Fahrzeugbewertung des Autors:
| Pro: |
Leistung, Preis, Verbrauch, Sitzposition |
| Kontra: |
Übersichtlichkeit, Verarbeitung, Sitze |
Also mein Erfahrungsbericht zum Suzuki SX4:
Ich habe das Auto im März 2007 mit einem Kilometerstand von nur 1500km als Vorführwagen gekauft und dafür ca.13.000EUR gezahlt. Ich fahre den SX4 Streetline in der "Club" Ausstattung als reinen Fronttriebler. Daher wird auch nur das von mir gefahrene Fahrzeug bewertet obwohl es den SX4 auch noch als Benziner bzw. auch mit (intelligentem) Allradantrieb gibt.
Ausstattung:
Die Ausstattung erfüllt meine Anforderungen und besteht im Wesentlichen aus:
-Sitzheizung
-Klimaanlage (manuell)
-el. Fensterheber vorne
-el Spiegel
-Mp3 Radio mit Lenkradsteuerung
-ESP
-ABS
Ausstattungsmerkmale wie z.B. Stoßfänger in Wagenfarbe, Isofix-Halterungen usw. lasse ich mal aussen vor.
Motor & Getriebe
Der Motor liefert 80 kw (120PS) aus 1,9 Litern Hubraum, erfüllt die Abgasnorm Euro4 und ist Serienmäßig mit einem Dieselpartikelfilter ausgerüstet. Der Motor ist nicht gerade ein Wunder an Laufkultur. Gerade im kalten Zustand hört man deutlich, dass man einen Diesel fährt. Der Motor nagelt deutlich hörbar, was aber nach ca 2-3km verschwunden ist. Wenn der Motor erstmal warm gefahren ist, läuft er recht weich und wird auch deutlich leiser.
Auch wenn der Motor im kalten Zustand recht rauh läuft, so nimmt er dennoch immer gut Gas an und beschleunigt sauber ohne ein nennenswertes Turboloch.
Der Verbrauch liegt je nach Fahrweise, bei ca. 5-6Liter Diesel, wenn man Berlin - München mit Vollgas fährt, dann sind allerdings auch mal 8-9 Liter drin. Geschwindigkeit kostet halt Geld.
Gemütliche Autobahncruisen wird besonders begünstigt durch das 6-Gang-Getriebe und dank des kräftigen Motors kann man auch mit 50-60km/h im 6. Gang sehr Spritsparend unterwegs sein. Allerdings mag das Getriebe keine kalten Temperaturen. Insbesondere Temperaturen um die 0°C oder weniger lassen das Getriebe nebst Kupplung ziemlich zäh erscheinen. Aber wie bei dem Motor, ist auch dieser Eindruck nach den ersten 2-3km verschwunden.
Design & Äußeres
Der SX4 zählt als UXC (=Urban Crossover Car) - was soviel heißen soll wie: Für eine Limousine zu hoch, für ein SUV zu billig, für die Golfklasse zu wenig Image.
Insgesamt ziemlich gedrungene Front, hohes Dach und etwas pummelig wirkendes Heck. Aber Design ist ja immer schon Geschmackssache gewesen.
Die Türen öffnen ziemlich weit und erlauben einen bequemen Einstieg. Auch die Kofferraumklappe öffnet so weit, dass man sich nicht den Kopf daran stößt. Einzig die Höhe der Ladekante läßt zu wünschen übrig. Aber das Problem haben wohl alle etwas höhergelegten Fahrzeuge.
Ein riesiges Manko ist die A-Säule (der Übergang von Windschutzscheibe zur Tür). Die A-Säule ist in der Form eines umgedrehten "Y" "designed. Ein kleines Fenster ist in die A-Säule integriert. Allerdings ist die Gabelung des Y genau auf Augenhöhe. Durch die dick auftragende Innenverkleidung der A-Säule ist die Sicht soweit eingeschränkt, dass man im Frontbereich einen toten Winkel hat, in dem auch schonmal ein LKW im Kreisverkehr verschwindet. Wenn man sich darauf eingestellt hat, und die ersten "AHA"-Erlebnisse ohne Schaden hinter sich gebracht hat, kann man sich damit jedoch arrangieren.
Interieur & Bedienbarkeit
Mal abgesehen von der A-Säule ist die Bedienbarkeit und Übersichtlichkeit ganz gut gelungen. Die rote Armaturenbeleuchtung sieht ganz angenehm aus, zumindestens gefällt es mir. Alle Schalter sind da wo man sie erwartet, allerdings habe ich sehr ähnliche Schalter auch schon im 10 Jahre älteren Toyota meiner Eltern gesehen. Aber was will man an einem Blinkerhebel mit Lichtschalter schon groß ändern.
Man sitzt etwas höher über der Straße, was durchaus angenehm ist und einem das Gefühl gibt etwas über den Dingen zu fahren. Die Sitze selber sind aus einem "Mesh-Material", was sich erstaunlich robust gezeigt hat. Ich war da ziemlich skeptisch. Von der Haptik eher etwas billig aber irgendwie doch erstaunlich langlebig. Allerdings fehlt den Sitzen etwas Form - es ist fast als würde man auf Gartenstühlen platz nehmen - Sitzfläche und Rücklehne sind ziemlich gerade geformt und zeigen keine Anzeichen von anatomischer Ausformung. Die Seitenwangen geben wenigstens ein bisschen Seitenhalt.
Die Kunststoffverkleidungen von B-und C-Säule wirken schlicht und billig und erwecken den Eindruck, dass deren einzige Daseinsberechtigung darin besteht, nicht auf das nackte Blech zu gucken. Die Türverkleidungen sind wenigstens vorhanden und mit einer relativ lieblosen Stoffeinlage beklebt.
Auch Der Handschuhfachdeckel ist billigstes Kunststoff. Die Verkleidungen machen ausschließlich einen wirklich billigen Eindruck - aber nix klappert oder knarzt. Auch auf schlechten Straßen.
Das Armaturenbrett will irgendwie nicht so recht zu der restlichen Verkleidung passen. Abgesetzt mit 2 Edelstahlleisten wirkt es im Vergleich zum Rest überdurchschnittlich wertig und funktional.
Das Platzangebot ist für 4 Erwachsene und 1 Kiste Bier hinten in der Mitte ausreichend und durchaus bequem für große Reisen. 5 Erwachsene würde ich aber niemanden antun (Nebenbei bemerkt - auch nicht in einem Golf oder vergleichbarem). Der Kofferraum ist jedoch für ausgewachsene Reisen zu 4. definitiv nicht ausgelegt - wenn man nicht gerade nur mit Zahnbürste und Kreditkarte reist.
Fahrwerk & Sicherheit
Da ich davon keine Ahnung habe, halte ich mich relativ kurz:
Unerwartet straff und sportlich abgestimmtes Fahrwerk mit ESP,ABS usw. Eigentlich immer gute Straßenlage und nie das Gefühl nicht Herr der Lage zu sein. Die Servolenkung ist etwas indirekt und könnte manchmal etwas leichter gehen (Einparken) und auf der Autobahn etwas schwergängiger sein.
Ansonsten 4 Airbags und eigentlich alles was man so haben will und hofft es nie zu brauchen. 4**** im NCAP-Crashtest beim Insassenschutz sind nicht so schlecht glaub ich.
Fazit:
Nach gefahrenen 40.000km durchaus zu empfehlen. Mit leichten Schwächen in der Verarbeitung des Innenraumes und dem Design-Faux-Pas der A-Säule. Ausschlaggebend für den Kauf war neben dem deutlich günstigeren Preis, im Verhältnis zu so ziemlich allen deutschen Herstellern, auch der geringe Verbrauch und der Rußfilter.
Wer ein Auto in der Verarbeitung eines BMW oder Mercedes haben möchte, der muss eben auch den Preis dafür bezahlen. Für alle anderen sicherlich nicht die schlechteste Wahl
Nachtrag:
Bis jetzt nur die Serviceintervalle machen und einmal die Bremsen vorne auswechseln lassen. Der Serviceintervall liegt bei 10.000km oder einem Jahr. Eine Inspektion beim freundlichen Suzuki-Händler kostete im Schnitt zwischen 200,- und 250,-EUR. Ein großteil des Geldes geht dabei auf das teure Motorenöl drauf. Der Rest sind ist dann Luftfilter, Pollenfilter, Kleinmaterial und Arbeitsstunden.
Nachtrag, der Zweite (21.03.2011):
Ich bin jetzt bei etwa 75000km. Der Suzuki fährt sich nach wie vor einwandfrei. Verschleißteile wurden, mit Ausnahme des obligatorischen Ölwechsels bislang keine benötigt. Jedoch werden mit der kommenden Inspektion (und dem Frühjahrscheck) folgende Reparaturen fällig: Neue Bremsklötze vorne (die sind momentan nahe der Verschleißgrenze), neuer Endtopf (vermutlich wurde der durch den intensiven Salzeinsatz auf bayerischen Straßen und ziemlich viel Kurzstreckenfahrten im Winter dahingerafft).
Wir sind nach wie vor sehr zufrieden mit dem Auto. Als zusätzliches Extra werden wir noch das Serienradio gegen ein Navigationsradio eintauschen (nicht weil das Originalradio defekt ist o.ä. sondern weil ich es nicht mag, wenn irgendein Navi in der Windschutzscheibe klebt!).
Der Verbrauch im Winter hat sich im Übrigen bei 7 Litern eingependelt. Jedoch immer zu beachten, dass viel mit Licht und immer mit eingeschaltener Sitzheizung (Super-Angenehm!) gefahren wurde.
Bei 100.000km wird der Bericht hier weitergeführt, so nichts gravierendes dazwischenkommt.
MfG
Teno
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