Kletter-Mäxchen fürs kleinste Budget
27.06.2002
Pro:
Preis, Allrad, Haltbarkeit,
Kontra:
Design
Empfehlenswert:
Ja
 wofzock
Über sich:
Mitglied seit:13.04.2002
Erfahrungsberichte:7
Vertrauende:16
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 73 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Eine Bekannte hat ihn schon seit über fünf Jahre und ist hell auf begeistert und ich wusste nie warum so ein billigst Auto begeistern kann, zumal das Design überhaupt nicht zusagt. Er hat keine elektrischen Spielereien und keine besondere Ausstattung, aber Allrad hat das Ding, dies machte ihn für mich doch noch interessant, zumal der Preis für einen Allradler unschlagbar ist. Also fragte ich mal, ob ich dieses sonderbare Vehicle einmal ausborgen kann. Dies war kein Problem, weil meine Bekannte mehrere Kleinwaagen hat (3). Also bekam ich ihn gleich für eine ganze Woche: Das Motto lautet: Trendy sein und Allrad fahren! Diesem Zeitgeist folgend, geben viele Käufer einen Batzen Geld aus, nur um vierrad-getrieben zum Shopping oder zum Sushi-Restaurant gondeln zu können. Meine Bekannte aber benötigt Allrad aber wegen ihrem entlegenen Bergwohnsitz. Die Autohersteller schüren diese Lust am Allrad mit immer luxuriöseren und teureren Sport Utility Vehicles und Geländewagen. Wer die Kohle dafür nicht hat und auf Allrad trotzdem nicht verzichten kann, kommt in die Bredouille. Denn die Modellauswahl in der Low-Budget-Klasse ist dünn. Die Alternativen in der 4x4 Kleinwaagenliga (ca. € 13.000.-) kann man an einer Hand abzählen. Seit 5 Jahren hat meine Bekannte nun schon den Kleinen und ich war oft schon erstaunt wo sie damit überall schon hoch kam. Als Beifaherer bekommt man direkt schon Angst. Aber schluss damit. Jetzt sitz ich am Steuer. Karosserie, Raum **************** Schon der erste Blick verräts: Der Justy ist der eineiige Zwilling des Suzuki Swift. Bis auf den Allrad-Antrieb, den es im Suzuki nicht gibt, sind beide Autos nämlich absolut ident. Das nennt man Technikaustausch aus kostengründen. Die vorderen Plätze einmal ausgenommen, herrscht im Justy Platznot. Denn selbst wenn der Fünftürer im Vergleich zum Dreitürer einen um 10 cm längeren Radstand besitzt, so kann man den Rücksitz auf längeren Fahrten höchstens den Zwutschgerln zumuten. Mich würd interessieren was dann erst im Dreitürer los ist. Eng geht's auch im Kofferraum her. Das hintere Achdifferenzial beschneidet das Packvolumen auf 143 Liter, was schon den Tranport eines mittleren Koffers zum Problem macht. Das die 50:50 geteilte Rücksitzlehne im Handumdrehen noch vorklappt, ist letztlich auch nur ein schwacher Trost. Denn selbst mit dem maximalen Ladevolumen von 358 Liter machen weder Kleinfamilien noch Waldarbeiter grosse Sprünge.
Ausstattung *********** Zuerst die gute Nachricht: Der Justy ist ein all-inclusive-Angebot mit elektrischen Fensterhebern (nur vorne), Alufelgen, Zentralverriegelung, Nebelscheinwerfern, Fahrer- und Beifahrer-Airbag. Ein ziger Aufpreisposten ist die Metallic-Lackierung (€220,-). Jetzt die schlechte Botschaft: Das wars! Diesem Inklusiv-Paket fehlen etliche moderne Standards. ABS oder Seitenairbags gibts nicht einmal gegen Aufpreis. Und die Klimaanlage kann man sich höchtens als Sonderzubehör noch nachträglich einbauen lassen. Aber andererseits: Wo nicht zu viel drinnen ist, kann auch nicht so viel kaputt gehen! Seine positiven Seiten besitzt auch der inzwischen sehr altbacken aussehende Inneraum: Die Instrumente sind übersichtlich geordnet. Und die Verarbeitung offenbarte sich bisher als tadellos und solid. Strassenlage, Komfort: ********************** Dass die an sich angenehm straffen Sitz zu kurze Schenkelauflagen bieten und nicht geschmackssicher gemustert sind, zählt in diesem Kapitel nur nebenbei. Viel mehr wiegt die fast nicht enden wollende Traktion des Antriebes. Wie ein Maulwurf durch Erde, so änlich wühlt sich der Justy durch Schlamm und Schnee. Eine Viskokupplung wacht darüber, das die Antriebskraft nach und nach auf die Hinterräder wandert, sobald die Vorderräder durchdrehen. Natürlich ist der Justy schon alleine durch die geringe Bodenfreiheit von rund 15cm von einem Geländewaagen meilenweit entfernt. Er ist und bleibt ein stramm gefederter Pkw, der sich neben seiner Forstweg-Eignung auch durch sein absolut spursicheres und weitgehend neutrales Fahrverhalten aus asphaltierter Strasse auszeichnet. Grund zum Tadel liefert im grossen und ganzen nur das fehlende ABS. Ist aber eine besondere Erfahrung für mich gewesen.
Motor, Getreibe: **************** Unter der Haube werkt ein 63 kW (85PS) starker Benziner. Wohlgemerkt:Es handeld sich um einen Reihenmotor, der auch den Suzuki Swift befeuert und nicht, wie bei Subarus anderen Modellen üblich-um einen Boxer. Zwar ist das maximale Drehmoment mit 106 Nm nicht gerade monumental, aber ordentlich auf Touren gebracht - sprich: bei Drehzahlen über 3.500 U/min - bewegt sich der Justy im Alltag dennoch spritziggenug. An der Fünfgng Schaltung gibts nichts zu meckern. Der bisherige Spritkonsum (7,6 l/100 km) könnte niedriger sein. Alles in allem kann ich meine Bekannte verstehen. Selbst wenn Ausstattung, Platzangebot und Design nicht mehr ganz up-to-date sind - der Justy überzeugt als erschwinglicher Allradler, dem kein Weg zu steil und kein Wetter zu schlecht ist, schliesslich benötigt meine Bekannte ihn auch aus diesem Grund.
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25.03.2006 21:33
schoener Bericht. Bin selbst Justy-Fahrer (3-tuerig allerdings) und kann dem meisten zustimmen - vor allem dem kleinen Kofferraum und dem doch etwas hoeheren Sprittverbrauch von ueber 7 Litern (egal, wie sachte man damit faehrt). Das Platzangebot ist auch im 3tuerer hinten "sehr eng" und eher was fuer Kinderbeine. Zum Thema ABS: Ich habe mir vom Subaru-Haendler sagen lassen, dass alle "weissen" Justy's kein ABS ab Werk hatten aber alle "bunten" dort dann auch gleich damit ausgeruestet werden (solange sie auch als "farbiges Auto" gekauft werden und nicht nachtraeglich lackiert wurden) - also vor Kauf erstmal in den Schein schauen. Bissl negativ ist mir inzwischen (nach 5 Jahren) der marode Auspuff aufgestossen, der sich regelmaessig mit Loechern meldet [scheinbar bewusst billiges Blech]. Die Reperatur (der Ersatz) ist dann recht teuer, da kaum Fremdherrsteller derartiges anbieten. Auch dass das Hitzeschutzblech um den Kat nach einer gewissen Zeit anfaengt zu klappern, ist wohl bei Subaru-Haendlern bekannt und wurde bei mir unkompliziert kostenfrei gleich dort wieder angeschweisst ... die Halterungen sind wohl zu duenn konstruiert. Positiv ist allerdings, wenn man es weiss, dass die Ersatzteile von Suzuki 1:1 uebernommen werden koennen und dabei im Einkauf auch deutlich guenstiger sind, als die "Subaru"-Teile [welche sich meist eh nur durch einen Subaru-Aufkleber davon unterscheiden] - Stoesst man die Werkstatt (auch die Subaru-eigene) auf diese Tatsache an, werden Reperaturen auch merkbar guenstiger [60%-70% vom Subarupreis].
10.09.2002 19:34
Ich fahre seit 1994 einen Justy (Baujahr 1993). Der hat noch weniger Komfort, trotzdem möchte ich ihn nicht missen. Bin gerade beim Überlegen, ob ich mir einen Neuwagen zulege. LG Gela
03.07.2002 10:56
Sehr detaillierter Bericht. Gruß Andrea