Suzuki GSF 1200 AK6

Suzuki GSF 1200 AK6

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Bärenstarker Allrounder für wenig Geld
Erfahrungsbericht von biker85 über Suzuki GSF 1200 AK6
06.10.2006


Produktbewertung des Autors:   


Pro: bärenstarker Motor, verbessertes Fahrwerk, billiger Allrounder
Kontra: etwas hohe Inspektionskosten, hohes Gewicht

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hallo Leute,
ich habe meine GS500 (siehe ersten Erfahrungsbericht) im April 06 privat verkauft und mir kurz darauf, nach einer kleinen Probefahrt, die neue Bandit 1200 mit ABS gekauft. Seit dem bin ich 4.500 km gefahren und möchte euch nun meine Erfahrungen mit der Suzuki GSF1200AK6 schildern:

Ich verzichte hier absichtlich auf eine Auflistung technischer Daten, da diese auf der Homepage des Herstellers eingesehen werden können.

Kosten:
''''''''''''''''
Neupreis:...............€ 7990.- Unverkleidet und mit ABS
Steuer:...................€ 50.-
Versicherung:.........€ 175.- bei 100% Beitragssatz
1000er Inspektion:...€ 196.-
6000er Inspektion:...€ 120.- ca.- Angabe laut Suzuki-Händler
Verbrauch: ca. 6 Liter auf 100 km

Positives:
''''''''''''''''''''''''''''
Nirgendwo anders bekommt man für so wenig Geld so viel Motorrad. Allerdings ist der Unterhalt der Maschine nicht gerade billig. Vor allem die Inspektionskosten sind relativ teuer. Dafür hat man aber ein Motorrad mit einem sehr drehmomentstarken 1200ccm Motor, der mittlerweile wirklich ausgereift ist. Der Motor ist schon über 10 Jahre alt und besitzt daher keine "Kinderkrankheiten". Die Gemischbildung erfolgt immer noch per Vergaser. Das hat aber auch den Vorteil, das die Technik relativ überschaubar ist. Der neuen hat man immerhin einen Kat. spendiert.
Da mein Vater auch eine 1200er Bandit Mod. 03 fährt konnte ich das neue mit dem alten Modell direkt vergleichen: Insbesondere beim Fahrwerk hat sich einiges getan. Die "Dicke" lässt sich nun viel leichter um enge Kurven zirkeln. Man sitzt etwas näher am Lenker, bringt dadurch mehr Gewicht auf das Vorderrad, was zu einem besseren Handling beiträgt. Die Schwinge ist etwas länger geworden, der Sitz komfortabler, der Lenker etwas höher und das Design - meiner Meinung nach - viel schöner. Vor allem die polierten Motordeckel und Kühlrippen passen sehr gut zu der Nackten.
Die Reichweite ist mit ca. 300 km ganz passabel. Man kann also auch längere Touren ohne ständige Tankstopps bewältigen. Auch wegen des komfortablen Sitzes und der aufrechten Sitzposition benötigt der Fahrer nicht viele Pausen.

ABS:
'''''''
Hab ich bis jetzt noch nie benötigt, ist aber ein gutes Gefühl es zu haben. Falls man schnell zum stehen kommen muss, braucht man nicht viel überlegen, sondern kann einfach voll zupacken. Allerdings muss einem in solchen Situationen auch bewusst sein, dass die Räder nicht blockieren können. Denn nur wenn man mit voller Kraft am Hebel zieht, kann man die Vorteile des ABS nutzen. Deswegen bin ich auch gleich anfangs auf einen Parkplatz um das ABS kennenzulernen.
In Schräglage sollte man trotz ABS keine Vollbremsung machen, da man - bevor das ABS reagieren kann - bereits am Boden liegt.
Ob man das ABS wirklich braucht muss daher jeder für sich entscheiden.

Negatives:
'''''''''''''''''''''''''
An das hohe Gewicht von 239 kg (Leermasse) muss man sich erst mal gewöhnen. Die vielen Kilos stören aber nur beim Rangieren, während dem Fahren merkt man davon nicht mehr viel. Trotzdem tut sich die "Dicke" im Vergleich zu meiner alten 500er auf engen Pässen etwas schwerer. Mit etwas Übung kann man aber auch ziemlich flott die Alpen hochheizen. Auch wenn das Motorrad dafür eigentlich nicht gemacht wurde, sondern eher zum gemütlichen Touren bestimmt ist, ist das neue Modell doch viel sportlicher geworden (nicht nur vom Aussehen her).
Wie schon beschrieben muss für Inspektionen ziemlich viel Geld ausgegeben werden. Bei einem Motorrad mit geringerem Hubraum würden diese viel geringer ausfallen. Aber Hubraum kann man nur durch noch mehr Hubraum ersetzen!!! Deswegen hab ich mich nicht für ein kleineres Motorrad entschieden.
Die Bremsen finde ich persönlich etwas lasch und der Bremspunkt ist nicht klar definiert. Die Bremse fühlt sich also etwas schwammig an.
Der digitale Tacho ist nicht nach meinem Geschmack, der Drehzahlmesser blieb jedoch - zu meiner Freude - analog. Allerdings hat man jetzt zwei Tageskilometerzähler, Tankanzeige und die Uhrzeit stets im Blick, was mir wiederum sehr gut gefällt.
Unter der Sitzbank ist wegen des ABS nur wenig Platz für "Gepäck". Ich habe aber für eine Verbandstasche, - die ja in Österreich Pflicht ist - trotzdem noch ein Plätzchen gefunden. Ohne ABS ist vermutlich etwas mehr Stauraum vorhanden.

Fazit:
''''''''''
Die neue Bandit 1200 ist viel sportlicher geworden, beim Fahrwerk wurde einiges verbessert und der Motor ist bärenstark geblieben.
Das Motorrad kann nichts wirklich gut, aber auch nichts wirklich schlecht. Man kann damit auf der Autobahn 240km/h fahren - was ohne Verkleidung jedoch keinen Spaß macht - Pässe hochheizen, oder einfach nur gemütlich auf Landstraßen dahingleiten.
Die Anschaffungskosten sind sehr gering, für Inspektionen muss aber etwas tiefer in die Tasche gegriffen werden.
Das Motorrad eignet sich auf Grund des hohen Gewichtes auf keinen Fall für Anfänger. Ich mit meinen nur 172cm Körpergröße und 70kg komme aber nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sehr gut damit klar.
Somit kann ich die neue Bandit für Fahrer, die einen preiswerten Allrounder suchen nur wärmstens empfehlen.

Macht euch am Besten bei einer Probefahrt ein eigenes Bild!

Ich hoffe, dass euch der Bericht etwas weitergeholfen hat.

Euer biker 85   

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