Sworn to the Dark - Watain

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Sworn to the Dark - Watain

Heavy Metal - 1 - CD - Label: Season Of - Veröffentlicht am: 16. Februar 2007 - EAN: 822603114829

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Erfahrungsbericht über "Sworn to the Dark - Watain"

veröffentlicht 13.06.2013 | Das_Ky
Mitglied seit : 26.02.2004
Erfahrungsberichte : 183
Vertrauende : 0
Über sich :
Ausgezeichnet
Pro Fesselnd und unwiderstehlich
Kontra Pokemon-Island ist es nicht gerade
sehr hilfreich
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:

"To the death and far beyond"

von vorne

von vorne

Über Watain zu schreiben ist keine gute Idee, ich bleib dabei. Zu welchen Geständnissen ich da wieder gezwungen werde! Ja aber darüber zu schreiben ist der einzige Weg haltloser Verehrung Herr zu werden und den Exzessen eine kontrollierbare Form zu geben. Ich wandere murmelnd und augenrollend durch die Lande wenn ich nichts unternehme. [Verrammeln Sie Ihre Tür und bestellen Sie mir einen Exorzisten]


Meinem typischen Jagdverhalten folgend, nachdem ich durch den übermäßigen Genuss der DVD Blut geleckt hatte, bestellte ich mir alle vier Alben von Watain auf einmal. Lustigerweise kam das Debüt als letztes an und die neueste (Lawless Darkness) zuerst. Es war wie so oft leicht chaotisch. Und wie so oft geriet ich in einen absoluten Rausch. Ich weiß nicht welche Dämonen sich meiner von Zeit zu Zeit bemächtigen. Wenn es passiert bin ich unfähig irgendwas anderes zu hören als diese eine Band die mich nachhaltig begeistert – Watain liefen sich nen Wolf rund um die Uhr. Wenn man alle vier CDs in solch geballter Form konsumiert, verschwimmen die Grenzen zwischen ihnen und es fällt schwer sich zu merken welches Lied von wo stammt. Es fällt schwer generell klare Gedanken zu fassen. Klingt unangenehm fremdgesteuert, doch das ist es nicht. Ich als erfahrener Musiksucht-Veteran befinde mich schon viel zu lange im Bann diverser Künstler. Ruhig bleiben und atmen, das legt sich.

Allerdings kann ich nicht verbergen dass die Obsession für Watain länger anhielt als die für andere Vereinigungen und mir durchaus ein wenig die Klammer ging als es nicht enden wollte. Alle vier Gewerke sind für sich genommen großartig und ich könnte lang & breit ihre zahlreichen Vorzüge erörtern und was sie voneinander unterscheidet. Die ersten beiden sind sich eigentlich recht ähnlich während „Lawless Darkness“ deutlich melodischere Gefilde ansteuert. Meine Wahl fiel auf „Sworn to the dark“. Sie ist die konzentrierte Finsternis. Allein ihren Namen auszusprechen lässt Gänsehäute über meinen Körper laufen. Sie ist dermaßen harsch und fanatisch – ich weiß nicht was die Jungs sich während der Aufnahmen eingepfiffen haben, aber es war was. Hoffe ich! Wenn nicht würde das bedeuten dass sie von selber so wurden, so besessen, allein dieser Titelsong … unglaublich. Doch ich greife vor.


Als ich das Booklet aufschlug war ich nämlich erst mal ergriffen. Der Opener ist Dissection-Frontmann Jon Nödtveidt gewidmet der sich 2006 umbrachte, 2 Monate bevor die Aufnahmen zu „Sworn to the dark“ begannen. Ich liebe die Musik von Dissection. Auf die hilflose, unabänderliche Weise in der Mütter von Attentätern ihr Kind lieben, man kann es nicht verhindern (Jon Nödtveidt saß wegen Totschlags im Knast und war auch ansonsten Zeit seines Lebens kein Engel). Es hat mich echt getroffen dass er den Freitod wählte nachdem er wieder draußen war und sogar ein neues Album am Start hatte. Watain und Dissection waren einander eng verbunden und tourten gemeinsam, es ist mir ein immenser Trost dass sie ihrem Freund ein Lied auf den Leib schneiderten. Und was für eins. Gewaltig, wie alles an dieser Scheibe. Wenn man die Gitarren sichtbar machen könnte wäre man geblendet von dem Licht, solchem Feuer. „Legions of the black light“ steht für alles was man an Watain gutfinden kann und für vieles was ich von Dissection für immer vermissen werde. Sogar an ein Gitarrensolo haben sie gedacht, welches nicht von Jon stammen könnte aber welches mich an ihn denken lässt. Es hätte ihm keine Schande bereitet.

Was mir Schauer den Rücken hinunter jagt ist die Art zu singen von Erik Danielsson. Der lässt sich jedes Mal derart mitreißen. Ich frage mich wie er es ein komplettes Konzert lang durchhält so heiser und gepresst zu schreien. Krass ohne Ende. Gerade die ersten beiden Tracks gehen richtig aus sich raus. Die unheimlichen Texte tun ihr Übriges, wobei Watain nie Maulhelden waren, im Gegenteil. Sie machen höchstens dezente Andeutungen und ich weiß dass bei denen mehr dahinter steckt. Die Dunkelheit von der sie singen haben sie selbst erforscht. Es ist die Dunkelheit in ihren Herzen, die tiefen Höllenschlünde die in jedem von uns wohnen. 98% der Menschheit wollen damit nichts zu tun haben aber der Rest … die Kreaturen der Nacht blühen darin auf.

Insgesamt gesehen ist „Sworn to the dark“ hart und nicht übermäßig schnell was sie gut anhörbar macht (Ausnahme: „Storm of the Antichrist“). „The light that burns the sun“ ist regelrecht schleppend unterwegs und ausgesprochen heavy. Der Titeltrack klingt extrem, vor allem der Refrain. Ein Abszess des Hasses. Nicht vom Inhalt her, Sänger Erik klingt hier einfach total beschwörend und leidenschaftlich. Sehr eindringlich. Watain pflegen die nahezu in Vergessenheit geratene Tradition des klassischen Titelsongs der gleichzeitig das stärkste Stück des Albums sein sollte. Dies geschieht auf jeder ihrer Veröffentlichungen. Ein gutes Vorbild. Mir fallen auf Anhieb gerade mal eine Handvoll Scheiben ein bei denen das so war und die haben bereits etliche Jahre auf dem Buckel. [Master of Puppets – Metallica; In the light of darkness – Unanimated; Gothic – Paradise Lost; Crowned in terror – The Crown; The Somberlain – Dissection; Blackwater Park – Opeth; Left hand path – Entombed]


Zeit ist beim Anhören relativ. Manche Sequenzen dehnen sich, manche hätte man gerne länger andauernd. Viel zu schnell ist mit „Stellarvore“ der Abschluss eingeläutet der nicht feierlicher hätte geraten können, was sich auch im Text manifestiert. Anfangs war ich ein bisschen besorgt wegen der dämonischen Anrufung. Derartiges wird immer wieder als „Show“ abgetan doch es wurden in der Vergangenheit Türen geöffnet (beim Spielen mit Ouija-Boards etc.). Die man niemals hätte öffnen dürfen weil sie dem blanken Wahnsinn Einlass boten. Jedenfalls ist bei „Stellarvore“ noch nie was passiert :) falls mich irgendwann der Heilige Geist durchs Ohr zu schwängern trachtet lasse ich es euch wissen. Den restlichen Text finde ich auf nüchterne Weise malerisch, das kommt bei Watain sehr häufig vor:


In the darkness, in the nothingness of absent light
Where no life force is permitted to exist
From far beyond the borders
Where God not dares
The Serpent gloats in hunger

No star will shine tonight
No star, no matter how bright
Across the firmament goes its flight
A great darkness devouring the light

Spread thine countless tentacles
Across the universe
Let them spasm throughout
The labyrinth of trembling stars
Strangle their flickering flames
Eat them whole.
Wander ancient Dragon
Across the cursed heavens


Und dann ist sie zu Ende, unsere Reise durch die Nacht.
No return.


Watain sind das Spiel mit dem Feuer, schnell entflammbar, hochansteckend. Wer ihnen verfällt, für den gibt es kein Zurück. Ich werde immer andere Bands neben ihnen haben, ich höre so viel unterschiedliche Musik. Und egal was passiert, ich werde ewig Death Metal Fan bleiben. Death Metal liegt mir einfach. Watain haben dennoch einen tiefen Eindruck hinterlassen und mich in einer Weise eingefangen & fasziniert wie lange nichts mehr. „Sworn to the dark“ muss selbst ich vorsichtig handhaben, die hat scharfe Kanten. Blut wird fließen (ich habe nicht gesagt dass es mein Blut sein wird ;) Inzwischen bin ich ja wieder aufgetaucht aus der öligen Schwärze, dem tiefen dickflüssigen Brodem.


Befriedigt Old School Jünger genauso wie es ausreichend Anreiz für eine neue Generation Black Metaller bietet. Sofern Innovation in dieser Spielart möglich ist, Watain halten sie bereit. Sie möchten (und müssen) gar nicht alles verändern, nur das was Sinn macht.



Tracklist
1. Legions of the Black Light
2. Satan’s Hunger
3. Withershins (Instrumental)
4. Storm of the Antichrist
5. The Light That Burns the Sun
6. Sworn to the Dark
7. Underneath the Cenotaph
8. The Serpents Chalice
9. Darkness and Death
10. Dead but Dreaming (Instrumental)
11. Stellarvore



Ich glaube nicht an Gott. Ebenso wenig wie ich an den Teufel glaube. Das bedeutet jedoch nicht dass sie nicht existieren. Natürlich können sie existieren, das ist nicht von mir abhängig. Die Leute sind stets wahnsinnig schnell dabei für ihren Glauben eine Art Alleingeltungsmerkmal zu beanspruchen. Was ihnen vermeintlich das Recht gibt alle Andersgläubigen missionieren zu dürfen, denn ihr Glaube ist der einzig Wahre. Was für ein Unsinn .. wenn ich an etwas glaube dann an die Kräfte der Natur. Die sehe ich jeden Tag am Wirken wie sie sich anstrengen den Planeten von der abscheulichen Plage Mensch zu befreien. Es ist ihnen bisher nicht gelungen, aber sie machen Fortschritte.

Da zähle ich mich übrigens mit zu, die Plage Mensch sind nicht „die anderen“.




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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Fliegmaus32 veröffentlicht 09.11.2013
    *nach unten kuck* Uiiiii ... noch jemand, der Sartre liest, und das hier auf Ciao ... ^^ Aber wieso nicht Pokemon-Island?? Ich dachte, das auf dem Cover wäre eins. Ein Pokemon, mein ich. *verwirrt schau*
  • billywilder2 veröffentlicht 19.07.2013
    Da halte ich es mit Sartre "Die Hölle, das sind die anderen!" Nach dem Klugscheißern jetzt noch ein dickes Lob für Deinen leidenschaftlichen Bericht Ich wünsche Dir ein sonniges Wochenende, liebe Grüße, Billy
  • Sendorra veröffentlicht 06.07.2013
    Allein für Deinen weisen letzten Absatz mag ich Dich knutschen! :-*
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Produktdaten : Sworn to the Dark - Watain

Produktbeschreibung des Herstellers

Heavy Metal - 1 - CD - Label: Season Of - Veröffentlicht am: 16. Februar 2007 - EAN: 822603114829

Haupteigenschaften

Titel: Sworn to the Dark

Künstler: Watain

Komponist: .

Genre: Heavy Metal

Schlagworte: Black Metal; Hard 'n' Heavy; Alternative

Medium: CD

Set-Inhalt: 1

Veröffentlichungsdatum: 16. Februar 2007

Label: Season Of

EAN: 822603114829

Titel auf CD 1

1.: Legions of the Black Light

2.: Satans Hunger

3.: Withershins (Instrumental)

4.: Storm of the Antichrist

5.: The Light That Burns the Sun

6.: Sworn to the Dark

7.: Underneath the Cenotaph

8.: The Serpents Chalice

9.: Darkness and Death

10.: Dead but Dreaming (Instrumental)

11.: Stellarvore

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Auf Ciao gelistet seit: 10/01/2007