Sogar den Legacy gibts als Modell "Montag"
07.01.2002
Pro:
Edel, geräumig, flott, sicher, Allrad
Kontra:
schlechter Kundenservice, viele kleine Mängel
Empfehlenswert:
Ja
 Weserspucker
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:64
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 34 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ich als treuer Subaru-Fahrer sollte jetzt eigentlich einen durchweg positiven Bericht über den Legacy, das Top-Modell von Subaru, schreiben. Doch in Anbetracht des Ärgers, den wir bereits damit hatten, kann ich das leider nicht. Es soll beginnen: Der Subaru Legacy GL in der 2.0-Liter Variante wurde abgeholt. Der GL verfügt serienmäßig über alles, was ein Autofahrer braucht, so beispielsweise vier Airbags, Klimaautomatik, Rundum-Aufprallschutz und variabel verstellbare Sitze mit Lendenschutz. Das Holzdekor am Armaturenbrett hätte man allerdings besser weggelassen. Auf den ersten Blick erkennt man, dass es sich hierbei um eine billige Plastikimitation handelt. Der Rest des Innenraums ist jedoch akzeptabel verarbeitet. Bei unserem Modell nervt, dass ständig etwas in der hinteren rechten Tür klappert, wenn's etwas unebener wird. Die Klimaautomatik ist sehr leicht zu bedienen. Mit wenigen Knöpfen hat man schnell die Heizung reguliert, die Gradzahl eingestellt (per Rändelrad) oder auch die Außentemperatur erfahren. Die Bedienung ist von daher tadellos.
Die Sitze sind sehr bequem und vermitteln einen guten Seitenhalt. Die Verstellung hat mich allerdings nicht selten in den blanken Wahnsinn getrieben. Im heutigen Zeitalter sind Höhenverstellungen, bei dem man zwei Rädchen drehen muss, an denen man sich die Finger bricht, einfach nicht akzeptabel. Es gibt die Möglichkeit, zum einen den Hintern, zum anderen die Oberschenkel zu heben oder zu senken. Beides wird mit Rädchen ausgeführt. Da man quasi sein eigenes Körpergewicht hebt, fällt das ungemein schwer und geht an die Sehnen. Hat man die Sitzposition dann doch mal erreicht, sitzt man auch wirklich gut. Das Handschuhfach ist durchschnittlich, aber beleuchtet. Die Lampe geht allerdings nur an, wenn auch das Fahrtlicht an ist. Die Fensterheber (serienmäßig vorn UND hinten) verfügen über eine Zentralsperre, gehen jedoch nur bei eingeschalteter Zündung. Der Fensterheberschalter für die Fahrertür ist beleuchtet, der Rest muss tasten. Aber sie sind ja auch leicht zu finden.
Die Türen sind rahmenlos. Trotzdem ist die in die Tür eingelassene Scheibe sehr stabil. Abbrechen kann man eigentlich nichts so schnell. Ein bisschen blöd wird's nur, wenn man es eilig hat. Denn die Scheibe der Fahrertür verläuft nach hinten etwas winkelig, so dass man bei halboffener Tür leicht dagegenrennt und sie sich in die Magengegend rammt. Aua - das tut weh und verdaut das Mittagessen auf die etwas andere Art. Also aufpassen! Der 2.0-Liter-Motor mit 125 PS ist laufruhig und brav wie ein Lamm, wird über 4000 Touren jedoch zur aggressiven Bestie. Da kommen selbst bei einem schweren Kombi wie dem Legacy sportliche Ambitionen auf. Der Boxermotor, stets in allen Subaru-Modellen eingebaut, gibt sich dabei mit an die 13 Liter Super recht durstig. Der Tank fasst jedoch knapp 60 Liter und ist damit auch für längere Fahrten ausgelegt. Der permanente Allrad tut sein übriges. Mit Allrad fahren im Winter ist (jeder Subaru-Fahrer kennt das) eine Freude. Es gibt keine durchdrehenden Räder und keine Traktionsprobleme, deswegen kann auf ESP guten Gewissens verzichtet werden. Und sollte der Schnee noch zu hoch sein, gibt es eine Getriebeuntersetzung. So laufen alle Gänge zwar langsamer, entwickeln dafür aber mehr Durchzugskraft. Die Kraftverteilung wird dabei immer auf das am benachteiligtste Rad geregelt, damit das, was gerade durchdreht, schnellstmöglich wieder Grip erhält.
Soweit so gut, der Legacy ist schon ein höchst edler Schlitten. Doch unser Montagsauto zeigte uns schnell, wo der Hammer hängt. Es begann mit der Funkfernbedienung für die Zentralverrieglung, die bereits nach wenigen Wochen nach Kauf des Fahrzeugs streikte. Da die Händler und Subaru selbst natürlich einsparen wollen, wo es nur eben geht und das selbstverständlich nur auf Kosten der Kunden, wurde zunächst tausendmal vergeblich versucht, das Dingen zu reparieren. Dass es jetzt langsam mal Zeit wird, einen neuen Schlüssel zu bestellen, darauf kam der Händler erst nach längerer Zeit. Fast ein HALBES JAHR später kam dann tatsächlich aus Japan mal ein Schlüssel geflogen und siehe da: er ging! Welch Wunder. Dass dann mal eine Sicherung kaputtgehen kann ohne Grund, ist ja noch ok, schließlich hat jeder Neuwagen irgendwo Macken. Dass aber gleich schon Bremsklötze fällig waren (Quietschen der Bremsen), machte stutzig. Die Bremsen quietschen heute noch, kriegt anscheinend niemand in den Griff. Die Kupplung macht beim Einkuppeln vom vierten in den fünften Gang derartige Kratzgeräusche dass man meint, das Getriebe fliege einen um die Ohren. Außerdem löste sich die Gummidichtung einer Scheibenspritzdüse. Ach ja: Die Kratzgeräusche kriegt auch niemand hin. Dann hat mal eine zeitlang ohne Grund die Abgas-Warnleuchte aufgeblinkt. Diese leuchtet auf, wenn ein Fehler in der Abgasreinigung auftrat. Komischerweise wurde nie ein Fehler gefunden. Irgendwann jedoch hatte es die Leuchte dann satt und ging wieder aus - bis heute. Seitdem ist erstmal wieder Ruhe im Karton.
Auch die billigen und schlampig gearbeiteten Bosch-Zigarettenanzünder dienten nur als Zierde - sie wurden bereits ausgetauscht, und zwar in mehreren Legacy-Modellen (laut Händleraussage). Bei einem Anruf bei Subaru Deutschland aufgrund einer Beschwerde wegen mangelhaften Kundenservices wurde mir gesagt ... na? schon erraten? ..... RICHTIG - ich soll mich an meinen Vertragshändler wenden. Tja...soweit zum Service von Subaru Deutschland. Wenn Händler und Werksvertretung nicht weiter können, sitzt man fest - trotz drei Jahren Fahrzeuggarantie. Fazit: Alles geht, wenn der Händler mitmacht. Wenn es dann solche Trantüten sind wie im Falle meiner Großeltern (erwähnte ich schon, dass ich die ganze Zeit von ihrem Auto rede?), dann steht man ziemlich dumm da und guckt aus der Wäsche. Diese Werberei nach dem Motto "Subaru hat ja eine der besten Händlernetze überhaupt und blabla" ist nicht als ein Luftschloss. Es gilt, wie bei jeder Automarke: Immer skeptisch sein, bevor Sie einem Händler Ihr Vertrauen aussprechen. Da bin ich froh, dass ich solch einen Händler gefunden haben. Nur meine Großeltern nicht.
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07.01.2002 23:06
Meine Schwiegereltern schwören auf Subaru. Meine Schwiegermutter fährt einen Justy als Zweitwagen, weil er sparsam und klein und wendig ist und Schwiegervater wird demnächst seinen Mercedes gegen einen Subaru umsetzen, da er von Schwiegermutters Justy begeistert ist. Da es aber das Hauptfahrzeug ist, wird dieser dann etliches größer ausfallen. Grüße von Sylvia, die übrigens Ford fährt