Burgman 400 K4 (K3)...besser gehts kaum...
21.04.2004 (17.05.2004)
Pro:
Komfort, Leistung, Platz, Zuverlässigkeit
Kontra:
Anschaffungspreis
Empfehlenswert:
Ja
 cybermoney
Über sich:
Mitglied seit:21.04.2004
Erfahrungsberichte:2
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Frühjahr 2004...! Wie das Problem bei bestimmt einigen auftritt: man(n) ist zu zweit, hat aber nur ein Auto. Beide brauchen aber irgendwie eine Fortbewegungsmöglichkeit ohne ständig auf Bus und Bahn zurückzugreifen, was auf dem Lande auch Zeitweilig recht schwierig ist. Ein zweites Auto ist aber auch nicht gerade erschwinglich, wenn man wenigstens etwas Komfort und Sicherheit haben möchte.
Da ich aber seit einigen Jahren einen großen Motorradführerschein habe und (gerade an den schönen Tagen) mich auch gerne mal auf ein Zweirad schwinge, war es jetzt Zeit, mir wieder mal einem zuzulegen. Nachdem ich einige Motorräder (PanEuropean, Deuville, ...) probegefahren hatte, stand zumindest fest, dass es ein Tourengerät sein sollte. Aber ein Motorrad, auf Grund der Abneigungen meiner Freundin zu der hohen Sitzposition und dem unguten Gefühl in der Magengegend, wenn sie als Sozius mitfährt, kam nicht so wirklich in Frage. Einen Chopper wollte ich nicht so recht. Und somit ließ ich mich dann breit schlagen, mal nach einen Roller, oder Scooter, wie man heute sagt, zu schauen.
"Ich soll rollerfahren!?"... Mir diesem Gedanken musste ich mich erst mal anfreunden. War ich doch an sich ein eingefleischter Motorradfahrer und Rollerfahren hatte immer so was Verweichlichtes und nur Opas fahren solche rollenden (kriechenden) Dinger (oder junges Gemüse, da sie sonst nichts Anderen fahren können!). Wie dem auch sein... ich ging als zu diversen Rollerhändlern und fuhr einen Roller nach dem anderen zur Probe...
Aprillia Atlantic 500 = Nö, das war es irgendwie nicht. Aprillia Scarabeo 500 = Sieht etwas gewöhnungsbedürftig aus und fährt sich sehr träge schwergängig. Gilera Nexus 500 = Nicht Fisch (Motorrad) nicht Fleisch (Roller) und das mit wenig Komfort. Kymco Grand Dink 250 = Zu wenig Power und das aussehen ist Geschmackssache. So ging es fast 3 Wochen weiter: Medison, Beverly, X8, X9, TMax, ... keine hat mir wirklich zugesagt.
Dann kam ich zum Hondahändler und sah ein Klasse Motorrad im Schaufenster. Also: Rein... schauen und... oh... doch ein Roller. Silver Wing! Probegefahren... Klasse. Nur: Zu teuer mit 8890,- Euro UVP. Schade, und viel verhandeln ließ sich da leider auch nicht. Also weitersuchen. Ich hatte schon fast aufgegeben, da kam ich eher zufällig bei meinem Ortsansässigen Suzuki-Händler vorbei und da sah ich SIE!
Burgman 400 K4 in blau. Also wieder... rein und das Ding probegefahren. Ich war begeistert. Die Maschine fährt sich wie ein Motorrad. Trotz ihren recht hohen Gewichtes (man merkt es erst, wann man mal etwas rückwärts rollen will oder die Maschine ihre Affinität zur Schwerkraft mehr ausbauen möchte, als es dem Fahrer lieb ist) lässt sich die Maschine gut durch Kurven und zwischen Autoschlagen durch schlängeln und dank ihrer 33 PS geht die auch recht gut ab. Auch wenn der Preis nicht gerade geschenkt war... die musste es sein. 6250,- Euro inkl. Nebenkosten sollte sie kosten. Nach einer zähen Verhandlung ging sie das aber doch weit unter 6000,- Euro über den Tresen.
Eine Woche Später konnte ich meine neue Burgman 400, wieder in blau, abholen... endlich! Fakten, fakten, fakten...
Mittlerweile habe ich schon so einige Kilometer abgespult und bin immer mehr begeistert von diesem Gefährt. Mit der Maschine lässt man so machen prolligen Golf GTI Fahrer an der Ampel ziemlich blöde aus der Wäsche gucken und auch so mancher Motorradfahrer ist recht überrascht, wie gut man doch mithalten kann. Der Komfort ist Vorbildlich! Man sitzt wie in einer Sänfte und auch 3 Stunden fahrt und mehr ohne Ermüdungserscheinungen, oder Schmerzen im Rücken sind ohne Probleme machbar. Der Spritverbauch liegt bei ca. 4 bis 4,5 Litern (je nach Fahrweise). Bei einer längeren Fahrt (487 km) im Tross auf der Landstrasse mit 90 km/h kam ich auf einen Min-Wert von 3,2 Litern!!!
Auch Steuern und Versicherung, zusammen 160,- Euro für ein Jahr (Haftpflicht und Teilkasko ohne Selbstbeteiligung) sind ein Witz. Der Wind und Wetterschutz ist ab Werk schon recht gut, aber man kann Sie durch eine etwas größere Scheibe (gibt’s leider noch nicht), Handschalen, und Windschildverbreiterung verbessert werden.
Auch mit meinen 180 cm Körpergröße fühle ich mich recht wohl auf dem Bock und würde gegen nichts tauschen (außer vielleicht gegen eine Burgman 650 ;-) ). Jedem der einen bequemen Roller sucht, der sowohl zum einkaufen (55 Liter Stauraum + 2 x 50 Liter Sitecase = 155 Liter) als auch für längere oder langen Touren tauglich sein soll, kann ich den Burgman 400 K4 nur empfehlen. Auch mit Gepäck und Sozius sind die Leistungsdaten der Maschine immer noch recht gut, wenn die Maschine auch merklich mehr arbeiten muß.
Das Fahrverhalten geht ziemlich nahe an das eines Motorrads ran. Der Schwerpunkt liegt recht tief und die 13’’ Reifen geben schon wesentlich mehr Gefühl zur Strasse als die kleinen Dinger von den alten Vespas oder so. Ich zumindest habe bei der Maschine nicht das Gefühl, das ich in jeder Kurve gleich umfalle. Auch die Leistungswerte können sich sehen lassen und sind besser als bei so manchem Motorrad. Die Beschleunigung ist ab Werk schon nicht schlecht. Mit einem Satz leichterer Rollen soll es sogar noch besser werden. Ich werde das vielleicht mal austesten. Laut Tacho liegt die Endgeschwindigkeit bei ca. 155 km/h. Auf der Rolle ließen sich 149 km/h ablesen und ein befreundeter Polizist hat mit der Laserpistole einen Wert von 151 km/h gemessen (wann wo und wie verrate ich besser nicht... ;-) ). Die sonstige Verarbeitung ist alles in allem recht gut. Lediglich die beiden kleinen Zusatzfächer links und rechts vom Lenker machen wenig sinn, da sie nicht abschließbar sind und dazu auch noch recht klein und etwas mühselig zu Händel.
Die Elektrik zeigt keinerlei Ausfälle und verrichtet ohne murren seinen Dienst. Die Maschine springt, egal in welchem Zustand, sofort an und hat, ob warm oder Kalt, weder „Verschlucker“ noch Leistungsloch oder Aussetzer. Auch das Licht ist Vorbildlich und man hat nicht das Gefühl ins unbekannte zu fahren, wenn es denn schon mal dunkel ist.
Für die neuen Burgman (K3 und K4... es gibt KEINEN Unterschied zwischen den beiden!) gibt es bisher leider nur wenig Sonderzubehör, aber da wird hoffentlich bald noch was kommen. Aber es gibt recht viele Großroller-Clubs und Ähnliches wo man viele gleichgesinnte finden kann. Wer das Geld hat, sollte ich auch mal die 650er anschauen. Noch mehr Power und noch mehr Komfort (aber auch locker noch mal 2000,- Euro teurer und schwerer zu händeln). Wer sich für einen 400er entscheidet sollte aber in jedem Fall einen K3 oder K4 nehmen, da die Übehrarbeitungen zum K2 doch beträchtlich ist (geregelter Kat, Einspritzung, Licht, ...).
Wer sonst noch mehr Infos über (Groß-)Roller sucht sollte mal auf die Seite http://www.motorroller-info.de besuchen. Mir hat sie auch viel geholfen.
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22.04.2004 12:16
Der Bericht reicht, um das Interesse an dem Gerät zu wecken. Dann kommen bei mir aber die Fragen nach den Fahrleistungen (nicht, daß man an der Ampel nen GTI versägen könnte) und nach dem Fahrverhalten im Vergleich zu einem "richtigen" Motorrad (da kleine Räder...). Wie hoch ist die Zuladung, wie gut das Licht, ..... Gruß Reiner1
21.04.2004 14:59
Schöner Bericht; mich hätte noch interessiert, was rennt die denn Spitze ?
21.04.2004 14:58
Klasse Bericht, aber mehr als 400km am Stück würde ich damit nicht fahren wollen....