Therapiebericht Alkoholismus

4  15.06.2005

Pro:
für Ergoschüler super

Kontra:
sehr langer und umfangreicher Bericht

Empfehlenswert: Ja 

sillycow

Über sich:

Mitglied seit:07.07.2000

Erfahrungsberichte:26

Vertrauende:6

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Hallo zusammen,

hier der zweite Teil von mir zum Thema Alkoholismus. Diesmal der Befund und die Thrapie.
Viel Spass beim Lesen.


ET Assessment / Befunderhebungsverfahren

1.1 Erstkontakt bzw. Erstgespräch bei Übernahme des Klienten als Berichtsklient

Erstkontakt und äußeres Erscheinungsbild
Ich lernte Herrn X am dritten Tag meines Praktikums kennen. Er kam an diesem Tag zum ersten mal in die Holzwerkstatt zur Arbeitstherapie. Er trug eine Jeans und einen dunkelblauen Fleecepullover. Ich wurde ihm als Praktikantin vorgestellt, worauf er lächelnd kurz "Hallo" sagte, und dann in Begleitung von Herrn J. (Mitarbeiter) einen Rundgang in der Werkhalle machte. Wieder zurück, schaute er sich ausgiebig in der Werkstatt um, und fragte ziemlich schnell, was er als erstes machen solle. Ich gab ihm ein Werkstück zum Raspeln und er begann sofort mit der Arbeit. An diesem Tag hatte Herr X. nur wenig Kontakt zur Gruppe und wirkte unsicher. Weitere Einzelheiten vom Erstkontakt kann ich nicht berichten, da ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, dass Herr X. mein Sichtstundenpatient ist und noch weitere 6 Patienten in der Holzwerkstatt arbeiteten.

Herr X ist ca. 1,75 groß, sehr schlank, hat blau-graue Augen und trägt einen Oberlippenbart. Sein Haar hat eine rotblonde Färbung und sieht meist zerwuselt aus. Seine Schultern und sein Kopf sind leicht nach vorne gebeugt. Seine Hände sehen ungepflegt aus. Die Nägel sind eingerissen und unter den Fingernägeln ist meist Schmutz. Die Fingerkuppen des Mittel- und Zeigefingers der rechten Hand sind vom Rauchen gelb verfärbt.

Erstgespräch

Datum: 15.11.2004 Uhrzeit: 13:00 Uhr

Ungefähr eine Woche zuvor fragte mein Anleiter Herrn X. ob er sich vorstellen könnte mein Sichtstundenpatient zu sein. Er sagte sofort zu "Klar, können wir machen"
Ich teilte Herrn X. das Datum und die Uhrzeit mit und sagte ihm, dass ich ihm den Raum noch benennen würde, da ich noch nicht genau weiß, welcher frei ist.
Am Tag des Erstgespräches treffe ich Herr X. ca. 10 min. vor vereinbarter Zeit im Raucherpausenraum. Ich begrüße ihn kurz mit einem freundlichen "Hallo" und teile ihm mit, das wir in den Büroraum gehen, wo auch der Ausstellungsraum ist. "Okay" sagte er "ich komme dann gleich, ich rauch nur noch auf".
Ich wählte einen kleinen, kaum genutzten Büroraum, der durch zwei Türen, von der Werkhalle getrennt war. Auf Wunsch von Herrn X. besorgte ich einen Aschenbecher. Außerdem kochte ich uns Kaffee und brachte ein paar Kekse mit. Ich hatte den Tisch gerade fertig gedeckt, da klopfte Herr X. auch schon an die Tür. Es war genau 13 Uhr. Er lächelte und schien sich sichtlich zu freuen, dass er nicht nur rauchen durfte, sondern dass es auch Kaffee gab. Ich bat ihn mir schräg gegenüber Platz zu nehmen und schenkte uns Kaffee ein. Herr X. wirkte unsicher und rutschte auf seinem Sessel hin und her. Ich bot ihm Kekse an, die er aber ablehnte, da er am Tag vorher einen Zahn gezogen bekam. Daraufhin stellte ich die Kekse an die Seite.
Ich erläuterte Herrn X. noch mal die wichtigsten Aspekte, was es bedeutete "Sichtstundenpatient" zu sein. Ich versicherte ihm, dass auch ich der Schweigepflicht unterliege, und das alles was er mir erzählt streng vertraulich behandelt wird. Außerdem gebe ich ihm zu verstehen, dass er nur auf Fragen antworten muss, auf die er auch antworten möchte und das es kein Problem ist, wenn er nicht antworten will. Zunächst erläuterte ich Herrn X. dass unser Gespräch ca. 45 min. dauern würde und wir einigten uns darauf, dass falls ich noch weitere Fragen haben würde, ich ihn später in einer der nächsten Therapieeinheiten noch mal ansprechen würde. Herr X. saß nun entspannter und rührte seinen Kaffee langsam um.
Zunächst erzählte ich ihm, dass ich seinen Krankenakte noch nicht gelesen hätte, da ich zu erst ihn ein bisschen besser kennenlernt möchte. Er lächelte daraufhin und sagte "Na dann mal los".
Als erstes fragte ich Herrn X. wie es ihm denn momentan gehen würde und wie er seine momentan Lage einschätze. Er bestätigte meinen Eindruck, dass es ihm recht gut geht und dass er ganz gut zurechtkommt mit der Situation nichts zu trinken. Ihm fehle auch nichts. Und er wisse genau, das es um viel geht, und das er in Zukunft keinen Alkohol mehr anrühren dürfte. Auch mit dem Essen müsse man aufpassen, selbst in einer Milchschnitte wäre heute Alkohohl drin.
Ganz von allein erzählt er mir von seiner Frau und seinen Kindern, dass er eingesehen hat, dass es wohl besser so ist allein zu wohnen, und dass er sich jetzt erst mal um sich selber kümmern muss.
Wir unterhalten uns über seine Hobbies und Freizeitgestaltung.
Auf meine Frage, ob ihm die Therapie Spaß macht und wie er die Arbeit in der Holzwerkstatt empfindet, antwortet er, das er schon immer mal mit Holz arbeiten wollte. Bisher kannte er nur Metall, und da muss man immer ganz genau mit arbeiten und mit Holz könnte man ja soviel machen. Und er würde gern ein paar Sachen ausprobieren. Ich sichere ihm zu, dass das kein Problem sei. Auf die Frage, ob er das Gefühl hat, dass ihm die Therapie was bringt, sagt er wie aus der Pistole geschossen, dass die Therapie für ihn sehr wichtig ist, und dass er es nur so schaffen kann. Das wisse er auch. Und er ist froh, das er nicht stationär in der Klinik ist, sondern jeden Tag nach Hause kann. Bisher habe er nur Gruppengespräche gehabt, aber für Freitag habe er einen Termin mit Frau H. seiner Sozialarbeiterin. Außerdem erzählt er mir, das im Zuge der Therapie auch der eigene Lebenslauf aufgearbeitet werden müsse. Er habe aber noch nicht damit angefangen, das käme erst später. Für mich war das eine gute Überleitung und ich bat ihn mir sein Leben kurz zu beschreiben. Er berichtete von seinen bisherigen beruflichen Tätigkeiten und dem Stress, den er während der Selbständigkeit hatte.
Ich frage ihn, ob er darin die Ursache für seine Alkoholabhängigkeit sieht, worauf er nur kurz sagte, dass das wahrscheinlich nicht nur daran läge, er habe aber keine Ahnung. Mir fiel auf, das Herr X. kein Wort über seine Kindheit verloren hatte und fragte ihn, wie diese denn gewesen sei. Daraufhin greift er nach seinem Kaffee, nimmt einen Schluck aus der Tasse und zündet sich eine Zigarette an. Nach einer kurzen Pause erzählt Herr X. das seine Kindheit auch nicht so toll gewesen sei. Er berichtet vom Tod seines Vaters. Woran genau er gestorben ist, kann er sich nicht mehr erinnern. Auch seine Schwester, die mit im Krankenwagen gesessen hatte, weiß das nicht mehr, nur noch, das es wohl keinen Sauerstoff mehr im Wagen gab. Ein Jahr später sei dann seine Mutter verstorben. Vom Tod seiner Mutter berichtet er: "Sie hat es wohl ohne meinen Vater nicht ausgehalten. Eines Morgens lag sie Tod in meinem Arm. Vielleicht habe ich sie ja erdrückt. Wer weiß, wenn meine Kinder manchmal rumtoben, denke ich dass das ja sehr schnell gehen kann." Ich merke, das ihm das Thema nicht angenehm ist und gehe nicht weiter darauf ein.
Ich erkläre ihm, dass unsere Zeit so gut wie abgelaufen sei. Er guckt ganz erschrocken auf die Uhr. "Oh, das hätte ich nicht gedacht". Abschließend frage ich ihn, was er gern erreichen möchte, was seine Ziele sind. Er gibt an, dass er hofft, die Therapie durchzuhalten, so dass er wieder zurück in seinen Job kann. Und vielleicht würde sich ja die Betziehung zu seiner Frau bessern und sie könnten wieder eine Familie sein.
Abschließend bedankte ich mich bei ihm für das Gespräch und dass er so offen zu mir war. Ich verabredete mit ihm, das er zunächst sein Werkstück fertig stellt und ich ihn anschließend an der Dekupiersäge einarbeite.

Resümee des Erstgesprächs
Die Atmosphäre während des Gespräches war ruhig und frei von Störungen. Die anfängliche Unsicherheit von Herr X. legte sich schnell und ich hatte insgesamt nicht das Gefühl, dass sich Herr X. unwohl fühlte. Das Gespräch fand bewusst nicht in der Holzwerkstatt statt. Ich wählte einen anderen Raum, da wir dort ungestört waren und Herr X. dort auch rauchen konnte. Der von mir gekochte Kaffee und auch die Plätzchen, auch wenn sie nicht von ihm gegessen wurden, sollten ihm zeigen, dass meine Aufmerksamkeit für diese Zeit nur auf ihn richtete.
Auch das ich die Krankenakte nicht vorher gelesen hatte, war so beabsichtigt. So konnte ich meiner Meinung nach schnell das Vertrauen von Herrn X. gewinnen, indem ich mir zu aller erst einmal von ihm seine "Geschichte" anhörte. Ich machte aus diesem Grund auch während der Unterhaltung keine Notizen um den harmonischen Verlauf nicht unterbrechen zu müssen, um etwas aufzuschreiben. Ich empfand es aber im Nachhinein als schwierig das gesamte Gespräch zu rekonstruieren.
Insgesamt hatte ich nicht den Eindruck, dass sich Herr X. nicht unwohl fühlte. Seine Körperhaltung war aufgeschlossen, er konnte die ganze Zeit über den Blickkontakt halten und er lächelte des öfteren. Er beantwortete meine Fragen und ich erhielt den Eindruck, das er sich seiner Situation bewusst ist. Manchmal wurde ich allerdings auch das Gefühl nicht los, das er genau wusste was er sagen "sollte", wenn es auf den Alkoholismus zu sprechen kam, beispielsweise das er nicht gesund werden könne, sondern lediglich trocken und das die Therapie so wichtig für ihn ist.
Mit dem inhaltlichen Verlauf der Unterhaltung bin ich recht zufrieden. Ich hatte mir vorher überlegt, was ich Herrn X. fragen wollte, und schaffte es auch diese Aspekte in das Gespräch einzubringen. Eine genaue Reihenfolge hatte ich mir dabei nicht vorgegeben, sondern ich wollte in der richtigen Situation die Dinge aufgreifen, was mir auch zum größten Teil gelungen ist.


1.2 Motorisch-funktioneller Befund

Körperliche Belastungsfähigkeit (Konstitution, Kondition)
Herr X. arbeitet während der Therapieeinheiten kontinuierlich, ausdauernd und ohne Pausen. Während des Schleifens oder Sägens von verschiedenen Werkstücken (15 - 20 min) gerät Herr X. nicht ins Schwitzen oder bekommt einen roten Kopf.

Händigkeit:
Herr X. schreibt, werkt und bastelt überwiegend mit rechts, wenn es bei einer Arbeit verlangt wird, beide Hände einzusetzen, tut er dieses. Zur Zeit arbeitet er an einem Puppenwagen, dabei hält er das Werkstück mit der linken Hand fest und schleift es mit der rechten.

Koordination:

Feinmotorische Geschicklichkeit:
Als Herr X. sich eine Zeichnung für den Puppenwagen anfertigt, hat er Schwierigkeiten das Lineal anzulegen. Mit der rechten Hand hält er das eine Ende des Lineals fest und mit der anderen Hand versucht er das Lineal auszurichten. Aufgrund eines Tremors gelingt ihm das nur mit Mühe.
Hand-Hand Koordination
Herr X. dreht sich seine Zigaretten mittels losem Tabak und den dafür vorgesehenen Blättchen selbst.
Hand-Auge Koordination
An der Dekupiersäge sägt Herr X. die auf Sperrholz aufgezeichneten Figuren ohne Probleme aus.
Besondere Auffälligkeiten, Einschränkungen
Außer einem leichten Tremor konnte ich keinen weiteren Einschränkungen feststellen.

Psychomotorik
Herr X. steht meist mit runden Rücken. Seine Schultern sind nach vorn gesenkt. Insgesamt macht er einen eher hypotonen Eindruck. Auch wenn er sitzt, nimmt er eine bequeme, lässige Körperhaltung ein. Sein Gang ist unauffällig. Er läuft mit mittelgroßen Schritten und seine Arme schwingen mit. Wenn er ein Werkstück schleift, bewegt er seine Hand gleichmäßig hin und her.
Wenn Herr X. Herrn Tadsen etwas fragt, geht er mit noch stärker gesenkten Schultern und mit gesenktem Blick auf ihn zu.

1.3 Sensorisch-perceptiver Befund

In diesem Bereich konnte ich keine Auffälligkeiten bei Herrn X. feststellen. Als ich ihm sage, dass er für das Schleifen erst das grobe, dann das feine Schleifpapier verwenden soll, tat er dieses ohne Probleme. Wenn er bei einer Zeichnung die klein gedruckten Sätze bzw. Zahlen an Zeichnungen ließt, setzt er seine Brille auf.

1.4 Kognitiver Befund

Orientierungsfähigkeit:
Zeitliche Orientierung:
In der Holzwerkstatt hängen die Pausenzeiten für die Patienten aus. Herr X. hält sich diese ohne das man ihn daran erinnern muss. Außerdem konnte er beim Ausfüllen der Einverständniserklärung ohne Probleme Tag, Monat und Jahr benennen.
Örtliche Orientierung:
Herr X. bekam an seinem ersten Tag in der Ergotherapie eine kurze Führung durch das Gebäude. Es wurde ihm erklärt wo sich der Pausenraum und die Toiletten befinden. Seither findet sich Herr X ohne Probleme in der Einrichtung zurecht. Er weiß außerdem wo sich die Materialen, Werkzeuge etc. befinden, die er schon einmal benutzt hat.
Personelle Orientierung:
Beim Ausfüllen der Einverständniserklärung schreibt Herr X ohne Probleme seinen Namen und seine Adresse in die dafür vorgesehenen Felder.

Sprachlogisches Verständnis inkl. Lesen:
Im sprachlogischen Verständnis sind keine Einschränkungen erkennbar. Nach dem Herrn X. das erste Mal eine Sägeblatt an der Dekupiersäge gerissen war, erkläre ich ihm, wie er das Sägeblatt wechseln muss. Am nächsten Tag reißt bei Herrn Y. das Sägeblatt. Daraufhin erklärt Herr X. in der richtigen Reihenfolge und nachvollziehbar die Arbeitsschritte zum Wechseln des Sägeblattes.

Herr X. hat keine Schwierigkeiten beim Lesen. Als ich ihn bitte, die Einverständniserklärung auszufüllen und zu unterschreiben, las er sich diese durch, füllte Name und Adresse in die entsprechenden leerstehenden Felder ein und unterschrieb sie anschließend.

Gedächtnisleistung (kurz, mittel, lang)
Als ich Herrn X. bitte mir den Zirkelkasten am Ende der Therapieeinheit wieder- zugeben, kam er nachdem er den Zirkel nicht mehr benötigte zu mir und legte den Kasten auf den Tisch.
Als ich Herrn X. an einem Montag danach frage, wie er sein Wochenende verbracht hat, erzählt er mir, dass seine Kinder zu Besuch waren und das er an seiner Wohnung gearbeitet hat.
Während des Erstgespräches kann Herr X. mir ohne Probleme seine bisherigen beruflichen Tätigkeiten nennen und auch die zeitliche Zuordnung bereitete ihm keine Probleme. So erzählte er mir das 1987/1988 bei der Bundeswehr war.

Räumliches Vorstellungsvermögen
In der Holzwerkstatt erhalten wir den Auftrag einen Puppenwagen herzustellen. Als Vorlage dient uns ein Bild aus einem Verkaufskatalog mit einer kurzen Beschreibung und den Grundmaßen. Herr X. soll deshalb bevor er mit dieser Aufgabe beginnt, sich eine Zeichnung anfertigen mit allen Abmessungen. Er beginnt den Puppenwagen zu skizzieren. Dabei nimmt er ab und zu beide Arme nach vorn und zeigt mir wie lang der Puppenwagen in etwa sein wird.

Formallogisches Verständnis
Siehe Sprachlogisches Verständnis

Umgang mit Zahlen und Rechenvorgängen
Für die Herstellung eines Puppenwagens stehen Herr X. nur ein Bild aus einem Katalog mit den Grundmaßen zur Verfügung. Ohne Probleme fertigt er eine Zeichnung mit allen benötigten Maßen an.

1.5 Psychischer Befund

Kontaktfähigkeit
Herr X. ist aufgeschlossen und unbefangen im Kontakt. Manchmal aber auch distanzlos.
Als ich Herrn X. bitte zur Therapeutin aus dem Kreativbereich rüberzugehen, um ihr die bereits fertig gestellten Einzelteile für den Engel zu geben, geht er sofort rüber. Im Zuge dessen soll Herr X. außerdem fragen, wie die Sockel für die Engel angefertigt werden sollen. Drüben angekommen sieht er, dass Frau G. (Therapeutin) gerade in ein Gespräch vertieft ist und bleibt an einem Tisch, der ca. 5 m von Frau G. entfernt ist, stehen. Er fragt eine Patientin, wo er die "Engelteile" hinlegen kann und sieht sich die dort angefertigten Arbeiten an. Erst als die Therapeutin das Gespräch beendete geht er Herr X auf sie zu und fragt bezüglich der Sockel.
Herr X. benötigt einen Forstnerbohrer zum Aussägen von Löchern an den Griffhalterungen für den Puppenwagen. Als er mich danach fragte, konnte ich ihm nicht weiterhelfen, da ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht wusste, wo sich diese befinden. Also sagte ich Herrn X., dass er sich an Herrn K. (Zivildienstleistender in der Holzwerkstatt) wenden soll. Sofort sagt er "Telefon Meister, Telefon, Telefon". Als Herr. K. daraufhin zu ihm blickte, fragte er ihn, ob er einen solchen Bohrer bekommen könnte.

Kommunikationsfähigkeit
Herr X. beteiligt sich während der Therapie an Gesprächen mit Mitpatienten und beginnt diese auch ab und an von allein. Auch während der Pause unterhält sich mit den ihm bekannten Patienten im Pausenraum.
Umgangston verschieden: Bei Mitpatienten oder dem Zivildienstleistenden spricht er mit sehr lässiger und kumpelhafter Umgangssprache, "klopf Sprüche".

Selbsteinschätzung
Herr X. soll mit meiner Hilfe einen Puppenwagen herstellen. An der Kreissäge säge ich die Grundplatten zu und bitte ihn die Rundungen mit der Bandsäge zu sägen. Daraufhin entgegnet er mir "Das kann ich aber nicht, ich hab das noch nie gemacht. Das traue ich mir nicht zu. Ich habe ihm anschließend den Umgang mit der Bandsäge genau erklärt und ihm gesagt, dass wenn man sich an die Vorsichtsmaßnahmen hält nichts passieren kann und biete ihm an, es vorher an einem kleinen Stück zu probieren.
"Nee, können Sie das nicht machen?"

Selbstwertgefühl
Herr X. hat Defizite im Selbstwertgefühl.
Als er an der Bandsäge die Rundungen aussägen soll, lehnt er dieses erst ab, weil er es sich nicht zutraut.
Herr X. und Herr Y. arbeiten an der Dekupiersäge. Als ich beide frage, wie sie so voran kommen, und ob alles in Ordnung sei, antwortet Herr X. spontan "Ja, ja alles klar. Wir sind schon fast fertig. Nur die Sockel fehlen noch. Anschließend gehe ich zu Herrn X. und Herrn Y. herüber und schaue mir ihre Arbeit an. Dabei sagt Herr X zu mir "Sie können uns ruhig loben".


Formales und inhaltliches Denken
Herr X. erklärt mir in logischer, für mich nachzuvollziehender Reihenfolge die einzelnen Arbeitsschritte die er durchführen will, um den Puppenwagen herzustellen.

Antrieb
Herr X. erscheint pünktlich zur Therapie. Anschließend richtet er sich seinen Arbeitsplatz ein und beginnt selbstständig mit der Arbeit. Er macht keine zusätzlichen Pausen.

Motivation
Herr X. kommt immer bereits 20-30 min eher in die Werkhalle, um vorher noch in Ruhe einen Kaffee zu trinken und eine zu rauchen. Anschließend nutzt er die gesamte Therapiezeit um an seinem Werkstück zu arbeiten.
Außerdem erwähnte Herr X. während des Erstgespräches, das er die Arbeit mit Metall schon sehr gut kenne, und es gut findet, jetzt auch mal mit Holz zu arbeiten. "Damit kann man soviel machen".

Affektivität und Stimmung
Wenn Herr X. in die Werkhalle kommt, steckt er meist kurz seinen Kopf durch die Tür der Holzwerkstatt und ruft freundlich "Mahlzeit"
Er lächelt sehr viel und hat einen freundlichen Gesichtsausdruck. Stimmungsschwankungen konnte ich nicht beobachten. Wenn jemand einen Scherz macht lacht er und er macht des öfteren auch selbst Scherze. Während der Sporttherapie macht er laut Aussagen der Therapeutin ab und zu den "Pausenclown".

Frustrationstoleranz
In der Manuellen Montage gilt es einen Auftrag für eine Fremdfirma zu erledigen. Herr X. soll Gummiringe auf Dachpfannennägel stecken. Während er das tut, wirft er die fertigen Nägel in den Kasten des Patienten, der ihm gegenübersitzt. Herr X. sagt, sie würden Basketball spielen. Außerdem beendet Herr X. die Therapie an diesem Nachmittag 8 Minuten früher als eigentlich vorgesehen.

Kritikfähigkeit:
Die Maße für den Puppenwagen entnahm Herr X. von einem Bild aus einem Katalog. Nachdem er sich eine Skizze mit allen Abmessungen angefertigt hat, bat er mich die Grundplatten für den Puppenwagen auszusägen. Ich stellte daraufhin die Kreissäge nach seinen Angaben ein und sägte zuerst die beiden Seitenteile. Als ich sie ihm gebe, misst er noch mal nach und stellt fest, das die Maße nicht stimmen und machte mich darauf aufmerksam. "Haben Sie eventuell die Säge nicht richtig eingestellt? Die Maße stimmen gar nicht". Anschließend kontrollierte und korrigierte ich die Einstellungen an der Kreissäge, und sägte die beiden Seitenteile noch einmal zu.

Kritisierbarkeit
Herr X. soll verschiedenen Einzelteile eines Engels an der Dekupiersäge aussägen. Er zeichnet sich alle Teile auf ein ca. 30x50 mm großes Sperrholzstück und beginnt mit dem Sägen, als ich ihn darauf hinweise, das das Stück Holz zu groß sei, und er das Sperrholzstück gleich nicht drehen kann, entgegnet er mir "Stimmt, da haben sie recht". Ich teile die Platte erst mal in 2 Teile". Anschließend geht er an die Bandsäge und teilt die Platte.


Ausdauer:
Ohne Unterbrechung sägt er 2 Hände, 2 Arme, den Kopf und die Flügel. Die Kanten und die Oberflächen schleift Herr X. von hand. Dabei macht er keine Pausen.

Konzentration:
Bei Arbeiten an der Dekupiersäge arbeitet Herr X. konzentriert und lässt sich nicht durch Maschinenlärm oder durch ein Gespräch von der Arbeit ablenken.

Entscheidungsfähigkeit
Als Herr X. gefragt wurde, ob er mein Sichtstundenpatient sein wolle, antwortete er spontan und direkt "klar, können wir machen".

Rollenverhalten
Als Herr X. das erste mal zur Therapie in die Holzwerkstatt kommt wurde ich ihm als Praktikanten vorgestellt. Seit diesem Zeitraum behandelt Herr X. mich als vollwertiges Mitglied des therapeutische Teams. Er siezt mich und spricht mich mit Nachnamen an. Herrn K. (Zivildienstleistender) dagegen spricht er meist mit "Meister" an und duzt ihn. Herr X. fragt mich um Hilfe oder Werkzeuge, auch wenn Herr Tadsen im Raum ist. Außerdem erzählt er während des Erstgesprächs von seiner Sozialarbeiterin und geht davon aus, das ich die Mitarbeiter aus anderen Klinikbereichen kenne.
Herr X. hält sich an die Regeln und Anweisungen des therapeutischen Teams. Als ich ihn zum Beispiel bitte, die fertig hergestellten Teile rüber in die Kreativwerkstatt zu bringen, geht er sofort los.

Selbstständigkeit
Herr X. richtet seinen Arbeitsplatz ein und beginnt sofort mit der Arbeit an der Dekupiersäge. Wenn Herr X. Schmirgelpapier benötigt, geht er ohne Aufforderung los und holt sich welches. Ihm vertraute Arbeiten führt er ohne nachfragen aus. Bei unvertrauten Arbeiten und bei eigenen Ideen hält er Rücksprache, beginnt dann jedoch selbständig mit der Umsetzung.

Psychische Belastungsfähigkeit
Durch die Arbeit an den Maschinen herrscht während der Therapiezeit von Herrn X. ein sehr hoher Geräuschpegel. Die Atmosphäre ist eher hektisch und unruhig, da die Patientengruppe gemessen an der Größe des Raumes groß ist. Herr X. ist aber in der Lage kontinuierlich ohne zusätzliche Pausen an der Dekupiersäge zu arbeiten

1.6 ADL-Befund

Selbstständigkeit im Bereich Hygiene
Im Bereich Hygiene sind bei Herrn X. keine Auffälligkeiten feststellbar. Seine sind eher unmodern, aber sauber und gewaschen. E hat keinen schlechten Körpergeruch und hat sich vor ca. einer Woche die Haare schneiden lassen.
Seine Nägel sind eingerissen und unter den Fingernägeln ist oft Schmutz. Die Fingerkuppen des Mittel- und Zeigefingers der rechten Hand sind gelb verfärbt. Das liegt am Rauchen von selbstgedrehten Zigaretten erklärt er mir.

Umgang mit Geld
Herr X. erzählt das er zwar nicht reich wäre, aber das sie auch mit den 4 Kindern finanziell auskommen. "Klar, große Sprünge kann man nicht machen." Ansonsten kann ich zu seinem Umgang mit Geld nichts berichten.

Einkaufen, Kochen, Waschen
In der Woche isst Herr X mittags in der Tagesklinik. Abends und am Wochenende fährt er oft zu seiner Familie und isst dort.
Außerdem erzählt er, das es zwar einen Supermarkt bei ihm in der Nähe gibt, er aber selten einkaufen geht, da er eh nicht viel brauche und eh meistens woanders isst.
Herr X. erzählt mir, das er seine Wäsche immer zu seiner Frau bringt, da er in seinem Appartement keine Waschmaschine hat. Er existiert zwar noch eine etwas ältere Waschmaschine, aber die könne er nicht bei seiner Frau abholen, da er durch den Alkohol seinen Führerschein verloren hat.

Behördengänge
Herr X. spricht Behördengänge vorher mit dem Klinikpersonal ab. So weiß ich, das er während des Aufenthalts in der Tagesklinik Zahnarzttermine hatte und diese auch wahrgenommen hat.

Freizeitverhalten
Siehe Hobbies, Interessen, Neigungen


2 Befundbewertung und Arbeitshypothese
Im sensorisch - perzeptiven Befund konnte durch meine Beobachtung ich bei Herrn X. keine Auffälligkeiten entdecken. Auch der kognitive Befund weist keinerlei Defizite auf. Herr X. besitzt ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen und kann gut mit Zahlen und Rechenaufgaben umgehen. Im motorisch-funktionellen Bereich fällt bei Herrn X. der Tremor auf, der aber laut Aussage der Ärztin von einem Medikament herrührt. Ich denke auch das der Tremor auch von der Alkoholabstinenz herkommen könnte.
Defizite und Fähigkeiten sind meiner Meinung nach vor allem im psychischen Bereich erkennbar. Mein Eindruck aus der Anamnese, dass Herr X. Defizite im Selbstvertrauen haben konnte, bestätigte auch der Beobachtungsbefund. Sein Vertrauen in seine Fähigkeiten ist meiner Meinung herabgesetzt. Möglicherweise konnte er nie Urvertrauen entwickeln. Zum einen führte meines Erachtens nach das Wiederholen der 2 Klasse dazu das bei Herrn X. Versagensängste aufgebaut wurden, die sich schädlich auf das Selbstvertrauen/Selbstwertgefühl auswirken. Hinzu kam der Tod der Eltern in einem alter wo Kinder u.a. die Aufgabe haben, die Realität zu bewältigen, neue rollen zu übernehmen und neue Fähigkeiten zu entwickeln. Wenn dabei, wie bei Herrn X. Störungen auftreten, führt das möglicherweise zur Entstehung von Minderwertigkeitsgefühlen. Außerdem stellte sich im Erstgespräch heraus, dass sich Herr X. sich bis heute Schuldvorwürfe macht, das er möglicherweise verantwortlich sein könnte für den Tod seiner Mutter. Sämtliche "sicheren" Faktoren in seinem Leben verlor er innerhalb kürzester Zeit und lösten eventuell bei ihm das Gefühl aus dass es seine Schuld wäre. Für die Entwicklung eines "gesunden" Selbstwertgefühls wäre es vermutlich gut für Herrn X. gewesen, wenn er anschließend nicht von seinen Geschwistern getrennt worden wäre, sondern ein richtiges zuhause gehabt hätte. Die erlebte Isolation, seine beiden Cousinen und auch das Verbot Freunde mit nach hause zu bringen haben in Herrn X. vielleicht das Gefühl ausgelöst, es nicht zu sein, Freunde mitzubringen. Und er fühlte sich meiner Meinung nach schon wieder als Versager, weil er auf eine Hauptschule ging, und nicht wie seine Cousinen auf ein Gymnasium. Ich denke, dass Herr X. nie das nötige stabile und vertraute Umfeld hatte, um auch sich mit dem Tod seiner Eltern, der damit entstandenen Trauer und den möglichen Versagensängsten auseinanderzusetzen. Schöne Zeiten waren viel zu kurz, so dass sich das angeknackste Selbstwertgefühl, so vernute ich, nicht stabilisieren konnte, keine ausreichenden Strategien zur Konflikt-/Trauerbewältigung entwickelt werden konnten und zu einer fortwährenden inneren Unruhe führte. Als Herr X. dann während seiner Selbständigkeit und die Geburt der Kinder an seine Grenzen stößt, kompensiert er diese durch den Alkoholkonsum. Mit Alkohol war Herr X. dann locker und innerlich ruhiger und führte zu reduzierten Auseinandersetzung mit der Realität (Verlust, Trauer, Abschied). Auch die Eigenwahrnehmung wurde meiner Meinung nach dadurch getrübt, was die Defizite von Herrn X. im Bereich Selbsteinschätzung erklären könnte. Auch die Widerspruchshandlungen (siehe Befund Kommunikations- und Kontaktfähigkeit) finden anscheinend ihre Ursache im Alkoholkonsum. Auf der einen Seite hat Herr X. Schwierigkeiten auf jemanden zuzugehen, der ihm helfen könnte bzw. unterstützend wirken könnte, auf der anderen Seite, verhält er sich Gesprächspartnern gegenüber abwertend.
Ich denke, dass seine Frustrationstoleranz nicht generell eingeschränkt ist, er aber bei Tätigkeiten, die ihm keinen Spaß machen und die ihn eventuell intellektuell unterfordern schnell an seine Grenzen stößt.
Herr X. kann aber sehr gut Kritik vertragen und hat auch keine Schwierigkeiten Kritik zu äußern. Er ist motiviert, zeigt Interesse an der Arbeit und bringt die dafür benötigte Ausdauer und Konzentration mit.
Die Ziele der ergotherapeutischen Behandlung sollten also vor allem im Bereich des Selbstbildes (Selbstwertgefühl/Selbsteinschätzung) und in der Verbesserung der Kontakt-/Kommunikationsfähigkeit liegen damit er sein selbst genanntes Richtziel, nämlich die Rückkehr in an seine Arbeitsstelle erreichen kann.

3 Ergotherapeutischer Behandlungsplan

3.1 Zielsetzung

Richtziel: medizinische Rehabilitation und Rückkehr in seine
Arbeitsstelle

1. Grobziel Verbesserung des Selbstwertgefühls und der
realistischen Selbsteinschätzung

Feinziele: - Herr X. soll Lob und Anerkennung annehmen
- Herr X. soll während der Therapieeinheit über positive und
negative Aspekte der Arbeitsausführungen reflektieren
- Herr X. soll in der Lage sein, Ziele für die Zukunft zu
benennen


2. Grobziel: Verbesserung der
Kontaktfähigkeit/Kommunikationsfähigkeit

Feinziele: - Herr X. soll Angestellten gegenüber keine "Sprüche mehr
klopfen"
- Herr X. soll, wenn er Unterstützung benötigt, adäquat
darum bitten

3. Grobziel: Steigerung der Frustrationstoleranz

Feinziele - Herr X. soll auch Tätigkeiten, die er nicht gerne ausführt
sorgfältig ausführen
- Herr X. soll Tätigkeiten, die er nicht gerne ausführt über die
Dauer von 30 min konzentriert und sorgfältig ausführen


3.2 Ergotherapeutische Maßnahmen

3.2.1 Die therapeutischen Rahmenbedingungen

Konzeptionelle Ausrichtung der Einrichtung
Das Westfälische Zentrum für Psychiatrie und Psychosomatik besteht seit 1987. Es umfasst sechs Abteilungen (Allgemeine Psychiatrie I, II und III, Gerontopsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin, Suchtmedizin). Es werden Menschen mit allen psychischen Krankheiten und Suchterkranklungen behandelt, wobei es spezielle Behandlungsangebote für Patienten mit Ess-Störungen, Angststörungen, Persönlichkeitsstörungen, somatoforme Störungen und Zwangstörungen gibt. Betreut werden die Patienten von Ärzten, Psychologen, Kunsttherapeuten, Bewegungstherapeuten, Musiktherapeuten, Ergotherapeuten, Krankenhauspersonal und Sozialarbeitern.
An den Angeboten der Ergotherapie nehmen Betroffene ab dem 18 Lebensjahr im Rahmen stationärer, teilstationärer und ambulanter Behandlungen teil. Die meisten von ihnen kommen aus der näheren Umgebung.

Ergotherapeutische Angebote sind:
- Bürotraining
- Handwerklich - Kreative - Gestaltung
- Fahrradwerkstatt
- Industrielle Fertigung
- Holzwerkstatt
- Montage / Verpackung / Marionettenbau
- Berufsspezifisches Training in Meisterbetrieben (Gärtnerei, Schlosserei, Elektrowerkstatt, Nähbereich u.a.)

Er wird für den klinikeigenen Bedarf gearbeitet, aber auch Fremdaufträge werden ausgeführt.
In allen Arbeitsbereichen übernimmt der Ergotherapeut die Vermittlung des Arbeitschutzes, die unter Umständen des öfteren wiederholt werden muss. Er übernimmt die Einarbeitung der Patienten an den jeweiligen Maschinen und legt großen Wert darauf, dass jeden Tag aufs Neue mit ihm Rücksprache gehalten wird, wer für diesen Tag an welcher Maschine arbeiten darf. Generell muss Maschinenarbeit vom behandelnden Arzt erlaubt werden. Die Medikamenteneinnahme, aber auch die täglich schwankende Gefühlsverfassung des Patienten kann die Arbeit an Maschinen unmöglich machen.
Die allgemeine therapeutische Grundhaltung ist geprägt von Empathie, Akzeptanz, und Transparenz.
In der Holzwerkstatt wird hauptsächlich in der offenen Werkgruppe gearbeitet. Mehrere Besucher arbeiten mit unterschiedlichen (eventuell auch gleichen) Materialien und individueller Zielsetzung im gleichen Raum. Manchmal finden auch Projektgruppen statt, in denen die Besucher über einen gewissen Zeitraum an einer gemeinsamen Aufgabe, z.B. Anfertigen einer Ritterburg arbeiten.


Das therapeutische Verhalten

- Vertrauensbasis erarbeiten bei Wahrung der therapeutischen Distanz
- Einfühlsame, partnerschaftliche Haltung einnehmen
- Klare Regeln und Strukturen vereinbaren
- Grenzen aufzeigen bzw. spiegeln und konfrontieren
- Konstruktive Unterstützung anbieten
- Als Ansprechpartner zur Verfügung stehen
- Eigenverantwortung in den Vordergrund stellen
- Gelegenheiten geben Gefühle zu äußern
- Vorbildfunktion
-
Die Arbeitsplatzgestaltung
Meine Arbeit mit Herrn X. findet ausschließlich in der Holzwerkstatt statt. Dort richtet jeder Patient seinen Arbeitsplatz selbst ein. Jedem Patienten wird individuell mal mehr oder weniger Hilfestellung angeboten. Nachdem der Patient seine Arbeit beendet hat, soll er auch selbständig seinen Arbeitsplatz aufräumen und gemeinsam soll auch gekehrt werden.

Mehr geht in den bericht nicht rein ;) Teil zwei folgt :)
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Herzenspiratin

Herzenspiratin

29.03.2006 20:08

Boah, ist das gruselig, wenn ein Mensch so genau unter die Lupe genommen wird.

doeter

doeter

18.06.2005 00:18

"Ich versicherte ihm, dass auch ich der Schweigepflicht unterliege, und das alles was er mir erzählt streng vertraulich behandelt wird." STRENG VERTRAULICH? Darunter verstehe ich aber was anderes.

Annna13

Annna13

15.06.2005 16:02

Bei dir ist es interessanter und hoffnungsvoller als bei meiner Freundin, Dr. Psych., und ihren Arbeitskollegen, alle auf dem Gebiet spezialisiert. Wünsche dir viel Erfolg und grüße ganz lieb aus Sofia

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