforschung widmet. Bisher veröffentlichte der Autor unter anderem nachfolgend aufgeführte (chronologisch nicht gereiht und unvollständig) Romane: - Mission Arktis - Operation Amazonas - Das Blut des Teufels - ...Weitere Informationen über den Autor und seine Veröffentlichungen finden sich auch im Internet unter http://www.jamesrollins.com. Seinen Roman SUB TERRA, bei dem es sich um das Romandebüt des Autoren handelt, veröffentlichte JAMES ROLLINS im Jahre 1999 unter dem Originaltitel SUBTERREAN und drei Jahre später, im Jahre 2002, folgte dann im Ullstein Verlag die deutschsprachige, von Rudolf Krahm übersetzte Fassung des Romans. Titel: Sub Terra Originaltitel: Subterranean Autor: James Rollins Übersetzung: Rudolf Krahm Jahr (Originalausgabe): 1999 Jahr (dt. Ausgabe): 2002 ISBN: 3-8289-7379-5 Seitenzahl: 512 °°°°°°°°°°°°°°°°°°°° INHALT / STORY °°°°°°°°°°°°°°°°°°°° In einem Höhlensystem unter der Antarktis wird eine diamantene Statue gefunden, die auf ein Alter von über 5 Millionen Jahren datiert wird, also aus einer Zeit stammt, in der sich der Mensch noch nicht entwickelt hat. Die USA Army und der zivile Wissenschaftler Dr. Andrew Blakely stellen nun ein Team aus den Wissenschaftlern Ashley Carter, Linda Furstenburg, Khalid Najmon und dem Höhlenexperten
Bilder von Sub Terra / James Rollins
Benjamin -genannt Ben- Brust, zusammen, das begleitet von einigen Soldaten das antarktische Höhlensystem erforschen und die Herkunft der Statue aufklären soll. Was die Wissenschaftler allerdings nach ihrer Ankunft in der antarktischen Forschungsstation erfahren ist, dass bereits ein Team in das Höhlensystem geschickt wurde und dort spurlos verschwand. Nach nur kurzen Vorbereitungen begibt sich das Wissenschaftlerteam nun in das Höhlensystem, wo sie nicht nur verhältnismäßig schnell auf die Spuren des verschwundenen Teams stoßen, sondern auch auf verlassene, primitive, mutmaßlich menschliche Ansiedlungen und angetrieben von wissenschaftlicher Neugier stößt das Team immer weiter in das Höhlensystem vor. Plötzlich müssen die Wissenschaftler feststellen, dass sie nicht die einzigen Lebewesen in den Höhlen sind, denn unvermittelt werden sie von Kreaturen angegriffen, die an Dinosaurier erinnern, bei denen es sich aber um eine Art eierlegende Beuteltiere (so genannte Kloakentiere) handelt. Durch diesen Angriff und einige andere Umstände ist die Gruppe gezwungen, sich zu trennen. Während die Kreaturen das Basislager der Expedition angreifen und Linda Furstenburg feststellen muss, dass Khalid Najmon nicht der Wissenschaftler ist, der zu sein er vorgibt, sondern im Auftrag eines südafrikanischen Diamantenkartells, das aufgrund der diamantenen Statue vermutet, am Fundort gäbe es noch riesige Mengen an Diamanten, die Höhlen sprengen soll um den Preis für Diamanten hoch zuhalten, stoßen Ashley Carter und Ben Brust auf die Schöpfer der Statue. Mit einer Mischung aus Furcht, Faszination und wissenschaftlicher Neugier stehen sie menschenähnlichen Wesen gegenüber, bei denen es sich ebenfalls um eine Art Beuteltier zu handeln scheint und die, so erinnert sich Ben Brust, einem Schattenvolk aus dem Glauben der australischen Ureinwohner gleichen. Zwar ist dieses Volk grundsätzlich friedlich und steht den beiden Expeditionsteilnehmern auch nicht absolut feindlich gegenüber, allerdings verlangen sie die diamantene Statue zurück, die sich allerdings im von den saurierartigen Kreaturen überrannt wurde ... °°°°°°°°°°°°°°°°°°°° ANMERKUNGEN °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
JAMES ROLLINS schuf mit SUB TERRA eine Geschichte, die von Beginn an temporeich erzählt ist und die mich von den ersten Seiten an neugierig auf ihren weiteren Verlauf machte. Dabei wirkte die Story im ersten Drittel noch ein wenig wie die Schilderung einer "normalen" Expedition, bis sie dann (in Kenntnis anderer Romane des Autoren nicht ganz unerwartet) einen völlig anderen Verlauf nimmt. Spätestens mit dem erstmaligen Erscheinen der saurierartigen Kreaturen steigt der Actionanteil der Story deutlich und nur wenig später kommen noch Mysteryelemente hinzu, so dass sich ein kurzweiliger, spannender Mix aus Thriller, Action, Abenteuer und Mystery ergibt. Das die Story sich dabei zunehmend vom Glaubwürdigen entfernt, ist wohl nicht überraschend, angesichts dieser Mixtur auch kein Nachteil. Irgendwie fühlte ich mich beim Lesen an unterschiedliche Romane, wie Michael Crichtons "Dino Park" und "Lost World", Jules Vernes "Die Reise zum Mittelpunkt der Erde" und andere, aber auch an Filme wie Tomb Raider erinnert. Der Autor nahm eine Story um die unentdeckte und mehrere Millionen Jahre zurückliegende Entwicklung von menschenartigen und anderen Lebewesen in einem nahezu unerforschten Gebiet tief unter der Erde und andere Autoren hätten aus einer solchen Idee möglicherweise eine Art Wissenschaftsthriller gemacht, JAMES ROLLINS wählte dagegen eine deutlich actionlastigere Variante, die den Vorteil hat, dass man sich dank der temporeichen Erzählweise so gut wie nie die "Sinnfrage" stellt. Immer dann, wenn der Autor die Höhlen beschreibt, in denen der Großteil der Handlung spielt, wird erkennbar, dass die Höhlenforschung zu den Hobbys des Autoren zählt, denn seine diesbezüglichen Ausführungen wirken nicht nur sehr anschaulich, sondern durchaus auch fachkundig. Selbst die Darstellung der wichtigsten Personen gefiel mir in SUB TERRA besser, als in anderen Romanen des Autoren, auch wenn sie nicht frei von Mängeln ist. Ben Brust, der wohl der Held der Story ist, wirkt gelegentlich etwas zu heldenhaft und die Schilderung seiner Träume und die Verbindung zu seinen Vorfahren sind zwar keine schlechte Idee, wirken aber übertrieben. Zweite Heldin ist zweifellos Ashley Carter, die trotz ihrer nicht immer einfachen Aufgabe als alleinerziehende Mutter ihre Karriere als Wissenschaftlerin zielstrebig vorantreibt und die natürlich bildhübsch ist. Ebenfalls optisch sehr ansprechend ist auch die zweite weibliche Hauptfigur, die an Klaustrophobie leidende Biologin Linda Furstenburg, die sich zu Khalid Najmon hingezogen fühlt. Der aus dem Nahen Osten (präzise aus Ägypten) stammende Khalid entpuppt sich als eine Art Auftragskiller/Auftragsterrorist und ist auf diesem Gebiet eine Art Universalgenie, die Militärangehörigen entsprechen den üblichen Klischees, sind also entweder machtbesessen oder perfekt trainiert, hochgradig kameradschaftlich, .... Vieles davon ist sicher keine grundsätzlich schlechte Idee, in der Summe scheint mir die Fülle an spezifischen, nicht immer klischeefreien Eigenarten dann aber etwas zuviel. Auch wenn meine Ausführungen möglicherweise einen anderen Schluss zulassen, so habe ich SUB TERRA doch trotz der zweifellos vorhandenen Mängel sehr gern gelesen. Großen Anspruch sucht man hier zwar vergebens, aber kurzweilige und spannende Unterhaltung bietet SUB TERRA in ausreichendem Maße. Übrigens kann ich mir SUB TERRA auch sehr gut als Kinofilm vorstellen - möglicherweise entdeckt ja ein Produzent irgendwann diesen Roman. JAMES ROLLINS bediente sich für seinen Roman SUB TERRA einer klaren, verständlichen Sprache und meist eher kürzerer Sätze, also insgesamt eines Stils, der das Lesen dieses Romans sehr angenehm macht. Die 512 Seiten des Romans gliederte er dabei in fünf als Bücher bezeichnete Abschnitte, die wiederum in 37 eher kürzere Kapitel untergliedert sind. °°°°°°°°°°°°°° LESEPROBE °°°°°°°°°°°°°° ... "Komm her", rief Ben Ashley zu, "schau dir das an." Sie wischte ihre Hände am Hosenboden ihres Overalls ab und ging zu ihm hinüber. "Was hast du gefunden?" Nach den ersten drei Tagen ihrer Expedition in unbekanntes Territorium hatte sie sich an Bens unaufhörliches Geplapper gewöhnt. Immerfort wies er sie auf ungewöhnliche Höhlenformationen hin - Sintervorhänge, Excentriques und Höhlenperlen. Manchmal machte er ein finsteres Gesicht, wenn sie nicht die nötige Ehrfurcht zeigte. Sie ging zu ihm und beugte sich über ihn. Er hockte am Boden und hielt eine Blechtasse in den Händen. Sie hatte eine Beule an der Seite, der Henkel fehlte, und sie sah genauso aus wie die, welche sie bei ihren Feldflaschen mit sich führten. "Na und?", sagte sie. "Es ist keine von uns." Sie kniete sich neben ihn und nahm die Tasse. "Bist du sicher? Vielleicht hat sie jemand verloren ..." "Nein", saget er. "Sie war im Schlamm eingetrocknet. Halb vergraben. Die muss dem ersten Team gehört haben. Ich glaube, sie hatten hier für eine Nacht ihr Lager aufgeschlagen. In dieser Höhle gibt es Trinkwasser." Er zeigte auf den Bach, der mitten durch die kleine Höhle floss. "Und schau dir an, wie zertrampelt der Lehm hier ist. Ich wette, wenn wir nur richtig suchten, würden wir noch weitere Überreste ihres Biwaks finden." "Ich glaube, du hast recht." Sie seufzte. Seitdem sie gestern zum letzten Mal zum Ausgangspunkt zurückgekehrt waren, hatten sie keine Anzeichen des ersten Teams entdeckt. ...
°°°°°°°° FAZIT °°°°°°°°
Wie schon die beiden Romane MISSION ARKTIS und DAS BLUT DES TEUFELS des selben Autoren, so habe ich auch SUB TERRA durchaus nicht ungern gelesen und kann den Roman somit auch guten Gewissens empfehlen. Diverse Mängel (siehe hierzu meine Ausführungen) verhindern eine sehr gute Wertung und so lautet mein Urteil hier letztendlich GUT !
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
Mehr über dieses Produkt lesen
Verwandte Tags für Sub Terra / James Rollins
|
|
26.08.2006 15:12
Danke für den ausführlichen Bericht, und der gründlich recherchierten Meinung. Finetta
03.08.2006 15:28
wieder etwas spät aber ich arbeite grad wieder mal meine infomails der letzten tage ab!! vergessen tue ich bestimmt niemanden ;-) liebe grüsse, sandra
27.07.2006 00:34
Die Beschreibung deutet darauf hin das der Autor hofft aus Hollywood zu hören, daher _muss_ Action drin sein. Dein Bericht ist eigentlich sehr schön zu lesen, nur einen Satz müsstest Du evtl. erläutern: "die sich allerdings im von den saurierartigen Kreaturen überrannt wurde ... " Der Schlusssatz der Story erschließt sich nicht sofort, kann es sein dass Du den mal geändert hast?