Fahrzeugbewertung des Autors:
| Pro: |
Klein, Sparsam, Günstig, Aurbaufähig |
| Kontra: |
Leistung, etwas Rost, kein ABS |
Hi liebe Ciao-Freunde
Mein Erstbericht den ich damals verfasste war ja relativ zu kurz geraten, drum werde ich ihn grundlegend neu verfassen.
Zu meinem 18ten Geburtstag im Oktober 2004 und der erfolgreichen Führerscheinprüfung musste natürlich ein Auto her. Das Budget lag bei max. 3000€. Das man damit keine großen Sprünge machen kann ist natürlich klar. Nach relativ kurzer Suche bin ich bei einem privaten Verkäufer auf einen grünen Suzuki Swift gestoßen. 4 Jahre jung und schon 86000 Km auf der Uhr. Der veranschlagte Preis waren 2600€.
Nach gründlicher Überprüfung auf der Hebebühne konnte man zum Zustand nur "einwandfrei" sagen. Kein Rost, kein großartiger Verschleiß, das 80% der Kilometer auf der Autobahn verbracht worden sind. Also war der Swift mein !
All about Swift
Der Suzuki Swift wurde in den 80er Jahren entwickelt und seit 1983 gebaut. Wir sprechen hier vom Suzuki Swift MK1 (Typ AA) der Ende der 80er eine grundlegende Überarbeitung erhielt und in den 90ern als MK2 (Typ EA) verkauft wurde. Es folgten einige kleine Änderungen an Stoßstangen und Heckleuchten, sowie an der Ausstattung. 1996 erhielt der Swift ein weiteres Facelift (Typ MA). Die Produktion wurde von Japan nach Ungarn verlagert und zusammen mit dem Subaru Justy produziert. Mein Swift wurde im Jahre 2000 im ungarischen Esztergom gebaut.
Die Daten meines Wagens:
Bezeichnung: Suzuki Swift Typ MA 3-Türer Schrägheck
Baujahr: 2000
Motorisierung: 998ccm 3-Zylinder (Singlepoint) (SOHC) Benziner
Getriebe: 5-Gang Handschaltung
Antrieb: Front
Leergewicht: 750 kg
Länge: ~ 3,8 m
Breite: ~ 1,5 m
Höhe: ~ 1,3 m
Bereifung: 165/60 R13
Schadstoffklasse: Euro 3
Ausstattung: elektrische Fensterheber, 2 Airbags, Drehzalmesser, Nebelscheinwerfer, Servolenkung, el. Verstellb. Spiegel
Übrigens: Der Suzuki Swift wurde weltweit unter verschiedenen Namen von verschiedenen Herstellern verkauft. Bis auf einige kleine Änderungen halten sich die Unterschiede in Grenzen. In Japan kennt man ihn als Suzuki Cultus, in Indien als Maruti Esteem, in Amerika als Geo Metro, Chevrolet Sprint, Pontiac Firefly und in Australien als Holden Barina.
Den Swift bekommt man als 3- oder 5-Türer Schrägheck, Limousine und Cabrio. Die Motorisierungen gehen vom 1,0 Liter Dreizylinder, 1,3 Liter Vierzylinder (SOHC und DOHC) und 1,6 Liter Vierzylinder. Besonders vermerken sollte man den 1,3er GTI-Motor (DOHC) mit 101 PS, der den 750 kg leichten Swift zu einer richtigen Rennsemmel machte. Weiterhin konnte man ihn als Fronttriebler oder Allrader kaufen. Auch ein Automatikgetriebe stand mit zur Auswahl.
So nun zur weiteren Analyse meines Wagens:
Design
Außen:
Von außen gestaltet sich der Swift (MA) als recht praktisch. Auf Aussehen wurde nicht viel Wert gelegt. Es musste praktisch und funktionell sein. Die Front bietet mit der, im Vergleich zu anderen Kleinwagen, langen Motorhaube eine relativ große Knautschzone. Die nach hinten spitz zulaufenden Seitenscheiben am Heck lassen das Fahrzeug dennoch etwas flink erscheinen. Sportliche Elemente sucht man vergebens, aber dafür wurde er auch nicht gebaut. Schwarze Gummileisten an der Seite schützen die Tür vor Stößen unvorsichtiger Parknachbarn oder anderen Unfällen beim Öffnen. Von Zierleisten möchte ich mal nicht reden, denn eine Zierde sind sie leider nicht. Von hinten wirkt der Wagen eher wie ein Kasten, da er ziemlich hochbeinig ist. Von vorn wirkt er wie ein Nilpferd (zumindest meinte das meine Freundin ^^) aber Ok, Kritik wird vermerkt.
Innen:
Genauso wie Außen, wird auch Innen mehr das funktionelle verfolgt. Das Armaturenbrett ist sehr übersichtlich aufgebaut, besitzt große, gut erreichbare Knöpfe. Die Farbe ist schwarz mit einer groben Maserung. Die Türpappen sind mit Plastik, Stoff, und Lederimitat bezogen. Bis auf den Stoff ist alles Schwarz. Wobei der Stoffbezug hätte nicht hässlicher sein können. Grün mit Lila und roten Punkten und Vierecken … einfach undefinierbar hässlich. Der selbe Stoff bezieht auch alle Sitze.
Der Boden ist einfach mit schwarzem Filz belegt. Design eigentlich 0, dafür alles äußerst funktionell und gut erreichbar.
Motorisierung:
Im Motorraum meines Swifts arbeitet der bereits genannte Dreizylindermotor. Mit einem Hubraum von 998ccm schafft es das Aggregat auf 39 kw bzw. 53 PS. Der Motor wird über eine obenliegende Nockenwelle gesteuert, welche über einen Zahnriemen angetrieben wird. Der Motor an sich ist ziemlich klein, was natürlich den Vorteil bietet, dass man überall rankommt im Falle einer Reparatur. Steuerelektronik gibt es relativ wenig. Eigentlich ist alles recht überschaubar. Selber reparieren ist hier dank der primitiven Technik gut machbar.
Fahrwerk:
Wie bereits erwähnt ist der Wagen sehr hochbeinig.
Vorteil: Im Gelände und auf Waldwegen kann man gut fahren ohne aufzusetzen. Mit Allradantrieb macht der kleine sogar einigen SUV´s Konkurrenz.
Nachteil: Die Kurvenlage ist mehr als schlecht. Der Wagen schaukelt sich sehr schnell auf und geht in engen Kurven extrem in die Knie. Bei der 5-Türer Version bricht auch gern das Heck aus wenn man es übertreibt.
Zum stehen bekommt man den Swift durch Innenbelüftet Scheibenbremsen vorn und hinten durch Trommelbremsen. ABS hat er nicht. Auch Stabilisatoren sucht man vergeblich. Abgefedert wird er durch Federn Stoßdämpfer. Der Swift besitzt auch hinten übrigens eine Einzelradaufhängung.
Trotz dieser fehlenden Bauteile lässt sich der Wagen sicher und stabil fahren, wenn man es nicht übertreibt.
Zur Information: Der Swift braucht 4-Loch Felgen mit einem Lochkreis von 114,3. Maximal 195/45 R15 sind ohne Problem machbar.
Fahrgefühl / Comfort
Die Federung ist viel zu hart. Man merkt jede Bodenwelle, jedes Schlagloch, jede Unebenheit. Allerdings wird das Gefühl durch die sehr bequemen weichen Sitze abgemildert. Lange Fahrten kann man hier ohne Rückenschmerzen überstehen. Die sehr leichtgängige Servolenkung macht im Stadtbetrieb und beim einparken sehr viel Spaß und dank des geringen Wendekreises sind kleine Parklücken kein Problem.
Weiterhin Spaß macht die gute Rundumsicht. Die großen Scheiben bieten in jeder Situation einen guten Überblick. Im Stadtverkehr lässt sich der Wagen auch gut im 5ten gang bei 50 km/h fahren, und ist somit äußerst sparsam. Ab 80-90 km/h fängt es dann auch an ungemütlich zu werden. Die Fahrgeräusche werden lauter, und der Wagen wird sehr windanfällig. Ab 140 km/h verlassen ihn dann auch seine Kräfte und mit original Fahrwerk
ist das auch schon die Schmerzgrenze. Auf maximal 175 km/h konnte ich den Swift auf gerader Autobahn bringen. Wie lang das dauert, fragt besser nicht.
Sicherheit:
Zum Thema Sicherheit gibt's nur zu sagen: 2 Airbags, gute Knautschzone in der Front, aber leider kein ABS. Die Bremsen arbeiten der Motorisierung entsprechend gut.
Unterhaltskosten:
Dank der Euro-3 Schadstoffklasse bezahlt man ca. 67€ im Jahr steuern. Der Benzinverbrauch hält sich bei der 1,0er Maschine in Grenzen. Eigentlich ist er sehr sparsam. Im Stadtverkehr kann man ihn mit 6 l/100 km fahren auf der Autobahn erreichte ich sogar 4,5 l/100 km. Alles eine Frage der Fahrweise.
Einzigst in der Haftpflicht schlägt er kostenmäßig etwas zu. Beim Einstieg mit 140% (SF ½) zahlt man ca. 900€ im Jahr. Der Preis liegt aber trotzdem noch im unteren Feld.
Bei den Ersatzteilen wird es dann schon happiger. 40€ für Bremsbeläge, 50€ für eine Bremsscheibe, 120€ für einen Kühler sind da schon recht hoch. Für einen Ford konnte ich die Bremsbeläge der gleichen Marke für 27€ erwerben. Glücklicherweise kann an diesem Wagen nicht viel kaputtgehen, außer den Verschleißteilen. Um noch ein paar Zahlen zu nennen: ein Katalysator (inkl. Hosenrohr und Flansch) kostet bei ebay um die 180€, im Laden nicht unter 350€. Ein Auspuffanlage (BOSAL inkl. Mittel- und Endschalldämofer) kostet um die 160€.
Der Rest geht eigentlich. Für einen Luftfilter zahlt man 9€, für einen Ölfilter 11€ und auch beim Motorenöl gibt es nichts exotisches. Normal wurde 10W40 verwendet. Allerdings klackert der Motor damit ein wenig, dass lässt sich durch die Verwendung von 5W40 beseitigen.
Als Batterie kommt eine herkömmliche 35Ah Batterie zum Einsatz, die mittlerweile leider sehr teuer geworden (50-60€) sind.
Tuning:
Ein erfreulich spaßiger Teil. Da der Swift recht einfach gestrickt ist, kann man hier sehr viel selbst erledigen. Armaturen lackieren z.Bsp. ist kein Problem, da fast alles verschraubt wurde und in wenigen Minuten abgebaut werden kann. Auch die Türpappen sind in wenigen Minuten gelöst. Es gibt kaum Kabelsalat auf den man achten müsste. Ein Satz Alufelgen gibt dem Swift auch ein schöneres Gesicht. Bei dem 1.0er kann ich eine Größe von 185/50 R14 nur empfehlen. Günstig zu bekommen und sieht schick aus. 15"-Felgen finde ich persönlich übertrieben. Ist aber Geschmackssache. In Sachen Fahrwerk gibt es erstaunlich viel Auswahl. Tieferlegungsfedern gibt es bereits ab 99€. Das Angebot reicht von normalen Federn bis hin zu Kompletten Gewindefahrwerken, welche allerdings kaum bezahlbar sind. Ich persönlich habe hier auf H&R-Federn (35mm) für 160€ gesetzt. Damit kommt der Wagen ca. 4-5 cm tiefer. Der Vorteil: Mit breiteren Felgen und besseren Federn ergibt sich eine erstaunlich gute Kurvenlage. Auch bei höheren Geschwindigkeiten fährt sich der Swift somit um Welten stabiler. Allerdings wird der Komfort noch mehr gemindert, denn die H&R-Federn sind noch härter als die originalen.
An Anbauteilen bekommt man im Internet von GFK-Schürzen, Schwellern, Auspuffanlagen über LED Heckleuchten eigentlich alles was das Herz begehrt. Wer Schweller nachrüsten will kann auch gebrauchte GTI-Seitenschweller setzen. Diese sind bereits für 30-50€ zu erstehen und passen wie angegossen. Etwas Bastelerfahrung vorausgesetzt. Und das tollste, sie müssen nicht eingetragen werden, das es Suzuki original-Teile sind.
Reparaturen:
Leider sind in Ungarn gebaute Swifts rostanfällig. Allerdings kann man dem mit Vorsorge und Pflege zuvorkommen. So schlimm wie bei alten Opel ist es noch lange nicht. Typische Roststellen z.Bsp. an der Karosserie hinten unter der Stoßstange, hinter vorderen Kotflügel und die Schweller. Wer allerdings Vorsorge betreibt, kann dem Frühzeitigen Verfall vorbeugen. Weiterhin sind die meisten Antriebswellen nach 120.000-130.000 Km hinüber und müssen gewechselt werden. Gebraucht bekommt man eine komplette Welle für 40-60€, neu würde nur das Gelenk 140€, eine komplette Welle 180-200€ kosten. Normale Verschleißteile wie Auspuff und Bremsen unterscheiden sich in ihrer Haltbarkeit kaum von anderen Kfz. Der originale Auspuff hält ca. 4 Jahre durch, die Bremsen je nach Fahrweise. Beides kann auch ohne Probleme selbst gewechselt werden, wenn man ein wenig Ahnung hat. Ansonsten gibt es kaum Beschwerden. Der kleine 3-Zylinder macht nie Mucken und ist ziemlich Widerstandsfähig. Der Zahnriemenwechsel allerdings sollte beachtet werden. Genauso wie der Ölwechsel. Bei mir war 2007 ein Wechsel der Zylinderkopfdichtung nötig. Vermutlich Vorbesitzerschaden durch falschen Gebrauch. Die Kopfdichtung an sich kostete 16,50€, der Wechsle in der Werkstatt nicht unter 500€. Drum hab ich es selbst gemacht mit Beihilfe. 2 Tage Arbeit und die Geschichte war gegessen.
Today:
Heut sind Suzuki Swift Typ MA (1.0 bis 1.3 Liter, aber meist 1.0er) nur noch gebraucht erhältlich. Die jüngsten sind Baujahr 2003. Für einen Swift BJ 98-99 mit ca. 100.000 Km sind ca. 1500-2000€ privat und ca. 2500€ beim Händler fällig. Allerdings gibt es auch eine Menge Schnäppchen zu finden.
Den neuen Swift, ab 2005, gibt es natürlich auch (Typ EZ / MZ). Allerdings hat er mit dem alten nicht viel gemein, weder in technischer noch in preislicher Hinsicht.
Fazit:
Meiner Meinung nach ist der Suzuki Swift das perfekte Anfängerauto. Günstig, klein, leicht zu fahren und man kann dort die Technik gut erlernen. Kleine Dellen die man selbst verschuldet hat, sind dabei nicht so störend wie an einem neuen A3 oder Golf.
Mfg DerKuckuck
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