Super Ghouls & Ghosts (Gameboy Advance)

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Super Ghouls & Ghosts (Gameboy Advance)

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Schaurig schön und schrecklich schwer

3  29.09.2006

Pro:
Hübsch anzuschauen, gelungene Akustik, Fantasy - Ambiente, abwechslungsreich gestaltete Szenarien, Bonuslevel und Spezialmodus als Extras, etwas für Retro - Fans

Kontra:
Frustrierend schwer, viel zu oft unfair, wenig Extraleben, nerviges Zeitlimit, angestaubte Perspektive, kein Mehrspielermodus

Empfehlenswert: Ja 

juni79

Über sich:

Mitglied seit:16.08.2004

Erfahrungsberichte:179

Vertrauende:52

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 102 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Einigen von Euch wird der Name "Super Ghouls'n Ghosts" ein Begriff sein, glaube ich. Allerdings dürften die Meisten von Euch dann etwas älter sein oder ein Faible für Retro-Videospiele haben. Ganz genau kenne ich mich mit der Historie dieses Hüpfspiels nicht aus, doch dürfte es ungefähr Ende der 80er Jahre und dann auch Anfang der 90er Jahre die 8- und 16-Bit-Konsolen (NES, SNES, Megadrive) bevölkert haben. Eventuell auch noch früher. Ob Ihr dieses Videospiel nun als reines Hüpfspiel oder als Jump and Shoot bezeichnen möchtet, überlasse ich gerne Euch, über eine Sache kann jedoch nicht diskutiert werden: "Super Ghouls und Ghosts" ist schwer, ja eigentlich fürchterlich schwer. Dies war schon in der Vergangenheit bei den vorhin erwähnten alten Versionen schon so und hat sich auch nicht bei der neuen Fassung für den Gameboy Advance geändert, über die ich nun ein paar Worte verlieren möchte.

An den Mehrspielerspaß wurde im Übrigen nicht gedacht, dieses Hüpfspiel ist allein für die Solospieler/innen gedacht. Dass diese Nerven aus Stahl oder zumindest eine Engelsgeduld haben müssen, stellt sich schon nach sehr kurzer Zeit heraus. Schon nach wenigen Minuten wird überaus deutlich, dass wir es mit einem sehr knackigen Schwierigkeitsgrad zu tun haben, der ziemlich oft unfaire Stellen aufweist. Dass dies dem Spielspaß insgesamt nicht gerade förderlich ist, dürfte sicherlich einleuchten, trotzdem gehe ich davon aus, dass alte Hüpfspiel-Veteranen/innen sich an diesem knackigen Abenteuer dann erst recht festbeißen werden.

An einer überaus komplizierten Handhabung liegt es jedenfalls nicht, dass uns dieses GBA-Spiel permanent die Schweißperlen auf die Stirn treibt. Im Grunde benötigen wir nur sehr wenige Tasten, um genau zu sein das Steuerkreuz und zwei Aktionsbuttons, um sämtliche Befehle auszuführen bzw. die entsprechenden Kommandos zu tätigen. Typisch für ein Arcadespiel der alten Schule ist dabei nicht nur die simple Steuerung, sondern auch die aus heutiger Sicht sehr unspektakuläre 2D-Perspektive, denn tatsächlich scrollen die Level

Bilder von Super Ghouls & Ghosts (Gameboy Advance)
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Screenshot I
ständig horizontal von rechts nach links, ab und an geht es ein bisschen in die Höhe und natürlich kurz darauf wieder nach unten, aber das war es dann auch schon. Rasante Kamerafahrten oder zumindest einzelne Sequenzen in Egoperspektive sind nicht vorhanden, demzufolge haben wir zum eigentlichen Spielgeschehen immer etwas Distanz. Dies ist zwar grundsätzlich gut im Hinblick auf die Übersichtlichkeit, so richtig in den Bann gezogen, was das Spielgeschehen auf dem GBA-Display angeht, werden wir somit aber nicht.

In den Bann gezogen, aber dies leider im negativen Sinne, werden wir durch die Tatsache, dass wir nie verschnaufen können und sich ein frustrierendes Erlebnis nach dem anderen quasi "die Klinke in die Hand" gibt. Selbst erfahrene und besonders talentierte Jump-and-Run-Experten werden dies auf Dauer nicht gutheißen können, denn schon allein der Doppelsprung führt in manchen Situationen nicht nur zu ärgerlichen Resultaten, sondern ab und an sicher auch zu einem Wutausbruch: es kann doch schließlich nicht Sinn der Sache sein, während des Springens über schwebende Plattformen, Abgründe und auf höhergelegene Ebenen nach dem Auslösen eben jenes Doppelsprungs nicht mehr korrigierend eingreifen zu können. Stattdessen darf gehofft und gebangt werden, ob der weite Satz mehr oder weniger zufällig doch im Ziel landet, "selbstverständlich" sollen dabei auch die dann erst urplötzlich auftretenden Geisterwesen miteinkalkuliert werden, wie immer dies auch gehen mag. Nein, das ist einfach nicht okay, hier fehlt eindeutig der bitter benötigte Feinschliff. Auf diese Art und Weise darf die Spieldauer nicht künstlich in die Länge gezogen werden, denn das Ergebnis sind eindeutig mehr Frust als Lust. Dass wir zu allem Unglück auch nur auf zwei Leben zurückgreifen können und stets einem nervigen Zeitlimit unterliegen, trägt nicht gerade zu einer angenehmen Spielatmosphäre bei.

Gegen die Geschichte an sich und das ganze Drumherum gibt es nicht viel zu sagen, als Prinz Arthur wollen wir "natürlich" unsere entführte Prinzessin befreien und pflügen uns in der Folgezeit unseren Weg durch Armeen von Monstern, in erster Linie Geisterwesen, Zombies und Drachen aber auch seltsamen Pflanzenmutationen, die uns zusätzlich das Leben schwer machen. Sollten wir es tatsächlich geschafft haben, uns in den insgesamt acht in alle Richtungen scrollenden Fantasywelten, vornehmlich bestehend aus Wäldern und Seenlandschaften, unseren Weg erfolgreich bis zu einem Zwischengegner gebahnt zu haben, wird es richtig schwer. Allein schon der Gedanke daran, dass wir im Todesfall den gesamten durchstreiften Level mit all seinen Tücken erneut bewältigen müssten, sorgt für ein unangenehmes Spielgefühl, zumal die Zwischengegner (von den Endgegnern einmal ganz zu schweigen!) fiese Tricks auf Lager haben, die urplötzlich ausgelöst werden. Fast schon an der Tagesordnung ist es daher, den gesamten Level plus das Vorgehen der "härteren Brocken" einmal über sich ergehen zu lassen, dies auswendig zu lernen, um es dann beim zweiten oder dritten Mal besser zu machen. Die Wahrscheinlichkeit, beim ersten Versuch direkt den Level zu überstehen, ist sehr gering, auch für Genre-Profis.

So kommt es früher oder später, dass sich doch eine Art "ungewollter Mehrspielermodus" breit macht, denn ganz alleine dürften die Wenigsten von uns dieses unfaire Abenteuer überstehen. Verärgert, frustriert oder einfach nur enttäuscht dürfte dann der GBA weitergereicht werden, damit sich der- oder diejenige an dem entsprechenden Level versuchen können. Immerhin gibt es als kleine Motivation den "Arrange-Modus", welcher es später möglich macht, die einzelnen Spielabschnitte in einer völlig anderen Reihenfolge anzugehen, vorausgesetzt, dass sich jemand diese Strapazen dann noch einmal antun möchte. Was im vorliegenden Fall wirklich auf eine masochistische Ader hindeutet, meine Meinung. Schließlich erwarten Euch, solltet Ihr letztlich erfolgreich sein, spezielle Bonuslevel, solltet Ihr tatsächlich bis dahin kommen, dürft Ihr stolz auf Euch sein. Zahlreiche Schatzkisten werdet Ihr auch vorfinden, in diesen sind oft wichtige Dinge wie Fackeln, Messer und Ausrüstungsgegenstände versteckt, so dass Ihr im Laufe der Zeit zumindest etwas mehr einstecken und austeilen könnt. Für die kniffligen Sprungpassagen macht das aber keinen Unterschied, diese bleiben das ganze Spiel über extrem haarig. Ein sehr schnelles Reaktionsvermögen und ein hohes Maß an Geschicklichkeit allein reichen bei "Super Ghouls & Ghosts" für den GBA nicht aus, eine gehörige Portion Glück oder einfach nur Zufall gehört viel zu oft leider auch dazu.

Es gibt aber auch durchaus Positives zu vermerken, so ist es ja nicht. Abgesehen vom horrenden Schwierigkeitsgrad und der angestaubten 2D-Perspektive gefiel mir vor allem das Fantasy-Ambiente. Sowohl die Grafik als auch der Soundtrack sind gelungen, überhaupt gar keine Frage. Die sehr unterschiedliche Farbgebung bei den einzelnen Szenarien (mal extrem düster, dann feurig rot, saftig grün oder glitzernd blau) weiß zu gefallen. Im Gegensatz zu manch einem Gegner sieht unsere Spielfigur etwas klein geraten aus und verfügt zugegebenermaßen auch nicht über sonderlich beeindruckende Animationen, dafür bleibt die Grafik stets konstant flüssig und speziell das Retro-Design (dies war ja offensichtlich so gewollt!) kommt hervorragend rüber. Der Sound gefällt mir sogar noch einen Tick besser, gemessen an dem, was auf dem GBA möglich ist, erreicht dieser ein weit überdurchschnittliches Niveau. Die abwechslungsreichen Hintergrundmelodien passen sich sehr gut den unterschiedlichen Szenarien an, dazu gesellen sich stimmige Soundeffekte, die für eine grundsätzlich stimmungsvolle Atmosphäre sorgen. Wären da nicht die alle paar Meter die stattfindenden knackig schweren Passagen, man könnte das Ganze hervorragend genießen, so aber überwiegt der Frust und nicht das Wohlfühlen in einem angenehmen Ambiente eines objektiv wirklich schön in Szene gesetzten Jump and Shoots.

Empfehlen möchte ich dieses Hüpfabenteuer trotz des immens hohen Frustfaktors trotzdem. "Super Ghouls & Ghosts" für den Gameboy Advance gefällt durch die unkomplizierte (aber leider dann doch variantenarme) Handhabung, das schöne Design, den guten Sound, die wirklich gelungene Fantasyatmosphäre und die abwechslungsreichen Szenarien. Für Anfänger/innen ist dieser GBA-Titel definitiv nichts, auch nicht für solche, die es mal so eben zwischendurch spielen wollen. Erfahrene Profis erfreuen sich hingegen am alten Retro-Design und dem sehr anspruchsvollen Levelaufbau sowie den oft sehr intelligent agierenden Gegnern, speziell was die Zwischengegner angeht. Mit gemischten Gefühlen stehe ich somit diesem hübsch präsentierten aber knackig schweren Hüpfspaß gegenüber, die Zielgruppe für die GBA-Fassung von "Super Ghouls & Ghosts" dürfte sich auf einen kleinen aber feinen elitären Kreis beschränken, dies dürfte jedem von uns spätestens nach der ersten halben Stunde überaus deutlich bewusst werden.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
andrea30b

andrea30b

20.12.2006 19:49

Schöner Bericht. Frohe Weihnachten wünscht Dir andrea30b

SkateAemKei

SkateAemKei

02.11.2006 07:36

Davon hatte ich noch nix gehört, hört sich aber gut an :-) Greetz Moe

hundeliebe02

hundeliebe02

10.10.2006 00:14

Toll beschrieben. Liebe Grüße Edith und Claus

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