Fahrzeugbewertung des Autors:
| Pro: |
zuverlässiges Fahrzeug, modernes Design, leichter Einstieg, viele Ablagemöglichkeiten |
| Kontra: |
etwas hoher Benzinverbrauch, kleiner Kofferraum |
Seit einem knappen Jahr fahre ich einen allradgetriebenen Ignis von Suzuki. Ein anderes Auto kann ich mir zurzeit nicht vorstellen. Es war Liebe auf den ersten Blick, als ich mich vor einem Jahr auf die Suche nach einem neuen Fahrzeug machte. Mein damaliger Subaru Justy (mit zuschaltbarem Allradantrieb) hatte reichlich 9 Jahre auf dem Buckel (oder besser auf den Felgen). Ich war zwar gerade vom Benzinverbrauch her (zwischen 6,3 und 6,8 l/100 km) ganz zufrieden mit dem Justy, aber er wurde mit der Zeit doch immer klappriger und fing an verschiedenen Stellen an mit Rosten - Zeit also, sich nach etwas Neuem (vorrangig mit Allradantrieb) umzuschauen. Eigentlich wollte ich bei einem Justy bleiben, aber meine Autowerkstatt riet mir davon ab. Im Augenblick wäre das Preis-Leistungsverhältnis nicht gerade das beste. Ich könnte mir ja mal was anderes anschauen.
Gesagt - getan. Ich schaute mich bei verschiedenen Autohändlern in meinem näheren Umfeld um, z. B. Toyota und Renault. Aber von den Preisen meiner Wunschkategorie (klein, kompakt) bekam ich Kopfsausen. Also weiter gesucht. Damals lief gerade die Werbekampagne für die Suzuki-Modelle. Ich ließ mir also von einem Fachhändler die Vorzüge des Suzukis erklären. Schnell wurde mir klar, dass für mich aufgrund seiner Größe nur der Ignis in Frage käme. Den konnte ich 3- oder 5türig erhalten (den 5türigen mit oder ohne permanenten Allradantrieb). Ich entschied mich für die 5türige Version mit Allrad. Bei der vereinbarten Probefahrt geschah es dann: Ich stieg ein - und mein erster Gedanke war: Das und kein anderes Auto wird mein neues Gefährt. Ich stieg gleich noch mal aus, um den Einstieg nochmals genießen zu können und dachte dabei: So muss ein Auto sein! Ich brauchte mich eigentlich nur an den Sitz zu lehnen und die Beine ins Auto zu ziehe und schon saß ich richtig. Ich musste mich nicht verrenken, weil sich der Sitz etwa "unterhalb" der Einstiegsleiste befindet. Aus dem Alter bin ich raus, dass ich knapp über der Straße sitzen muss. Wahrscheinlich war ich nie ein Fan davon. Ich musste lange genug im Trabi mit angewinkelten Knien sitzen - mein Bedarf ist gedeckt.
Bei der Probefahrt stellten sich dann natürlich auch ein paar gewöhnungsbedürftige Unterschiede zum Justy heraus. Ich war es z. B. gewöhnt, nach schnellem Hochschalten fast ausschließlich mit dem 4. oder 5. Gang zu fahren. Beim schaltfaulen Justy kein Problem - der Ignis nimmt es übel. Ich kam anfangs nicht von der Stelle und lamentierte erst mal über die lahme Fahrweise. Aber nachdem ich dazu überging (wie beim Trabant) zu schalten, schalten, schalten bekam ich die Sache in den Griff.
Trotzdem konnte ich mich nicht gleich zum Kauf durchringen. Ca. 13 000 EUR für einen Neuwagen waren ziemlich viel Geld für mich. Also ließ ich einige Zeit ins Land gehen, fuhr in Urlaub, machte dort wieder eine Probefahrt, ließ mir wieder ein Preisangebot machen, fuhr nach Hause, überlegte, rechnete ...
Inzwischen hatte Suzuki mit einem Sonderpaket nachgelegt. Zusätzlich zur Grundausstattung gab es jetzt Nebelscheinwerfer, beheizbare Außenspiegel und Sitzheizung - und das alles für ca. 450 EUR weniger als der Normalpreis ohne Sonderausstattung. Jetzt gab es für mich kein Halten mehr. Über meine Autowerkstatt erwarb ich im Oktober 2002 endlich meinen neuen Ignis mit permanentem Allradantrieb in leuchtendem Blau (Metallic-Lack) zum Preis von 12.700 EUR. Vielleicht hätte der eine oder andere noch mehr herausgehandelt, aber ich war schon froh über diesen Preis. Er lag immerhin unter dem des Autohauses. Zudem habe ich die Werkstatt vor der Nase und als langjährige Kundin weiß ich, dass dort zuverlässig gearbeitet wird und im Notfall immer Hilfe zu erhalten ist.
Und nun zu ein paar Details.
* * * Türen/Fenster/Spiegel:
Mein Ignis ist ein fünftüriges Modell. Ich mag keine dreitürigen Autos, da ich immer irgendetwas zu transportieren habe. Und da ist es mir lieber, ich habe für die hinteren Sitze eine separate Tür. Die Türen lassen sich über die Zentralverriegelung alle gemeinsam öffnen (allerdings habe ich keine Fernbedienung), oder die Beifahrertür und der Kofferraum einzeln. Sie müssen dann auch wieder einzeln verschlossen werden.
Die beiden vorderen Fenster lassen sich elektrisch öffnen. Dabei kann auch vom Fahrer die Beifahrerseite mit geöffnet werden. Man sollte aber beachten, dass man nicht versehentlich die Kindersicherung einschaltet (um unkontrolliertes Öffnen der Fenster durch Kinder zu verhindern) und sich dann in der Werkstatt beschweren, dass sich die Fenster nicht öffnen lassen - man hat sofort die Lacher auf seiner Seite (kann ich euch jedenfalls versichern).
Die Außenspiegel lassen sich im Gegensatz zum Justy ebenfalls elektrisch und damit von innen verstellen. Davon bin ich begeistert. Vor allem, wenn verschieden große Personen mit dem Auto fahren, sind die Spiegel schnell wieder eingestellt. Da ich beim Rückwärtsfahren mit dem Ignis nach den Spiegeln fahren muss, sind gut eingestellte Spiegel schon sehr wichtig. Aufgrund der wuchtigen Kopfstützen für die hinteren Sitze sieht man beim Umdrehen zu wenig, das endet eher in einem Blindflug, also habe ich mich auf das Nach-Spiegel-Fahren umgestellt. Anfangs bin ich da schon mal durch die Gegend geeiert, aber ich habe es nicht aufgegeben und irgendwann hat es geklappt. Dass die Außenspiegel beheizbar sind, erwähnte ich bereits anfangs. Dies ist in Verbindung mit der Heckscheibenheizung eine feine Sache. Da mein Auto im Freien parken muss, bin ich über diese Funktion doch sehr froh. Einschalten und in wenigen Minuten habe ich klare Sicht. Man sollte allerdings nicht vergessen, diese Heizung so schnell wie möglich wieder auszuschalten - der Stromverbrauch ist ziemlich hoch.
* * * Rund um die Sitze:
Die Sitzposition des Fahrers kann durch verschiedene Einstellungen verändert werden. Nach vorn und hinten ist eigentlich klar. Neu für mich ist die Sitzhöhenverstellung durch einen Außenknopf am Sitz und die Lendenstützenverstellung für den Rückenbereich. Vor allem bei längeren Fahrten ist beides von Vorteil.
Die vier Kopfstützen (obwohl das Auto für 5 Personen ausgelegt ist!) lassen sich ebenfalls verstellen. Da ich etwas klein bin (daher der Nick Wurzelzwerg), gibt es für mich nichts zu verstellen, so tief wie möglich und das ist mir immer noch zu hoch!
Die Sicherheitsgurte sind höhenverstellbar und bei mir (s. o.) so tief wie möglich eingestellt. Für die hinteren Sitze sind an der Seite Gurtaufhängungen vorhanden. Sie sollen verhindern, dass die Gurte beim Verstellen der Sitzlehnen beschädigt werden.
Kindersitze soll man möglichst auf den hinteren Sitzen anbringen. Vorn ist die Verletzungsgefahr bei einem evtl. Unfall durch den aufspringenden Airbag viel zu groß. Ausführlich sind in der Betriebsanleitung die verschiedenen Montageanleitungen für die unterschiedlichsten Kinderrückhaltesysteme erläutert.
* * * Airbag:
Der Suzuki Ignis verfügt über zwei Airbags. Der Fahrerairbag befindet sich im Lenkrad, der Airbag des Beifahrers auf dessen Seite hinter dem Armaturenbrett. Sie blasen sich ausschließlich im Falle eines Frontalaufpralls auf, den ich hoffentlich nie erleben muss (ich hoffe natürlich auch nicht irgendeinen anderen Unfall).
* * * Instrumententafel:
Dort befinden sich der Tachometer, Kilometerzähler mit 3 verschiedenen Anzeigen, Drehzahlmesser, Kraftstoff- und Temperaturanzeige sowie verschiedene Warn- und Anzeigenleuchten, z. B. die Bremssystemwarnlampe, die Warnlampe des Antiblockiersystems (ABS), die Kontrolllampe für elektrische Servolenkung (EPS) und die Ladekontrollanzeige. Sollte die Öldruckwarnleuchte aufleuchten und anbleiben, wäre es nicht verkehrt, schnellstens den Ölstand zu kontrollieren und bei Bedarf nachzufüllen. Bei meinem Justy musste ich das mehrmals im Jahr machen, aber beim Ignis ist nach fast einem Jahr und ca. 14.000 gefahrenen km noch alles im grünen Bereich.
An der Scheinwerferhöheneinstellung stört mich, dass diese unbeleuchtet ist. Bei einer Fahrt in der Dunkelheit ist es somit unmöglich, während der Fahrt den entsprechenden Schalter zu finden, um evtl. nachzuregeln.
Dann gibt es noch eine separate digitale Mehrfachanzeige für Datum, Fahrtzeit und Durchschnittsgeschwindigkeit. Das ist in meinen Augen allerdings alles nur Spielerei. Ich nutze lediglich die Uhrzeitanzeige. Auch die Weckzeitanzeige finde ich sinnlos. Wer schläft schon im Auto?
* * * Stauraum:
Im Handschuhfach lässt sich allerlei Klimbim unterbringen. Dann gibt es noch in jeder Tür Ablagemöglichkeiten, und unter dem Armaturenbrett können Fahrer und Beifahrer ebenfalls verschiedene Utensilien unterbringen. Rechts und links außen befinden sich je eine Vertiefung, in der kleinere Flaschen Platz finden, das ist ganz günstig. In der Mittelkonsole zwischen den Sitzen befinden sich ebenfalls zwei kleinere Fächer. Und dann gibt es unter dem Beifahrersitz noch eine Art Schubkasten. Der sei für den Transport von Schuhen gedacht, sagte man mir - ich habe ihn mit CDs vollgepackt.
* * * Heizung:
Hier gibt es etliche verschiedene Einstellmöglichkeiten. Statt Umwälzluft sollte man lieber die Frischluftzufuhr wählen, dann beschlagen die Innenfester nicht. Aber das wird ja allgemein bekannt sein.
Mein Lieblingsschalter war den ganzen Sommer über der von der Klimaanlage. Wie dankbar ich über diese Erfindung bin, kann sich wohl jeder bei den diesjährigen tropischen Temperaturen vorstellen. Ziemlich schnell wird die tiefste Temperatur erreicht (ich glaube 16 ° C), davon war sogar mein Werkstattmeister überrascht. Ich habe mir natürlich auch schon eine prima Erkältung durch sie zugezogen. Seitdem stelle ich sie ein bisschen wärmer ein (muss von Hand reguliert werden).
Allerdings wirkt sich der oftmalige Einsatz auf den Kraftstoffverbrauch aus. Bemerkbar macht es sich auch, dass bei eingeschalteter Klimaanlage der Ignis nicht ganz so gut und zügig fährt.
Hatte ich eigentlich die Sitzheizung schon gelobt? Die brauche ich zwar zurzeit noch nicht, aber im Winter möchte ich sie keinesfalls missen. Sie lässt sich in zwei Stufen regulieren. Ich glaube, wer einmal ein Auto mit Sitzheizung gefahren ist, kauft sich keins mehr ohne diese Heizung.
Der Zigarettenanzünder ist für mich eigentlich nur wichtig, um das Handy schnell mal zwischendurch aufzuladen, und im Aschenbecher sammle ich das Schokoladenpapier.
* * * Kofferraum:
Der Kofferraum ist relativ klein. Dies war allerdings beim Justy genauso. Zwei Einkaufsklappboxen nebeneinander - mehr ist nicht drin. Aber bei Bedarf lassen sich mit einem Handgriff die Rückenlehnen der hinteren Sitze getrennt umlegen, so dass sich die Ladefläche auf 419 l vergrößern lässt. Die niedrige Ladekante erleichtert das Be- und Entladen und die große, nach oben öffnende Heckklappe bietet einen praktischen Regenschutz.
Im Kofferraum verstecken sich unter der Bodenabdeckung weitere, einzeln abgetrennte Staufächer. Dadurch herrscht immer eine sogar mich beeindruckende Ordnung im Gepäckraum. Unter diesen Staufächern befindet sich das Ersatzrad sowie das Werkzeug zum Rad wechseln.
* * * Allgemeines/Technische Daten:
Der Ignis hat folgende Abmessungen:
Länge: 3,615 m
Breite: 1,595 m
Höhe: 1,545 m
Leergewicht: 965 kg
Hubraum: 1328 ccm
kW (PS): 61 (83)
Reifen: 14 Zoll
Höchstgeschwindigkeit: 155-160 km/h
Er hat einen 1,3 Liter 4-Zylinder-Motor.
Der Kraftstoffverbrauch (Super) liegt zwischen 5,7 (Überlandverkehr) und 9 l (Stadtverkehr), dies ergibt einen Mix von 6,9 l. Genau diesen Verbrauch habe ich nach dem letzten Tanken registriert.
Auf der Autobahn fahre ich Durchschnittsgeschwindigkeiten zwischen 120 und 140 km/h. Damit komme ich immer ans Ziel. Ich muss nicht rasen wie ein wilder Stier, wie es in irgendeinem Schlager heißt, sehe nebenbei noch was von der Landschaft, und spare dabei sicher manches an Benzin.
Suzuki bietet die übliche 3-Jahres-Fahrzeuggarantie mit Mobilitätsservice (bis 100.000 km) sowie eine 12-Jahres-Garantie gegen Durchrostung.
* * * Fazit:
Durch den Allradantrieb liegt der Ignis sicher auf der Straße, hat ein gutes Kurvenverhalten und die Bodenfreiheit von 16,5 cm bietet Bewegungsfreiheit auch auf unbefestigten Straßen. Da der Ignis verhältnismäßig hoch ist, befürchtete ich anfangs, dass er besonders auf der Autobahn relativ windanfällig ist. Zum Glück bestätigte sich dies nicht.
Ich fahre meinen Ignis jetzt ein knappes Jahr und bin sehr zufrieden mit ihm. Ich nutze ihn für meine tägliche Fahrt zur Arbeit auf der Landstraße, mache öfters Ausfahrten über die Autobahn und ab und zu geht es auch mal querfeldein oder durch den Wald. Bis jetzt hat mich mein Gefährt noch nie im Stich gelassen. Außer mit einem kleinen Steinschlag in der Frontscheibe musste ich bis jetzt noch nicht in die Werkstatt. Anfangs hakelte die Schaltung etwas, wenn ich vom 5. in den 4. Gang herunter schalten musste. Das hat sich aber inzwischen gegeben.
Eigentlich hat der Ignis alle 5 Sterne verdient, aber na gut, der doch ziemlich kleine Kofferraum kann schon mal belastend sein und führt daher zu einem Sternchenabzug.
Allzeit gute Fahrt wünscht allen Lesern und sich selbst der Wurzelzwerg.
Nachtrag:
Übrigens ist mein Ignis 3 Jahre von der Kfz-Steuer befreit (also bis 31.12.2005).
Bei der Kfz-Haftpflichtversicherung ist er in der Regionalklasse 9, Typklasse 14 eingestuft, bei der Vollkasko (einschließlich Teilkasko) in Regionalklasse 6, Typklasse 16.
Bei einem Betragssatz von 25 % habe ich daher für dieses Jahr insgesamt knapp 255 EUR bei meiner (Direkt-)Versicherung bezahlen müssen. Ich denke, damit kann man ganz gut leben.
PS: Über ein Jahr habe ich gebraucht, um festzustellen, dass man auf der Rückseite der Sonnenblenden die Parkkarte unterbringen kann.
2. PS: Inzwischen sind weitere 10 Monate vergangen. Bald wird mein Ignis 2 Jahre alt und ich bin immer noch wie am ersten Tag mit ihm zufrieden. Übrigens liegt der Benzinverbrauch nach wie vor bei 6,7 bis 7 l. Für ein Allradauto ist das ganz gut, denke ich.
Ich habe endlich ein paar Fotos eingestellt, damit man sich ein besseres Bild von ihm machen kann.
Update vom 19.09.05:
Leider hat sich mein Ignis nicht als einbruchsicher erwiesen. Dreiste Diebe haben die Beifahrertür aufgebrochen und mein CD-Autoradio entwendet.
Schaden: Türe verbeult, 2 kaputte Schlösser (damit Auswechslung der gesamten Schließanlage), Dellen in der Tür, Lackschaden, das CD-Autoradio weg - mit ca. 1.250 € war ich dabei - hat zwar die Teilkasko-Versicherung reguliert, aber Ärger, Lauferei und Selbstbehalt kosteten Zeit, Nerven und Geld.
Update vom 30.10.05:
Die 3. Durchsicht war fällig (48.000 km hat mein Ignis auf dem Buckel). Leicht geschockt habe ich die Werkstatt verlassen. Die Bremsscheiben und -belege mussten ausgetauscht werden - o manometer, geht das ins Geld...
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14.02.2001
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spritzig---sehr sehr wintertauglich!!!
Fahrzeugbewertung für Suzuki Ignis 1.3 Classic von
code-red
Pro: günstige anschaffung, gute beschleuniging, mit allrad im winter genial.
Kontra: untenrum etwas schlapp, kleiner kofferraum.
hallo erstmal !!!
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24.03.2006
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