Spartanischer Spaßmacher
05.01.2002
Pro:
Günstig, hoher Spaßfaktor
Kontra:
magere Austattung
Empfehlenswert:
Ja
 BoogieMan
Über sich:
Mitglied seit:04.01.2002
Erfahrungsberichte:23
Vertrauende:8
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 55 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo zusammen, nach einigen Berichten zum Thema Handy ist dieses mal mein Moped dran: Die Suzuki LS 650 Savage. Ich fahre eine seit 1996, lackiert ist sie in maroon, ein dunkler Rotton welcher ihr sehr gut steht.
Gekauft habe ich sie damals vor allem wegen des günstigen Preises und weil sie mir einfach gefallen hat. Der Listenpreis betrug damals umgerechnet 4500 Euro, bekommen hab ich sie für 4000. Mit ein bißchen Vergleichen und Handeln sollte so ein Nachlass auch heute noch möglich sein. Der Listenpreis heute tendiert gleube ich richtung 5000 Euro, ganz sicher bin ich mir da allerdings nicht. Ausgestattet ist die "halbe Harley" mit einem 650 ccm Einzylinder, ansonsten besitzt sie keinerlei Schnickschnack. Die "Instrumente" oder besser das Instrument ist auf dem Tank angebracht, denn außer einem Tachometer mit Aufblendlicht- und Blinkeranzeige sowie einem Kilometerzähler findet man nichts mehr. Mehr ist zum Spaßhaben mit einem Motorrad allerdings auch gar nicht nötig, denn der Einzylinder hat ordentlich Druck und schiebt das 170 Kg Leichtgewicht mit seinen 31 PS gut vorwärts. Der Sound hat im Vergleich zu älteren Modellen etwas an Volumen verloren, was auf eine geänderte Auspuffanlage seit einigen Jahren zurückzuführen ist, da zwischenzeitlich neue Lärmvorschriften in Kraft getreten sind. Nichtsdestotrotz bollert der kleine Kraftmeier munter vor sich hin und säuft auch nicht gleich ab, wenn man mal etwas untertourig fährt.
Ich habe die Susi vorhin "halbe Harley" genannt und das bezieht sich nicht nur auf den Motor: Wer bisher vielleicht ein anderes Motorrad fuhr, wird womöglich erst einmal das Zündschloß suchen. Es befindet sich wie beim amerikanischen Urahn aller Chopper links unterhalb der Sitzbank. Ganz Harley-like gibt sich auch die Antriebseinheit, wird die Kraft doch nicht über einen banalen Ketten- oder Kardanantrieb, sondern über einen Zahnriemen ans Hinterrad geleitet. Entsprechend sanft beschleunigt die Maschine. Apropos Beschleunigung: von 0-60 gehts wirklich flink voran, da kann man schonmal Ampelflitzer spielen und ein paar Autofahrer stehen lassen. von 60 bis 120 spürt man die Beschleunigung noch deutlich, allerdings nimmt ab etwa 100 Km/h der Fahrtwind derart zu (ich habe keine Scheibe), daß man eigentlich kaum schneller fahren mag. Hier merkt man auch das eher geringe Fahrtgewicht, es kann schon mal ein wenig flatterig werden. Mit viel Anlauf und gutem Willen kann man auch 140 Km/h erreichen, aber das ist dann eher Quälerei für die kleine Susi. Ich selbst genieße es am meisten, über kurvige Landstraßen mit durchschnittlichem Tempo zu "cruisen", das ist wohl das erklärte Lieblingsrevier der Maschine, dort macht sie Spaß.
Reperaturen standen in den vergangenen fast 6 Jahren keine an, lediglich die obligatorischen Ölwechsel. Mit Aufmerksamkeit sollte man sich auch mal der Batterie widmen, in kalten Wintern sollte sie auf jeden Fall ausgebaut und ans Ladegerät gehängt werden. Über einen Kickstartet verfügt die Susi nämlich nicht (das könnte bei nem 650 ccm-Einzylinder auch sehr schmerzhaft enden ;) ) und wer dann mit einer leeren Batterie am Elektrostarter rumdrückt steht etwas blöd da... Gepflegt werden will auch das viele Chrom, sonst verwandelt sich der strahlende Glanz gern in rostbraunes Einerlei.
Aufpassen sollte man auch im Sommer beim Tanken. Mir selbst ist es passiert, daß ich vor einer Tour schön vollgetankt habe und dann noch ein paar Minuten in der Sonne auf Freunde warten mußte. Das Benzin im Tank dehnte sich aus und ein Teil lief über. Es hat sofort den Lack angegriffen und bis heute ist eine Spur davon im Lack des Tanks zu sehen. Zubehörteile findet man für die Susi in rauhen Mengen und auch zu vertretbaren Preisen, so habe ich beispielsweise Satteltaschen mit Halterung für 50 Euro erstanden. Damit sieht sie gleich viel wuchtiger aus und man kann auch mal ein paar Dinge mittransportieren.
Aufgrund der niedrigen Sitzhöhe und der eigentlich geringen Größe ist die Susi eigentlich eher für kleinere Leute (Männlein und Weiblein ;) ) geeignet, aber selbst ich mit meinen fast 1,90 m finde darauf einen recht bequemen Platz, obwohl ich schon seit Jahren mit dem Gedanken spiele, die Fußrasten vorverlegen zu lassen. Für Wirklich nötig habe habe ich es aber bisher nicht gehalten. Die Verabeitung ist nicht erstklassik, aber auch nicht negativ anzukreiden - japanische Großserie könnte man das vielleicht nennen.
Einziges kleines Manko ist manchmal das Getriebe, der 5. Gang vermittelt beim Schalten manchmal das Gefühl, nicht richtig eingerastet zu sein, obwohl er drin ist. Aber daran gewöhnt man sich auch rasch. Alles in allem habe ich den Kauf der LS 650 Savage bis heute kein einziges mal bereut, sie ist zwar spartanisch ausgestattet, aber zuverlässig, preiswert und macht eine Menge Spaß. Wer allerdings liebevolle Detaillösungen, technische Spielereien oder 1a-Verarbeitung an einem Motorrad sucht muß eben tiefer in die Tasche greifen.
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19.12.2004 19:39
Dein Bericht gefällt mir. PS: Dad Motorrad ist einfach klasse !!
11.06.2004 00:19
Is eigentlich n nettes Mopped, hat mein Vater&ich darf manchmal mit fahren =) Grüßle,Thomas
21.08.2002 01:57
Die Savage hatte ich auch bis vor 3 Jahren, dann wurde die Zeit für das Hobby leider zu knapp. Es war aber eine echt tolle Maschine. Ciao, Holger