Suzuki GSX-R 750 GR77B Bj. 89
03.12.2003 (28.02.2004)
Pro:
billige Kanonenkugel
Kontra:
Drehzahlorgien vorprogrammiert !
Empfehlenswert:
Ja
 Karlgottfried
Über sich:
Mitglied seit:03.12.2003
Erfahrungsberichte:9
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 15 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo Zusammen, mit 19 Jahren hab ich mir die Maschine zugelegt, allerdings durfte ich im ersten Jahr dann offiziell nur mit 34 PS bewegen. Hierzu will und kann ich nichts sagen, außer das die Maschine dann absolut keinen Spaßfaktor hat. Motor: Kompromissloser Sportmotor mit Fahrleistungen die eigentlich nur hubraumstärkeren Motorrädern vorbehalten sind. Allerdings erkauft man sich diese Leistungen mit einer relativ rauen Laufeigenschaft. Zum Drehzahlband: Wie der Drehzahlmesser schon verrät sind 3000 U/min Grundvorrausetzung für den reibungslosen Betrieb. Bis 5000 Umdrehungen geht’s recht zügig, bei 5000 bis 6000 Umdrehung ist ein leichtes Leistungsloch zu spüren, ab 6000 geht dann die Post ab, und ab 8000 Umdrehungen könnte man meinen der Motor explodiert vor lauter Power!!! Bei 11500 Umdrehungen endet dann die unbändige Kraft wieder. Der Sound den der Motor dabei erzeugt klingt in der serienmäßigen 4 in 2 Anlage relativ gut. Wer mehr davon will, dem empfehle sich eine 4 in 1 Sportauspuffanlage. Ich hab damals eine amerikanische Rennsportanlage verbaut gehabt, hier war der Sound wirklich nicht zu übertreffen!! 102dB bei 5000 Umdrehung sind ein Wort! Leider nicht Straßen zugelassen, mein Nachbesitzer bekam dafür 3 Punkte in Flensburg! Also eigenes Risiko! Benzinverbrauch und Ölverbrauch sind völlig in Ordnung, aber hier will ich nicht näher darauf eingehen, denn solch eine Maschine kauft man sich nicht, weil man ökologisch und wirtschaftlich von A nach B kommen möchte. Hier ist der Weg das Ziel.
Fahrleistungen: Wie gesagt jenseits von 8000 Umdrehung fährt keine 1000er davon! Eine Beschleunigung von 0 – 100 in 3,5 sec. Und eine eingetragene Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h sind für ein Motorrad dieses Baujahres fast unschlagbar. Nicht umsonst wurde die Maschine damals in Vergleichtests generell Testsieger! Meine Maschine selbst lief laut Tacho rund 250 – 260 km/h. Aber ich denke solche Geschwindigkeiten sind sowieso sekundär, denn wie oft ist man mit jenseits von 200 km/h unterwegs. Verarbeitung: Mit 222kg auf der Brust ist sie zwar nicht gerade schwer, aber zur Leichtbaugeneration gehört sie noch nicht. Deshalb ist Robust hier die passende Definition. Im Vergleich zu der 1100er GSX-R ist sie allerdings recht billig verarbeitet, wenn man allein die Fußrasten vergleicht.
Fahrwerk: Was mir immer aufgefallen ist, das Fahrwerk ist sehr nervös. Zu schnell angefahrene, lang gezogene Kurven werden mit einem zwar harmlosen aber doch spürbaren Pendeln quittiert. Jenseits der 230km/h Marke setzt bei jeder Fahrbahnunebenheit starkes Pendeln ein. Bremsen: Die Bremsen sind zwar nicht auf dem Niveau der neuen schwimmend gelagerten Bremsen der aktuellen Superbikes, aber mit einem Bremsscheinben-Durchmesser von 320mm an der vorderen Achse verzögert sie meines Erachtens doch sehr gut.
Wirtschaftlichkeit: Eigentlich wollte ich diesen Punkt hier weg lassen, aber nach vielfachem Wunsch, füge ich Ihn jetzt doch noch an. Die Maschine konnte ich im Bereich von 5,5 bis 9 Liter/100km fahren. Je nach dem ob ich jetzt auf der Autobahn cruise oder auf der Landstraße fege. So verhält es sich auch mit dem Reifenverschleiß, wer gerne extreme Schräglagen und die hervorragende Beschleunigung genießt, schafft es locker nen Hinterreifen in 3000km runterzubuttern. Ich hatte meistens einen Metzeler MeZ1 drauf, ein extra weicher Reifen mit super Gripp, und der hat bei mir max. 4000km gehoben. Wer natürlich einen eher konservativen Macadam montiert, der wird auch mal 6000-7000 km Laufleistung erreichen. Wie gesagt, der Gashebel entscheidet eigentlich über alles. Aber solch ein Mopped will eben richtig gefahren werden, und dann muss eben mit erhöhten Verschleiß gerechnet werden. Prinzipiell kann man auch einen Porsche mit 9-10 Liter fahren, man hat dann eben keinen Spaß mehr. Sitzposition: Auf der Maschine hockt man geohnt sportlich, wie bei allen Sportmaschinen sind die Knie sehr angewinkelt, und der ganze Oberkörper liegt auf den Handballen. Diese Haltung mag für kurze und schnelle Runden geeignet sein, aber bei längeren Italientouren, wird die Fahrt zur Tortur. Aber ich hab bisher noch keine andere Supersportmaschine erlebt, bei der dies anders ist.
Gesamturteil: Eine tolle Maschine mit viel Flair für den kleinen Geldbeutel. Inzwichen muss ich erlich sagen, kotzt es mich schon etwas an, dass ich diese Maschine damals verkauft habe, denn um ab und zu ne kleine Runde zu drehen ist diese Maschine wirklich prädestiniert dafür. Für lange Strecken empfehle ich aber was komfortableres.
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03.12.2003 14:41
Ein paar Infos mehr zu Bremsen und Wartungskosten, dann wäre der Bericht "sh" gewesen. Ach ja, bei der Beschleunigung auf 100 ist die Bandit 1200 schneller. Gruß Albert
03.12.2003 14:34
Schöner Bericht und gut gegliedert. Allerdings fehlen für ein sh noch ein paar wichtige Punkte (Verbrauch, Reichweite, Reifenverschleiß, Bremsverhalten,...). Außerdem hast Du einen lustigen Tippfehler drin "von 0 auf 1000...". Gott, da bist ja schneller als die Concorde!!!! Kornti
03.12.2003 13:50
Recht informativer, aber auch knapper Bericht. Mich würden noch Angaben zu (Gebraucht)Preisen, Verschleiß, Laufleistung, Reparaturen und -kosten, Reifen interessieren. Viele Grüße, Thomas