Suzuki Burgman AN 650

Erfahrungsbericht über

Suzuki Burgman AN 650

Gesamtbewertung (6): Gesamtbewertung Suzuki Burgman AN 650

52 Angebote von EUR 2.000,00 bis EUR 9.690,00  

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Burgman 650 K6 - Fahrspass pur

5  08.07.2006

Pro:
Dampf unter der Haube, Wetterschutz, Komfort, Kurvenagilität

Kontra:
höhere Unterhaltskosten

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

tuxfan

Über sich: Live is a puzzle ...

Mitglied seit:06.09.2000

Erfahrungsberichte:57

Vertrauende:27

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 203 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Durch den Totalschaden meines Burgman 400 K3 habe ich den Umstieg auf den grösseren Bruder früher als geplant vorgenommen.

Mit meinem kleinen Burgman war ich in den letzten vier Jahren fast 40.000km unterwegs. In den Alpen, auf dem Weg zur Arbeit, immer war er ein zuverlässiger Partner.
Aber schon vor dem Unfall spielte ich mit dem Gedanken mir das grössere Modell zu leisten. Im Laufe der Zeit war mir einfach die Bodenfreiheit in den Kurven zu wenig. Häufig setzte ich bei Bodenwellen auf und bei Überholvorgängen hatte er mir zuletzt zu wenig Schmackes und vor allem durch die Variomatik, konnte ich auch nicht zurückschalten wie bei einem Motorrad.

Letztes Jahr hatte ich während den Inspektionen häufiger PS-stärkere Motorräder probegefahren. Hier war mir aber meist die Haltung zu unkommod. Ich bin einfach ein Genussfahrer, der zwischendurch auch mal etwas zügiger vorankommen will. Aber die Kniewinkel der meisten Motorräder, egal ob Enduro oder Tourer waren mir zu spitz und die Belastung auf den Armen zu hoch. Im Frühjahr liebäugelte ich schon mit einer Honda Deauville, aber nach dem Unfall musste es dann doch wieder ein Roller sein.

Zwischen dem Burgman 400 und Burgman 650 befinden sich Welten. Allein schon die Preisdifferenz von fast 3000 EUR läst das auch vermuten.

Der Motor
--------------
Im Gegensatz zum 400 besitzt der 650 einen Zweizylinder der durch allerhand Ingenieurskunst gezähmt wurde. Die vom 400er bekannten Vibrationen existieren hier nicht, auch wenn die beiden Zylinder nicht versetzt zünden. Die Ruhe wird durch eine Ausgleichswelle erzeugt.
Auch dass schon vom weiten hörbare Donnern des Einzylinders wurde durch einen angenehmen Turbinensound ersetzt. Manch einer wird den Sound vermissen. Damit kann ich jetzt in der früh zu meinen Touren aufbrechen ohne die ganze Nachbarschaft aufzuwecken, aber am Abend hört meine Frau mich nun auch nicht mehr, wenn ich zurückkomme.
Der Motor hat nun fast doppelt so viel Leistung. Jetzt 41kW bei 7000Umin, früher 24kW bei 7500Umin.
Die theoretische Höchstgeschwindigkeit hat sich dadurch von 140 auf 160 erhöht. Motorräder in der gleichen Leistungsklasse sind deutlich schneller, aber ob sie auch so komfortabel reisen?

Der Antrieb
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Beim kleineren Bruder erfolgte der Antrieb über einen wartungsfreien Antriebsriemen der alle 24.000km ersetzt werden musste. Die Gänge wurden drehzahlabhängig durch
Bilder von Suzuki Burgman AN 650
Suzuki Burgman AN 650 Bild 18071320 tb
von vorne
die Variomatik geschaltet.
Auch meine neue muss nicht geschaltet werden, kann aber. Sie besitzt auch keinen Antriebsriemen mehr, sondern stattdessen eine Zahnradkaskade bei der die Gänge über Stellmotoren geschaltet werden. Auch hier werden die Gänge normalerweise drehzahlabhängig geschaltet, doch beim Grossen hat man mehr Möglichkeiten die Gangwahl zu beeinflussen.
Man kann die Gänge per Hand mittels Tiptronic manuell schalten, allerdings sorgt die Elektronik dafür, dass man weder zu niedertourig noch zu hochtourig unterwegs ist. Ebenso besteht die Möglichkeit den Powermode zu aktivieren. Dadurch werden die Gänge mithöheren Drehzahlen gefahren. Beides, der Powermode, wie auch der manuelle Modus, treiben den Spritverbrauch nach oben und verbessern nur marginal das Feeling. Für mich ist und bleibt ein Roller ein bequemes Reisegefährt

Verbrauch
--------------
Der zusätzliche Zylinder, die höhere Leistung und das zusätzliche Gewicht von 50 kg gegenüber dem 400er beeinflussen natürlich den Verbrauch. Den kleinen konnte ich meist zwischen 3,5 und 5 l/100km bewegen, beim grossen kam ich bisher noch nicht unter 5 Liter, allerdings bei einem deutlich grösserem Fahrspass.

Der Komfort
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Auf beiden Rollern kann man bequem sitzen. Beim 650er ist die Sitzbank etwa 5cm höher als beim 400er. Trotzdem komme ich mit beiden Beinen noch gut auf den Boden. Die Sitzposition ist bei beiden gleich bequem. Durch die höhere Sitzposition fährt man aber viel souveräner.

elektron. höhenverstellbare Frontscheibe
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Durch die breitere Front und die elektronisch verstellbare Frontscheibe kann man sich fast vollständig vom Fahrtwind befreien. Im Frühjahr und Herbst sicher eine feine Sache. Bei höheren Temperaturen werde ich sicher die Scheibe niedriger stellen um etwas Kühlung zu bekommen.
Insgesamt bekomme ich durch die Scheibe des neuen weniger Turbulenzen ab, das Fahren hinter einem LKW ist deutlich stressfreier und durch den Scheibenmotor kann man die Höhe der Scheibe während der Fahrt jederzeit anpassen.
Negativ ist, dass durch den Scheibenmotor das abschliessbare Handschuhfach deutlich kleiner geworden ist, als beim kleineren Modell.

elektron. klappbare Seitenspiegel
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Durch die ganz andere Positionierung der Rückspiegel muss ich jetzt auch auf die Handprotektoren verzichten. Diese waren bei kühleren Temperaturen recht nützlich. Etwas ungewohnt ist auch, dass ich jetzt das rückwärtige Geschehen unterhalb meiner Hände sehe und nicht mehr wie früher oberhalb. Aber auch die neue Position zeigt fast vollständig die Welt hinter mir. Die Fingerspitzen sind nur am oberen Rand zu erahnen.
Natürlich wurde auch hier wieder ein Elektromotor eingebaut, so dass man im engen Stadtverkehr oder beim Parken die Ohren, respektive Rückspiegel, anlegen kann.

Sitzbank
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Die Sitzbank ist breit und bequem gepolstert. Zwischen Fahrer und Sozius befindet sich eine verstellbare Lendenwirbelstütze. Der Sozius hat hinter dem Fahrer viel viel Platz. Beim K6, den es nur in der Executive-Version gibt, wird die Sitzbank hinter dem Beifahrer durch eine Sissybar abgeschlossen. Daran kann sich der Sozius bequem anlehnen und ist auch vor dem Runterfallen beim Beschleunigen gesichert.

Stauraum
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Schon der kleine 400er verwöhnte mit Stauraum. Der 650er ist zumindest unter der Sitzbank um 2 Liter grösser. Allerdings ist das abschliessbare Handschuhfach kleiner und die beiden nicht abschliessbaren Fächer in der Frontverkleidung nur unwesentlich grösser. Die Zugänglichkeit zu diesen beiden Fächern, ist wie beim 400er, überarbeitenswert.

Den Stauraum habe ich durch ein zusätzlich angebrachtes Topcase erweitert. Für die Montage muss aber die Sissybar entfernt werden, dafür kann das Topcase um ein Rückenpolster ergänzt werden. Da ich nur solo unterwegs bin stellt das für mich keinen Nachteil dar.

Fahrwerk
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Das Fahrwerk ist beim grossen 650iger deutlich schluckfreudiger. Im Gegensatz zum kleinen 400er wird der Antrieb nicht mitgefedert, am 650er wird das Hinterrad durch zwei Stossdämpfer gefedert. Sicher leisten auch die grösseren Räder ihren Beitrag dazu.
Mit den grösseren Rädern und der geänderten Federung hat man jetzt auch ausreichend Bodenfreiheit für entsprechende Schräglage. Selbstverständlich hat eine hochbeinige Enduro oder ein schlankes Strassenmotorrad hier mehr zu bieten, aber hier handelt sich ja auch um eine andere Philosophie.
Der Motor ist mittig, tief in den Rahmen eingebaut, so dass sich eine stabile und agile Strassenlage ergibt.

Bremsen
-------------
Ein grosses Sicherheitsplus stellt das eingebaute ABS dar. Damit kann man auf weniger griffigen Belägen noch gute Verzögerungen erzielen ohne gleich wegzurutschen.
Schade finde ich, dass das grössere Modell nicht die super Kombibremse übernommen hat. Hier konnte man mit einem Bremshebel gleichzeitig Vorder- und Hinterradbremse betätigen.

Fazit
-------
Komfort hat seinen Preis und das im doppelten Sinn. Der 650er bietet gegenüber dem 400er und den meisten anderen Motorrädern, auch höherer Klassen, einen nicht mehr missbaren Komfort. Schon mit dem 400er konnte ich stressfrei lange Touren durchführen ohne, dass mir der Popometer oder die Knie wie bei vielen Motorradfahrern schmerzte. Der 650er ist hier noch einmal etliche Stufen besser. Aber vor allem das Feeling hat noch einmal einen gewaltigen Sprung gemacht. Der Motor ist über einen weiten Bereich flott zu bewegen, dass manches Motorrad mit deutlich mehr PS sich ranhalten muss.
Rasen ist mit dem Roller nicht, aber bequem touren und zügig überholen, da ist dieser Roller in seinem Element.

Das recht hohe Gewicht von 260 kg ist nur beim Schieben merklich vorhanden. Sobald der Roller rollt ist davon überhaupt nichts mehr zu spüren, dann gibt es nur noch Fahrspass pur.

Der Anschaffungspreis von 9.000 EUR und auch der Unterhalt (Wartung, Verbrauch) ist hoch, dafür bekommt man aber die entsprechende Gegenleistung.
Für mich gibt es zur Zeit in dieser Komfortklasse keine preiswertere Alternative um so stressfrei und mit diesem Spass zu rollen.

Ergänzung zu den Unterhaltskosten
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Die Versicherung für den grösseren Roller ist nur unwesentlich höher. Bei einem Beitragssatz von 45% (SF2) zahle ich in der Haftpflicht pro Jahr nur 81,-EUR und bei der Teilkasko ohne Selbstbehalt 56.-EUR jährlich. Der kleinere war nur 40.- EUR billiger, ein Mofa ist hier meist teurer.
Einen Kfz-Steuerbescheid habe ich noch nicht bekommen, aber hier müssten so jährlich 120.- EUR anfallen.
Beim Roller muss alle 6.000km das Öl mit Filter gewechselt werden. Dabei wird dann auch immer ein Sicherheitscheck durchgeführt. Die Preise sind dafür bei meinem Händler um die 150.-EUR.
Bei 24.000km dürfte es deutlich teurer werden, da dann auch das Ventilspiel eingestellt werden muss. Dafür muss aber kein Riemen, wie beim 400er getauscht werden.
Alle 8.000-10.000km wird ein neuer Hinterreifen für 100.-EUR fällig und nach 16.000km der Vorderreifen.
Einen Roller in dieser Klasse zu fahren ist nicht billig, wenn man aber am Gebrauchtmotorradmarkt die Fahrleistungen sieht, fragt man sich warum manch einer überhaupt so ein Gefährt kauft. Bei den meisten handelt es sich um Standuhren, d.h. nach zwei Jahren haben die meisten keine 10.000km auf dem Tacho. So kann man auch sparen:-))
Wenn man da den Wertverlust rechnet und den nicht genutzten Fahrspass mit einbezieht war das dann sicher eine klare Fehlinvestition.

Für mich stellt der Roller zwischen Ostern und Allerheiligen das ideale Gefährt dar um von A nach B zu gelangen. Seltsamerweise sind diese Strecken mit dem Roller aber immer deutlich länger als wie mit dem Auto, aber dafür unheimlich entspannend. Der ideale Ausklang nach einem stressigen Arbeitstag.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Andreas-1974

Andreas-1974

18.07.2008 17:29

sehr guter Bericht.lg andreas

pepilino

pepilino

27.01.2007 19:27

Ok, Du wirst mich wohl nie auf eine Maschine bekommen, die nur 2 Räder hat. Aber Dein Bericht finde ich trotzdem ganz klasse geschrieben. Ausführlich und informativ! LG und ein schönes Wochenende wünscht Dir Gabi

froes

froes

27.10.2006 15:42

So ein Roller hat zwar auch irgend was, aber ich würde wohl doch ein Mottorrad vorziehen, sollte ich mal wieder auf zwei Rädern fahren wollen. Shine On, Frank

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