Erfahrungsbericht über "Suzuki AN 400 Burgman"

veröffentlicht 29.12.2003 | Abinadi
Mitglied seit : 28.12.2003
Erfahrungsberichte : 1
Vertrauende : 0
Über sich :
Sehr gut
Pro Stauraum, Komfort, Wetterschutz, Straßenlage
Kontra Windgeräusche, Motorklang
sehr hilfreich

"DAS EINSPURAUTO"

Im August 2003 bestellte ich mir den neuen 400er Burgman. Bis zu dieser Zeit war ich mit einer GSX 600 unterwegs. Da wir aber nur ein Auto besitzen und dieses von meiner Frau für den Arbeitsweg benötigt wird, schien mir ein großer Roller ein sehr praktischer Zweitwagenersatz zu sein. Da mir ein Motorrad und ein Roller aber zuviel waren habe ich das Moped in Zahlung gegeben.
Es gibt zurzeit viele große Roller auf dem Markt, die Entscheidung für einen Suzuki liegt sicherlich mit meiner großen Zufriedenheit mit dieser Marke und der Optik des Scooters begründet. Nun hatte ich noch die Wahl zwischen dem 650er und dem 400er Burgi. Der größere hat 22 PS mehr, wiegt aber auch 70 KG mehr. Entscheidend war dann doch der Preisunterschied von immerhin 2500 Euro.
Der neue Burgman 400 K3 unterscheidet sich von dem Vorgängermodell vor allem in der Optik. Vor allem die Front wirkt nun viel runder und besitzt einen Doppelscheinwerfer der die Straße hervorragend ausleuchtet. Überarbeitet wurde auch das Cockpit welches nun einen Drehzahlmesser aufweist. Sieht schön aus aber hat bei der Automatik keinen Praktischen nutzen. Ich hätte mir da lieber einen kleinen Bordcomputer mit Temperaturanzeige gewünscht, wie sie z.B. der Aprilia Atlantic oder Piaggio X9 besitzen.
Technisch wurde der Burgi mit einer Einspritzanlage und einem G-Kat verbessert, was für ein gutes Umweltgewissen sorgt.
Wenn man von einem Motorrad umsteigt ist die Sitzposition doch sehr gewöhnungsbedürftig ( außer man fuhr vielleicht einen Chopper).Auf dem Roller sitzt man fast wie in einem Auto. Günstig für mich ist die tiefe Sitzposition, da ich nur 1,72m messe. Bei dem Piaggio X9 habe ich keinen so sicheren Stand.
Praktisch ist auch die verstellbare Rückenlehne, welche in den verschiedenen Rasterungen jeweils ein mehr aktives oder passives Fahrgefühl vermittelt. Jedoch kann selbst ich in der hintersten Position meine Beine nicht ausstrecken. Lange Kerle sitzen auf den anderen Rollern besser.
Dafür hat der Sozius ein sehr kommodes Plätzchen und darf sich an die serienmäßige Sissibar lehnen. So ein Platzangebot bieten bei Motorrädern nur Maschinen über 10.000 Euro.
Das Highlight des Burgis ist sicherlich der Stauraum Vorne. befinden sich zwei kleine Fächer und ein großes, abschließbares Handschuhfach, in dem auch die Batterie zu finden ist. Das Fach unter der Sitzbank ist Beleuchtet und bietet zwei Integralhelmen und zusätzlichem Kleinkram Platz. Positiv anzumerken ist, das Suzuki trotzdem nicht auf zwei Helmschlösser verzichtet hat, so dass man bei Touren auch die Jacken in das Helmfach verstauen kann. Dann hat man immer noch das serienmäßige Topcase, welches in Rollerfarbe lackiert ist und auch zwei Jethelmen Platz bietet. Mit diesem Roller kann man wirklich Einkaufen fahren!
So, nun wird der Motor angelassen. Kein Benzinhahn, kein Choke, einfach Knöpfchen drücken und der Motor springt sofort an. Was da dem Auspuff entweicht, nun ja…Immerhin ist er leise. Früher haben Einzylinder schöner gebollert.
Der Motor dreht fast vibrationsfrei hoch und zieht für 33 PS doch ganz anständig.
Im Geschwindigkeitsbereich zwischen 80 und 130 fühlt sich der Motor richtig wohl und hat auch genug Power für das Überholen auf Landstraßen. Im Zweipersonenbetrieb sollte man es etwas lockerer angehen lassen. Überholen verlangt hier mehr Voraussicht.
Wirklich störend sind die Windgeräusche hinter der Scheibe. Hier hat sich gegenüber dem Vorgänger nichts gebessert. Ab 80 km/h kann man es auf längeren Touren nur mit Ohrenstöpseln aushalten. Immerhin steigt der Geräuschpegel bei höheren Geschwindigkeiten subjektiv nicht weiter an, so erscheinen mir 150 km/h genauso laut wie 80km/h. Toller Trost! Eine etwas kürzere Scheibe würde hier Abhilfe schaffen. Denn ein Helm im vollen Fahrtwind ist leiser als einer im Luftwirbel der Scheibe.
Auf der Autobahn kann man mit der Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h gut mithalten. Dabei liegt der Burgi überraschend souverän auf der Straße was wohl seinem langen Radstand zu verdanken ist. Dabei ist er zwar straff aber nicht unkomfortabel gefedert. Sein Federbein lässt sich sehr bequem per Handrad zigfach verstellen (ca. 30 Stufen!).
Die kleinen 13 Zoll Räder sind für Motorradfahrer zwar etwas gewöhnungsbedürftig (hereinfallen in langsamen Kurven), aber ein deutlicher Fortschritt gegenüber den 10 Zöllern der alten Vespas.
Der Benzinverbrauch ist günstig, auf Touren komme ich mit 3,5 – 4 Liter hin auf der Autobahn 1 Liter mehr. Da 13 Liter in den Tank passen müsste ich auf eine Reichweite von ca. 300 km kommen. Die Benzinuhr gleitet aber schon bei 220 km in den roten Bereich, so dass ich lieber zeitig tanke.
Insgesamt habe ich jetzt 2500 km mit dem Burgi zurückgelegt. Kürzlich entdeckte ich etwas Rost an dem Hauptständer, nach nur 5 Monaten doch ärgerlich. Ansonsten bin ich sehr zufrieden mit dem Burgi. Nur ein Motorrad ersetzen, dass kann er nicht. Denn soviel Dynamik und Fahrspaß bietet nun mal kein Roller. Deswegen wird im Frühjahr wieder ein Motorrad angeschafft. Doch den Burgi behalte ich, denn ein praktischers Zweirad wird man kaum finden.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Almstedt veröffentlicht 27.05.2007
    Schöner Bericht, der mein eigenes "habenwollen" noch weiter nährt! Ich werde wohl dieses Jahr mein altes Zweirad endgültig einmotten und mir auch so einen Luxus-Cruiser zulegen...
  • larshermanns veröffentlicht 30.12.2003
    Hallo und WILLKOMMEN BEI CIAO!!! Ein guter und informativer Bericht...! Besser wäre er jedoch gewesen, wenn Deine Erfahrung etwas länger als nur knapp 1/2 Jahr betragen würde. Sonst aber schon sehr informativ. Liebe Grüße, Lars :o)
  • ChaziChaz veröffentlicht 29.12.2003
    Toller 1. Bericht! Guten Rutsch, Jonas
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