Alternative zu Microsoft Windows ?
13.04.2002
Pro:
Sehr stabil
Kontra:
keine brauchbare Grafische Oberfläche
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Geschwindigkeit
Stabilität:
Installation
Benutzerfreundlichkeit
mehr
 frank.nonnenmann
Über sich:
hab die Schnauze voll vom Winter!
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EINLEITUNG ========= Bei Solaris handelt es sich um ein Unix-Betriebssystem, welches für die SPARC-Server aus dem Hause SUN entwickelt wurde, seit der Version 7 ist es aber auch für Intel-Plattformen, also handelsübliche PC's frei erhältlich. Gleich zu Anfang muss ich allerdings jedem abraten, sich Solaris auf seinem PC zu installieren, aus einem ganz einfachen Grund und der liegt in der unterstützten Hardware. Dies ist ja bereits bei Linux ein kleines Problem, aber bei Solaris wächst es zu einem wie ich finde unüberwindbaren Hindernis heran. Das fängt bereits mit der Unterstützung für die Grafikkarte an, denn wer glaubt, seine Geforce 2 wird unterstützt wird bitterlich enttäuscht, von neueren Modellen möchte ich gar nicht erst reden. Es ist zwar möglich Xfree86 (Das ist die Grafikoberfläche, welche unter Linux zum einsatz kommt) zu installieren, aber das sollten dann wirklich nur hartgesottene mit viel Zeit tun, die nichts besseres mit ihrer Zeit anzufangen haben.
INSTALLATION =========== Ich möchte hier jetzt aber viel mehr über Solaris 8 für SUN-Server schreiben, denn damit habe ich wirklich sehr gute Erfahrungen gemacht. Erst vor kurzem habe ich einen SAP-Server aufgesetzt mit Solaris 8 als Betriebssystem, bereits die Installation gestaltet sich sehr einfach, hierzu wird einfach die Erste der beiden CDs, auf welchen das Betriebssystem enthalten ist eingelegt und der Rechner gestartet. Für die Beantwortung der Fragen (Zeitzone, Sprachunterstützung, usw. ) sollte man sich dann etwas Zeit nehmen, denn im Nachhinein ist es recht kompliziert, diese Einstellungen noch zu ändern. Danach hat man dann die Qual der Wahl, für welche Installation man sich entscheidet, der Unterschied liegt dann aber nur, in der Anzahl der Packages, welche installiert werden und dem daraus resultierenden notwendigen Festplattenspeicher. Am schlanksten ist dabei die Core-Installation, hierbei wird wirklich nur das Nötigste installiert, aber dafür kann es einem im Nachhinein blühen, dass man diverse Packages nachinstallieren muss, ich würde daher die Standard-Installation empfehlen, denn dann ist man auf der sicheren Seite.
GRAFISCHE OBERFLÄCHE ===================== Standardmässig stehen unter Solaris 8 zwei graphische Oberflächen zur Verfügung, dies wären im Einzelnen Open Windows, welches aber einfach nur unbrauchbar ist und ich kenne auch niemanden, der es benutzt und zum Anderen der CDE (Common Desctop Environment), welcher mit Sicherheit nicht an die Komfortablität eines Microsoft Windows herankommt, vor allem dann, wenn man seinen Desktop an persönliche Vorlieben wie z.B. eine Hintergrundbild anpassen möchte, aber nach etwas Eingewöhnung kann man zumindest damit arbeiten. Auch die Einstellungen für die Grafikkarte wie Farbtiefe und Auflösung müssen per Kommandozeilenebene eingestellt werden, ein grafisches Werkzeug hierzu gibt es nicht. Auf diversen Seiten im Internet werden auch die von Linux bekannten Oberfächen KDE und Gnome angeboten, in der nächsten Version von Solaris wird die Gnome-Oberfläche bereits zum Standard gehören, damit lässt sich dann wesentlich effektiver arbeiten. Dieses Manko würde ich jetzt aber ohnehin nicht in den Vordergrund stellen, da die Rechner ja hauptsächlich als Server zum Einsatz kommen werden, viel wichtiger ist da dann die Stabilität, wobei wir beim nächsten Kapitel wären.
VERFÜGBARKEIT ============== Jedem, der auf seinem Rechner das Betriebssystem aus Redmonder installiert hat wird wohl der Begriff "Bluescreen" ein Begriff sein, auch irgendwelche "allgemeinen Schutzverletzungen" gehören zum Vokabular eines jeden PC-Benutzers. Nun, so etwas gibt es unter Solaris ganz einfach nicht, ich möchte hier aber auch nicht vorenthalten, dass es in sehr seltenen Fällen zu einem "Kernel-Panic" kommen kann, was einem Systemabsturz entspricht, dies liegt dann aber meistens in einer defekten Hardwarekomponente begründet und aus Sicherheitsgründen wird das System dann angehalten. Ich hatte schon Explorer (Das ist ein Analysewerkzeug) vorliegen, dem zu entnehmen war, dass der Rechner zum letzten Mal vor drei Jahren heruntergefahren wurde. Oft kommt es auch vor, dass auf den Rechnern irgendwelche Software von Drittanbietern installiert wurde, die Teilweise gar nicht für diese Betriebssystemversion freigegeben wurde und da braucht man sich dann auch nicht wundern, wenn es zu Problemen kommt, ich kann ein Lenkrad von einem Mercedes ja auch nicht im BMW einbauen.
SOFTWAREANGEBOT ================= Mit dem Betriebssystem werden glaub ich so um die acht CD's ausgeliefert, auf denen bereits sehr viel Standardsoftware wie auch Suns eigenes StarOffice bereits enthalten ist. Aber auch Packete wie der Apache-Webserver oder Samba sind mit enthalten. Seit Solaris 8 04/01 ist auch eine Software zum brennen von CD's mit enthalten, diese ist zwar nicht sehr komfortabel, aber es geht.
Sehr positiv finde ich, dass bei Solaris 8 auch "Solstice Disk Suite" enthalten ist, damit kann ich die Verfügbarkeit meines Systems erhöhen, indem ich mehrere Platten zu einem RAID-System (Da geh ich jetzt nicht näher drauf ein) zusammenfüge und so eben sicherstelle, dass bei einem Ausfall einer Festplatte mein Rechner trotzdem noch weiterläuft, die Platte kann dann im laufenden Betrieb getauscht werden und ich habe keinerlei Ausfallzeiten. Hewlett Packard hat bei ihrem Unix-System solch ein Packet nicht integriert, sondern dieses muss dann seperat erworben werden. Was nicht dabei ist, von den StandardTools unter Unix einmal abgesehen, ist eine Backupsoftware, diese muss, falls erforderlich seperat gekauft werden. Sun bietet hierzu die von Legato lizenzierte und in Eigenregie vertriebene Backupsoftware "Legato Networker" an und die ist durchaus auch empfehlenswert, mit diversen Erweiterungen können damit auch Windows-Rechner, Oracle-Datenbanken oder Exchange-Server gesichert werden.
Seperat gekauft werden, falls für eine Hochverfügbarkeitslösung erforderlich, muss auch eine Clusteringsoftware, aber die werden wohl die wenigsten benötigen. Hier stehen zwei Varianten zur Auswahl, entweder die Sun eigene Software Suncluster 3.0 oder die Clusteringlösung von Veritas, wobei beide ihre Vor- und Nachteile haben. Wem das noch nicht genügt findet auch noch zahlreiche Packete unter http://www.sunfreeware.com
SICHERHEIT ========== In den letzten Jahren haben ja die Hackerangriffe stark zugenommen, aber nicht nur dadurch, sondern auch durch Viren kann die Funktionsfähigkeit beeinträchtigt werden, es sollte jedem klar sein, dass es einen hundertprozentigen Schutz nie geben wird, aber durch gewisse Massnahmen kann zumindest das Risiko gemindert werden. Hier hat ein Unix-Betriebssystem gegenüber Windowsrechern bereits dadurch Vorteile, dass die meisten Viren auf Angriffe von Windowsrechnern ausgelegt sind und auch gegenüber Hackerangriffen ist es im Vorteil. Trotzdem wird es immer wieder Sicherheitslöcher geben, die es zu stopfen gilt, indem ich z.B. die Rechte der Benutzer einschränke oder diverse Protokolle deaktiviere um einen Fernzugriff auf den Rechner gar nicht erst zu erlauben. Dies ist unter Unix vielleicht etwas komplizierter, als unter Windows, weil ich wissen muss, wo ich die entsprechende Konfigurationsdatei finden kann, aber dafür kann ich sicher sein, dass das, was ich dort eintrage auch gültigkeit hat und nicht wie bei Windows durch irgendwelche Regestry-Einträge wieder überschrieben werden kann.
WARTUNG ======== Etwa vierteljährlich gibt es zu Solaris ein neues Maintenance-Release, was in etwa den ServicePacks von Microsoft entspricht, darin enthalten sind diverse Korrekturen, oder auch Erweiterungen, welche hinzugefügt wurden, was ich sehr gut finde ist, dass diese Releases auf den CDs des Betriebssystems mit integriert werden, was bedeutet, dass wenn ich ein System mit diesen CDs neu installiere ich danach nicht sämtliche Patches nachinstallieren muss, da diese ja bereits enthalten sind und so hab ich dann ohne Nacharbeiten ein aktuelles System. Sämtliche Patche, Patchcluster und Maintenance-Releases stellt Sun per Internet unter http://sunsolve.sun.com bereit, dort findet man auch sehr hilfreiche Tips, falls es mal Probleme gibt. Auch die ganze Dokumentation wird Online unter http://docs.sun.com bereitgestellt, diese sind teilweise, aber leider nicht immer auch in deutsch erhältlich.
FAZIT ===== Als Serverbetriebssystem ist Solaris hervorragend geeignet, aber als Workstation würde ich, wenn ich die Wahl habe immer noch Microsoft Windows vorziehen, denn hier ist mir die Bequemlichkeit dann doch etwas wichtiger, als die Sicherheit. Evtl. käme dann eher noch eines der Linux-Systeme in Frage. Also nix für zu Hause, es sei denn, ihr habt eine Sunfire 15K im Keller stehen.
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22.01.2004 12:10
eine Alternative zu WIN und Co. kann es einfachnicht sein, da es viel zu professionell ausgerichtet ist. Ichhab ja auch jahrelang mit SUN OS und HP-UX gearbeitet. Wundervolle Server, aber nix für Otto-Normalverbraucher
01.05.2002 12:36
Ein hochinteressanter und sehr gut geschriebener Bericht, den ich gerne gelesen habe! Betriebssysteme finde ich immer spannend, bin mit meinem Haus-und-Hof-Linux aber voll und ganz zufrieden. Gruß, Hiimori
16.04.2002 20:48
Ich bleibe bei Microsoft. Guter Bericht!