Fahrzeugbewertung des Autors:
| Pro: |
ausgezeichnete Zuverlässigket, spektakulärer Motor, wundervolle Strassenlage |
| Kontra: |
Koferraum könnte größer sein . . . |
EINEN BOXER? SO WIE IM KÄFER???
Ja. Ja…. Mein Opa lebte noch, als ich mir meinen Subaru kaufte. Einen 1.6er Impreza Sportkombi.
Der Wagen war Baujahr 1993, also das erste Jahr, in dem Subaru den Impreza auf dem Markt hatte. Und er hatte die extrem uncoole Farbe WEISS – ich hasste diese Farbe – dennoch hatte er eine erstaunlich komplette Ausstattung, die sogar eine nachgerüstete Klimaanlage umfasste.
Und natürlich hatte er Allradantrieb – wie eben alle Subarus in Deutschland – und eben jenen Boxer, der meinen Opa so sehr verwunderte.
Da humpelte er – der in zwei Weltkriegen gedient hatte – um den Wagen herum und murmelte kopfschüttelnd „….Boxer…. mh…. Käfer… hm… Subaru - - bestimmt wieder die Schlitzaugen….“
Zu diesem Zeitpunkt konnte keiner ahnen, welchen Virus dieser Wagen in unserer Familie ausläsen sollte….
Aber von vorne.
Allrader hatten in unserer Familie immer schon eine gewisse Rolle gespielt. Ich war gerade 8 Jahre alt, als der Audi 80 als Quattro. Also mit Allradantrieb erschien. Es dauerte kein halbes Jahr, bis mein Vater einen kaufte. Mein Vater nämlich musste jeden Morgen über den großen Feldberg fahren – eine Gegend, in der rund 13 Monate im Jahr Winter ist.
Ich machte meinen Führerschein anno 92 – und wie der Teufel wollte, musste ich die selbe Strecke zur Arbeit fahren.
Das erledigte ich zunächst mit einem ziemlich vermoderten Golf, wie wohl jeder Fahranfänger – doch dann, ´95, kam der Subaru auf den Plan.
Eigentlich hätte ich mir keinen so neuen Wagen leisten können – aber, obwohl kaum 3 Jahre alt und eben mit dieser sensationellen Klimaanlage ausgestattet, damals noch sehr sehr unüblich, hatte dieser Wagen doc tatsächlich stattliche 211.000 Kilometer drauf und vier Dellen – in jedem Kotflügel eine – was ihn erschwinglich machte.
Der Impreza ist ein Wagen, in dem man sch sofort wohl fühlt.
Die Sitzposition ist eher für Leute bis 1,80 ~ 1,82 gemacht – Japaner sind nicht die größten. Mir mit 1,79 kommt das eher entgegen.
Alles sitzt, passt, wackelt und hat Luft, wie mein Opa zu sagen pflegte – und zwar im positiven Sinne. Wer einmal im Impreza platz genommen hat, mag so schnell nicht mehr aussteigen.
Warum?
Da ist zunächst einmal die Übersichtlichkeit. Der Wagen ist nur unwesentlich länger als ein 3er Golf, jedoch entschieden übersichtlicher geschnitten, als der Golf, zumal durch die entschieden schmalere Säule hinten.
Und dann natürlich die Dinge, die einen Subaru unverwechselbar machen.
Da ist einmal schon beim Einstieg die rahmenlose Tür, die also oben quasi mit der Scheibe endet. Speziell im Sommer, wenn man die Scheibe runterlässt, kommt das sehr sportlich.
Und natürlich: der Boxermotor!
Wer meint, 90PS seien wenig oder gar ZU wenig, ist noch nie einen Subaru Impreza gefahren. Ich hatte damals mehrere Kumpels , die Golf GTIs und ähnliche Schleudern mit deutlich mehr PS hatten oder di kleineren 3er BMWs mit 100 oder 113 PS, die allesamt neidisch auf den Impreza waren – denn: der Boxer hat ein unfassbares Drehvermögen, das wirklich turbinenartig ist und von 1200 bis 7000 ununterbrochen durchzieht und permanent linear Kraft liefert.
Ich war davon selbst erstaunt – mein deutlich leichterer Golf II hatte 1.8 Liter und 90PS gehabt und keinen Allrader zu schleppen – dennoch ging der Impreza subjektiv besser zur Sache.
Hinzu kommt: vier angetriebene Räder bringen – speziell in Verbindung mit dem wunderbar tief montierten flachen Boxermotor – die Kraft jederzeit auch auf die Strasse – erst Recht dann, wenn meine Kumpels mit ihren 318ern heckgetrieben und panisch durch nasse oder verschneite Kurven schlichen und ich mit dem permanenten Allradantrieb so richtig aufdrehen konnte.
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Da kommt die wahre Freude auf.
Und das alles wird beim kleinen 1.6er Impreza nicht einmal an der Zapfsäule bezahlt. 9 Liter sind die Regel – Drehzahlen hin oder her.
Ich fuhr den Wagen tatsächlich bis er satte 291000 Kilometer auf der Uhr hatten – in Worten: ZWEIHUNDERTEINUNDNEUNZIGTAUSEND – das alles ohne größere Reparaturen.
Angenehm dabei jederzeit: die faszinierende Straßenlage, der ausgezeichnete Komfort, der phänomenal drehende Motor – und die eben die unfassbare Zuverlässigkeit des Wagens, gepaart mit dem Turbinenartigen Geräusch.
Das einzige Manko des ersten Impreza ist der Kofferraum, der eines Kombis nicht so ganz würdig ist. Er ist zwar gut zu beladen und umgeklappt auch gar nicht so klein – in seiner Netto-Fassung mit stehender Rückbank jedoch ist er eigentlich nur unwesentlich größer als der eines Golfs
Nach 291000 Kilometern wurde mir der Wagen in Amsterdam tatsächlich geklaut – unfassbar.
Ich hätte ihn sicher noch länger gefahren. Vermutlich fährt ihn heute noch irgendein Dealer…
Aber eins war klar geworden in dieser Zeit: ich wollte nie mehr etwas anderes fahren als einen Subaru – und nicht nur das: der Wagen hatte uns so gute Dienste geleistet, dass auch meine Mutter auf einen Impreza umgestiegen war und selbst mein Vater, der 13 Jahre Audi hinter sich hatte, sich einen Legacy geleistet hatte – und da sollte erst der Anfang sein….